Durch die Hauländereien – Reisebericht aus dem Jahr 1908

Hopfenfelder bei Cichagora / Aufn. GT

Nachstehender Reisebericht aus dem Jahr 1908 ist als Teilauszug – Kapitel 4 – entnommen aus dem im Jahr 1909 erschienenen „Führer durch das Westposener Wald- und Seengebiet“. Professor Karl Graeter beschreibt darin seine Wanderung mit seinem Reisegefährten Remus, welcher seine botanischen Kenntnisse einfließen ließ.

Der Autor verzichtete auf Quellenangaben. Leider sind daher einige Ausführungen nicht nachvollziehbar und nicht zu belegen, sodass die Ausführungen aus persönliche Aussagen zu werten sind und nicht als historisches Material angesehen werden kann.

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Am nächsten Morgen, einem Sonntage, ging es in die Hauländereien, die ihren Mittelpunkt in Neutomischel haben.

Kurze Zeit, nachdem wir Borui an seinem Nordende verlassen haben, biegen wir rechts in einen hochstämmigen Kiefernwald ein. Der Weg steigt allmählich, auf beiden Seiten erheben sich Anhöhen bis über 90 Meter. Kein Mensch ist sichtbar; nur die Stimmen unsrer Singvögel unterbrechen die sonntäglich Ruhe. Plötzlich senkt sich die Straße, wendet sich – bei einer tieferen Talmulde – nach rechts; das Krähen eines Hahnes deutet die Nähe einer Ansiedelung an, und bald wird der Horstkrug sichtbar. Es ist ein ärmliches Haus mitten im Walde, daneben ein Ziehbrunnen; man denkt unwillkürlich an die Räuberhöhle im Spessart. Aber seine Bewohner sind friedliche Leute, die uns bereitwillig auf unsere Fragen nach dem Wege Bescheide geben. Die Schankgerechtigkeit ist übrigens nicht mehr mit dem Hause verknüpft.

Wieder tauchen wir in dem Schweigen des Waldes unter. Einzelne Lichtungen öffnen sich, einzelne Gehöfte werden sichtbar. Dem dürren Boden haben seine Bewohner den zum Schnitt reifen Roggen abgewonnen. Neben dem Getreide erblicken wir hier zuerst in größerer Menge die den Neutomischlern Hauländereien eigentümlichen Hopfenpflanzungen. An hohen Stangen recken sich die Pflanzen empor. Der Boden muß peinlich sauber gehalten werden. Wegen der hohen Holzpreise wird statt der hölzernen Stangen wohl auch Draht angewandt; da sich an diesem die Ranken aber nicht kräftig und stark genug entwickeln können, ist sein Gebrauch nicht ratsam. Der Hopfenbau geht überhaupt zurück. Dies kommt daher, daß man es gelernt hat, die Hopfenpflanze zu konservieren. In Jahren, wo der Hopfen weniger gut geraten ist und demgemäß der Preis höher sein müßte, benutzt der Brauer den Konservenhopfen, und der Pflanzer muß ihn, wenn er ihn los sein will, zu demselben Preise verkaufen wie in den Jahren guter, d. h. reichlicher Ernte. Deshalb ist man in der Neutomischeler Gegend wie auch in anderen Teilen des Westens unsrer Provinz dazu übergegangen, an Stelle des Hopfens die amerikanische Weide anzubauen, die an den Korbmachern regelmäßige Abnehmer findet.

Hopfenernst – Bild aus dem Original-Artikel

Die Eigentümlichkeit der um Neutomischel liegenden Hauländereien liegt darin, daß ihre Gehöfte nicht dorfartig und an Straßen zusammenliegen, sondern abseits vom Wege in der Mitte des Grundstückes erbaut sind. So wurden auch uns die Häuser von Scharke zwar sichtbar, doch von dem Leben und Treiben der Bewohner merkten wir nichts. Der Regen, der uns überraschte, zwang uns, in einem Hauländerhause Unterkunft zu suchen. Es war dies ein Blockhaus, aus kernigen, vom Alter geschwärzten Stämmen zusammengesetzt, in die die kleinen Fenster eingefügt waren. Die Lücken, die sich zwischen den einzelnen Baumstämmen befanden, waren mit Lehm ausgefüllt; ein breit ausladendes Strohdach breitet sich schirmend über das Ganze. Die Bewohner hatten ein nicht gerade einladendes Äußeres; als mir die Frau zum Abschied die Hand reichte, übersah ich sie geflissentlich; sie war doch zu unappetitlich.

Bei der Anlage der Hauländereien ist ein Abirren vom Wege leicht möglich. Auch uns war es so gegangen, so daß wir den Kirchplatz Borui, den religiösen Mittelpunkt des südlichen Teiles der Hauländereien, nicht gleich bei der Kirche betraten, sondern zunächst nach Osten, nach Alt-Borui, verschlagen wurden, wo wir auf die Chaussee kamen, die uns auf einem nicht allzu großen Umwege zu unserm Ziel, dem Kirchplatz Borui, führte. Da mein Wandergenosse ein Namensvetter des dortigen Kantor war, traten wir bei ihm ein. Er war zwar augenblicklich in der Kirche beschäftigt, erschien aber auf die Nachricht von unsrer Ankunft nach der Liturgie. Die Untersuchung der Familienverhältnisse ergab zwar kein nachweisbares verwandtschaftliche Verhältnis, doch bestanden mancherlei Beziehungen zwischen den beiden Trägern desselben Namens.

Bei dem erwähnten Kantor zu Kirchplatz Boruy könnte es sich um Otto Remus, geb. 1858, gehandelt haben. Er war der Sohn des Carl Ferdinand Wilhelm Remus, Lehrer und Kantor zu Kirchplatz Boruy und dessen Ehefrau Johanna Auguste Emilie geb. Heinrich gewesen

Eine Naturmerkwürdigkeit war eine uralte Linde in dem Garten, in deren Zweigen eine Laube eingebaut war, zu der eine Treppe hinaufführte. Bei einem Glase edlen rheinischen Rebenblutes ließ es sich dort oben recht gemütlich plaudern.

Unser Gespräch wandt sich auch der Frage zu, ob der Ausdruck „Hauländereien“ oder „Holländereien“ der richtige sei. Ich hatte vor meiner Reise mich mit dieser Frage beschäftigt. Ich hatte geglaubt, daß die Hausanlage auf die Herkunft dieser Siedler hindeuten müsse, und den Aufsatz Kothes über das Bauernhaus in der Provinz Posen durchgelesen. Die dort abgebildeten Laubenhäuser dürften auf die Herkunft der Hauländer aus der Neumark und der Uckermark schließen lassen. Aus den Untersuchungen Erich Schmidts ergibt sich, daß allerdings Holländer am Ende des 16. Jahrhunderts in der Schulitzer Weichselniederung sich niedergelassen haben. Aus das Vorkommen von Tabaksdosen mit Inschriften in holländischer Sprache, die aus dem Ende des 17. Jahrhunderts stammen, kann als Beweis für ihre holländische Abkunft angeführt werden. Jedenfalls ist die Zahl der eingewanderten Holländer nur gering gewesen; aber der Name „Holländereien“ ist auf alle Siedelungen übertragen worden, die mit denselben weitgehenden Rechten ausgestattet wurden wie jene ersten Holländern ausgehenden Anlagen. Entscheidend für die Frage ist – was Erich Schmidt nachweist – , daß erst im Jahre 1758 in einer einzigen Urkunde der Ausdruck „Hauländer“ vorkommt, während in hunderten aus früherer Zeit stammenden die Einwanderer als „Hollandones“ bezeichnet werden. Die Frage nach der Herkunft dieser Holländer kann nur die Sprachwissenschaft lösen.

Der „Ziegenkrug“ – AK Ausschnitt Sammlung Kraft

Da die Predigt bald beendigt sein mußte und den Herrn Kantor seine Pflicht rief, so verabschiedeten wir uns, um weiter nach Schichagura, auch einem Haulande zu wandern. Der Weg dorthin biegt zwischen der Kirche und dem gegenüber liegenden Schulhause rechts ab; eine Entfernung von nur 3 Kilometer trennt Kirchplatz Borui von dem schon zu Schichagura gehörenden Ziegenkrug.

Die Hauländerlandschaft in der Neutomischeler Gegend ist recht anmutig. Auf Wald folgt Wiese oder Ackerland, oder es dehnen sich weite Flächen aus, auf denen die Hopfenpflanze an hohen Stangen sich emporrankt (s. Abb. 3). Eigentümlich ist dem Hauländer seine Vorliebe für die Bäume; diese, oft Linden, schmücken nicht nur den Eingang des Gehöftes, sondern sie werden auch dazu benutzt, die einzelnen Grundstücke von einander zu trennen. Die Verbindung mit der Straße und den einzelnen Gehöften stellen eine Menge von Fahr- und Fußwegen her. In früheren Zeiten waren diese Stege noch durch Zäune gesperrt, über die man hinüber klettern mußte, oder in denen die oberen Stangen sich aus einem Verschluß herausheben ließen.

Den Umweg über Schichagura hatte ich gewählt, weil mich persönliche Interessen mit diesem Orte verbanden. Vor sechzig Jahren war mein Vater dort Lehrer gewesen. In dem bewegten Jahre 1848 hatte er dort als Kommandeur der Bürgerwehr gewirkt. Denn Schichagura grenzt an das durch den Schulstreik des Jahres 1907 bekannte polnische Dorf Bukowiec. Beide Teile hatten Furcht vor einander, beide besorgten einen Überfall; da wurden denn in der Nacht Posten ausgestellt, um die Bewohner rechtzeitig von dem Herannahen des Feindes zu benachrichtigen. Zu einem Zusammenstoß ist es aber nicht gekommen.

Carl David Friedrich Graeter, evgl. Schullehrer zu Cichagora, ältester Sohn aus der 1sten Ehe des in Posen ansässigen Schneidermeisters Albrecht Friedrich Graeter, wurde am 30 Jul 1843 in Neutomischel aufgeboten mit der 5ten Tochter aus der 1sten Ehe des Johann Heinrich Dampmann, Schullehrer in Schildau bei Hirschberg/Schlesien, und dessen Ehefrau Johanna Beate geb. Lucas, Namens Alwine Theodora Dampmann. Die Trauung fand am 14. August 1843  in der Kirche zu Kirchplatz Boruy statt.

Im Ziegen-Krug wurde eine kurze Mahlzeit eingenommen und dann der Wege nach Schichagura fortgesetzt, wo wir uns glücklich nach dem Schulhause durchfragten. Hier verlebten wir in dem gastfreundlichen Hause des Lehrers einige Stunden in gemütlichem Gespräche, das sich über die Verhältnisses des Ortes in alter und neuerer Zeit erging. Einen Bewohner, der noch den Unterricht meines Vaters genossen, gab es leider nicht mehr. Erwähnt wurde in dem Gespräche das eigentümliche Wort „Keute“ für Teich.

Der Sohn des Lehrers führte uns auf Fußwegen durch das Hauland Paprotsch bis zum Bahnübergange. Nur wenige Schritte, und wir standen auf der Landstraße, die Bukowiec mit Neutomischel verbindet, und verfolgten fortan diese nach Westen. Vor Neutomischel, in der Nähe des Schützenhauses, erfreute uns ein liebliches Panorama: in der Tiefe breiteten sich üppige Wiesen aus, die bald durch wogende Getreidefelder, bald durch Hopfenplantagen, bald durch einzeln hochragende Laubbäume unterbrochen wurden, und über uns lachte wieder freundlich Frau Sonne.
Neutomischel (an der Doyca) hat 1.800 Einwohner, ist Sitz eines Landratsamtes, besitzt ein Amtsgericht, eine evangelische und eine katholische Kirche, eine Landwirtschaftliche Winterschule, eine Zigarrenfabrik. Seine Hauptbedeutung liegt in dem Hopfenmarkt, zu dem alljährlich aus Bayern und Böhmen Händler sich einfinden.

Die Etappe von Boruy nach Neutomischel / Zusammenschnitt Messtischblätter

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Quellen soweit nicht direkt im Text oder in der Bildbeschreibung genannt: 1) „Führer durch das Westposener Wald- und Seengebiet“ – Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz; 2) Personenstandsunterlagen Staatsarchivs Poznan (http://szukajwarchiwach.pl/)

Das Doycatal – ein Reisebericht aus dem Jahr 1908

Die „Alte Muehle“ bei Wollstein / AK Sammlung Kraft

Nachstehender Reisebericht aus dem Jahr 1908 ist als Teilauszug – Kapitel 3 – entnommen aus dem im Jahr 1909 erschienenen „Führer durch das Westposener Wald- und Seengebiet“. Professor Karl Graeter beschreibt darin seine Wanderung mit seinem Reisegefährten Remus, welcher seine botanischen Kenntnisse einfließen ließ.

Der Autor verzichtete auf Quellenangaben. Leider sind daher einige Ausführungen nicht nachvollziehbar und nicht zu belegen, sodass die Ausführungen aus persönliche Aussagen zu werten sind und nicht als historisches Material angesehen werden kann.

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Kloster Obra und seine Umgebung – ein Reisebericht aus dem Jahr 1908

Etappe bis Wollstein – Kapitel 2 / Zusammenschnitt Messtischblaetter

Nachstehender Reisebericht aus dem Jahr 1908 ist das 2te Kapitel aus dem im Jahr 1909 erschienenen „Führer durch das Westposener Wald- und Seengebiet“. Professor Karl Graeter beschreibt darin seine Wanderung mit seinem Reisegefährten Remus, welcher seine botanischen Kenntnisse einfließen ließ.

Der Autor verzichtete auf Quellenangaben. Leider sind daher einige Ausführungen nicht nachvollziehbar und nicht zu belegen, sodass die Schilderungen und Erwähnungen historischer Ereignisse  nur als persönliche Aussagen zu werten sind und nicht als historisches Material angesehen werden können .

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Der gewaltsame Tod des Rittergutpächters Szulczewski in Groitzig / 1904

Kartenausschnitt mit den Ortschaften Gross und Klein Groitzig und dem Groitziger See; das Bild zeigt die einstige Groitziger Faehre / Quelle 1), 1a)

„Am Sonnabend (01. Oktober 1904) gegen Abend machte der Rittergutspächter Szulczewski in Groitzig seinen Hofeleuten Vorhaltungen über kleine auf dem Gutshofe verübte Diebereien.

Plötzlich sprang ein Arbeiter auf Szulczewski zu und würgte ihn am Halse. Auf die Hilferufe des Szulczewski eilte ein Inspektor herbei, um die Angreifer abzuwehren. Da ergriff ein anderer Arbeiter einen schweren Knüppel und hieb damit aus allen Kräften auf den Inspektor und Szulczewski ein; beide brachten bewußtlos zusammen; während der erstere wieder zu sich kam, hat der letztere das Bewußtsein nicht mehr wieder erlangt.

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Unglück in der Familie Kozubowski / Mroczek – 1907

Schloss Pinne / AK Sammlung Wojciech Szkudlarski

Am 17. Januar 1888 erschienen auf dem Standesamt von Pinne/Pniewy der Tagelöhner Michael Kozuboski und die Dienstmagd Josepha Mroczek zur Eheschliessung.

Michael Kozuboski war am 22. September 1858 zu Brody im Kreis Buk geboren und am 26zigsten desselben Monats getauft worden. Er war der Sohn des in Neustadt bei Pinne ansässig gewesenen Knechtes (Hilfsarbeiters) Stanislaus Kozuboski und dessen zum Zeitpunkt der Eheschließung bereits zu Brody verstorbenen Ehefrau Dorothea geborene Olesch (auch Olesik/Oliesik) gewesen.

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Gebäude der Stadt – No. 11 Am Kirchenring – ein Haus in dem die „Bäckerprofession“ betrieben wurde

Rechts im Vordergrund das Gebäude der einstigen No. 11 – erkennbar durch den Giebel zur Straßenfront – AK Sammlung Wojciech Szkudlarski

Am Kirchenring war das Gebäudegrundstück No. 11 im einstigen Neu Tomysl zu finden gewesen.

Das 53 1/2 Fuß lange, 29 Fuß breite und 7 Fuß hohe (ca. 16,3 x 8,8 x 2,1 Meter) Gebäude war im Jahr 1836 das Wohnhaus des Carl Peter Kaulfuss gewesen.

Das Haus war aus kiefernem Fachwerk, welches mit Lehm ausgefüllt gewesen war, errichtet worden. Die Giebelwände hatte man außerdem halb mit Brettern verschlagen.

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Verzeichnis der bei dem königlichen Land und Stadtgericht zu Grätz in dem Jahre 1838 eingeleiteten Criminal Untersuchungen

Stadtansicht Grätz – im Vordergrund der alte Stadtpark, im Hintergrund die alte evgl. Kirche / AK-Ausschnitt Sammlung Kraft

Nachstehend geben wir das Verzeichnis der im Jahr 1838 durchgeführten Untersuchungen und Verurteilungen bei dem Königlichen Stadtgericht in Grätz wieder.

Wir wissen keine Einzelheiten über die Vergehen der Genannten; von keiner der Gerichtsakten war zum Zeitpunkt dieses Beitrages ein Aufbewahrungsort bekannt.

Einerseits erfolgten “völlige” und “vorläufige” Freisprüche, andererseits wurden Gefängnis- und Zuchthausstrafen verhängt. Ebenfalls sind Urteile zur Züchtigung mit Peitschenhieben und Stockschlägen, zum Teil in großer Zahl, gesprochen worden; selten findet sich, dass diese in mäßiger Form ausgeführt werden sollten.

Neben den genannten Strafen kam es bei Männern zum Verlust des Rechts die National Kokarde u. ä. Abzeichen zu tragen; erstere symbolisierte als äußeres Kennzeichen die “herzerhebende allgemeine Aeußerung treuer Vaterlandsliebe“, welche dem Verurteilten durch die begangene Straftat abgesprochen wurde.

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1875 mit der „Lammershagen“ nach Wellington – die Familien Schaeler, Strauch und Timm

Familien Schaeler, Strauch und Timm – 1875 Auswanderung / Bilder: Brad Schealer

Wanderungsbewegungen hat es in der Geschichte immer gegeben. So sind letztlich auch die deutschsprachigen Siedler, die „Hauländer“, in das Gebiet von Tomysl gelangt.

Größtenteils ist bis heute nicht bekannt woher diese Kolonisten kamen oder auch nicht wohin, wenn sie nicht vor Ort blieben, abwanderten.

Durch das Interesse der Nachkommen, welche über alle Welt verstreut sind und durch die Möglichkeiten, die das Internet bietet, kann ab und an der Weg, den die Vorfahren beschritten haben nachvollzogen werden.

Special thanks goes to this place at Brad Schealer in the far away Australia. It was he, who traced the way of his ancestors from the settlement „Deutsch Böhmisch“ in the year 1875 via Hamburg to Wellington.

Ein besonderer Dank geht an dieser Stelle an Brad Schealer im weit entfernten Australien. Er war es, der den Weg seiner Vorfahren aus der Ansiedlung Deutsch Böhmisch im Jahre 1875 über Hamburg nach Wellington nachvollzog.

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Einbruch und Diebstahl bei den Gebrüdern Gobion zu Rakwitz – Nacht vom 26. zum 27. April 1827

Rakwitz – Ostseite Marktplatz (Ausschnitt AK Sammlung Wojciech Szkudlarski)

Der Oesterreichische Beobachter vom Montag, den 24. Juli 1825 brachte nachstehende Meldung:

„Kürzlich wurde ein sehr bedeutender Diebstahl von Blutigeln bei einem gewissen Godion in Paris begangen, der diesen Gewerbszweig im Großen betreibt.

Sein Hauptbehälter ist dicht bei Perpignan. Sieben bis acht junge Diebe, welche glücklich entdeckt wurden, und wovon fünf schon verhaftet sind, hatten mehrere Streifereien dahin gemacht und die Quantitäten dieser Thiere, welche es ihnen auf jeder Reise glückte zu rauben, zu sehr niedrigem Preise verkauft. Man sagt, daß sie Käufer gehabt, die für 10 bis 12 Franken an sich brachten, was zwei bis dreihundert werth war.“

Dieses war allerdings nicht der einzige Verlust, den die Godion’s aus Paris zu verzeichnen hatten.

Nicht einmal 2 Jahre später waren diese nach Rakwitz in der Provinz Posen gereist und machten dort in bedeutsamer Weise auf sich aufmerksam.

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Itzig Lamm 1820-1900 – Gemeinnützige Stiftung und Errichtung der jüdischen Leichenhalle zu Grätz

Gedenkstein auf dem Gelände des ehem. jüdischen Friedhofes; die alte Jüdische Begräbnishalle

In der Zeitschrift des Centralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens „Im deutschen Reich“, erschienen in Berlin im October 1900 / No. 10. fand sich ein Nachruf, der einmal mehr aufzeigt, dass einstige Bewohner „ihre“ Geburtsstadt nicht vergessen und mit großzügigen Spenden bedacht hatten; sie selbst aber längst in keiner Geschichtsschreibung mehr erwähnt werden.

In der Stadt Grätz gab es seit dem 17. Jahrhundert den „neuen“ jüdischen Friedhof, nachdem der einstige „alte“ Friedhof, er befand sich in der Nähe des Bernhardinerklosters bei der Ul. Bukowska, wegen Überfüllung geschlossen worden war. Dieser „neue“ Friedhof lag an der Ul. Żwirki i Wigury. Heute erinnert nur ein Gedenkstein noch an ihn.

Vergessen sind längst die hier einst zur letzten Ruhe Bestatteten; selbst an die Prominenten unter ihnen wie z. B. dem Rabbiner Eliyahu Guttmacher (+1874), einst ein Pionier der Idee der jüdischen Kolonisierung Palästinas oder auch Moses Marcus Mosse (+1865), einem Arzt, der sich im März/April 1848 öffentlich und uneingeschränkt mit den Zielen der polnischen Nationalbewegung identifiziert hatte und dessen Söhne in späteren Jahren soziale Einrichtungen in der Stadt etablierten, sind dem Vergessen anheimgefallen.

