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Dipl.-Ing. Bruno Schmidt – geboren 1888 in Neutomischel

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U110 / I. Weltkrieg – Bild: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:SM_U-110_(submarine,_1917)_-_NH_2092_-_cropped.jpg

„Ich bin geboren am 04. April 1888 zu Neutomischel, Prov. Posen.“

So begann Bruno Schmidt seinen Lebenslauf, welchen er anlässlich seiner 1930 verfassten Dissertation zur Erlangung der Würde eines Doktor-Ingenieurs verfasste.

„Meine Schulbildung erhielt ich auf verschiedenen Realschulen und Oberrealschulen und erwarb das Zeugnis der Reife einer Oberrealschule.

Am 01. Oktober 1906 trat ich bei der Kaiserlichen Marine als Marine-Ingenieuranwärter ein und wurde nach 7 jähriger praktischer- und theoretischer Ausbildung – darunter 2jähriges Studium an der Kaiserlichen Marine-Ingenieurschule Kiel – und nach Bestehen der Marine-Ingenieurprüfung in das Ingenieuroffizierkorps der Kaiserlichen Marine aufgenommen.

Vom Kriegsbeginn ab war ich als Wachingenieur, Ressortingenieur und Lecksicherungsingenieur auf Linienschiffen kommandiert. Die Skagerrakschlacht mache ich auf dem Linienschiff „Hessen“ mit, Ende 1916 ging ich zur U-Waffe über und übernahm im April 1917 als leitender Ingenieur das Unterseeboot „U 110“. Mit dem Boot machte ich mehrere Fernunternehmungen in die Irische See und kam kurz vor Abschluß der letzten Unternehmung – am 15. März 1918 – als das Boot nach einer Wasserbombenverfolgung durch britische Zerstörer auftauchen mußte und von mir versenkt wurde, in englische Kriegsgefangenschaft.“

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Hier schieben wir in den Lebenslauf ein:

Eine kurze Zusammenfassung aus dem Buch, welches unter dem Titel „U-Boote am Feind“ – Deutsche U-Boot Fahrer erzählen – Autor: Werner v. Langsdorff – Erstausgabe 1937 mit dem Artikel „U 110’s letzte Fahrt“ von Bruno Schmidt erschienen ist.
Bruno Schmidt war als leitender Ingenieur an Bord von U110. Zusammenfassend berichtete er, dass man mit der U110 eigentlich bereits auf der Heimfahrt aus der Irischen See war; das U-Boot hatte mehrere Schäden bzw. Mängel – Havarie am Gebläse, Havarie an den Tiefenrudern, ein verbogener Bug, ein lecker Ölbunker und zwei unbrauchbare Torpedorohre. Auf dieser Heimfahrt kam es durch einen Fehler beim „letzten“ Angriff durch die U110 auf einen Dampfer und den vielen Mankos des Bootes dazu, dass das U-Boot selbst von 5 Zerstörern mit Wasserbomben angegriffen wurden. Nach mehreren Manövern war es der Besatzung der U110 nochmals gelungen das U Boot an die Oberfläche zu bringen. Der Kommandant (Karl Albrecht Kroll) erteilte dann den Befehl „Besatzung Schwimmwesten anlegen, außenbords gehen“; Oberleutnant Rusteberg und Leutnant Busch erhielten den Befehl Operationsbefehle und Kriegstagebücher zu vernichten, während Bruno Schmidt den Befehl erhalten hatte, das Boot so zum Versenken zu bringen, dass es nach einigen Minuten, in denen es noch schwamm, sicher versinken würde.

Und die Veröffentlichung aus Wikipedia (https://de.wikipedia.org/wiki/SM_U_110 [2] – Einzelheiten und/oder weitere Informationen sh. dort:

