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Bentschen, die Brände von 1845 + 1850

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Feuer in Bentschen – Zbąszyń – 1845

„Einladung zur Wohltätigkeit

Die Stadt Bentschen im Regierungsbezirk Posen ist am 8. Juli 1845 von einer Feuersbrunst heimgesucht worden, welche, begünstigt von starkem Winde, in wenigen Stunden 44 Wohnhäuser, die jüdische Synagoge, 15 Ställe und 1 Schmiede einäscherte und 85 Familien obdachlos machte.

Seit dem Jahre 1829 hat diese Stadt 4mal ein ähnliches Unglück betroffen.

Die Gebäude sind nur zum Theil und sehr niedrig versichert gewesen und die wenigsten Besitzer befinden sich im Stande den Wiederaufbau zu bewirken, um so weniger, als der harte und anhaltende Winter ohnehin schon eine gro0e Armuth hervorgerufen hatte.

Die einzige Hoffnung der so hart betroffenen Bewohner von Bentschen ist auf auswärtige Hülfe gerichtet und hat sich der dortige Magistrat im Namen der Unglücklichen auch hierhin mit der Bitte gewendet, die schwere Bürde des Schicksals unserer hartbedrängten entfernten Landesleute durch milde Gaben erleichtern zu helfen.

Indem dieser Aufruf zur allgemeinen Kenntniß gebracht und zu freiwilligen Beiträgen für die unglücklichen Bewohner Bentschen’s eingeladen wird, diene noch zur Nachricht, daß die milden Gaben auf dem hiesigen Rathhause und in der Expedition dieses Blattes abgegeben werden können.

Bonn, den 29. Juli 1845 – Das Oberbürgermeister Amt.“

Veröffentlicht im: Bonner Wochenblatt – Donnerstag, 31.07.1845

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Feuer in Bentschen – Zbąszyń – 1850

Bitte um Hülfe

Es gibt keinen Ort in der hiesigen Provinz, welcher so oftmals und so hart heimgesucht ist, als Bentschen. Fast Jahr für Jahr fanden hier Brände statt, so daß die größte Verarmung eingerissen ist. Es hielt schwer, die Verzweifelnden aufzurichten und zu ermuthigen.

Im letzten großen Brande, im Jahre 1845, lagen 59 Gebäude in Asche. Die meisten vermochten nichts weiter zu retten als das nackte Leben.

Jetzt nun, in der Nacht zum 12. März 1850, gerade in der Stunde, als Alle im tiefsten Schlafe versunken waren, hat die Hand Gottes den noch übrigen Theil unserer Stadt unter dem heftigsten Sturme erfaßt und in einer Stunde lagen 45 Gebäude darnieder. Das Gotteshaus unserer katholischen Gemeinde ist jetzt ohne Glocken, ohne Thürme und äußerlich wie innerlich so zerstört, daß nicht daran zu denken ist, darin Gott um Trost und Muth in so harter Trübsal anzuflehen.

Alle, Alle, Evangelischen, Katholiken und Juden trauern tief und sehen mit Entsetzen der Zukunft entgegen.

Brüder, rettet ! helft ! Wir wissen, daß Eure Hülfe oft angerufen ward, aber die Liebe ermüdet nicht, sie hilft, wo und wie sie kann. Darum gebet, und wenn es auch noch so wenig wäre, Gott gibt wieder. Zögert nicht, Gott hat den willigen Geber lieb ! Helft bald, die Noth ist groß !

Bentschen, im Großherzogthum Posen, den 13. März 1850

Die Committee zur Unterstützung der Abgebrannten,

Veröffentlicht im: Staats- und gelehrte Zeitung des Hamburgischen unpartheyischen Correspondenten – Samstag, 30.03.1850

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Quellen soweit nicht direkt im Text oder in der Bildbeschreibung genannt: Zeitschriften in Deutsche Digitale Bibliothek