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Die Kutzner-Stiftung – 1872 – Die Stadt Neu Tomysl erbt ein Vermögen

Auch August Kutzner war einst Besitzer des Gasthofes an der Ecke Alter Markt/Posener Strasse (Ausschnitt AK Sammlung Wojciech Szkudlarski)

Die deputierten Gerichtspersonen in Bromberg hatten sich am 7 Juli des Jahres 1872 in die Wohnung der Wittwe Rechtsanwalt Froehner, Anna Mathilda geb. Kutzner, zwecks Aufnahme ihres Testamentes begeben.

Seitens der Beamten wurde ihr die vollständige Dispositionsfähigkeit zuerkannt.

Frau Rechtsanwalt Froehner erklärte, dass es ihr freier und ernster Wille sei, ihr Testament zu errichten. Gleichzeitig gab sie zu Protokoll, dass sie hinsichtlich der Disposition über ihr Vermögen durch Nichts eingeschränkt sei.

Es wurde festgehalten, dass sie weder Eltern noch Kinder habe.

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Familie Saulsohn aus Buk – um das Jahr 1850

Todesanzeige aus dem Jahre 1904 . Berliner Tageblatt und Handels-Zeitung

Es sind die Zufallsfunde, welche ab und an etwas über die ein oder andere Familiengeschichte preisgeben. Dieses ist häufig zwar nur wenig und oft auch nur oberflächlich, aber so doch zumindest wird der Weg aufzeigt, den die Familie und deren Angehörige beschritten hatten.

So auch im Falle der Familie Saulsohn, welche seinerzeit in Buk ansässig gewesen war, ehe eine Übersiedlung nach Berlin stattgefunden hatte.

Es war die Todesanzeige der am 01. Oktober 1904 in Berlin verstorbenen Pauline Saulsohn geborene Schaul welche die Aufmerksamkeit erregte und als Ausgangspunkt für weitere Recherchen diente.

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Der letzte Wille der Amanda Schiller – 1873-1900

Das Gelände des städtischen Krankenhauses heute – Postkartenausschnitt

Am 19. Dezember 1900 zeigte die Diakonissin, Schwester Emilia Fenrich, den Tod der Dienstmagd Amanda Schiller an. Diese war ledigen Standes und evangelischer Religion gewesen.

Die nur 27 jährige Amanda Schiller, war am 18. Dezember 1900 nachmittags um 11 Uhr im städtischen Krankenhaus zu Neutomischel verstorben.

Nachstehende Verhandlung des Königlichen Amtsgerichts wurde im städtischen Krankenhause zu Neutomischel am 07. Dezember 1900 abgehalten. Gegenwärtig waren der Amtgerichtsrath v. Grabski als Richter und der Gerichtsassistent Klumbies als Gerichtsschreiber

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Gewalt in Pinne – Dezember 1897

Pinne / Pniewy – kath. Kirche – Postkartenausschnitt Sammlung Kraft

Die begreifliche Aufregung, die die Einwohner der Stadt Pinne infolge der Demolierung des evangelischen Kirchhofs, die zuerst als ein Racheakt für die Ausweisung ausländischer „Missionare“ ausgelegt wurde, ergriffen hat, erhält immer neue Nahrung und beginnt auch in weiteren Kreis gerechte Entrüstung hervorzurufen.

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Bau einer neuen Kirche zu Bentschen/Zbąszyń – Teil 1, die Jahre 1901-1904

Die alte evangelische Kirche zu Bentschen, geplant und erbaut 1783-1785 - Bild: (1)

Die alte evangelische Kirche zu Bentschen, geplant und erbaut 1783-1785 – Bild: (1)

Mit einer kleinen Zeitungsmeldung vom 26. März 1901 wurde den Lesern des Neutomischeler Kreisblattes die Entwicklung zum Stand des Baues einer neuen evangelischen Kirche in Bentschen mitgeteilt:

„Große Freude hat hier die Nachricht hervorgerufen, daß durch die Gnade Sr. Majestät des Kaisers zum Bau der hiesigen evangelischen Kirche die Summe von 60.000 Mark bewilligt worden ist. Man hofft, daß nunmehr der Kirchenbau gesichert ist, umsomehr als die Baupläne zu demselben bereits vorliegen. Dem Vernehmen nach soll die Kirche vollständig runde Form und eine Kuppel erhalten, ähnlich wie die Dreifaltigkeitskirche in Berlin. Auch steht zu erwarten, daß der Gustav-Adolf-Verein unsere arme evangelische Gemeinde dem Kirchenbau durch Gewährung einer größeren Beihilfe unterstützen wird.“

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Soziale Stiftungen in Grätz – 1906 und 1908

Das ehemalige Heim der "Rudolf Mosse Stiftung" (1.)

Das ehemalige Heim der „Rudolf Mosse Stiftung“ (1.)

Eine Stiftung ist eine Einrichtung, die unter Zuhilfenahme eines Vermögens einen durch den Stifter festgelegten Zweck verfolgt. In der Regel wird das Vermögen auf Dauer erhalten und die Begünstigten erhalten die Erträge aus der Anlage des Vermögens.  Stiftungen haben in der Regel eine Satzung, in welcher auch der Zweck und die Art des Stiftungszwecks festgelegt ist. Stiftungen werden von einem Vorstand nach außen vertreten.

Wie in anderen Städten so gab es auch in Grätz mehrere Stiftungen.

Nachfolgend die Begründung der „Rudolf Mosse Stiftung“ , welche die Errichtung eines Heims in der Stadt Grätz für unbemittelte und würdige, alte, gebrechliche, ganz oder teilweise erwerbsunfähige Personen ohne Unterschied des Geschlechts und der Konfession aus dem Jahr 1906 durch Rudolf Mosse vorsah.

Und  auch die der „Abraham Herzfeld Stiftung“.  In ihr wurden  „verschämte Arme der Stadt Graetz, welche sich scheuen, die öffentliche städtische Armenpflege in Anspruch zu nehmen“ begünstigt.

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2007 – 2017 Tomischler Hauland – Olędry Nowotomyskie

2007 - 2017 10 Jahre

2007 – 2017
10 Jahre

 Vielen Dank

an 

alle Helfer, alle Autoren, Erzähler und Leser,

alle Interessierten;

ohne Sie / Euch

wäre dieses Jubiläum nicht möglich gewesen!

Serdecznie dziękujemy

wszystkim tyn,

którzy nam pomogli,

wszystkim autorom, czytelnikom

wszystkim tym, którzy zechcieli nam

opowiedzieć swoją historię.

 

Straßen- und Verkehrs-Polizeiverordnung für die Stadt Neutomischel vom 1. September 1907 – Teil 2 – Verkehr und Ordnung auf Straßen, Wegen, Plätzen us.w.

Der ehemalige Alte Markt (AK Sammlung Wojciech Szkudlarski)

Der ehemalige Alte Markt (AK Sammlung Wojciech Szkudlarski)

Zur öffentlichen Kenntnis, Neutomischel am 30. März 1908

Straßen- und Verkehrs-Polizeiverordnung für die Stadt Neutomischel vom 1. September 1907

Auf Grund der §§ 5,6 und 15 des Gesetzes über die Polizei-Verwaltung vom 11. März 1850 (Gesetz-Sammlung Seite 388) sowie der § 143/144 des Gesetzes über die allgemeine Landesverwaltung vom 30. Juli 1883 (Gesetzessammlung Seite 195) wird unter Zustimmung des Magistrats (Gemeindevorstandes) für den Polizeibezirk der Stadt Neutomischel und der mit diesem bezüglich der Straßenpolizei mit Genehmigung der Königlichen Regierung des Innern zu Posen vereinigten Grundstücke von Glinau folgende Polizei-Verordnung erlassen:

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Straßen- und Verkehrs-Polizeiverordnung für die Stadt Neutomischel vom 1. September 1907 – Teil 1 – Reinigung und Reinhaltung

Plan der Stadt Nowy Tomyśl / Neutomischel (1)

Plan der Stadt Nowy Tomyśl / Neutomischel (1)

Zur öffentlichen Kenntnis, Neutomischel am 30. März 1908

Straßen- und Verkehrs-Polizeiverordnung für die Stadt Neutomischel vom 1. September 1907

Auf Grund der §§ 5,6 und 15 des Gesetzes über die Polizei-Verwaltung vom 11. März 1850 (Gesetz-Sammlung Seite 388) sowie der § 143/144 des Gesetzes über die allgemeine Landesverwaltung vom 30. Juli 1883 (Gesetzessammlung Seite 195) wird unter Zustimmung des Magistrats (Gemeindevorstandes) für den Polizeibezirk der Stadt Neutomischel und der mit diesem bezüglich der Straßenpolizei mit Genehmigung der Königlichen Regierung des Innern zu Posen vereinigten Grundstücke von Glinau folgende Polizei-Verordnung erlassen:

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Allerseelen / Allerheiligen – November 2017

Bilder der ehemaligen Friedhöfe zu Allerseelen/Allerheiligen 2017 stellvertretend für viele Andere (1)

Bilder der ehemaligen Friedhöfe zu Allerseelen/Allerheiligen 2017 stellvertretend für viele Andere (1)

Die heutigen Bewohner des Powiat Nowotomyski und der Stadt Nowy Tomyśl haben in den ehemaligen “Hauländer”- Gemeinden  auch in diesem Jahr der einstigen Bewohner gedacht, dieses ungeachtet ihrer Herkunft oder ihres Glaubens.

Ein Licht und ein Gebet für all Diejenigen, die hier ihre letzte Ruhe fanden – ein Moment der Besinnung Derjenigen, die ihrer gedenken und sie nicht vergessen  !

Vielen Dank !

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Bilder: zdj. Jan Bąbelek – Kozie Laski; zdj. Robert Miler – Bukowiec; zdj. Jola Rewald-Sałata – Grubsko; Przemek Mierzejewski – Nowy Tomyśl

Verzeichnis der bei dem Königlichen Land- und Stadtgericht zu Grätz in dem Jahre 1837 eingeleiteten Fiskalischen Untersuchungen

Stadtansicht Grätz - im Vordergrund der alte Stadtpark, im Hintergrund die alte evgl. Kirche / AK-Ausschnitt Sammlung Kraft

Stadtansicht Grätz – im Vordergrund der alte Stadtpark, im Hintergrund die alte evgl. Kirche / AK-Ausschnitt Sammlung Kraft

Nachstehend geben wir das Verzeichnis der im Jahr 1837 durchgeführten Untersuchungen und Verurteilungen bei dem Königlichen Stadtgericht in Grätz wieder.

Wir wissen keine Einzelheiten über die Vergehen der Genannten; von keiner der Gerichtsakten war zum Zeitpunkt dieses Beitrages ein Aufbewahrungsort bekannt.

Für eine fiskalische Untersuchung wurden Straffälle herangezogen, so ist es im Handbuch „Repertorium der Polizeygesetze und Verordnungen in den Königlichen Preußischen Staaten mit Hinweisung auf die Vorschriften der Preußischen Justiz-Verwaltung, in Betreff des Verfahrens bey den Untersuchungen und Bestrafungen der Vergehen und Verbrechen“ aus dem Jahre 1822 zu entnehmen, welche z. B.  „Übertretungen der Abgaben-Gesetze, Widersetzlichkeiten gegen Staatsbediente bey Ausübung ihres Amtes und Gemeine Vergehen aller Art, worauf nur eine Geld- oder Gefängnißstrafe von 6 Monaten stehet“ betrafen.

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Johann Gottlieb Rex aus dem Militärdienst entwichen / 1819

Bild von Edmund Friedrich Theodor Rabe (*1815 †1902) - "Die brandenburg-preußische Armee in historischer Darstellung", Bild-PD-alt, https://de.wikipedia.org/w/index.php?curid=7813559

Bild von Edmund Friedrich Theodor Rabe (*1815 †1902) – „Die brandenburg-preußische Armee in historischer Darstellung“, Bild-PD-alt, https://de.wikipedia.org/w/index.php?curid=7813559

Amts-Blatt der Königl. Preußischen Regierung – No.  51 – Stettin, den 12. November 1819

III. Sicherheits-Polizei

„Nachbenannter Rekrut, Johann Gottlieb Rex, von der 2ten Compagnie der 2ten Pommerschen Pionier-Abtheilung, aus Neu-Tomischel im Bucker-Kreise, im Großherzogthum Posen gebürtig, ist aus der hiesigen Garnison den 24sten dieses (24. Oktober 1819) entwichen.

Die Gensd’armerie wird hiermit angewiesen, auf ihn strenge zu vigilieren, ihn im Betretungsfalle sicher nach Berlin transportieren, und an die Königl. Commandantur abliefern zu lassen. Der Kreis-Brigadier, in dessen Bezirk derselbe verhaftet ist, hat mir sofort Anzeige davon zu machen.

Berlin, den 27sten Oktober 1819. – Königl. Preuß. Chef der Gensd’armerie. – v. Brauchitsch“

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Kurzmeldung – Sturm hebt Dach der Dampfmühle ab / 1908

Ansicht des Gebäudes der Maennel'schen Dampfmühle mit dem Pappdach / Ausschnitt AK Sammlung Wojtek Szkudlarski

Ansicht des Gebäudes der Maennel’schen Dampfmühle mit dem Pappdach / Ausschnitt AK Sammlung Wojtek Szkudlarski

„Durch den orkanartigen Sturm, der diese Nacht 26.-27.02.1908 hier und in der Umgegend gewütet hat, wurde das Pappdach des auf dem Neuen Markte befindlichen Maennel’schen Grundstücks abgehoben und auf den Marktplatz geschleudert, glücklicher Weise ohne sonstigen weiteren Schaden anzurichten.“

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Kurzmeldung – Fuhrwerk-Zusammenstoß in Neu Tomysl / 1908

Die ehemalige Neustädter Str. / AK-Ausschnitt Sammlung Wojtek Szkudlarski

Die ehemalige Neustädter Str. / AK-Ausschnitt Sammlung Wojtek Szkudlarski

„Am vergangenen Mittwoch (29. April 1908) abend gegen 10 Uhr fuhren auf der Neustädter Chaussee zwei Fuhrwerke, dem Spediteur Goldmann hierselbst und dem Eigentümer Gustav Meißner, Scherlanke gehörig, derartig unglücklich zusammen, daß die Deichsel vom Wagen des letzteren dem Pferde des Spediteurs Goldmann tief in die Brust drang, sodaß das verletzte Tier, welches einen Wert von 550 Mark repräsentiert, auf der Stelle verendete. Auch der Führer des Goldmann’schen Wagen wurde bei dem Zusammenstoß im Gesicht verletzt.“

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Schwindel beim Butterverkauf / 1899

Zur Kücheneinrichtung gehörte auch ein Butterfaß / Aufn. PM (3)

Zur Kücheneinrichtung gehörte auch ein Butterfaß / Aufn. PM (3)

„Die Eigenthümerfrau Emma Buchwald in Jablone hatte am 19. Januar d. Js. (19. Januar 1899) auf dem Wochenmarkte in Rakwitz Butter verkauft, und die Käufer dieser Butter haben entdeckt, daß an jedem Stück 10 Gramm fehlten, und daß jedes Stück innen künstlich ausgehöhlt und theilweise mit Wasser gefüllt worden war.

Deshalben wurde die Buchwald wegen Betruges unter Anklage gestellt, dieses Vergehens für überführt erachtet und vom Schöffengericht in Wollstein zu einer Geldstrafe von 21 Mk. ev. zu 1 Woche Gefängniß verurtheilt.“

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Wahl eines neuen evangelischen Geistlichen im Jahr 1834