 U110 wurde am 5. Mai 1916 in Auftrag gegeben, lief am 28. Juli 1917 bei der Germaniawerft in Kiel vom Stapel und wurde am 25. September 1917 in Dienst gestellt. Im Dezember 1917 wurde das Boot der IV. U-Flottille in Emden und Borkum zugeordnet.
U 110 führte während des Ersten Weltkriegs drei Unternehmungen um die britischen Inseln durch. Dabei wurden neun Handelsschiffe mit einer Gesamttonnage von 24.324 BRT versenkt, Zudem traf am 24. Dezember 1917 ein Torpedo von U 110 die U-Boot-Falle Penshurst im Bristol-Kanal, was zwei Todesopfer kostete und zum Verlust des Schiffes führte.
Das größte von U 110 versenkte Schiff war das britische Passagierschiff Amazon mit über 10.000 BRT. Das Schiff wurde am 15. März 1918 auf seiner Fahrt von Liverpool nach Buenos Aires etwa 30 Meilen nordwestlich von Malin Head torpediert. Sämtliche Passagiere und Besatzungsmitglieder wurden durch den britischen Zerstörer HMS Moresby gerettet, der anschließend Jagd auf U 110 machte.
Das SOS-Signal der sinkenden Amazon alarmierte die beiden britischen Zerstörer Michael und Moresby. Sie entdeckten die Stelle, an der U 110 kurz zuvor getaucht war und warfen sofort Wasserbomben. Dabei wurde U 110 so schwer beschädigt, dass das Boot nicht mehr austrimmbar war. Nach gefährlichen Tauchmanövern gab der Kommandant Karl Albrecht Kroll das Boot schließlich auf und ließ die Besatzung über Wasser aussteigen. Lebend geborgen wurden jedoch nur vier Männer – der Chefingenieur und drei Seeleute. U 110 erhielt Artillerietreffer durch die Zerstörer und sank etwa auf der Position 56° N, 8° W.
Im September 1918 wurde U 110 geborgen und nach Wallsend verbracht. In einen Trockendock von Swan Hunter wurde das Boot mit einem Befehl die Kampffähigkeit wiederherzustellen, überholt. Nach dem Waffenstillstand am 11. November 1918 wurden die Arbeiten gestoppt. U 110 wurde am 19. Dezember 1918 von Wallsend zum Northumberland Dock bei Howdon geschleppt und anschließend als Schrott verkauft.
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„Im Oktober 1919 kehrte ich nach Deutschland zurück und reichte am 15. Januar 1920 wegen der durch den Ausgang des Kriege geschaffenen Verhältnisse meinen Abschied ein, der mir durch Erlaß des Reichswehrministers vom 28. Januar 1920 bewilligt wurde.

Zur Fortsetzung meines früheren Studium an der Kaiserlichen Ingenieurschule ließ ich mich im Februar 1920 an der Technischen Hochschule Charlottenburg immatrikulieren und studiert an der genannten Hochschule und an der Universität Berlin Allgemeinen Maschinenbau, Verwaltungswissenschaften und Volkswirtschaftslehre. Im Juli 1920 bestand ich an der TH Charlottenburg die Diplom-Vorprüfung für Maschinen-Ingenieurwesen mit dem Prädikat „Gut“, und am 25. November 1921 erteilte mir die Technische Hochschule Charlottenburg den Grad eines Diplom-Ingenieurs, nachdem ich die Diplom-Hauptprüfung für Allgemeinen Maschinenbau und Verwaltung abgelegt und das Prädikat „Mit Auszeichnung bestanden“ erhalten hatte.

In den Jahren 1922 bis 1925 war ich in leitenden Stellungen in der Maschinenbau-Industrie tätig, u. zw. Januar 1922 bis August 1923 als Abteilungsleiter bei der G. Polysius A.-G., Eisengießerei und Maschinenfabrik, Dessau, vom September 1923 bis September 1925 als Leiter der Kasseler Maschinenfabrik der AMBI-Maschinenbau A.-G., Berlin. Im Oktober 1925 wurde ich in das Reichskuratorium für Wirtschaftlichkeit (RKW) berufen und mit der Aufgabe betraut, die Gründung des Ausschusses für wirtschaftliche Verwaltung (AWV) in die Wege zu leiten. Unter meiner Geschäftsführung – in den Jahren 1926 bis 1929 – ist der Ausschuß für wirtschaftliche Verwaltung beim Reichskuratorium für Wirtschaftlichkeit zu seinem heutigen bekannten Stande entwickelt worden.“

1933 erlangte Bruno Schmidt die Würde des Titels Doktor Ingenieur

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Bruno Gerhard Wilhelm Schmidt wurde am 05. April 1888 in Neutomischel geboren

Seine Eltern waren der Eisenbahn Stations Diätar Gerhard Schmidt und sein Ehefrau Clara geborene Limpach. Woher die Familie in die Stadt zugezogen ist, ist nicht bekannt. Ihr Aufenthalt scheint aber nur vorübergehend gewesen zu sein, die Familie war im Jahr 1890 in Crossen und ab 1895 in Berlin Reinickendorf ansässig gewesen. Bruno Gerhard Wilhelm Schmidt ehelichte 1916 in Frankfurt/Main Catharina Schäfer.

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Quellen soweit nicht direkt im Text oder in der Bildbeschreibung genannt:
Personenstandsunterlagen Staatsarchivs Poznan (http://szukajwarchiwach.pl/); Dissertation „Wege zur Verbesserung der Produktions- und Wettbewerbslage der Deutschen Personenkraftwaren – Industrie – Von der Technischen Hochschule Darmstadt zur Erlangung der Würde eines Doktor Ingenieurs genehmigte Dissertation – Vorgelegt von Dipl.-Ing. Bruno Schmidt, Berlin (Privatbesitz)