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Wahljahr Ort Lfd No. Zuname, Vorname Stand u Gewerbe
1836 Glashütte 1 Horlitz, David Eigentümer
1836 Glashütte 2 Rosenau, Johann Eigentümer
1836 Sontop 1 Steinke, George Friedrich Schuhmacher
1836 Sontop 2 Steinke, Johann Friedrich Eigentümer
1836 Sontop 3 Reimann, Christoph Eigentümer
1836 Sontop 4 Hoffmann, George Eigentümer
1836 Sontop 4 Hoffmann, Gottfried Tagelöhner
1836 Sontop 5 Fenske, Johann Gottlob Eigentümer
1836 Sontop 6 Hartmann, Johann George Eigentümer
1836 Sontop 6 Reimann, Johann Gottfried Schneider
1836 Sontop 7 Laengert, Johann Gottlieb Eigentümer
1836 Sontop 8 Laengert, Johann Christian Eigentümer
1836 Sontop 9 Müller, Johann Christoph Eigentümer
1836 Sontop 10 Müller, Johann Gottfried Eigentümer
1836 Sontop 11 Fenske, Johann Christian Eigentümer
1836 Sontop 11 Linke, Johann Christian Ausgedinger
1836 Sontop 11 Röhl, Johann Christoph Tagelöhner
1836 Sontop 12 Rausch, Gottlob Eigentümer
1836 Sontop 12 Rausch, Christian Schuhmacher
1836 Sontop 13 Töpper, Johann Daniel Eigentümer
1836 Sontop 14 Töpper, Johann Gottfried Eigentümer
1836 Sontop 15 Rausch, Johann Gottlob Eigentümer
1836 Sontop 15 Hoffmann, Johann George Ausgedinger
1836 Sontop 16 Werner, Johann Dienegott Eigentümer
1836 Sontop 17 Paschke, Johann Gottfried Eigentümer
1836 Sontop 18 Töpper, Johann Gottlieb Eigentümer
1836 Sontop 18 Töpper, Johann Gottfried Ausgedinger
1836 Sontop 19 Koth, Johann Gottfried Eigentümer
1836 Sontop 20 Abraham, Samuel Eigentümer
1836 Sontop 20 Abraham, Anna Elisabeth Ausgedingerin
1836 Sontop 21 Abraham, Johann Gottfried Eigentümer
1836 Sontop 22 Heinrich, Gottfried Eigentümer
1836 Sontop 23 Prüfer, Johann Eigentümer
1836 Sontop 24 Giese, Johann Christian Eigentümer
1836 Sontop 25 Giese, Johann Gottlob Eigentümer
1836 Sontop 26 Töpper, Johann Gottfried Eigentümer
1836 Sontop 27 Müller, Johann Christoph Eigentümer
1836 Sontop 28 Rausch, Gottfried Eigentümer
1836 Sontop 29 Heinrich, Johann Gottfried Eigentümer
1836 Sontop 29 Heinrich, Johann Carl Wirts Bruder
1836 Sontop 30 Wilhelm, Christian Eigentümer
1836 Sontop 30 Seidilt, Christina Hausweib
1836 Sontop 31 Siegmund, Johann George Eigentümer
1836 Sontop 32 Siegmund, George Friedrich Eigentümer
1836 Sontop 32 Puhan, Johann Gottlieb Hausmann
1836 Sontop 33 Gebauer, Christian Eigentümer
1836 Sontop 34 Steinke, Johann George Eigentümer
1836 Sontop 35 Steinke, Johann Gottlob Eigentümer
1836 Sontop 36 Hübner, Christian Eigentümer
1836 Sontop 37 Meyer, Johann Christian Eigentümer
1836 Sontop 38 Lupke, Gottfried Eigentümer
1836 Sontop 38 Lupke, Anna Dorothea Ausgedingerin
1836 Sontop 39 Fichner, George Eigentümer …. Katholisch
1836 Sontop 40 Töpper, Johann Gottfried Eigentümer
1836 Sontop 41 Müller, Johann Gottlob Eigentümer
1836 Sontop 42 Horlitz, Johann George Eigentümer
1836 Sontop 43 Rausch, Maria Dorothea Eigentümerin
1836 Sontop 43 Rausch, Johann Wilhelm Tagelöhner
1836 Sontop 44 Winter, Gottlob Hausmann
1836 Sontop 44 Winter, Beate Hausweib
1836 Sontop 45 Müller, Johann Christoph Eigentümer
1836 Sontop 45 Schmidt, Gottfried Tagelöhner
1836 Sontop 46 Steinke, George Friedrich Windmüller
1836 Sontop 47 Töpper, Johann Christoph Windmüller
1836 Sontop 48 Müller, Johann Gottlieb Windmüller
1836 Sontop 49 Korn, Anna Rosina Windmüllerin
1836 Sontop 49 Korn, Christoph Ausgedinger
1836 Sontop 50 Horlietz, Johann Christoph Windmüller
1836 Sontop 51 Rausch, Johann Gottfried Windmüller
1836 Sontop 52 Winter, Gottfried Häusler
1836 Sontop 52 Winter, Wilhelm Maurergeselle
1836 Sontop 52 Abraham, Gotthilf Schuhmacher
1836 Sontop 53 Greiser, Johann Schuhmacher
1836 Sontop 53 Just, Dorothea Elisabeth Hausweib
1836 Sontop 54 Müller, Gottlieb Schneider
1836 Sontop 54 Winter, Daniel Tagelöhner
1836 Sontop 55 Klemm, Martin Häusler
1836 Sontop 56 Mader, Samuel Häusler
1836 Sontop 57 Abraham, George Friedrich Häusler
1836 Sontop 57 Winter, Gottfried Schneider
1836 Sontop 58 Schupelius, Gottfried Schuhmachergeselle
1836 Sontop 58 Menzel, Christoph Tagelöhner
1836 Sontop 59 Menzel, Gottlieb Schuhmacher
1836 Sontop 59 Stehler, Rosina Dorothea Hausweib
1836 Sontop 60 Schupelius, Christian Schuhmacher
1836 Sontop 60 Schupelius, Gottlob Hausmann
1836 Sontop 61 Abraham, Martin Schuhmacher
1836 Sontop 61 Brauer, Gottfried Tagelöhner
1836 Sontop 62 Paelke, Gottlieb Schuhmacher
1836 Sontop 63 Abraham, Wilhelm Schmied
1836 Sontop 63 Abraham, Christian Tagelöhner
1836 Sontop 63 Abraham, Gottfried Schuhmacher
1836 Sontop 64 Just, Christian Häusler
1836 Sontop 65 Schirmer, Samuel Häusler
1836 Sontop 66 Gebauer, Gottlieb Häusler
1836 Sontop 67 Sender, Christoph Häusler
1836 Sontop 67 Hoffmann, Samuel Häusler
1836 Sontop 67 Fenske, Johann George Tagelöhner
1836 Sontop 68 Abraham, Johann George Eigentümer
1836 Sontop 69 Gerlach, Friedrich Schuhmacher
1836 Sontop 70 Niedrig, Martin Schäfer
1836 Sontop 71 Quawst, Jacob Häusler
1836 Sontop 72 Bielke, Andras Häusler
1836 Sontop 73 Kursch, Christian Häusler
1836 Sontop 74 Koth, Johann Christoph Eigentümer
1836 Sontop 74 Koth, Dorothea Elisabeth Ausgedingerin
1836 Sontop 75 Siegmund, George Friedrich Eigentümer
1836 Sontop 76 Marquardt, Christian Häusler
1836 Sontop 76 Kahl, Gottfried Hausmann
1836 Sontop 77 Richter, Gottfried Häusler
1836 Sontop 78 Steinke, Christoph Häusler
1836 Sontop 79 Peterke, George Friedrich Häusler
1836 Sontop 79 Reich, Anna Dorothea Hausweib
1836 Sontop 79 Winter, Dorothea Elisabeth Hausweib
1836 Sontop 80 Menzel, Johann Gottfried Häusler
1836 Sontop 80 Peisker, Gottfried Hausmann
1836 Sontop 81 Menzel, Johann Christoph Häusler
1836 Sontop 82 Prüfer, Gottfried Eigentümer
1836 Sontop 83 Ziboll, Andreas Häusler
1836 Sontop 84 Töpper, Johann Gottfried Eigentümer
1836 Sontop 85 Steinke, Johann Gottfried Eigentümer
1836 Sontop 86 Grunwald, Martin Häusler
1836 Sontop 87 Fenske, Johann Gottlieb Häusler
1836 Sontop 87 Blaesing, Christian Hausmann
1836 Sontop 88 Siegmund, Gottfried Eigentümer
1836 Sontop 88 Siegmund, Traugott Vaters Sohn
1836 Sontop 89 Eckert, Gottlieb Häusler
1836 Sontop 90 Siedke (Lüdke?), Daniel Eigentümer
1836 Sontop 90 Schramm, Anna Rosina Hausweib
1836 Paprotsch 1 Knoll, Daniel Eigentümer
1836 Paprotsch 2 Roy, Daniel Eigentümer
1836 Paprotsch 3 Krähahn, Traugott Eigentümer
1836 Paprotsch 4 Wittchen, George Eigentümer
1836 Paprotsch 5 Fenske, Gottfried Eigentümer
1836 Paprotsch 6 Kahl, Rosina Ausgedingerin
1836 Paprotsch 7 Rausch, Johann Eigentümer
1836 Paprotsch 8 Joachim, Christian Eigentümer
1836 Paprotsch 9 Breuer, Geor. Fried. Eigentümer
1836 Paprotsch 10 Seide, George Eigentümer
1836 Paprotsch 11 Seide, Christian Tagelöhner
1836 Paprotsch 12 Kahl, Johann Geor. Hausmann
1836 Paprotsch 13 Pflaum, Joha Fried. Eigentümer
1836 Paprotsch 14 Rausch, Andreas Eigentümer
1836 Paprotsch 15 Köther, Joh. Gottfr. Eigentümer
1836 Paprotsch 16 Pflaum, Joh, Friedrich Eigentümer
1836 Paprotsch 17 Rausch, Joh. Gottfried Eigentümer
1836 Paprotsch 18 Kahl, Joh. Gottf. Eigentümer
1836 Paprotsch 19 Kahl, Joh. Christi. Eigentümer
1836 Paprotsch 20 Steinke, Christoph Eigentümer
1836 Paprotsch 21 Klem, Ewa Rosina Eigentümerin
1836 Paprotsch 22 Köter, Joh. Christoph Eigentümer
1836 Paprotsch 23 Köter, Joh. Gottlob Tagelöhner
1836 Paprotsch 24 Pflaum, Johann Gottl. Eigentümer
1836 Paprotsch 25 Fenske, Johann George Eigentümer
1836 Paprotsch 26 Brämer, Anna Dor. Hausweib
1836 Paprotsch 27 Hartmann, Gottfr. Eigentümer
1836 Paprotsch 28 Zippel, Gottfr. Tagelöhner
1836 Paprotsch 29 Zippel, Rosina Tagelöhnerin
1836 Paprotsch 30 Prüfer, Dor. Elisabeth Eigentümerin
1836 Paprotsch 31 Prüfer, Joh. Juliana Hausweib
1836 Paprotsch 32 Prüfer, Beata Hausweib
1836 Paprotsch 33 Prüfer, Rosi.Dor. Hausweib
1836 Paprotsch 34 Krüger, Friedrich Eigentümer
1836 Paprotsch 35 Grätz, Christian Hausmann
1836 Paprotsch 36 Quast, Christian Eigentümer
1836 Paprotsch 37 Bielke, Maria Ausgedingerin
1836 Paprotsch 38 Bielke, Gottl. Eigentümer
1836 Paprotsch 39 Rausch, Gottl. Eigentümer
1836 Paprotsch 40 Krause, Gottf. Scharfrichter Knecht
1836 Paprotsch 41 Koblietz, Gottf. Hausmann
1836 Paprotsch 42 Kubeil, Gottli. Hausmann
1836 Paprotsch 43 Schultz, Gottf. Eigentümerin
1836 Paprotsch 44 Bräuer, Gottl. Hausmann
1836 Paprotsch 45 Schulz, Andreas Ausgedinger
1836 Paprotsch 46 Kurtz, George Eigentümer
1836 Paprotsch 47 Kurtz, Rosina Ausgedingerin
1836 Paprotsch 48 Bräuer, Gottl. Hausmann
1836 Paprotsch 49 Linke, Gottf Eigentümer
1836 Paprotsch 50 Fenske, George Eigentümer
1836 Paprotsch 51 Bremer, Michael Ausgedinger
1836 Paprotsch 52 Ulm, Gottl Eigentümer
1836 Paprotsch 53 Fenske, Samuel Eigentümer
1836 Paprotsch 54 Fenske, Gottfried Ausgedinger
1836 Paprotsch 55 Hecke, Christian Eigentümer
1836 Paprotsch 56 Kliem, Gottl Hausmann
1836 Paprotsch 57 Ehrmann, Christian Hausmann
1836 Paprotsch 58 Hecke, Christoph Eigentümer
1836 Paprotsch 59 Kurtz, Gottf. Eigentümer
1836 Paprotsch 60 Hämmerling, Christian Eigentümer
1836 Paprotsch 61 Hämmerling, Dorothea Ausgedingerin
1836 Paprotsch 62 Feist, George Eigentümer
1836 Paprotsch 63 Blaesing, Christian Eigentümer
1836 Paprotsch 64 Klenke, Christan Eigentümer
1836 Paprotsch 65 Meisner, George Eigentümer
1836 Paprotsch 66 Girndt, Samuel Eigentümer
1836 Paprotsch 67 Girndt, Gottlieb Ausgedinger
1836 Paprotsch 68 Kuss oder Kusch, Gottl. Eigentümer
1836 Paprotsch 69 Lausch, Maria Hausweib
1836 Paprotsch 70 Welke, Joh. Gottfried Ausgedinger
1836 Paprotsch 71 Kern, Christian Hausmann
1836 Paprotsch 72 Zelmer, Gottl. Eigentümer
1836 Paprotsch 73 Schlink, Gottfried Hausmann
1836 Paprotsch 74 Hämmerling, Joh. Friedr. Tagelöhner
1836 Paprotsch 75 Hämmerling, Gottf. Schuhmacher
1836 Paprotsch 76 Wanke, Christian Eigentümer
1836 Paprotsch 77 Schmitt, Emanuel Eigentümer
1836 Paprotsch 78 Schultz, Gottf. Hausmann
1836 Paprotsch 79 Meissner, Martin Eigentümer
1836 Paprotsch 80 Seide, George Eigentümer
1836 Paprotsch 81 Hämmerling, Christian Eigentümer
1836 Paprotsch 82 Hämmerling, Gottlieb Ausgedinger
1836 Paprotsch 83 Rausch, Christian Eigentümer
1836 Paprotsch 84 Jeske, Ludwig Eigentümer
1836 Paprotsch 85 Seide, Christian Hausmann
1836 Paprotsch 86 Seide, Elisabeth Ausgedingerin
1836 Paprotsch 87 Schmitt, Gottf. Eigentümer
1836 Paprotsch 88 Rausch, Christian Eigentümer
1836 Paprotsch 89 Hämmerling, Gottlieb Ausgedingerin
1836 Paprotsch 90 Roy, Daniel Eigentümer
1836 Paprotsch 91 Labsch, Daniel Eigentümer
1836 Paprotsch 92 Labsch, Dienegott Hausmann
1836 Paprotsch 93 Welke, Gottf. Eigentümer
1836 Paprotsch 94 Linke, Martin Ausgedinger
1836 Paprotsch 95 Linke, Martin Eigentümer
1836 Paprotsch 96 Kurtz, Christian Eigentümer
1836 Paprotsch 97 Kurtz, Gottlieb Hausmann
1836 Paprotsch 98 Kuck, Gottfr. Eigentümer
1836 Paprotsch 99 Kuck, Michael Ausgedinger
1836 Paprotsch 100 Fenske, Ludwig Eigentümer
1836 Paprotsch 101 Fenske, Gottlieb Ausgedinger
1836 Paprotsch 102 Meissner, Gottlieb Eigentümer
1836 Paprotsch 103 Meissner, Martin Ausgedinger
1836 Paprotsch 104 Janotte, Martin Hausmann
1836 Paprotsch 105 Kurtz, Andreas Hausmann
1836 Paprotsch 106 Protsch, Gottl. Eigentümer
1836 Paprotsch 107 Protsch, Johann Hausmann
1836 Paprotsch 108 Köth, Christian Hausmann
1836 Paprotsch 109 Mutschke, Gottlieb Hausmann
1836 Paprotsch 110 Janoth, George Eigentümer
1836 Paprotsch 111 Brämer, George Fried. Hausmann
1836 Paprotsch 112 Hein, Gottf. Schuhm. Geselle
1836 Paprotsch 113 Ortl, Anna Hausweib
1836 Paprotsch 114 Janott, George Ausgedinger
1836 Paprotsch 115 Wolke, Gottlieb Eigentümer
1836 Paprotsch 116 Bensch, Samuel Hausmann
1836 Paprotsch 117 Linke, George Eigentümer
1836 Paprotsch 118 Grunwald, Friedrich Hausmann
1836 Paprotsch 119 Bensch, Daniel Hausmann
1836 Paprotsch 120 Pflaum, Friedrich Eigentümer
1836 Paprotsch 121 Löchelt, Christoph Hausmann
1836 Paprotsch 122 Pohl, Daniel Hausmann
1836 Paprotsch 123 Pflaum, Gottfried Ausgedinger
1836 Paprotsch 124 Tepper, Christoph Eigentümer
1836 Paprotsch 125 Katsch, Daniel Hausmann
1836 Paprotsch 126 Schultz, Christian Hausmann
1836 Paprotsch 127 Lüdke, Martin Eigentümer
1836 Paprotsch 128 Nitschke, Gottl Eigentümer
1836 Paprotsch 129 Nitschke, Martin Ausgedinger
1836 Paprotsch 130 Schallert, Christian Eigentümer
1836 Paprotsch 131 Sommerfeld, Gottl Eigentümer
1836 Paprotsch 132 Sommerfled, Christina Ausgedingerin
1836 Paprotsch 133 Stein, Christian Eigentümer
1836 Paprotsch 134 Zittier, Gottlieb Eigentümer
1836 Paprotsch 135 Sommerfeld, George Hausmann
1836 Paprotsch 136 Joachim, Gottf Eigentümer
1836 Paprotsch 137 Kurtz, Gottl. Eigentümer
1836 Paprotsch 138 Hämpel, Samuel Eigentümer
1836 Paprotsch 139 Fenske, Gottl. Hausmann
1836 Paprotsch 140 Kurtz, Christian Eigentümer
1836 Paprotsch 141 Gröger, Gottf Eigentümer
1836 Paprotsch 142 Labsch, Gottlieb Eigentümer
1836 Paprotsch 143 Zittier, Michael Eigentümer
1836 Paprotsch 144 Koth, Christian Hausmann
1836 Paprotsch 145 Handtke, Dorothea Eigentümerin
1836 Paprotsch 146 Hecke, Christian Ausgedinger
1836 Paprotsch 147 Wandke, Rosina Dorothea Eigentümerin
1836 Paprotsch 148 Olbrich, Christian Hausmann
1836 Paprotsch 149 Stiller, Anna Hausweib
1836 Paprotsch 150 Pfeiffer, Gottl. Häusler
1836 Paprotsch 151 Quasnik, Samuel Hausmann
1836 Paprotsch 152 Laube, Gottl. Eigentümer
1836 Paprotsch 153 Joachim, George Frid. Hausmann
1836 Paprotsch 154 Pohl, Geor. Fried. Eigentümer
1836 Paprotsch 155 Pohl, Gottf. Hausmann
1836 Paprotsch 156 Prüfer, Gottfr. Eigentümer
1836 Paprotsch 157 Bielke, Gottf. Eigentümer
1836 Paprotsch 158 Muster, Gottfr. Hausmann
1836 Paprotsch 159 Wihelm, Ernst(ina) Hausweib
1836 Paprotsch 160 fehlt
1836 Paprotsch 161 Bielke, Rosina Dor. Eigentümerin
1836 Paprotsch 162 Scheibner, Christoph Eigentümer
1836 Paprotsch 163 Hirsch, Daniel Hausmann
1836 Paprotsch 164 Kuck, Gottf. Müller-Geselle
1836 Paprotsch 165 Schultz, Daniel Hausmann
1836 Paprotsch 166 Joachim, Christian Eigentümer
1836 Paprotsch 167 Linke, George Eigentümer
1836 Paprotsch 168 Freuer, Christina Hausweib
1836 Paprotsch 169 Klemmt, Gottfr Schul Lehrer
1836 Paprotsch 170 Pflaum, Christian Eigentümer
1836 Paprotsch 171 Jeske, Erdmann Eigentümer
1836 Paprotsch 172 Adam, Gottlieb Hausmann
1836 Paprotsch 173 Stiller, Gottfried Häusler
1836 Paprotsch 174 Joachim, George Eigentümer
1836 Paprotsch 175 Lüdke, Christian Eigentümer
1836 Paprotsch 176 Kahl, Geor. Fried Häusler
1836 Paprotsch 177 Strauch, Daniel Häusler
1836 Paprotsch 178 Kahl, Gottf. Eigentümer
1836 Paprotsch 179 Lüdke, Geor. Fried. Eigentümer
1836 Paprotsch 180 Lüdke, Wilhelm Hausmann
1836 Paprotsch 181 Bielke, George Eigentümer
1836 Paprotsch 181 (2x) Pflaum, Christian Eigentümer
1836 Paprotsch 182 Jeske, Wilhelm Eigentümer
1836 Paprotsch 183 Strauch, Beata Hausweib
1836 Paprotsch 184 Schirmer, Gottlob Hausweib (eher -mann)
1836 Paprotsch 185 Peter, Johann Friedr. Hausmann
1836 Paprotsch 186 Rausch, Gottfried Eigentümer
1836 Paprotsch 187 Wittchen, Andreas Eigentümer
1836 Paprotsch 188 Wittchen, Rosina Hausweib
1836 Neu Rose 1 Wilhelm, Friedrich Eigentümer
1836 Neu Rose 2 Schulz, George Einwohner
1836 Neu Rose 3 Schulz, George Tagelöhner
1836 Neu Rose 4 Seide, Wittwe Einwohnerin
1836 Neu Rose 5 Steinborn, Gottlob Eigentümer
1836 Neu Rose 6 Steinborn, Christina Einwohnerin
1836 Neu Rose 7 Steinborn, Wittwe Einwohnerin
1836 Neu Rose 8 Wittchen, Friedrich Eigentümer
1836 Neu Rose 9 Hartmann, Friedrich Eigentümer
1836 Neu Rose 10 Kurtz, Christoph Eigentümer
1836 Neu Rose 11 Sender, Christian Ausgedinger
1836 Neu Rose 12 Tepper, Christoph Eigentümer
1836 Neu Rose 13 Herrmann, Friedrich Eigentümer
1836 Neu Rose 14 Abrahm, Gottlob Eigentümer
1836 Neu Rose 15 Klemm, George Einwohner
1836 Neu Rose 16 Koeter, Samuel Eigentümer
1836 Neu Rose 17 Wittchen, George Eigentümer
1836 Neu Rose 18 Zippel, Friedrich Eigentümer
1836 Neu Rose 19 Steinborn, Christian Eigentümer
1836 Neu Rose 20 Herrmann, Christoph Eigentümer
1836 Neu Rose 21 Heinrich, Gottfried Pächter
1836 Neu Rose 22 Heinrich, Gottfried Eigentümer
1836 Neu Rose 23 Siegmund, Georg Eigentümer
1836 Neu Rose 24 Wittchen, Gottfried Eigentümer
1836 Neu Rose 25 Rausch, Gottfried Eigentümer
1836 Neu Rose 26 Winter, Gottlob Einwohner
1836 Neu Rose 27 Roy, George Ausgedinger
1836 Neu Rose 28 Roy, Gottfried Eigentümer
1836 Neu Rose 29 Winter, Christian Eigentümer
1836 Neu Rose 30 Breuer, Gottlob Eigentümer
1836 Neu Rose 31 Michael, Wilhelm Einwohner
1836 Neu Rose 32 Hartmann, Daniel Eigentümer
1836 Neu Rose 33 Zippel, Christoph Eigentümer
1836 Neu Rose 34 Schiller, Daniel Eigentümer
1836 Neu Rose 35 Knoll, Christina Einwohnerin
1836 Neu Rose 36 Koeter, Gottfried Einwohner
1836 Neu Rose 37 Steinborn, George Eigentümer
1836 Neu Rose 38 Siegmund, Wilhelm Eigentümer
1836 Neu Rose 39 Steinborn, Gottfried Einwohner
1836 Neu Rose 40 Seidelt, Gottfried Eigentümer
1836 Neu Rose 41 Koeter, Gottlob Eigentümer
1836 Neu Rose 42 Schiller, Gottlieb Eigentümer
1836 Neu Rose 43 Seide, George Eigentümer
1836 Neu Rose 44 Schallert, Wittwe Eigentümerin
1836 Neu Rose 45 Neumann, Gottlieb Eigentümer
1836 Neu Rose 46 Schiller, Gottfried Eigentümer
1836 Neu Rose 47 Lehmann, Gottfried Eigentümer
1836 Neu Rose 48 Wittchen, Christoph Einwohner
1836 Neu Rose 49 Rausch, Gottlieb Eigentümer
1836 Neu Rose 50 Zachert, Christian Schul Lehrer
1836 Alt Tomysl 1 Rederki, Alexander Brauer
1836 Alt Tomysl 2 Praeschel, Georg Schäfer
1836 Alt Tomysl 3 Hohlfeldt, August Oberförster
1836 Alt Tomysl 4 Horlitz, George Eigentümer
1836 Alt Tomysl 5 Horlitz, George Ausgedinger
1836 Alt Tomysl 6 Joachim, Gottfried Krüger
1836 Alt Tomysl 7 Knoll, George Eigentümer
1836 Alt Tomysl 8 Lüdke, Martin Schneider
1836 Alt Tomysl 9 Reisch, George Müller
1836 Alt Tomysl 10 Giese, Christoph Müller
1836 Alt Tomysl 11 Stege, George Schmied
1836 Alt Tomysl 12 Luftmann, Friedrich Tagelöhner
1836 Alt Tomysl 13 Schelski, Xtoph Schneider
1836 Alt Tomysl 14 Stege, Dienegott Häusler
1836 Alt Tomysl 15 Bürger, Samuel Tagelöhner
1836 Alt Tomysl 16 Stein, Xtina Wittwe
1836 Alt Tomysl 17 Schulz, Johann Schmied
1836 Alt Tomysl 18 Rausch, Gottlob Wirth
1836 Alt Tomysl 19 Heyn, Daniel Wirth
1836 Alt Tomysl 20 Quast, Jacob Wirth
1836 Alt Tomysl 21 Görke, Carl Wirth
1836 Alt Tomysl 22 Rausch, Christoph Wirth
1836 Alt Tomysl 23 Pfeiffer, Christoph Wirth
1836 Alt Tomysl 24 x gestrichen
1836 Alt Tomysl 25 Förster, Rosina …verzogen…
1836 Alt Tomysl 26 Helwing, Gottlieb Tagelöhner
1836 Alt Tomysl 27 Kuk, Gottfried Eigentümer
1836 Alt Tomysl 28 Heydrig, Gottfried Eigentümer
1836 Alt Tomysl 29 Heydwig, Andreas Hausmann
1836 Wytomysl 1 Lehmann, Anna Tagelöhnerin …verzogen
1836 Wytomysl 2 Eberstein, Catharina Tagelöhnerin
1836 Wytomysl 3 Hahn, Friedrich Ziegler
1836 Wytomysl 4 Krumbholz, Helena Tagelöhnerin …verzogen
1836 Wytomysl 5 Gutsch, Gottfried Bäcker
1836 Wytomysl 6 Kliem, Johann Friedrich Müller
1836 Wytomysl 7 Schulz, Daniel Tagelöhner
1836 Wytomysl 8 Rausch, Dienegott Krüger
1836 Wytomysl 9 Rau, Christian Schmied
1836 Wytomysl 10 Rau, Samuel Tagelöhner
1836 Bobrowko 1 Haenschke, Gottlieb Müller
1836 Bobrowko 2 Philipp, Franz Tagelöhner
1836 Bobrowko 3 Kayser, Christian Tagelöhner
1836 Bobrowko 4 Troschke, August Krüger
1836 Bobrowko 5 Wenzel, Gottlob Schneider … verzogen
1836 Bobrowko 6 Klebe, Jacob Tagelöhner
1836 Mischke 1 Gellert, Deniel Pächter
1836 Mischke 2 Troschke, Gottlieb Fischer
1836 Mischke 3 Jaensch, Martin Landmann
1836 Glinau 1 Pflaum, Gottfried Eigentümer
1836 Glinau 2 Seide, Daniel Hausmann u Schneider
1836 Glinau 3 Kühn, Christina Hausweib
1836 Glinau 4 Wilhelm, Johann Friedr. Eigentümer
1836 Glinau 5 Werner, Martin Eigentümer
1836 Glinau 6 Zeuschner, Rosina Doroth. Hausweib
1836 Glinau 7 Knoll, Joh. Dienegott Hausmann
1836 Glinau 8 Schallert, Samuel Eigentümer
1836 Glinau 9 Täubner, Joh. George Eigentümer
1836 Glinau 10 Knoll, Xstian Eigentümer
1836 Glinau 11 Sperling, Xstoph Eigentümer
1836 Glinau 12 Nitschke, Martin Eigentümer
1836 Glinau 13 Seide, Gottfried Hausmann
1836 Glinau 14 Pfeiffer, Glieb Hausmann
1836 Glinau 15 Rösler, Carl Julius Hausmann u Töpfer
1836 Glinau 16 Pohl, Gottfried Eigentümer
1836 Glinau 17 Gutsch, Dorothea Elisab. Eigentümer Wittwe
1836 Glinau 18 Seide, Xstian Eigentümer
1836 Glinau 19 Seide, Xstian Hausm. U Victualienhändler
1836 Glinau 20 Seide, Joh. Friedrich Eigentümer
1836 Glinau 21 Dach, Daniel Hausmann
1836 Glinau 22 Günther, Daniel Eigentümer
1836 Glinau 23 Schulz, Gottlob Eigentümer
1836 Glinau 24 Dach, Gottfried Eigentümer
1836 Glinau 25 Dach, Joh. Xstoph Hausmann
1836 Glinau 26 Seide, George Friedr. Eigentümer
1836 Glinau 27 Seide, Joh. Gfried Eigentümer
1836 Glinau 28 Schallert, Michael Eigentümer
1836 Glinau 29 Schanzenbach, Joh. Glieb Eigentümer
1836 Glinau 30 Kannewischer, Joh. George Eigentümer
1836 Glinau 31 Peter, Joh. Xstoph Eigentümer
1836 Glinau 32 Dach, Xstian Hausmann
1836 Glinau 33 Peter, Martin Hausmann
1836 Glinau 34 Peter, Gfried Eigentümer
1836 Glinau 35 Luftmann, Wilhelm Hausmann
1836 Glinau 36 Peter, Joh. Gfried Eigentümer
1836 Glinau 37 Kurtz, Johann Eigentümer
1836 Glinau 38 Roy, Glieb Eigentümer
1836 Glinau 39 Blank, Xstian Hausmann
1836 Glinau 40 Bielke, Xstoph Eigentümer
1836 Glinau 41 Kriese, Glieb Hausmann
1836 Glinau 42 Ortelt, J. Samuel Eigentümer
1836 Glinau 43 Lehmann, Johann Eigentümer
1836 Glinau 44 Strauch, Joh. Friedr. Hausmann
1836 Glinau 45 Schmidt, J. Glieb Eigentümer
1836 Glinau 46 Fitzner, Joh. George Hausmann
1836 Glinau 47 Winkler, Gfried Hausmann
1836 Glinau 48 Schäfer, Joh. Traugott Eigentümer
1836 Glinau 49 Penther, Daniel Hausmann
1836 Glinau 50 Gedrange, Joh. George Hausmann
1836 Glinau 51 Maennel, Gottlob Hausmann
1836 Glinau 52 Pflaum, Daniel Eigentümer
1836 Glinau 53 Pflaum, Gfried Hausmann
1836 Glinau 54 Wolke, Joh. George Eigentümer
1836 Glinau 55 Roy, Joh. Daniel Eigentümer
1836 Glinau 56 Wandke, Joh. Damuel Eigentümer
1836 Glinau 57 Hübner, Joh. George Eigentümer
1836 Glinau 58 Pflaum, Joh. George Eigentümer
1836 Glinau 59 Seyde, Samuel Eigentümer
1836 Glinau 60 Bielke, Gfried Eigentümer
1836 Glinau 61 Pruschke, J. George Eigentümer
1836 Glinau 62 Pflaum, J. Daniel Hausmann
1836 Glinau 63 Seide, J. Friedr. Eigentümer
1836 Glinau 64 Hein, Gottl. Hausmann
1836 Glinau 65 Lüdke, Gfried Hausmann
1836 Glinau 66 Wolke, Xstian Hausmann
1836 Glinau 67 Täubner, Xstian Eigentümer
1836 Glinau 68 Krepel, J. Xstian Hausmann
1836 Glinau 69 Schneider, J. George Eigentümer
1836 Glinau 70 Hecht, J. Glieb Hausmann
1836 Glinau 71 Knoll, Samuel Eigentümer
1836 Glinau 72 Noske, Traugott Hausmann
1836 Glinau 73 Sitzlak, Elisabeth Hausweib
1836 Glinau 74 Bielke, Gfried Eigentümer
1836 Glinau 75 Hecke, Glieb Eigentümer
1836 Glinau 76 Fister, Gfried Hausmann
1836 Glinau 77 Löchelt, Xstian Eigentümer
1836 Glinau 78 Riemer, Dorothea Hausweib
1836 Glinau 79 Schulz, J. Glieb Eigentümer
1836 Glinau 80 Strauch, Anna Rosina Hausweib
1836 Glinau 81 Knoll, Xstian Eigentümer
1836 Glinau 82 Fiege, J. George Eigentümer
1836 Glinau 83 Lucas, Gfried Hausmann
1836 Glinau 84 Freier, J. George Hausmann
1836 Glinau 85 Bielke, Gfried Eigentümer
1836 Glinau 86 Wolke, J. George Eigentümer
1836 Glinau 87 Bielke, Daniel Eigentümer
1836 Glinau 88 Hoffmann, J. George Eigentümer
1836 Glinau 89 Gfried Rosenau Hausmann
1836 Glinau 90 Meissner, Gfried Eigentümer
1836 Glinau 91 Meissner, Anna Rosina Hausweib
1836 Glinau 92 Zittier, Xstian Pächter
1836 Glinau 93 Rausch, Gfried Eigentümer
1836 Glinau 94 Wittchen, Anna Doroth. Hausweib
1836 Glinau 95 Kurscht, Daniel Eigentümer
1836 Glinau 96 Zittier, Glob Eigentümer
1836 Glinau 97 Rausch, Andreas Eigentümer
1836 Glinau 98 Zittier, Xstian Eigentümer
1836 Glinau 99 Kuk, George Friedr. Hausmann
1836 Glinau 100 Knoll, Dorothea Elis. Eigentümer Wittwe
1836 Glinau 101 Schanzenbach, Friedr. Eigentümer u Schuhmacher
1836 Glinau 102 Nitschke, Gfried Eigentümer
1836 Glinau 103 Meissner, George Hausmann
1836 Glinau 104 Wandke, J. George Eigentümer
1836 Glinau 105 Blasius, J. Glieb Hausmann
1836 Glinau 106 Schinschke, Anna Doroth. Hausweib
1836 Glinau 107 Horn, Xstina Hausweib
1836 Glinau 108 Peter, Xstoph Hausmann
1836 Glinau 109 Galle, Xstian Hausm. U. Stabholzhauer
1836 Glinau 110 Lüdke, J. Daniel Häusler
1836 Glinau 111 Meier, Gfried Hausmann
1836 Glinau 112 Sperling, Gfried Eigentümer
1836 Glinau 113 Fechner, Friedrich Häusler
1836 Glinau 114 Wolke, J. George Häusler
1836 Glinau 115 Janott, Samuel Hausmann
1836 Glinau 116 Hecke, Xstian Eigentümer
1836 Glinau 117 Wallasch, Peter Hausm. U Schuhmacher
1836 Glinau 118 Fürstnau, August Häusler u Schuhmacher
1836 Glinau 119 Weber, Carolina Hausweib
1836 Glinau 120 Sperling, Glieb Eigentümer
1836 Glinau 121 Peter, Christina Eigentümer Wittwe
1836 Glinau 122 Günther, George Fr. Hausmann
1836 Glinau 123 Schiller, Samuel Eigentümer
1836 Glinau 124 Wandke, Glieb Eigentümer
1836 Glinau 125 Schliefke, Johann Hausmann
1836 Glinau 126 Wandke, Gfried Eigentümer
1836 Glinau 127 Zerbe, Xstian Hausmann
1836 Glinau 128 Heisler, Glieb Eigentümer
1836 Glinau 129 Schulz, Joh. Xstian Eigentümer
1836 Glinau 130 Erich, Friedrich Hausmann
1836 Glinau 131 Strauch, Gfried Hausmann
1836 Glinau 132 Gutsch, Joh. Samuel Eigentümer
1836 Glinau 133 Bensch, J. Gfried Häusler
1836 Glinau 134 Brukarczewicz, Frau des (Anna Ros.) Hausweib
1836 Glinau 135 Meyer, J. Daniel Hausmann
1836 Glinau 136 Lüdke, Dienegott Hausmann
1836 Glinau 137 Unger, Martin Hausmann
1836 Glinau 138 Kahl, J. Glieb Häusler
1836 Glinau 139 Stelzer, Joh. Beata Hausweib
1836 Glinau 140 Kahl, J. Xstian Hausm. U Schuhmacher
1836 Glinau 141 Hein, J. George Häusler
1836 Glinau 142 Dach. J. Friedrich Eigentümer
1836 Glinau 143 Bielke, J. Glieb Eigentümer
1836 Glinau 144 Bürger, Glieb Hausmann … ist auf Arbeit gegangen
1836 Glinau 145 Scheffler, George Fr. Eigentümer
1836 Glinau 146 Haendtschke, Ghilf Häusler u Riemer
1836 Glinau 147 Schröter, Gfried Hausmann … ist auf Arbeit gegangen
1836 Glinau 148 Hoffmann, Rosina Hausweib
1836 Glinau 149 Bielke, Anna Dorothea Häusler
1836 Glinau 150 Riediger, Xstoph Häusler
1836 Glinau 151 Ziche, Xstroph Hausmann … ist auf Arbeit gegangen
1836 Glinau 152 Pilczinski, Frau des (Maria Elis.) Häusler
1836 Glinau 153 Schanzenbach, Wilhelm Hausm u. Schuhmacher
1836 Glinau 154 Kurtz, J. Xstian Hausmann
1836 Glinau 155 Bürger, Joh. Friedrich Häusler
1836 Glinau 156 Wolke, Joh. Glieb Eigentümer
1836 Glinau 157 Knoll, Gottlob Eigentümer
1836 Glinau 158 Kasparck, Frau des (Ros. Doroth.) Häusler
1836 Glinau 159 Jungnick, Carl August Schul Lehrer
1836 Glinau 160 Knoll, Xstian Eigentümer
1836 Glinau 161 Kirscht, Samuel Eigentümer
1836 Glinau 162 Schallert, Gfried Eigentümer
1836 Glinau 163 Gedrange, Glieb Häusler
1836 Glinau 164 Kriese, Glieb Ausgedinger
1836 Glinau 165 Nitschke, Christina Ausgedingerin
1836 Glinau 166 Pohl, Elisabeth Ausgedingerin
1836 Glinau 167 Thielschneider, Maria Ausgedingerin
1836 Glinau 168 Teubner, Dorothea Ausgedingerin
1836 Glinau 169 Bielke, Gottfr. Ausgedingerin
1836 Glinau 170 Fiege, Martin – verst. Louisa Ausgedingerin
1836 Glinau 171 Schulz, Dorothea Ausgedingerin
1836 Glinau 172 Fiege, Maria Ausgedingerin
1836 Glinau 173 Fiege, Andreas Ausgedinger
1836 Glinau 174 Wolke, Johann George Ausgedinger
1836 Glinau 175 Bielke, Michael Ausgedinger
1836 Glinau 176 Kirsch, Dorothea Ausgedingerin
1836 Glinau 177 Knoll, Samuel Ausgedinger
1836 Glinau 178 Müller, Daniel Eigentümer
1836 Kozielaske 1 Förster, Christian Eigentümer
1836 Kozielaske 2 Giering, Daniel Eigentümer
1836 Kozielaske 3 Schmidt, Friederike Einwohnerin
1836 Kozielaske 4 Roy, Christian Eigentümer
1836 Kozielaske 5 Fröhlich, Daniel Eigentümer
1836 Kozielaske 6 Giering, Christina Ausgedingerin
1836 Kozielaske 7 Girndt, Traugott Eigentümer
1836 Kozielaske 8 Hofmann, Friedrich Eigentümer
1836 Kozielaske 9 Helming, Rosina Einwohnerin
1836 Kozielaske 10 Weide, Traugott Einwohner
1836 Kozielaske 11 Gier, Johann Friedrich Einwohner
1836 Kozielaske 12 Schlinke, Gottlieb Eigentümer
1836 Kozielaske 13 Pudritzke, Samuel Eigentümer
1836 Kozielaske 14 Ortlieb, George Eigentümer
1836 Kozielaske 15 Müller, Christoph Eigentümer
1836 Kozielaske 16 Hirt, Wilhelm Eigentümer
1836 Kozielaske 17 Hartmann, George Eigentümer
1836 Kozielaske 18 Hartmann, George Ausgedinger
1836 Kozielaske 19 Meier, Gottfried Eigentümer
1836 Kozielaske 20 Blesing, Friedrich Eigentümer
1836 Kozielaske 21 Winter, Gottfried Einwohner
1836 Kozielaske 22 Hecke, Gottfried Einwohner
1836 Kozielaske 23 Meier, Dorothea Einwohnerin
1836 Kozielaske 24 Fabian, Ernst Lehrer
1836 Kozielaske 25 Lehmann, Gottlieb Eigentümer
1836 Kozielaske 26 Lehmann, Rosina Dorothea Ausgedingerin
1836 Kozielaske 27 Lehmann, Johann Eigentümer
1836 Kozielaske 28 Schulz, Christian Eigentümer
1836 Kozielaske 29 Schulz, Gottfried Eigentümer
1836 Kozielaske 30 Müller, Daniel Eigentümer
1836 Kozielaske 31 Müller, Gottfried Eigentümer
1836 Kozielaske 32 Müller, Joh. Friedrich Eigentümer
1836 Kozielaske 33 Müller, Christian Eigentümer
1836 Kozielaske 34 Müller, Christian Eigentümer
1836 Kozielaske 35 Fiege, Daniel Eigentümer
1836 Kozielaske 36 Kochanki, Daniel Eigentümer
1836 Kozielaske 37 Becker, Samuel Einwohner
1836 Kozielaske 38 Freier, Gottfried Eigentümer
1836 Kozielaske 39 Barschke, Ehefrau des (Vorname ?) Eigentümerin
1836 Kozielaske 40 Neumann, Gottfried Eigentümer
1836 Kozielaske 41 Schulz, Louisa Ausgedingerin
1836 Klein Lipke Hs 5 Rosenau, Samuel Ackerwirth
1836 Klein Lipke Hs 7 Heckert, Christian Ackerwirth
1836 Klein Lipke Hs 9 Heidekorn, Gottlob Ackerwirth
1836 Klein Lipke Hs 12 Freier, Gottlob Ackerwirth
1836 Klein Lipke Hs 13 Grunwald, Christian Ackerwirth
1836 Klein Lipke Hs 15 Rouy, Christian Ackerwirth
1836 Klein Lipke Hs 16 Fiege, Gottfried Ackerwirth
1836 Klein Lipke Hs 17 Grunwald, Gottlob Ackerwirth
1836 Scherlanke Hs 1 Kraepel, Friedrich Eigentümer
1836 Scherlanke Hs 2 Rausch, Gottlieb Eigentümer
1836 Scherlanke Hs 3 Janotte, Friedrich Eigentümer
1836 Scherlanke Hs 3 Heinze, Friedrich Hausmann
1836 Scherlanke Hs 4 Hecke, Christoph Eigentümer
1836 Scherlanke Hs 4 Hecke, Christoph Hausmann
1836 Scherlanke Hs 5 Schulz, Gottlieb Eigentümer
1836 Scherlanke Hs 5 Schulz, Rosina Ausgedingerin
1836 Scherlanke Hs 5 Pietzke, Christina Hausweib
1836 Scherlanke Hs 6 Mentzel, Joh. George Eigentümer
1836 Scherlanke Hs 6 Wentzel, Johann Hausmann
1836 Scherlanke Hs 6 Lüdke, Christoph Hausmann
1836 Scherlanke Hs 7 Gellert, Dorothea Eigentümerin
1836 Scherlanke Hs 7 Müller, Wilhelm Hausmann
1836 Scherlanke Hs 8 Seide, Dorothea Eigentümerin
1836 Scherlanke Hs 8 Seide, Martin Hausmann
1836 Scherlanke Hs 9 Schütz, Dorothea Eigentümerin, Mann kath.
1836 Scherlanke Hs 10 Stein, Christian Eigentümer
1836 Scherlanke Hs 10 Bielke, Gottfried Hausmann
1836 Scherlanke Hs 10 Kuhnke, Beate Hausweib, Dienstmagd
1836 Scherlanke Hs 11 Schirner, Andreas Eigentümer
1836 Scherlanke Hs 12 Schulz, Christian Eigentümer
1836 Scherlanke Hs 13 Schulz, Daniel Hausmann … ist auf Arbeit gegangen
1836 Scherlanke Hs 14 Welke, Christina Eigentümerin
1836 Scherlanke Hs 15 Truschke, Christian Eigentümer
1836 Scherlanke Hs 16 Wolke, Martin Eigentümer
1836 Scherlanke Hs 16 Schönborn, Dorothea Hausweib, krank
1836 Scherlanke Hs 16 Kraft, Gottlieb Hausmann
1836 Scherlanke Hs 17 Pflaum, Johann Eigentümer
1836 Scherlanke Hs 18 Seide, Christian Eigentümer
1836 Scherlanke Hs 19 Ortlieb, Martin Eigentümer
1836 Scherlanke Hs 19 Ortlieb, Johann Hausmann
1836 Scherlanke Hs 20 Gellert, Gottfried Eigentümer
1836 Scherlanke Hs 21 Pfeiffer, Friedrich Eigentümer
1836 Scherlanke Hs 22 Weber, Rosina Eigentümerin, Mann kath.
1836 Scherlanke Hs 22 Ortelt, Christoph Hausmann u Schmied
1836 Scherlanke Hs 23 Roy, Christoph Eigentümer
1836 Scherlanke Hs 24 Janotte, Christoph Eigentümer
1836 Scherlanke Hs 25 Schroeter, Johann Eigentümer
1836 Scherlanke Hs 25 Stein, Gottlieb Ausgedinger, 70 Jahre u schwach
1836 Scherlanke Hs 26 Hecke, Gottlieb Eigentümer
1836 Scherlanke Hs 26 Hecke, Gottfried Stellmacher
1836 Scherlanke Hs 27 Janotte, Gottlieb Eigentümer
1836 Scherlanke Hs 27 Janotte, Dorothea Ausgedingerin, 83 Jahre u schwach
1836 Scherlanke Hs 28 Freier, Wittwe (Vorname ?) Eigentümerin
1836 Scherlanke Hs 28 Fiege, Samuel Hausmann
1836 Scherlanke Hs 29 Kayser, Christian Eigentümer
1836 Scherlanke Hs 29 Kayser, Christoph Ausgedinger, 80 Jahre u schwach
1836 Scherlanke Hs 30 Kayser, Johann Eigentümer
1836 Scherlanke Hs 31 Scheffler, Matthaeus Eigentümer
1836 Scherlanke Hs 31 Krätschmar, Anna Hausweib
1836 Scherlanke Hs 31 Scheffler, Christoph Hausmann
1836 Scherlanke Hs 32 Häusler, Gottfried Eigentümer
1836 Scherlanke Hs 33 Rausch, Gottfried Eigentümer
1836 Scherlanke Hs 35 Janotte, Gottlob Eigentümer
1836 Scherlanke Hs 35 Janotte, Mar. Elisabeth Ausgedingerin
1836 Scherlanke Hs 36 Stürtzbecher, Christoph Eigentümer
1836 Scherlanke Hs 36 Kurtz, Maria Ausgedingerin
1836 Scherlanke Hs 36 Kurtz, Beata Tagelöhnerin
1836 Scherlanke Hs 37 Schiller, Gottlieb Eigentümer
1836 Scherlanke Hs 37 Strauch, Christian Ausgedinger
1836 Scherlanke Hs 37 Strauch, Christian Tagelöhner
1836 Scherlanke Hs 38 Strauch, Christian Eigentümer
1836 Scherlanke Hs 39 Schlinke, Michael Eigentümer
1836 Scherlanke Hs 39 Schlinke, Johann Ausgedinger, alt u schwach
1836 Scherlanke Hs 39 Strietzel, Ernst Hausmann
1836 Scherlanke Hs 40 Ortelt, Christian Eigentümer
1836 Scherlanke Hs 41 Zittier, Michael Eigentümer
1836 Scherlanke Hs 42 Roy, Gottfried Eigentümer
1836 Scherlanke Hs 42 Bonck, Dorothea Hausweib, Mann katholisch
1836 Scherlanke Hs 43 Scheffler, Matthaeus Eigentümer
1836 Scherlanke Hs 44 Kuhnke, Gottlob Eigentümer
1836 Scherlanke Hs 44 Kuhnke, Gottfried Tagelöhner
1836 Scherlanke Hs 44 Kuhnke, Joh. Fried. Hausmann
1836 Scherlanke Hs 45 Seyde, Joh. George Eigentümer
1836 Scherlanke Hs 45 Janotte, Joh Fried Eigentümer
1836 Scherlanke Hs 46 Scheffler, Gottfried Eigentümer
1836 Scherlanke Hs 47 Hoffmann, Gottfried Eigentümer
1836 Scherlanke Hs 48 Roy, Christian Eigentümer
1836 Scherlanke Hs 49 Leske, Michael Eigentümer
1836 Scherlanke Hs 50 Deutschmann, Samuel Eigentümer
1836 Scherlanke Hs 51 Knoll, Johann Eigentümer
1836 Scherlanke Hs 52 Schulz, Ann. Elisa Hausweib
1836 Scherlanke Hs 52 Pflaum, Gottlieb Eigentümer
1836 Scherlanke Hs 53 Pflaum, Gottlieb Eigentümer
1836 Scherlanke Hs 53 Pflaum, anna Mar. Ausgedingerin
1836 Scherlanke Hs 53 Wittig oderWittke, Carolina Hausweib
1836 Scherlanke Hs 54 Bierwagen, Christoph Eigentümer
1836 Scherlanke Hs 55 Strauch, Michael Eigentümer
1836 Scherlanke Hs 56 Fritsch, Christian Eigentümer
1836 Scherlanke Hs 57 Roy, Gottlieb Eigentümer
1836 Scherlanke Hs 58 Knobel, Gottfried Pächter
1836 Scherlanke Hs 59 Stein, Christian Eigentümer
1836 Scherlanke Hs 60 Bielke, Gottfried Eigentümer
1836 Scherlanke Hs 61 Knoll, Samuel Eigentümer
1836 Scherlanke Hs 62 Bellag, A. Schul Lehrer
1836 Scherlanke Hs 64 Ruszanski, Frau (Vorname ?) Eigentümerin, Mann kath.
1836 Scherlanke Hs 65 Gellert,George Eigentümer
1836 Scherlanke Hs 66 Strauch, Johann Eigentümer
1836 Scherlanke Hs 67 Rosenau, Samuel Eigentümer
1836 Scherlanke Hs 68 Deutschmann, Daniel Eigentümer
1836 Scherlanke Hs 69 Hecke, Gottlieb Eigentümer
1836 Scherlanke Hs 70 Henkel, George Eigentümer
1836 Scherlanke Hs 71 Leske, George Eigentümer
1836 Scherlanke Hs 72 Kirschke, Carl Eigentümer
1836 Scherlanke Hs 73 Giehl, Christian Eigentümer
1836 Scherlanke Hs 74 Fiege, Gottlieb Eigentümer
1836 Scherlanke Hs 75 Lieske, Wittwe (Vorname ?) Eigentümerin
1836 Scherlanke Hs 76 Schulz, Christian Hausmann
1836 Scherlanke Hs 76 Schönborn, Rosina Hausweib
1836 Scherlanke Hs 77 Gutsch, Gottfried Eigentümer
1836 Zinskowo 1 (2x) Pruschke, Rosina Ausgedingerin
1836 Zinskowo 1 Pruske, Daniel Eigentümer
1836 Zinskowo 2 Klemm, Christian Eigentümer
1836 Zinskowo 3 Bielke, Gottlieb Tischler
1836 Zinskowo 4 Klemm, Gottlieb Eigentümer
1836 Zinskowo 5 Hübner, Gottlieb Eigentümer
1836 Zinskowo 6 Pflaum, Johann Friedrich Eigentümer
1836 Zinskowo 7 Hirsch, Gottlieb Tagelöhner
1836 Zinskowo 8 Labsch, Gottfried Eigentümer
1836 Zinskowo 9 Handke, Gottfried Eigentümer
1836 Zinskowo 10 Janott, Michael Kirchenvorsteher
1836 Zinskowo 11 Bielke, Christian Eigentümer
1836 Zinskowo 12 Bielke, Gottlieb Eigentümer
1836 Zinskowo 13 Roy, Gottlieb Eigentümer
1836 Zinskowo 14 Joachim, Gottfried Eigentümer
1836 Zinskowo 15 Janotte, Martin Eigentümer
1836 Zinskowo 16 Seyde, Andreas Eigentümer
1836 Zinskowo 17 Seyde, Johann Friedrich Eigentümer
1836 Zinskowo 18 Hecke, Gottfried Eigentümer
1836 Zinskowo 19 Schulz, Gottlieb Tischler
1836 Zinskowo 20 Fenske, Christian Eigentümer
1836 Zinskowo 21 Paesler, George Eigentümer
1836 Zinskowo 22 Ulrich, Christian Eigentümer
1836 Zinskowo 23 Hecke, Martin Eigentümer
1836 Zinskowo 24 Hecke, Gottfried Eigentümer
1836 Zinskowo 24 (2x) Hecke, Maria Ausgedingerin
1836 Zinskowo 25 Lüdke, Wittwe (Vorname ?) Eigentümerin
1836 Zinskowo 26 Hecke, Ludewig Schneidermeister
1836 Zinskowo 27 Seyde, Gottfried Eigentümer
1836 Zinskowo 28 Steinbrenner, Gottlieb Tagelöhner
1836 Zinskowo 29 Zitthier, Christian Eigentümer
1836 Zinskowo 30 Seyde, George Eigentümer
1836 Zinskowo 31 Heynze, Gottfried Eigentümer
1836 Zinskowo 32 Fischer, Gottlieb Eigentümer
1836 Zinskowo 33 Seyde, Gottfried Eigentümer
1836 Zinskowo 34 Seyde, Gottfried Hopfenhändler
1836 Zinskowo 35 Pruschke, Gottlieb Eigentümer
1836 Zinskowo 36 Pflaum, Joh. Friedrich Tagelöhner
1836 Zinskowo 37 Schinschke, Daniel Eigentümer
1836 Zinskowo 38 Lüdke, Gottlieb Windmüller
1836 Zinskowo 39 Kessel, Gottfried Eigentümer
1836 Zinskowo 40 Lüdke, Gottlieb Eigentümer
1836 Zinskowo 41 Deutschmann, Christian Eigentümer
1836 Zinskowo 42 Roy, Samuel Eigentümer
1836 Zinskowo 43 Gerlach, Ludewig Böttcher
1836 Zinskowo 44 Knoll, Christian Eigentümer
1836 Zinskowo 45 Jochindke, Joh. George Tagelöhner
1836 Zinskowo 46 Schulz, Christian Eigentümer
1836 Zinskowo 47 Rex, Gottlieb Stellmacher
1836 Zinskowo 48 Hecke, Gottlieb Tagelöhner
1836 Zinskowo 49 Pudewill, Christoph Ausgedinger
1836 Zinskowo 49 (2x) Wolke, Gottlieb Eigentümer
1836 Zinskowo 50 Siegmund, Samuel Tagelöhner
1836 Zinskowo 51 Wolke, Wilhelm Eigentümer
1836 Zinskowo 52 Jaeger, Martin Eigentümer
1836 Zinskowo 53 Jaeger, Martin Eigentümer
1836 Zinskowo 54 Winckler, Gottlieb Schuhmachermeister
1836 Zinskowo 55 Jaeger, Ludewig Eigentümer
1836 Zinskowo 56 Lüdke, Daniel Eigentümer
1836 Zinskowo 57 Handke, George Pächter
1836 Zinskowo 58 Schubert, Gottlieb Eigentümer
1836 Zinskowo 59 Grunwald, Gottlieb Tagelöhner
1836 Zinskowo 60 Heynrich, Gottlieb Eigentümer
1836 Zinskowo 61 Schulz, Daniel Eigentümer
1836 Zinskowo 62 Greiser, Gottlieb Eigentümer
1836 Zinskowo 63 Seyde, Christian Eigentümer
1836 Zinskowo 64 Hein, Gottlieb Tagelöhner
1836 Zinskowo 65 Lüdke, Wittwe (Vorname ?) Eigentümerin
1836 Zinskowo 66 Schonert, George Eigentümer
1836 Zinskowo 67 Wolf, Michael Eigentümer
1836 Zinskowo 68 Schefer, Gottlieb Tagelöhner
1836 Zinskowo 69 Ladwig, Carl Eigentümer
1836 Zinskowo 70 Ortelt, Christian Eigentümer
1836 Zinskowo 71 Peter, Joh. Fried. Tagelöhner

Kurzmeldung – Urnenfund Grätz/Grodzisk Juni 1906

Der Annaplatz in Grätz/Grodzisk / Aufn. GT

Der Annaplatz in Grätz/Grodzisk / Aufn. GT

Bei den Ausschachtungsarbeiten des Paszlinski’schen Neubaues am Annaplatz hierselbst (Grätz) ist am Mittwoch (30.05.1906) eine kleine Urne mit Silber- und Kupfermünzen, sowie 1 Goldstück aus dem 16. Jahrhundert stammend gefunden worden.

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Quellen soweit nicht direkt im Text oder in der Bildbeschreibung genannt: Amtliches Kreisblatt und Anzeiger des Kreises Grätz 01. Juni 1906

Amalie Bertha Müller heimlich entlaufen / 1865

Ausschnitt des Steckbriefes / Quelle: sh. Fußnote

Ausschnitt des Steckbriefes / Quelle: sh. Fußnote

„Berlin, den 31 Mai 1865 – Königlich Preußisches Central-Polizei-Blatt.

Am 29. d. M. (20 Mai 1865) ist die Amalie Bertha Müller von hier heimlich entlaufen u. ist deren Aufenthaltsort bis jetzt nicht zu ermitteln gewesen.

Es wird ersucht, dieselbe mittelst Zwangs-Reiseroute hierher zu weisen.

Alter 14 J., Gr. ca. 4′, Haar blond, Augen braun u. Nase stumpf. Bekl. blauleinener Rock, grau wattirte Jacke, an den Aermeln theilweise zerrissen, Hemde, lila-kattun. Halstuch mit rothen Blümchen u. grauen Streifen, u. baarfuß.

Rakwitz, 22. Mai 1865 – die Polizei-Verwaltung“

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Grabsteine Friedhof Blenke – Wilhelmine Tepper

Grabstein der Wilhelmine Tepper 1859-1883 / Aufn. PM

Grabstein der Wilhelmine Tepper 1859-1883 / Aufn. PM

Hier ruhet in Gott

die

Jungfrau
Wilhelmine (vollst. Johanna Wilhelmine Emilie)
Tepper
geb. 19. November 1859 – gest. 18 Februar 1883

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Militärpflichtige und Invalidenprüfungsverfahren im Juni 1897

Das ehemalige Schützenhaus / Karte aus Sammlung Wojtek Szkudlarski

Das ehemalige Schützenhaus / Karte aus Sammlung Wojtek Szkudlarski

“Im Jahr 1871 dehnten die Artikel 57 ff. der Reichsverfassung die in Preußen seit 1814 geltende allgemeine Wehrpflicht auf ganz Deutschland aus. So hatte nun „jeder Deutsche“ mit vollendetem 20. Lebensjahr 7 Jahre lang dem Heer oder der Marine anzugehören. Um im Allgemeinen wissenschaftliche und gewerbliche Ausbildung so wenig wie möglich durch die allgemeine Wehrpflicht zu stören, war es jedem jungen Mann überlassen, schon nach dem vollendeten 17. Lebensjahr, wenn er die nötige moralische und körperliche Qualifikation hatte, freiwillig in den Militärdienst einzutreten.  Alle Wehrpflichtigen waren, wenn sie nicht freiwillig in die preußische Armee eintraten, vom 1. Januar des Kalenderjahres an, in welchem sie das 20. Lebensjahr vollenden, der Aushebung unterworfen (militärpflichtig). Sie hatten sich zu diesem Zwecke bei den zuständigen Ersatzbehörden regelmäßig zu melden, bis über ihre militärische Verwendung entschieden wurde, jedoch höchstens zweimal jährlich” (2)

Am Dienstag, den 01. Juni 1897 wurde im Amtlichen Teil des Kreisblattes von Neutomischel wie folgt bekannt gegeben:

Das diesjährige Ober-Ersatz-Geschäft findet am Dienstag, den 22. und Mittwoch, den 23. Juni im Schützenhause zu Paprotsch statt.

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Pacht der Theerschwelerei des Ritterguts Bolewice zu vergeben / 1846

Theerofen im Bolewicer Forst / Quelle: 3) Ausschnitt Messtischblatt und 4) als Beispiel die Zeichnung einer Köhlerei

Theerofen im Bolewicer Forst / Quelle: 3) Ausschnitt Messtischblatt und 4) als Beispiel die Zeichnung einer Köhlerei

„Die zu den Forsten des Ritterguts Bolewice, unweit Neustadt bei Pinne im Bucker Kreise, gehörige Theerschwelerei soll am 1sten December 1846 vormittags 10 Uhr in der Wohnung des Unterzeichneten auf 6 – 10 Jahre an den Meistbietenden verpachtet werden, wozu Pachtlustige mit dem Bemerken eingeladen werden, daß der Theerschweler freie Wohnung, 5 Morgen Acker, Wiesenwachs und Sommerweide für 2 Kühe und den nöthigen Bedarf von Raff- und Leseholz erhält.

Bolewice, den 9ten October 1946 – Seyler, Oberförster“

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Steckbrief des Carl Kuhn / 1871

Ausschnitt des Steckbriefes / Quelle sh. Fußnote

Ausschnitt des Steckbriefes / Quelle sh. Fußnote

„Der Baugefangene Carl Kuhn ist heute früh von hier (Festung Graudenz) entwichen.

Derselbe ist am 2. Januar 1844 zu Rakwitz, (Kreis Bomst in Posen) geboren, seine Eltern leben in Kostancia bei Kutna, 5 Fuß 4 Zoll 3 Strich groß, evangelisch, Haare dunkelblond, Augen grau, Nase und Mund gewöhnlich, Bart im Entstehen, Zähne defect, Kinn und Gesichtsbildung oval, Gesichtsfarbe blaß, Gestalt schlank, Sprache deutsch und polnisch, besondere Kennzeichen: der linke Arm tätowirt mit dem Fleischerwappen, Civilverhältniß Fleischer, Anzug Civilkleider, vermuthlich ein Paar Commißstiefel und ein blaugestreiftes Callicothemde.

Die Königlichen Behörden werden ersucht, auf den p. Kuhn zu vigilieren, ihn im Betretungsfalle zu arretieren und unter sicherem Geleit an die Kommandantur abzuliefern.

Festung Graudenz, den 17. Januar 1871 – Königliche Kommandantur“

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Die Wirtschaftsgebäude Fuchs in Rakwitz brennen nieder / 1899

Fuchs'es Garten in Rakwitz / Ausschnitte AK - Sammlung Wojtek Szkudlarski

Fuchs’es Garten in Rakwitz / Ausschnitte
AK – Sammlung Wojtek Szkudlarski

„Rakwitz, 21. April 1899 – Gestern abend gegen 8 Uhr brach hierselbst in den dem Ackerbürger und Bierhändler Rudolph Fuchs gehörigen Wirthschaftsgebäuden auf bis jetzt unaufgeklärte Weise Feuer aus, welches sich mit einer rapiden Geschwindigkeit über sämtliche Stallungen und Schuppen des Gehöfts verbreitete.

Die Thätigkeit der schnell herbeigeholten Feuerwerk mußte sich daher nur auf die Erhaltung der gefährdeten Nachbargebäude beschränken, was ja auch gelang.

Das Feuer griff so schnell um sich, daß das Vieh nur mit Mühe gerettet werden konnte. Eine Färse ist erstickt.

Zur Hilfeleistung sind einige Spritzen der Nachbargemeinden erschienen. Der reichliche Regen trug viel dazu bei, daß das Feuer nicht größere Dimensionen angenommen hatte. Es sind eine Menge Futtervorräthe, Wirthschaftsgeräte u.s.w. verbrannt.

Der Schaden ist durch Versicherung gedeckt.“

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Volkszählung am 1. Dezember 1875

Gemäß Verfügung der Herren Minister des Innern und für Handel, Gewerbe und öffentliche Arbeiten  wurde für den 1. Dezember 1875 eine Volkszählung mit gleichzeitiger gewerbestatistischer Aufnahme an die Königlichen Privinzial- und Bezirksverwaltungsbehörden gemäß den Beschlüssen des Bundesraths des Deutschen Reichs verfügt.

Zu diesem Zwecke wurden seitens des Königlich Statistischen Bureaus in Berlin annähernd 114.500 Fragebogen und Formulare in 21 Kisten an das Landratsamt in Buk versandt. Das die Kisten an die „Bahnstation Buk“ versandt wurden, und dadurch ab Bahnhof Neutomischel noch eine Um- bzw. Weiterverfügung notwendig geworden war, ist vermutlich auf Unkenntnis der Mitarbeiter im Königlich Statistischen Büro in Berlin über die geographischen und verkehrstechnischen Verhältnisse in den  ländlichen Gebieten zurückzuführen.

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Das Hotel Kutzner in Grätz brennt nieder / 1910

Das ehem. Hotel Kutzner und die Marktecke in Grodzisk heute / Aufn. GT

Das ehem. Hotel Kutzner und die Marktecke in Grodzisk heute / Aufn. GT

„Am Freitag (16.10.1910) nachmittag brach in Kutzners Hotel Feuer aus, das den Saalanbau, den Pferdestall und das Vorderhaus ergriff. Erst nachts zwei Uhr konnte die Feuerwehr abrücken.

Aber schon um drei Uhr ertönten erneut Alarmsignale, weil das Feuer wieder mit Macht hervorgebrochen war. Als die Wehr nach 24 ständigem Kampfe des Feuers nicht Herr werden konnte, mußten die Mauern des Hotels niedergerissen werden.

Bei den Löscharbeiten stürzten plötzlich Teile eines Schornsteins herunter. Die Trümmer trafen den Barbier Malyszczyk und verletzten ihn erheblich am Rücken.“

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Unfall mit dem Pferd des Heinrich Fenske / 1910

Der ehem. Neue Markt, Aus-/Einfahrt zur Dampfmühle Maennel war das gelbe Gebäude rechts / AK Sammlung Wojtek Szkudlarski

Der ehem. Neue Markt, Aus-/Einfahrt zur Dampfmühle Maennel war das gelbe Gebäude rechts / AK Sammlung Wojtek Szkudlarski

Am Sonnabend (09.04.1910) vormittag ging ein auf dem Hofe der Maennel’schen Dampfmühle stehendes Pferd des Eigentümers Heinrich Fenske aus Paprotsch durch und raste mit dem Wagen über den Neuen Markt hinweg.

Es zerbrach auf dem Viehmarkt ein Stück der dort stehenden Einzäunungen und stürmte wieder zurück.

Herr Kaufmann Fritz Lutz, der über den Neuen Markt fuhr, konnte sich mit knapper Not durch schnelles Abspringen vom Rade vor einem verhängnisvollen Zusammenstoß mit dem Durchgänger schützen. Das Fahrrad aber wurde überfahren und total zertrümmert.

Das Pferd kam infolge dieses Hindernisses zu Fall und schlug sich einige Zähne aus, sonst ist es aber ohne größeren Schaden davongekommen.

Wie wir hören, ist der Besitzer des Pferdes nicht gegen Haftpflicht versichert und muß für den entstandenen Schaden selbst aufkommen.

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Quellen soweit nicht direkt im Text oder in der Bildbeschreibung genannt: Großpolnische digitale Bibliothek Poznan (http://www.wbc.poznan.pl/dlibra) – “Amtliches Kreis-Blatt für den Kreis Neutomischel” 1910

Ermordung der Augusta Bormas / 1902

Neustadt b.P. - die ehemalige Pinner Str. / AK Sammlung Wojtek Szkudlarski

Neustadt b.P. – die ehemalige Pinner Str. / AK Sammlung Wojtek Szkudlarski

Auf Mitteilung der Polizeiverwaltung zu Neustadt bei Pinne wurde am 08. Februar 1902 unter der No. 29 eingetragen, dass die Kaufmannswittwe Augusta Bormas geborene Krain in ihrer Wohnung tot aufgefunden worden war.

Das Alter der Augusta Bormas war zum Zeitpunkt Ihres Todes mit 69 Jahren angegeben worden. Sie war aus Posen gebürtig und dem mosaischen Glauben angehörig gewesen. Gemäß dem Eintrag war sie die Tochter unbekannter Eltern.

Augusta Bormas geborene Krain hatte als die Wittwe des Kaufmanns Gustav Bormas, eines in Neustadt bei Pinne ansässig gewesenen Kaufmanns, in der Stadt gelebt.

Ihr gewaltsamer Tod war nach den angestellten Ermittlungen am 04. Februar 1902 gegen 09:00 Uhr am Abend eingetreten.

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Der Tod des Johann Polomka / 1900

Kościół pw. św. Wawrzyńca w Łomnicy - Kirche St. Lawrence in Lomnica / Aufn. PM

Kościół pw. św. Wawrzyńca w Łomnicy – Kirche St. Lawrence in Lomnica / Aufn. PM

„Infolge eines Messerstichs hat am Sonnabend früh der 20 jährige Knecht Johann Palomka aus Glinau den Tod gefunden. Er hatte von seinem Brotherrn den Auftrag, dessen Tochter zum Tanz nach Scherlanke zu führen.

Das hatte den Unwillen des 18 jähren Eigenthümersohns Paul Pflaum aus Glinau erregt, so daß es im Tanzlokale zu Reibereien kam.

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Sturz mit Todesfolge der Juliane Fürstenau / 1900

Blick in die heutige Ogrodowa, die einstige Gartenstraße / Aufn. PM

Blick in die heutige Ogrodowa, die einstige Gartenstraße / Aufn. PM

Unter dem Standesamtseintrag Nr. 28 vom 24. Februar 1900 in Neutomischel findet sich, dass der Maurer Paul Redlich aus Neutomischel den Tod der unverehelichten Arbeiterin Juliane Fürstenau anzeigt.

Es wurde eingetragen, dass sie im Alter von 68 Jahren verstorben und dass sie die Tochter unbekannter Eltern gewesen sei.

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Unfalltod des Johann Gottlieb Zithier 1898

Ehemaliger Gasthof Friedenberger zu Boruy / Postkartenausschnitt  Sammlung Wojtek Szkudlarski

Ehemaliger Gasthof Friedenberger zu Boruy / Postkartenausschnitt Sammlung Wojtek Szkudlarski

In Kirchplatz Borui wurde gestern 14. November 1898 beim Bedienen einer Dreschmaschine in der Scheune des Gastwirts Emil Friedenberger der Arbeiter Johann Gottlieb Zithier an der Schürze von der Maschine erfaßt und mit dem Körper hineingezogen.

Er erlitt so schwere Verletzungen, daß der Tod erfolgte.

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Schöffengerichtssitzungen Juli – Dezember 1906

Relief über dem Eingang des ehemaligen Amtsgerichtes - Justitia, die Personifikation der Gerechtigkeit; die Waage für die sorgfältige Abwägung der Sachlage, die Augenbinde für die Unparteilichkeit fehlt, das Richtschwert für die Durchsetzung mit der nötigen Härte - Bild: EA

Relief über dem Eingang des ehemaligen Amtsgerichtes – Justitia, die Personifikation der Gerechtigkeit; die Waage für die sorgfältige Abwägung der Sachlage, die Augenbinde für die Unparteilichkeit fehlt, das Richtschwert für die Durchsetzung mit der nötigen Härte – Bild: EA

Nachstehend sind die Verhandlungspunkte und Urteile der Schöffengerichtssitzungen vom Juli – Dezember 1906 wiedergegeben.

Entnommen wurde die Berichterstattung dem Neutomischler Kreisblatt des Jahres 1906.

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Nachruf für Julius Markendorff – verstorben 1907 in Neutomischel

Julius Markendorff

Julius Markendorff

Am vergangenen Mittwoch, 03. April 1907, wurde einer der ältesten Bürger unserer Stadt, der Glaser- und Schneidemeister J. Markendorff, der an Altersschwäche in einem Posener Krankenhause verstorben ist, zur letzten Ruhe bestattet.

Der Verewigte, welcher ein Alter von 86 Jahren erreicht hat, war das älteste Mitglied der hiesigen Synagogen-Gemeinde, er gehörte auch bis zu seinem Lebensende mit zur Schützengilde und zur Schneider-Innung, welche Vereinigungen in corpore dem Dahingeschiedenen unter Vorantritt der Stadtkapelle die letzte Ehre erwiesen

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Der Mord an der Familie Greiser / 1906

Bomst - Wiebelshof / Ausschnitt Messtischblatt 3860 - http://mapy.amzp.pl/tk25.cgi?23,48,60,80

Bomst – Wiebelshof / Ausschnitt Messtischblatt 3860 – http://mapy.amzp.pl/tk25.cgi?23,48,60,80

Nachstehend folgt in chronologischer Reihenfolge die Berichterstattung der Presse hinsichtlich der Ermittlungen zur Aufklärung der Ermordung der Familie Greiser aus Wiebelshof, welche sich über die Jahre 1906 bis 1907 erstreckte.

Letztlich wurde der ermittelte Täter zum Tode verurteilt

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Das viel zu kurze Leben der Emma Pawel / 1891-1907

Kartenausschnitt mit der Strecke Rojewo - Neu Boruy / Messtischblatt 3763 - http://mapy.amzp.pl/tk25.cgi?23,48,60,80

Kartenausschnitt mit der Strecke Rojewo – Neu Boruy / Messtischblatt 3763 – http://mapy.amzp.pl/tk25.cgi?23,48,60,80

In den Jahren 1905 und auch 1907 war es noch üblich, dass Kinder in einem Alter von 14 Jahren bis zu mindestens 12 Stunden täglich arbeiten mussten.

Kinderarbeit galt als Segen für die Eltern und war finanziell unabdingbar. Angst um das Wohl und die Gesundheit von Kindern wurde gegen das ureigene Wohl zurückgestellt.

Auch Emma Pawel war ein Kind jener Jahre.

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Orden für die Veteranen – 1899

Zentenarmedaille - Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Zentenarmedaille

Zentenarmedaille – Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Zentenarmedaille

Aus Anlass des 100. Geburtstages Kaiser Wilhelm I. stiftete sein Enkel Kaiser Wilhelm II. am 22. März 1897 die s. g. Zentenarmedaille.

Sämtlichen Offizieren, Militärbeamten, Unteroffizieren und Mannschaften wurde diese Medaille verliehen, wie auch den noch lebenden Veteranen aus den Kriegen 1848/1849 – Deutsche Revolution, 1864 – Deutsch Dänischer Krieg, 1866 – Deutscher Krieg und 1870/1871– Deutsch Französischer Krieg.

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Vor 120 Jahren – Unwetter über dem Hauland – Juli 1897

Ein Gewitter zieht auf / Bild GT

Ein Gewitter zieht auf / Bild GT

Die Posener Zeitung meldete:

Bald nach Mittag hatten wir heute, am 21. Juli 1897 in Neutomischel ein außerordentlich schweres Gewitter. Blitz auf Blitz folgten sich, so daß einmal in einer Minute 8 Blitze und 8 außerordentlich heftige Donnerschläge gezählt werden konnten. Dazu fiel heftiger Regen, der in kurzer Zeit Alles unter Wasser setzte.

Das Gewitter welches über unserer Gegend in und um Neutomischel tobte, war wohl das stärkste, welches je erlebt wurde. Der das Gewitter begleitende Orkan hat Bäume im Durchmesser von einem halben Meter in Mannshöhe abgebrochen, unzählig viele ebenso starke ausgerissen, sodaß z. B. der Weg von Neutomischel nach Sontop erst mit Mühe fahrbar gemacht werden mußte. In Glinau ist ein Stall vom Erdboden rein weggefegt. In einer Breite von etwa 1 Kilometer und einer Länge von 4 Kilometern ist in den Ortschaften Paprotsch, Alttomischel und Kozielaski Alles vernichtet. An den Hopfenstangen hängen kahle Ranken, Blätter und Blüthen liegen am Boden, die Kartoffeln und Rüben zeigen keine Spur von Blättern mehr. Hafer, Erbsen und Gerste, welche vorzüglich standen, sehen aus, als ob sie mit einer schweren Walze niedergewalzt wären. Das ganze Gewitter dauerte noch nicht elf Minuten. In diesen elf Minuten erfolgten fast 80 Blitze und ebensoviel Schläge.

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Hebamme für den Bezirk Zembowo gesucht – 1897

Kartenausschnitt mit Neutomischel in der Provinz Posen (1)

Kartenausschnitt mit Neutomischel in der Provinz Posen (1)

Der Hebammenbezirk Zembowo, bestehend aus den Ortschaften Komorowo Hauland, Linde, Schleife, Tarnowce, Wymyslanke und Zembowo mit Zembowko ist zu besetzen.

Geprüfte, der deutschen und polnischen Sprache mächtige Hebammen oder unbescholtene Frauenspersonen im Alter von 20 bis 30 Jahren, welche sich dem Hebammenfache widmen wollen, können sich, erstere unter Einreichung ihres Befähigungszeugnisses und eines Führungsattestes, letztere unter Einreichnung eine Kreisphysikats-Attestes, eines Führungsattestes der Ortspolizeibehörde, eines Geburtsscheines und eines Impf- (Revaccinations) scheines bei dem unterzeichneten Vorsitzenden des Kreis-Ausschusses melden.

Das Gehalt der Stelle beträgt 100 Mark.

Neutomischel, den 19. Juni 1897

Der Vorsitzende des Kreis-Ausschusses. Königlicher Landrath – von Daniels

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Der letzte Stadtmusikus von Birnbaum – 1847

Toteneintrag des Stadtmusicus Seydler aus dem Jahr 1794

Toteneintrag des Stadtmusicus Seydler aus dem Jahr 1794

Am 15. Juni 1796 erschien beim damaligen Bürgermeister in Birnbaum ein Mann Namens Johann Gottlieb Hoene und bat um Verleihung des vakanten Stadtmusikuspostens. Letzteren hatte ein gewisser Seidler innegehabt, bei dessen Wittwe Hoene „in Condition“ stand.

In dem betreffenden Protokolle heißt es: er (Hoene) sei nemlich willens, die hiesige Stadtmusikuswittwe Seidlern zu ehelichen, und wolle demnach gehorsamlich bitten, ihn zu dem hiesigen Stadtmusikusposten bei der Behörde in Vorschlag zu bringen, damit er denselben erhielte. Er habe bereits seit 6 Jahren diesen Posten versehen und seit dem Tode seines vorigen Principals, des p. Seidler, nun bereits zwei Jahre selbem vorgestanden, weshalb er um so weniger Zweifel trage, daß ihm diese Stelle conserirt werden würde. Diesem Antrage entsprechend richtete der Magistrat an demselben Tage folgendes Gesuch an

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Griff in die Wechselkasse bei Gärtner in Neutomischel – 1897

Die einstige Gaststätte Gärtner in der ehem. Goldstraße - AK-Ausschnitt Sammlung Wojtek Szkudlarski

Die einstige Gaststätte Gärtner in der ehem. Goldstraße – AK-Ausschnitt Sammlung Wojtek Szkudlarski

Neutomischel, den 08. October 1897

In dem Restaurationslokale von Herrn G. Gärtner hierselbst (Neutomischel) benutzten zwei als einzige Gäste anwesende junge Leute eine kurze Abwesenheit des Wirthes, um einen kühnen Griff in dessen Wechselkasse zu thun.

Von dem geraubten Gelde (etwa 4-5 Mark) bezahlten sie nicht allein ihre Zeche, sondern ließen sich auch von dem Musikautomaten lustige Weisen vorspielen.

Erst nachdem sie das Lokal verlassen hatten, bemerkte Herr Gärtner den Verlust.

Schon am nächsten Tage gelang es dieselben, einen Töpfer- und einen Schlossergesellen, zu ermitteln und sie zu einem Geständnisse zu bewegen. 2 Mk. konnten ihnen von dem Gelde noch abgenommen werden.

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Feuer in Neu Rose bei Stepczynski – 1897

Ausschnitt Messtischblatt 3663 mit der Streusiedlung Neurose, welche Sontop halbmondförmig umschloss / oben: Bauernhof mitten in der Landschaft - mitte: Sandstraßen durch die Wälder nach Neurose - unten: Gelände des ehemaligen evgl. Friedhofes

Ausschnitt Messtischblatt 3663 mit der Streusiedlung Neurose, welche Sontop halbmondförmig umschloss / oben: Bauernhof mitten in der Landschaft – mitte: Sandstraßen durch die Wälder nach Neurose – unten: Gelände des ehemaligen evgl. Friedhofes

Am Mittwoch (28. April 1897) gegen 7 Uhr Abends brach in der Scheune des Häuslers Stepczynski zu Roser Wiesen Feuer aus, welches wegen der leichten Bedachung und der seit einigen Tagen herrschenden warmen Witterung so schnell um sich griff, daß in kurzer Zeit auch der Stall und das Wohnhaus davon ergriffen und in Asche gelegt wurden.

Die Stepczynskischen Eheleute waren beim Ausbruch des Feuers nicht anwesend und konnte der Ehemann, nachdem er Brandwunden erlitten, kaum das Vieh retten. Von Möbeln und Hausgeräthen konnte so gut wie nichts gerettet werden, da das brennende Strohdach jedes Eindringen in die Wohnung unmöglich machte.

Die städtische Feuerspritze aus Neutomischel und die der freiwilligen Feuerwehr waren zur Hilfeleistung ausgerückt

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Die Mühle in Leschnik brennt – 1897

Leschnik Mühle lag in einem großem Waldgebiet - Ausschnitt Meßtischblatt 3462 und Luftaufnahme der Gemeinde Kwilcz / http://www.kwilcz.pl

Leschnik Mühle lag in einem großem Waldgebiet – Ausschnitt Meßtischblatt 3462 und Luftaufnahme der Gemeinde Kwilcz / http://www.kwilcz.pl

Pinne, den 20. Juni 1897

Am Freitag (18.06.1897) Abend brach in der dem Müller Wendland in Leschnik gehörigen Mühle Feuer aus.

Dieses verbreitete sich so schnell, daß in kurzer Zeit die ganze Mühle in Flammen stand.

Der Mühlenbescheider, welcher in der Mühle schlief, wurde bewußtlos und mit schweren Brandwunden bedeckt aus einem Fenster der Mühle gezogen und ist an den Folgen der Verletzungen gestern im hiesigen Krankenhaus gestorben.

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August Hauch verunglückt in Tarnowo – 1897

Die Hauptstrasse von Tarnowa / Aufn. PM

Die Hauptstrasse von Tarnowa / Aufn. PM

Rakwitz, den 29. September 1897

Gestern (28.09.1897) Vormittag (lt. Toteneintrag um 7:00Uhr) war der Eigenthümer Hauch im entfernten Tarnowo in seiner Scheune mit Heuabladen beschäftigt.

Das Heu lagerte auf leichten Brettern über der Tenne; diese brachen zusammen, Hauch stürzte kopfüber herunter und wurde von dem nachrutschenden Heu vollständig bedeckt.

Beim Durchsuchen des Heues fand man den Verunglückten todt auf; er hatte einen Schädelbruch erlitten. Der Verunglückte hinterläßt eine Frau und zehn Kinder.

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Badeunfall in Scherlanke – 1897

Gedächtniskreuz auf dem ehemaligen Friedhof zu Scherlanke

Gedächtniskreuz auf dem ehemaligen Friedhof zu Scherlanke

Beim Baden verunglückte am Sonntag (08. August 1897) der 23 jährige taubstumme Sohn des Besitzers W. in Scherlanke.

Er machte in das flache Wasser des Hofteiches den Kopfsprung und zog sich solche Beschädigungen zu, an denen er nächsten Tages verstarb.

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VI. Bundesschießen des Schützenbundes Neumark – Posen (01.-02. August 1897) / Teil 3

Stadtwappen aus der Probe-Ausgabe des Jahres 1877 der Hopfenzeitung der Stadt Neutomischel

Stadtwappen aus der Probe-Ausgabe des Jahres 1877 der Hopfenzeitung der Stadt Neutomischel

Ein großes Fest bringt viel Planung mit sich und auch sind letztlich viele Personen daran beteiligt.

In der Fest-Zeitung für das VI. Bundesschießen des Schützenbundes Neumark-Posen in Neutomischel am 1. und 2. August 1897 wurden alle Mitglieder der gegründeten Ausschüsse und fast alle Schützen namentlich aufgeführt.

Die nachstehenden Daten wurden der Festschrift entnommen:

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VI. Bundesschießen des Schützenbundes Neumark – Posen (01.-02. August 1897) / Teil 2

Titelseite: „Fest-Zeitung für das VI Bundesschiessen der Schützenbund Neumark-in Posen Neutomischel am 1. und 2. August 1897 " - In  Sammlungen der Universitätsbibliothek in Poznan

Titelseite: „Fest-Zeitung für das VI
Bundesschiessen der Schützenbund Neumark-in Posen Neutomischel am 1. und 2. August 1897 “ – In Sammlungen der Universitätsbibliothek in Poznan

Schuß auf Schuß krachte nun den Scheiben entgegen und sowohl der Festscheibenstand wie die drei Stände für das Lagenschießen waren dicht umdrängt von schießlüsternen Schützen „bereit, sich friedlichem Wettkampf zu weih’n!“, aber in musterhafter Ordnung ging alles von Statten und jeder ließ es sich angelegen sein, dem Schießauschuß sein an und für sich so schweres Amt nach Möglichkeit zu erleichtern.

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VI. Bundesschießen des Schützenbundes Neumark – Posen (01.-02. August 1897) / Teil 1

VI. Bundes-Schiessen in Neutomischel 1897 / Zeitungsanzeige

VI. Bundes-Schiessen in Neutomischel 1897 / Zeitungsanzeige

Regen, Regen, nichts als Regen !

Eifriger und besorgter haben unsere lieben Mitbürger wohl selten in das Wetter geschaut, als in der Woche, die dem VI. Bundesschießen des Schützenbundes Neumark – Posen vorausging; hing doch von dem Wetter zum wesentlichen Theil das Gelingen des so sorgsam vorbereiteten Festes ab. Aber fast schien es, als hätte der Himmel alles, was an Wolken überhaupt aufzutreiben gewesen, just nach Neutomischel berufen, um sie über der Feststadt zu entleeren:

Regen des Morgen, Regen des Mittags, Regen des Abends und sogar des Nachts !

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Die Zuckerfabrik in Opalenitza brennt – 10. Juni 1896

Opalenitza Zuckerfabrik – Bild: “Opalenica na dawnej pocztówce” S.33 Öffentliche Stadt- und Kreisbibliothek

Opalenitza Zuckerfabrik – Bild: “Opalenica na dawnej pocztówce” S.33 Öffentliche Stadt- und Kreisbibliothek

. . . so die Meldung im Posener Tageblatt vom 11. Juni 1896 –

„Heute früh wurde von Opalenitza aus telegraphisch gemeldet, dass dort die zweite, neuerbaute Zuckerfabrik in Brand gerathen und fast völlig niedergebrannt ist“

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Grabsteine Friedhof Blenke – Die Brüder Hirt

Grabstein der Brüder Heinrich und Otto Hirt - Aufn. PM

Grabstein der Brüder Heinrich und Otto Hirt – Aufn. PM

Hier ruhen in Gott

Heinrich Hirt (vollst. Heinrich Wilhelm)
geb. 07. Januar 1883 zu Blenke – gest. 23 Dezember 1886 zu Blenke

und

Otto Hirt (vollst. Heinrich Otto)
geb. 08 September 1877 zu Blenke -gest. 15 Dezember 1886 zu Blenke

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Grabsteine Friedhof Blenke – Johann Gottlieb Jaekel

Grabstein Johann Gottlieb Jaekel (1805-1875) / Aufn. PM

Grabstein Johann Gottlieb Jaekel (1805-1875) / Aufn. PM

Johann Gottlieb Jaekel war einstiger Eigentümer im Dorf Blenke gewesen. Er fand auch Erwähnung als Kirchenältester. Er war ca. 1805 als Sohn der Eheleute Christian Jaekel und der Anna Elisabeth geb. Heinrich geboren worden, er verstarb am 04. Juli 1875 in Blenke.

Nicht bekannt ist, zu wann und wo er geheiratet hatte.

Seine Frau war Wilhelmine Dorothea geb. Wohlfeil gewesen. Sie stammte aus Konitz in Westpreußen und war dort ca. 1811 als Tochter des Johann Wohlfeil und dessen Ehefrau einer geborenen Niederlage mit unbekanntem Vornamen geboren worden; sie verstarb 1877 in Blenke.

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Militärpflichtige und Invalidenprüfungsverfahren im Juni 1900

Der ehemalige Schwarze Adler / Ausschnitt aus AK Sammlung Wojtek Szkudlarski

Der ehemalige Schwarze Adler / Ausschnitt aus AK Sammlung Wojtek Szkudlarski

“Im Jahr 1871 dehnten die Artikel 57 ff. der Reichsverfassung die in Preußen seit 1814 geltende allgemeine Wehrpflicht auf ganz Deutschland aus. So hatte nun „jeder Deutsche“ mit vollendetem 20. Lebensjahr 7 Jahre lang dem Heer oder der Marine anzugehören. Um im Allgemeinen wissenschaftliche und gewerbliche Ausbildung so wenig wie möglich durch die allgemeine Wehrpflicht zu stören, war es jedem jungen Mann überlassen, schon nach dem vollendeten 17. Lebensjahr, wenn er die nötige moralische und körperliche Qualifikation hatte, freiwillig in den Militärdienst einzutreten.  Alle Wehrpflichtigen waren, wenn sie nicht freiwillig in die preußische Armee eintraten, vom 1. Januar des Kalenderjahres an, in welchem sie das 20. Lebensjahr vollenden, der Aushebung unterworfen (militärpflichtig). Sie hatten sich zu diesem Zwecke bei den zuständigen Ersatzbehörden regelmäßig zu melden, bis über ihre militärische Verwendung entschieden wurde, jedoch höchstens zweimal jährlich” (2)

Am Dienstag, den 29. Mai 1900 wurde im Amtlichen Teil des Kreisblattes von Neutomischel wie folgt bekannt gegeben:

Das diesjährige Ober-Ersatz-Geschäft findet am Mittwoch, den 20. und Donnerstag, den 21. Juni im Hotel zum Schwarzen Adler in Neutomischel (Inhaber H. Niedbal) statt.

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Orgelrenovierung im Jahr 1908 in Neu Tomysl

2012 - Im inneren der Herz Jesu Kirche, der früheren evangelischen Kirche zu Neu Tomysl - Aufn. PM

2012 – Im inneren der Herz Jesu Kirche, der früheren evangelischen Kirche zu Neu Tomysl – Aufn. PM

„Nachdem in unserer evangelischen Kirche an 4 Sonntagen, einer umfassenden Reparatur der Orgel wegen, der Gemeindegesang nicht begleitet werden konnte, hatten wir am letzten Sonntag (19. Juli 1908) die Freude, dieses weihevolle Instrument wieder in seiner ganzen Fülle zu hören. Mit außerordentlichem Geschick, großer Sachkenntnis und peinlichster Sorgfalt hat unser Orgelbaumeister, Herr Janott, durch Renovierung der Orgel ein durchaus modernes Kunstwerk geschaffen.

Wenn auch das äußere Gewand des Instrumentes keine wesentliche Veränderung aufweist, so ist doch der innere Ausbau nunmehr ein ganz anderer.

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Sherlock Holmes falsch verstande – 1908

Von Sidney Paget (1860-1908) - de.WP, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=6635141

Von Sidney Paget (1860-1908) – de.WP, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=6635141

Der Sattlergeselle Alfred Japke stieg durch ein Fenster in das Kontor der Koeppler’schen Getreidehandlung (Wollstein), wo er für den Jahrmarkt eine größere Summe Geldes vorhanden wußte. In der Absicht, den im Kontor stehenden Geldschrank zu erbrechen, hatte er sich mit einem Stemmeisen und einer Zange versehen; außerdem führte er ein langes, dolchartiges Messer mit sich. Koeppler wurde durch seinen Hund aus dem Schlafe geweckt, als der Einbrecher durch die offenstehende Tür in das Schlafzimmer eindrang und mit dem gezogenen Messer auf ihn zukam. Es entspann sich ein heftiges Ringen, in dessen Verlaufe Koeppler durch mehrere Messerstiche schwer verletzt wurde. Inzwischen war durch die Schwester des Ueberfallenen aus der Nachbarschaft Hilfe herbeigerufen worden. Es gelang, den Verbrecher zu überwältigen und der Polizei zu übergeben. Japke ist der Sohn des allgemein geachteten Gemeindevorstehers in Kaisertreu (Podgradowice) bei Rakwitz. Was ihn zu dieser Tat getrieben, konnte noch nicht festgestellt werden. Er selbst stellt sich als das Opfer der Scherlock-Holmes-Lektüre hin, die in ihm einen unwiderstehlichen Drange zu verwegenen Taten hervorgerufen habe.

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Quellen soweit nicht direkt im Text oder in der Bildbeschreibung genannt:
Großpolnische digitale Bibliothek Poznan (http://www.wbc.poznan.pl/dlibra) – “Amtliches Kreis-Blatt für den Kreis Neutomischel” 1908; Personenstandsunterlagen Staatsarchivs Poznan (http://szukajwarchiwach.pl/)

Das Gelände des ehemaligen evangelischen Friedhofes in Nowy Tomyśl / 2017

April 2017 - das Gelände des ehemaligen evangelischen Friedhofes / Aufn. PM

April 2017 – das Gelände des ehemaligen evangelischen Friedhofes / Aufn. PM

Liebe Leser,

seitens des derzeitigen Bürgermeisters der Stadt, Herrn Włodzimierz Hibner, startete der Aufruf zur Einsendung von „Visionen und Ideen über die Entwicklung der Stadtparzelle Reg. Nr. 284/16“ bis zum 15. Mai 2017.

Dieses ist das Areal des ehemaligen evangelischen Friedhofes, auf welchem auch der Gedenkstein zur Erinnerung der hier zur letzten Ruhe bestatteten ehemaligen evangelischen Einwohner der Stadt steht. Dieser Stein wurde seinerzeit gemeinsam von ehemaligen evangelischen deutschen und den heutigen polnischen Einwohnern der Stadt aufgestellt.

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Dakowy Mokre – 1896 – Großfeuer …

Dakowy Mokre - Postkartenausschnitt Sammlung A. Kraft
Dakowy Mokre – Postkartenausschnitt Sammlung A. Kraft

…mit Verlust von Menschenleben !

So lautete die Meldung am 11. Juni 1896 in der Mittags-Ausgabe des Posener Tageblattes.

„Gestern (10. Juni 1896) abend brach gegen 10 Uhr auf bisher unaufgeklärte Weise in einer Scheune auf dem Dominium Dakowy Mokre Feuer aus, das so rapide um sich griff, daß in kurzer Zeit fast sämmtliche Wirthschaftsgebäude in Flammen standen.

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Schöffengerichtssitzungen Januar – Juni 1906

Relief über dem Eingang des ehemaligen Amtsgerichtes - Justitia, die Personifikation der Gerechtigkeit; die Waage für die sorgfältige Abwägung der Sachlage, die Augenbinde für die Unparteilichkeit fehlt, das Richtschwert für die Durchsetzung mit der nötigen Härte - Bild: EA

Relief über dem Eingang des ehemaligen Amtsgerichtes – Justitia, die Personifikation der Gerechtigkeit; die Waage für die sorgfältige Abwägung der Sachlage, die Augenbinde für die Unparteilichkeit fehlt, das Richtschwert für die Durchsetzung mit der nötigen Härte – Bild: EA

Nachstehend sind die Verhandlungspunkte und Urteile der Schöffengerichtssitzungen vom Januar – Juni 1906 wiedergegeben.

Entnommen wurde die Berichterstattung dem Neutomischler Kreisblatt des Jahres 1906.

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Feuer am Neuen Markt in Neutomischel – 1906

Die Familie des Schornsteinfegers Jeenicke vor ihrem Haus, vermutlich aufgenommen kurz vor dem Brand / Bild: A. Kraft

Die Familie des Schornsteinfegers Jeenicke vor ihrem Haus, vermutlich aufgenommen kurz vor dem Brand / Bild: A. Kraft

„Am vergangenen Freitag (02.03.1906), abends gegen 8 Uhr“ so berichtete das Neutomischeler Kreisblatt am 06. März 1906, „brach in dem Hintergebäude des Tischlermeisters Herrn Kubel am Neuen Markt Feuer aus, das rasch das Vorderhaus ergriff und auch dieses sowie das angrenzende Wohnhaus der Frau Goldmann in Asche legte.

Bei dem herrschenden Wind und bei der Bauart der alten, mit Pappdach bedeckten Hausgrundstücke war die Gefahr nahe, daß die ganze Häuserreihe dem verheerenden Element zum Opfer fallen würde. Die Bewohner dieser Grundstücke hatten deshalb ihre Habe auf den Marktplatz gestellt oder bei Bekannten untergebracht.

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Steckbrief: Paul Friedrich Wilhelm Tepper – 1875

Der Steckbrief aus dem Jahr 1875

Der Steckbrief aus dem Jahr 1875

In der 10ten Ausgabe des Oeffentlichen Anzeigers des Amts-Blatts der Königlichen Regierung zu Stralsund vom 11. März 1875 fand sich nachstehender Steckbrief:

„Der unten näher bezeichnete Schlächtergeselle Paul Friedrich Wilhelm Tepper aus Chwalim bei Unruhstadt, Kreis Bomst, welcher sich wegen verschiedener schwererer Diebstähle in Untersuchung befindet, ist in der Nacht vom 28. Februar zum 1. März aus dem Gefängnis zu Swinemünde entsprungen.

Es wird ersucht, den bez. Tepper im Betretungsfalle festzunehmen und mit allen bei ihm sich vorfindenden Gegenständen an unser Kreis-Gerichts-Gefängnis abzuliefern.

Anklam, den 1. März 1875 – Königliches Kreisgericht, I. Abtheilung“

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Fahrradunfall der Anna Grätz / 1908

Die ehem. Bahnhofstraße - Postkarte Sammlung Wojtek Szkudlarski

Die ehem. Bahnhofstraße – Postkarte Sammlung Wojtek Szkudlarski

„Am Dienstag (15. Dezember 1908) abend geriet in der Bahnhofstrasse eine Radfahrerin namens Anna Grätz (18 Jahre) aus Wiosker-Hauland (ca. 20 km von Neutomischel entfernt), Stieftochter des Eigentümers Karl Lukas daselbst, unter die Räder eines Lastwagens, sodaß die Bedauernswerte nicht unerheblich verletzt wurde und dem hiesigen Krankenhaus mittels Tragkorbes zugeführt werden mußte.

Die Verletzungen sind meistens Quetschwunden und keine Knochenbrüche und sollen, wie wir hören, glücklicherweise nicht ernsterer Natur sein, sodaß die Verunglückte schon in den nächsten Tagen aus dem Krankenhause entlassen werden dürfte.

Den Kutscher soll keine Schuld treffen, vielmehr ist anzunehmen, daß die Radlerin bei dem Versuche, zwischen dem Wagen und dem Rinnstein vorüberzufahren, infolge der Glätte mit dem Rade ausgeglitten ist und dabei unglücklicherweise unter den Wagen fiel.“

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Falscher Verdacht / 1908

Rudnik Ortsdurchfahrt; rechts Mauer zum Areal des alten Herrenhauses von Andrzeja und Władysława Niegolewskich, welches heute eine Schule ist / Bild: EF

Rudnik Ortsdurchfahrt; rechts Mauer zum Areal des alten Herrenhauses von Andrzeja und Władysława Niegolewskich, welches heute eine Schule ist / Bild: EF

Am 28. August 1908 berichtigte das Neutomischeler Kreisblatt:

„Bei Gastwirt Ignatz Filipowski (verehelicht gewesen mit Stanislawa geborene Röhr) in Rudnik kehrte ein Landstreicher ein, trank eine Limonade und entfernte sich hierauf.

Gegen 6 Uhr nachmittags bemerkte ein im Gasthause weilender Gast, wie der Schober des Filipowski, welcher unweit des Gehöftes steht, von demselben Landstreicher in Brand gesetzt wurde. Der Strolch, namens Johann Gajewski, ist sofort auf frischer Tat verhaftet und nach dem Königlichen Amtsgericht zu Grätz überführt worden. Gajewski will russischer Staatsangehöriger sein.“

Es dauerte bis zum Oktober des Jahres 1908 ehe sich aufklärte, dass der bei der Brandstiftung beobachtete und auf frischer Tat verhaftete „Landstreicher“ Johann Gajewski mit der Brandstiftung nichts zu tun hatte und aus der Haft entlassen werden konnte; es fand sich kein Hinweis auf ein Bedauern, noch dahingehend, dass die falsche Beschuldigung in irgendeiner Weise verurteilt wurde.

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Badeunfall des Stanislaus Nawrot – 1908

Alte Strasse von Alttomischel nach Wytomysl - Postkartenausschnitt

Alte Strasse von Alttomischel nach Wytomysl – Postkartenausschnitt

Das Neutomischeler Kreisblatt berichtete wie folgt:

„Alttomischel – Als am Montag (27. Juli 1908) abend mehrere Maurer nach Feierabend in dem nach Witomischel zu gelegenen Teiche ein Bad nehmen wollten, ertrank der zuerst von ihnen in das Wasser stürzende 17 jährige Maurerlehrling Nawrot von hier vor den Augen seiner Arbeits-Kollegen.

Herr Pflaum jr. aus Neutomischel, welcher in demselben Teiche badete, bemühte sich, leider vergebens, den jungen Mann zu retten. Erst Dienstag (28. Juli 1908) früh wurde die Leiche geborgen.“

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Tragischer Unfall des Jacob Werner – 1908

Pferde auf dem ehemaligen Gut zu Sliwno / Postkartenausschnitt

Pferde auf dem ehemaligen Gut zu Sliwno / Postkartenausschnitt

In den Standesamtsunterlagen von Sliwno findet sich unter der No. 30 vom 2ten October 1908 nachfolgender Eintrag:

„Auf Mitteilung des königlichen Distrikts Amtes Opalenitza ist heute eingetragen worden, daß der Pferdeknecht Jacob Werner, katholischer Religion, Ehemann der Valentine geborene Osińska, wohnhaft zu Sliwno, geboren zu Buszewo am dreiundzwanzigsten (lt. Geburtseintrag wurde er am 13. geboren) Juli 1873, Sohn des verstorbenen Arbeiters Paul Werner und dessen zu Albrechtshof noch lebenden Ehefrau Marianna geborene Kazmierczak, am achtundzwanzigsten September 1908 abends neun Uhr zu Sliwno gestorben ist.“

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Feuer bei Dickschak in Wonsowo / 1908

Wonsowo/Wasowo die ehem. Dorfstraße - Postkartenausschnitt

Wonsowo/Wasowo die ehem. Dorfstraße – Postkartenausschnitt

Am 18. August 1908 veröffentlichte das Kreisblatt Neutomischel die Meldung:

„Am letzten Sonntag (16. August 1908) zwischen 12 und 1 Uhr entstand bei dem Landwirt Lorenz Dickschak hierselbst (Wonsowo) Feuer, durch welches eine mit Erntevorräten vollgefahrene Scheune eingeäschert wurde.

Außer einigen landwirtschaftlichen Maschinen konnte nichts gerettet werden.

Bei den Löschversuchen verbrannte sich die alte Mutter des Besitzers das ganz Gesicht. Das Feuer ist durch Spielen der Kinder mit Streichhölzern entstanden.

Der Schaden soll durch Versicherung gedeckt sein.“

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Quellen soweit nicht direkt im Text oder in der Bildbeschreibung genannt: Großpolnische digitale Bibliothek Poznan (http://www.wbc.poznan.pl/dlibra) – “Amtliches Kreis-Blatt für den Kreis Neutomischel” 1908

Feuer bei Bomme in Bentschen / 1908

Bentschen / Zbąszyń die ehem. Breite Strasse - Bild: "Zbąszyń (Bentschen) na dawnych pocztówkach (1895-1945)"

Bentschen / Zbąszyń die ehem. Breite Strasse – Bild: „Zbąszyń (Bentschen) na dawnych pocztówkach (1895-1945)“

Am 10 Juli 1908 veröffentlichte das Kreisblatt Neutomischel die Meldung:

„Kürzlich brannte auf dem Kaufmann Bomme’schen Grundstücke in Bentschen ein unmittelbar an das Wohnhaus angrenzender Holz- und Lagerschuppen.

Der sich schnell sammelnden Feuerwehr gelang es nach etwa halbstündigem Arbeiten, das Feuer zu dämpfen.

Die Entstehungsursache ist noch nicht ermittelt worden.“

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Quellen soweit nicht direkt im Text oder in der Bildbeschreibung genannt: Großpolnische digitale Bibliothek Poznan (http://www.wbc.poznan.pl/dlibra) – “Amtliches Kreis-Blatt für den Kreis Neutomischel” 1908

Feuer bei Lausch in Pinne / 1908

Pinne / Pniewy - Ansicht von der Seeseite - Bild: Postkartenausschnitt

Pinne / Pniewy – Ansicht von der Seeseite – Bild: Postkartenausschnitt

Am 11. August 1908 veröffentlichte das Kreisblatt Neutomischel die Meldung:

„Kürzlich wurde unsere Stadt Pinne nachts durch Feuerlärm alarmiert.

Es brannten die beiden nebeneinander liegenden, mit Getreide gefüllten Scheunen, der Frau Hotelbesitzer Lausch gehörig, nieder.

Das Feuer ist offenbar von ruchloser Hand angelegt worden“

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Quellen soweit nicht direkt im Text oder in der Bildbeschreibung genannt: Großpolnische digitale Bibliothek Poznan (http://www.wbc.poznan.pl/dlibra) – “Amtliches Kreis-Blatt für den Kreis Neutomischel” 1908

Feuer bei Friedenberger in Boruy / 1908

Ehemaliger Gasthof Friedenberger zu Boruy / Postkartenausschnitt  Sammlung Wojtek Szkudlarski

Ehemaliger Gasthof Friedenberger zu Boruy / Postkartenausschnitt Sammlung Wojtek Szkudlarski

„Heute (22.September 1908) früh gegen 2 Uhr ging eine, zu der Gastwirtschaft Friedenberger hierselbst (Kirchplatz Boruy) gehörige, massiv erbaute Remise auf bisher unaufgeklärte Weise in Flammen auf.

Obwohl die angrenzenden Hintergebäude stark gefährdet waren, gelang es den Löschmannschaften durch ihre angestrengte Tätigkeit, diese sowie das Vorderhaus vor dem Element zu schützen.

Es waren vier Spritzen an der Brandstelle, je eine aus Altborui, Scharke, Neutomischel und die Ortsspritze. Die abgebrannte Remise ist versichert, auch konnten die Vorräte, welche in derselben lagerten, zum größten Teil gerettet werden.“

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Quellen soweit nicht direkt im Text oder in der Bildbeschreibung genannt: Großpolnische digitale Bibliothek Poznan (http://www.wbc.poznan.pl/dlibra) – “Amtliches Kreis-Blatt für den Kreis Neutomischel” 1908

 

Übung der Pflichtfeuerwehr Neutomischel / 1908

Historische "Spritze" im Feuerwehrmuseum von Rakwitz/Rakoniewice - Bild: http://muzeum.psp.wlkp.pl/

Historische „Spritze“ im Feuerwehrmuseum von Rakwitz/Rakoniewice – Bild: http://muzeum.psp.wlkp.pl/

Am 10. Mai 1908 berichtete das „Neutomischeler Kreisblatt“ wie folgt: „Wie verlautet, soll in den nächsten Tagen, nachmittags, eine Uebung der Pflichtfeuerwehr hierselbst stattfinden, wozu alarmiert werden wird.

Wir wollen nicht verfehlen, darauf hinzuweisen, daß alle zum Eintritt in die Pflichtfeuerwehr verpflichteten männlichen Einwohner der hiesigen Stadt von vollendetem 18. bis zum vollendeten 55. Jahre pünktlich am Rathause zu erscheinen haben. Wer ohne genügende Entschuldigung nicht, oder zu spät erscheint, sich bei der vorgesetzten Stelle nicht meldet pp. hat seine Bestrafung zu gewärtigen.“

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Fälschung vom Getreide-Lieferzettel / 1908

Die ehemalige Dampfmühle Maennel / Bild: Maennel Archiv

Die ehemalige Dampfmühle Maennel / Bild: Maennel Archiv

„Ein Eigentümer aus Grubske verkaufte am Donnerstag (16. Januar 1908)  1 Ztr. Roggen an die hiesige Dampfmühle von Gebr. Maennel und erhielt hierüber einen Gutschein. Als nun der Mann kurze Zeit darauf durch seinen 18 jährigen Sohn das Geld abholen ließ, war auf dem Zettel die Zahl „1“ in eine „9“ umgeändert, was aber nicht gleich bemerkt wurde, sodaß 9 Ztr. Roggen statt des gelieferten einen Zentners bezahlt wurden.

Nachdem sich bald darauf der Betrug herausgestellt hatte, wurde sofort Anzeige erstattet, und es gelang dem Stadtwachtmeister Schubert, den Unehrlichen, der mittlerweile einen Teil des Geldes versteckt hatte, ausfindig zu machen. Er wird sich demnächst vor dem Gericht zu verantworten haben. Die Firma ist wieder in den Besitz des für 8 Ztr. Roggen zu viel gezahlten Geldes gekommen.“

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Zeche Radbod – Grubenunglück 1908

Postkarte, 1908, mit der Handschrift „Die Unglückszeche“ / Bild: https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Gedenkst%C3%A4tte_Zeche_Radbod?uselang=de

Postkarte, 1908, mit der Handschrift „Die Unglückszeche“ / Bild: https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Gedenkst%C3%A4tte_Zeche_Radbod?uselang=de

Am 12. November 1908, gegen 4:20 Uhr, ereignete sich das bis dahin schwerste Grubenunglück im deutschen Steinkohlebergbau in der Zeche Radbod. Ob die Schlagwetterexplosion durch eine defekte Wetterlampe oder durch ein Sprengung in einem Flöz ausgelöst wurde, ist nicht bekannt.

348 Kumpel der Nachtschicht, fast die gesamte Mannschaft, kamen ums Leben.

Es war diese Schicht, lt. Beitrag im Neutomischler Kreisblatt hatte Paul Otto Seide sie zusätzlich geleistet, die dem 21-jährigen den Tod brachte.

Unter den Opfern des Unglückes befanden sich auch drei Männer aus Wielichowo, diese wurden jedoch nicht namentlich erwähnt.

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Gebäude der Stadt – No. 4 Posener Straße / Teil I. – Chirurgius und Wundarzt Sagawe

Berliner Chirurgensiegel, datiert 1727 / Bild: Buch "Alte Berufe"

Berliner Chirurgensiegel, datiert 1727 / Bild: Buch „Alte Berufe“

„Der Wundarzt wird zwar zu verschiedenen Verrichtungen gebraucht; doch bestehen diese hauptsächlich in der Heilung äußerlicher Wunden am menschlichen Leibe.

Der Kopf wird bald durch Stoßen, bald durch Schlagen, Schießen oder Stechen, durch Geschwüre und Beulen verletzt. Bald werden Arme, bald Beine gebrochen, oder verrenkt, ohne anderer Wunden und der Brüche zu erwähnen. Zur Hebung dieser Uebel bedient sich der Wundarzt bald erweichender Mittel, um gewisse Verhärtungen und Geschwüre zu zeitigen, bald ätzender und anderer geistiger Wasser, um die Fäulniß zu verhindern und die Wunden zusammenzuziehen, bald der Pflaster, um die freie Luft abzuhalten und die Heilung zu beschleunigen.

Oft kann aber die Heilung nicht glücklich von Statten gehen, wenn nicht ein oder ein anderes Glied abgenommen wird, was mit Hilfe chirurgischer Instrumente geschieht. Oft versteht der Chirurg auch die Geburtshilfe.“

Berufsbeschreibung  in „Neuer Orbis Pictus“  aus dem Jahr 1835

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Gebäude der Stadt – Hausgrundstück No. 5 Posener Straße / Teil II. – Neubauten einer Bäckerei und eines Handelsgeschäftes um 1850

Die alte Posener Straße, die Häuser 5 A und 5 B lagen auf der rechten Seite, im Hintergrund ist der ehemalige Alte Markt erkennbar / Karte Sammlung Wojtek Szkudlarski

Die alte Posener Straße, die Häuser 5 A und 5 B lagen auf der rechten Seite, im Hintergrund ist der ehemalige Alte Markt erkennbar / Karte Sammlung Wojtek Szkudlarski

Unser erster Beitrag endete mit dem Bemerken, dass um das Jahr 1850 „Neubauten“ auf dem Stadtgrundstück No. 5 Posener Straße entstanden waren und das kleine Häuschen des Handschuhmachers Firle diesen hatte weichen müssen.

Eine erste Information aus den alten Aufzeichnungen war, dass in diesen Gebäudebeschreibungen ab dem Jahr 1850 die Parzelle No. 5 geteilt und als 5 A und 5 B beschrieben worden war, es sich also seit jener Zeit um 2 Hausgrundstücke gehandelt hatte.

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Gebäude der Stadt – Hausgrundstück No. 5 Posener Straße / Teil I. – Haus des Handschuhmachers Firle – ca. 1775-1849

Die Posener Straße - die No. 5 hat sich links zum Ende hin befunden / Karte Sammlung Wojtek Szkudlarski

Die Posener Straße – die No. 5 hat sich links zum Ende hin befunden / Karte Sammlung Wojtek Szkudlarski

Im Jahr 1836 wurde durch die Provinzial-Feuerversicherung auch das auf dem Hausgrundstück No. 5 Posener Straße freistehende Häuschen des Handschuhmachers Johann Gottlieb Firle registriert.

54,5×16 Fuß in der Grundfläche (ca. 81,0 qm) und 6,5 Fuss (knapp 2m) hoch. Ein Haus, wie fast alle in jener Zeit, aus Bohlen errichtet. Diese wiederum innen wie aussen mit Lehm beworfen. Beide Giebel waren mit Brettern zum Schutz gegen die Witterung verschlagen.

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Blitzschlagkatastrophe – 1910

Landschaft bei Konkolewo

Landschaft bei Konkolewo

„Eine schwere Blitzschlagkatastrophe ereignete sich während des heftigen Gewitters am Sonnabend abend (09. Juli 1910) in hiesiger Gegend.

Auf der Sworzycer Feldmark wurden der verheiratete Maurer Berthold Würfel aus Konkolewo und der Maurerlehrling Ewald Hübner aus Blenke, welche sich zu Fuß von Eichenhorst nach Hause begaben, gegen 10 Uhr vom Gewitter überrascht und von einem Blitzstrahl getroffen.

Erst am Sonntag morgen (10. Juli 1910) wurden die beiden übereinander liegenden Leichen der Erschlagenen aufgefunden und Herr Kreisarzt Dr. Buddee aus Neutomischel geholt, der jedoch nur den Tod der so jäh aus dem Leben gerissenen fleißigen Leute feststellen konnte.

Der etwa 50 Jahre Würfel hinterläßt seiner Frau mehrere unversorgte Kinder.“

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1890 Jagdunglück – Tod des 17 jährigen Carl Sperling

Wälder um Nowy Tomyśl - Aufn. PM

Wälder um Nowy Tomyśl – Aufn. PM

Im Standesamts-Register von Neutomischel wurde unter der laufenden Nummer 225 am 24. Dezember 1890 notiert:

„Zufolge Mittheilung des Königlichen Districtsamtes hierselbst vom 23. Dezember 1890 No. 4655/90 ist heute eingetragen worden, daß Carl Sperling, ledigen Standes, ohne Gewerbe, 17 Jahre alt, evangelischer Religion, wohnhaft zu Forsthaus Mischke, geboren zu Lubenhauland, Kreis Meseritz, Sohn des Försters Heinrich Sperling und dessen Ehefrau Auguste geborene Wolfram, in der Altomischel’er Forst am einundzwanzigsten Dezember des Jahres tausend achthundert neunzig, nachmittags um 4 Uhr verstorben ist.

Ueber den Todesfall hat eine amtliche Ermittelung stattgefunden“

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Schöffengerichtssitzungen July – Dezember 1905

Relief über dem Eingang des ehemaligen Amtsgerichtes - Justitia, die Personifikation der Gerechtigkeit; die Waage für die sorgfältige Abwägung der Sachlage, die Augenbinde für die Unparteilichkeit fehlt, das Richtschwert für die Durchsetzung mit der nötigen Härte - Bild: EA

Relief über dem Eingang des ehemaligen Amtsgerichtes – Justitia, die Personifikation der Gerechtigkeit; die Waage für die sorgfältige Abwägung der Sachlage, die Augenbinde für die Unparteilichkeit fehlt, das Richtschwert für die Durchsetzung mit der nötigen Härte – Bild: EA

Nachstehend sind die Verhandlungspunkte und Urteile der Schöffengerichtssitzungen vom Juli bis Dezember 1905 wiedergegeben.

Entnommen wurde die Berichterstattung dem Neutomischler Kreisblatt des Jahres 1905.

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Orgelumbau in Kuschlin – 1911

Die ehem. evgl. Kirche zu Kuschlin - Bilder EA

Die ehem. evgl. Kirche zu Kuschlin – Bilder EA

„In der hiesigen Kuschliner evangelischen Kirche ist die Orgel einem gänzlichen Umbau unterzogen worden. Herr Orgelbauer Janott aus Neutomischel hat seine Tüchtigkeit bewiesen, indem er ein vorzügliches pneumatisches Werk hergestellt hat.

Am 26. v. Mts. (26. August 1911) weilte Herr Kantor Tamke aus Neustadt b. P. hier, um unter Beisein des Herrn Pfarrer Fischer und des Gemeinde-Kirchenrates das neue Werk abzunehmen. Er hat über die umgebaute Orgel ein sehr günstiges Urteil gefällt, das seinem Meister zur Ehre gereicht.“

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Kritische Stimmen zum „deutschen“ Treiben – 1911

Glier's Hotel - Bild: Lwówek na dawnej pocztówce

Glier’s Hotel – Bild: Lwówek na dawnej pocztówce

Am 21. Juli 1911 in der No. 58 berichtete das Neutomischler Kreisblatt über ein „deutsches Verbrüderungsfest“ welches am Sonntag, dem 16. Juli 1911 in Neustadt bei Pinne stattgefunden hatte. Es war ein Bericht, wie viele andere auch …

Dieses Fest wurde in einem Leserbrief, welcher in der Ausgabe vom 25. Juli 1911, jedoch unter anderen Gesichtspunkten dargestellt.

Diese kritische Zuschrift ist einige der wenigen, die abgedruckt wurden. Leider ist nicht erwähnt, wer der Einsender – „von beachtenswerter Seite“ – gewesen war.

 

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Otto Johannes Fröde 1894-1968

"Die Welt in Leipzig, Internationale Ausstellung für Buchgewerbe und Graphik Bugra 1914" - Quelle: *1

„Die Welt in Leipzig, Internationale Ausstellung für Buchgewerbe und Graphik Bugra 1914“ – Quelle: *1

Am 30. September 1894 wurde Otto Johannes Fröde geboren. Seine Eltern waren der Küster der Stadt Neutomischel  Johann Wilhelm Friedrich Fröde und dessen Ehefrau Johanna Christine geborene Seidel.

Unter Otto Dorfner, einem Buchbindermeister und Einbandgestalter, welcher als Werkstattleiter und Hochschullehrer an der Kunstgewerbeschule in Weimar wirkte, erlernte er das Buchbinderhandwerk.

Aufgrund seiner dortigen Leistungen als Buchbindergehilfe wurde er zur erleichterten 1-jährigen Prüfung zugelassen, die er mit Erfolg bestand.

Anlässlich der „Bugra“ – der Internationalen Ausstellung für Buchgewerbe und Graphik – druckte das Neutomischler Kreisblatt am 13. Mai 1914 nachfolgenden Artikel:

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Wettfahrt mit Folgen / 1901

Galopp 1Endete unser Artikel über das „Schinschern“ mit dem Satz:

„Zur Verhütung von Unglücksfällen sollten die Kinder durch alle, die auf sie einwirken in der Lage und berechtigt sind, angehalten werden, dem winterlichen Vergnügen nur dort obzuliegen, wo keine Gefahr von Passanten damit verbunden ist.“

Fragen wir uns nun mit einem Schmunzeln wer denn wohl auf die Erwachsenen einwirkte und dazu berechtigt war … ?

Es fand sich folgende Zeitungsmeldung:

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„Schinschern“ oder „Kascheln“ / 1901

Schinschern111„Bei dem jetzigen Frostwetter beginnt von unserer lieben Schuljugend sofort wieder das sogenannte „Schinschern“ oder „Kascheln“.

Jede nur erreichbar Pfütze, und mag sie noch so klein sein, wird zu diesem winterlichen Sport benutzt.

Dieses an und für sich ziemlich harmlose Vergnügen ist ja auch der lieben Jugend von Herzen zu gönnen, nur sollte nicht jedes beliebige Trottoir innerhalb der Straßen der Stadt dazu Verwendung finden. Durch die entstehende Glätte kommen fast täglich einige Erwachsene, welche die sogenannten „Schinschern“ namentlich Abends bei eintretender Dunkelheit, nicht bemerken, zu Fall und ziehen sich oft schwere Verletzungen zu.

Zur Verhütung von Unglücksfällen sollten die Kinder durch alle, die auf sie einwirken in der Lage und berechtigt sind, angehalten werden, dem winterlichen Vergnügen nur dort obzuliegen, wo keine Gefahr von Passanten damit verbunden ist.“

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Quellen, soweit nicht direkt im Text oder in Bildbeschreibungen angegeben: Großpolnische digitale Bibliothek Poznan (http://www.wbc.poznan.pl/dlibra) – “Amtliches Kreis-Blatt für den Kreis Neutomischel” 1901-12-20

 

Ende eines Brauches – Christnachtfeier in Neutomischel – Weihnachten 1912

Candels - Bild: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Candels.JPG?uselang=de

Candels – Bild: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Candels.JPG?uselang=de

Am 17. Januar 1913 erschien im Neutomischler Kreisblatt nachfolgender Artikel . . .

„Mit einem von altersher in der hiesigen evangelischen Kirche eingeführten Brauch des „Quempas-Singens“ bei der Feier der Christnacht am Vorabend des Weihnachtsfestes hat man leider gebrochen, und enttäuscht trat wohl so mancher Kirchenbesucher diesmal seinen Heimweg an.

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Scherlanke / Przyłęk – Statistik aus dem Jahr 1793

sierlanke

Scherlanke – Zielonka – Sierlanko – Przyłęk

In Prästationstabellen sind die Grundeigentümer mit der Größe Ihrer Grundstücke und den zu leistenden Abgaben aufgelistet,  sowie auch die Daten über das vorhandene Vieh und letztlich die Anzahl der im Haushalt lebenden Personen.

Nachstehend ist diese Tabelle in Auszügen für die Höfe des Dorfes Scherlanke – Zielonka – Sierlanko – Przyłęk des Jahres 1793 zu finden

 

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Dezember – Grudzień 2016

Weihnachten - Neujahr / Boże Narodzenie - Nowy Rok 2016-2017

Weihnachten – Neujahr / Boże Narodzenie – Nowy Rok 2016-2017

Erinnerungen an Grätz / Grodzisk

Grätz - Alter Markt, links vorn im Bild die frühere Conditorei Jaeger: rechts die Rückseite des ehem. Rathauses / Ansichtskarten Nachdruck

Grätz – Alter Markt, links vorn im Bild die frühere Conditorei Jaeger: rechts die Rückseite des ehem. Rathauses / Ansichtskarten Nachdruck

Vor Jahren saß ich einmal im Kurpark von Warmbrunn und hörte, wie ein Herr am Nachbartisch beim Kellner ein „Glas Grätzer“ bestellt. Ein anderer an demselben Tisch fragte: „Woher kommt eigentlich dieses Bier, das besser „Unbier“ hieße, weil es so schauderhaft bitter und rauchig schmeckt?“

„O“, hieß es „es ist das anerkannt gesündeste Bier, ganz unschädlich, und so erfrischend! Aber woher es kommt? Hm, doch wohl aus Österreich!“

„Nein“, meinte eine Dame, „Sie denken wohl an Graz! Nein, es kommt, glaube ich, aus Sachsen.“

Was – mein berühmtes Grätz wurde so in fremden Ländern herumgeworfen? Ich wollte schon die Banausen belehren, aber ich bezwang mich. Dagegen stiegen nun mit größter Lebendigkeit die Bilder meines Kindheitsparadieses vor mir auf. Und noch heute scheinen mir etliche davon eigenartig genug, um des Festhaltens wert zu sein.

Man hört jetzt oft die wehmütige Klage, daß es keine Originale mehr gebe. Nun, Grätz hatte vor 65 und mehr Jahren deren eine ganze Menge aufzuweisen.

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Grabsteine Friedhof Boruy – Familie Kurz

Grabstätte der Familie Kurz / Photo: Przemek Mierzejewski

Grabstätte der Familie Kurz / Photo: Przemek Mierzejewski

Hier ruhen in Gott

die Eigentümer Frau

Martha Kurz – geb Reschke

geb. 28 Jan 1880 – gest . Mai 1912
 Du schiedest schnell, im tieffsten Schmerz läßt Du verwaist uns stehn;
Nur ein Trost bleibt dem armen Herz:“Es gibt ein Wiedersehn!“

 _ _ _

unsere liebe Tochter

Erna Lina Kurz

geb. 2. Mai 1906 – gest. .4. April 1913
Warst unser Liebling allezeit – Und bist es auch in Ewigkeit
 

Ruhet sanft

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Grabsteine Friedhof Boruy – Anna Pelchen

Grabstätte der Anna Louise Paelchen / Photo: Przemek Mierzejewski

Grabstätte der Anna Louise Paelchen / Photo: Przemek Mierzejewski

Hier ruhet in Gott

Anna Pelchen

geb. d. 5. April 1869 – gest. d. 11. Febr. 1883
 
Joh: 6_37
Alles, was mir mein Vater giebt das kommt zu mir,
und wer zu mir kommt,
den werde ich nicht hinaus laßen

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Grabsteine Friedhof Boruy – Julius Seeliger

Grabstein des Julius Seeliger / Photo: Przemek Mierzejewski

Grabstein des Julius Seeliger / Photo: Przemek Mierzejewski

Hier ruht in Gott
mein lieber Mann , unser guter Vater

Julius Seeliger

geb. 17. März 1822 – gest. 21 März 1877
 
In des Herrn Jesu Wunden schlief ich sanft und selig ein
dadurch habe ich überwunden alle Leiden, Angst und Pein
Gott nahm aus der Gnadenzeit – mich ins Reich der Herrlichkeit

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2016 – 463 Jahre Kirche zu Kranz

Die ehemalige evgl. Kirche zu Kranz, 1880 geweiht / Postkartenausschnitt

Die ehemalige evgl. Kirche zu Kranz, 1880 geweiht / Postkartenausschnitt

Heute vor 113 Jahren am 27. November 1903 berichtete die Neutomischeler Kreiszeitung über das 350-jährige Bestehen der evangelischen Kirche zu Kranz. Die Kirche ist inzwischen katholisch geweiht und trägt den Namen „Von der Verklärung des Herrn“ – „Kościół pw. Przemienienia Pańskiego“

“ Die evangelische Gemeinde Kranz im Kreise Meseritz, zur Diözese Karge-Neutomischel gehörend, feiert am 1. Adventsonntag (29. November des Jahres 1903) das Jubelfest ihres 350-jährigen Bestehens. Kranz gehörte zu den wenigen evangelischen Gemeinden der Provinz Posen, in denen trotz schwerer Verfolgung in der Mitte des achtzehnten Jahrhunderts das Evangelium ohne Unterbrechung hat verkündet werden dürfen.

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Das Geständnis des Gottlob Reimann – 1817

Postkartenausschnitt der "alten" ehemaligen evgl. Kirche zu Grätz

Postkartenausschnitt der „alten“ ehemaligen evgl. Kirche zu Grätz

Das Jahr 1817 – Kleinbauern und Ackerleute waren dabei sich aus der Gutsuntertänigkeit freizukaufen die bis dahin nur als Hauptnahrungsmittel der armen Bevölkerung genutzte Kartoffel erlebte einen Anbauboom, da fortan nun auch aus ihr Schnaps gebrannt wurde am 03. August des Jahres wurde der evangelische Pfarrer Johann Theodor Gottfried Sukkert in Grätz in sein Amt eingeführt am 27. September dieses Jahres verordnete König Friedrich Wilhelm der III. die Vereinigung der reformierten und lutherischen Gemeinden zu einer „unierten“ Kirche in Preußen.

Und in eben jenem Jahr zeigte am 19. September der Eigentümer Johann Gottlob Reimann aus dem Lenker Hauland bei  dem Pastor Sukkert die Geburt seiner Tochter vom 15. September 1817 an. Abends um 10 Uhr, so die Eintragung, sei seine Frau, die Eva Rosina geborene Brock von einem Kinde entbunden worden. Die Taufe erhielt das kleine Mädchen auf die Namen Johanna Juliana Louise am 21. September. Die Taufzeugen waren  Gottlieb Schlecht, Gottfried Grossmann, beide Eigenthümer und Frau Anna Elisabeth Seiffert.

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Verschollen – Nathanael Kahl / 1913

Totenanzeige vom 12. November 1913 im Kreisblatt Neutomischel

Totenanzeige vom 12. November 1913 im Kreisblatt Neutomischel

Am 15. September 1913 war in der Neutomischler Kreiszeitung zu lesen:  „Der etwa 70jährige Zimmermann Nathanael Kahl aus Glinau ging am Freitag früh 1/2 6 von zu Hause weg, um nach Friedenhorst zu dem Arbeiter May zu gehen und von diesem Schindeln zu kaufen. Nachdem wollte er in der Buchwerder, Lomnitzer oder Mischker Forst Holz zwecks Kaufs besichtigen.

Da er weder in Friedenhorst gewesen, noch bis heute zurückgekehrt ist, so ist anzunehmen, daß der alte Mann, der in der letzten Zeit häufiger an Schwindelanfällen litt, infolge eines solchen vom Wege abirrte und irgendwo zusammengebrochen ist.

Alles Suchen nach ihm war bisher vergeblich.

Es werden deshalb alle Personen, die über den Verbleib des Verschwundenen irgend welche Auskunft geben können, gebeten, dem Gendarmeriewachtmeister Sprenger hierselbst oder der Frau Pauline Kahl in Glinau davon Mitteilung zu machen. (Wir verweisen auf das diesbezügl. Inserat der heutigen Nummer.)“

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Allerseelen – November 2016

Sie sind nicht vergessen ! - Bilder ehemaliger Friedhöfe in den Gemeinden und der Stadt Nowy Tomyśl/Neutomischel zu Allerseelen 2016

Sie sind nicht vergessen ! – Bilder ehemaliger Friedhöfe in den Gemeinden und der Stadt Nowy Tomyśl/Neutomischel zu Allerseelen 2016

Die heutigen Bewohner der ehemaligen „Hauländer“- Gemeinden und der Stadt Nowy Tomyśl haben auch in diesem Jahr der einstigen Bewohner gedacht, dieses ungeachtet ihrer Herkunft oder ihres Glaubens.

Ein Gebet und ein Licht für all Diejenigen, die hier ihre letzte Ruhe fanden – ein Moment der Besinnung Derjenigen, die ihrer gedenken und sie nicht vergessen  !

Vielen Dank !

 

Unwissenheit schützt vor Strafe … 1903

Gewichte - Bildquelle: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Gewichte.JPG?uselang=de

Gewichte – Bildquelle: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Gewichte.JPG?uselang=de

Bei einer durch den früheren Aichmeister Gutsche bei  dem Kaufmann Gustav Timm in Wiosker-Hld. vorgenommenen Revision der Gewichte wurden einige kleine Gewichte, die das vorschriftsmäßige Gewicht nicht hatten, vorgefunden.

Timm erhielt dieserhalb einen Strafbefehl vom Kgl. Distrikts-Amt, gegen den er richterliche Entscheidung antrug. Diesen Antrag stützte er auf die Behauptung, die fraglichen Gewicht ca. 3 Monate vor der Revision für neu gekauft und sich deshalb in dem Glauben befunden zu haben, daß die Gewichte vorschriftmäßig seien, umsomehr, als dieselben den Aichungsstempel trugen.

Diesen Angaben schenkte der Gerichtshof Glauben und sprach den Angeklagten frei.

In der Begründung wurde angeführt, daß sich nur derjenige strafbar mache, der wissentlich falsche Gewichte gebraucht, was jedoch bei dem Angeklagten nicht der Fall war, weil er, da er die Gewichte bei der Revision erst drei Monate in Benutzung hatte, von der Richtigkeit derselben überzeugt sein konnte.

Gegen dieses Urteil legte die Königl. Staatsanwaltschaft Berufung ein, welche jedoch, da sich der Gerichtshof der Ansicht des Vorderrichters anschloß, verworfen wurde.

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Grabsteine Friedhof Boruy – Eheleute Haeusler-Aurich

Grabplatte der Eheleute Haeusler / Photo: Przemek Mierzejewski

Grabplatte der Eheleute Haeusler / Photo: Przemek Mierzejewski

 
 Hier ruhet in Gott das liebe Ehepaar

Bertha und Gottlieb Haeusler

25.01.1856-18.05.1925 und 06.04.1845-03.01.1928
 
 Am Ende Ruh im Leben Schmerzen
 nun schlummert sanft Ihr guten Herzen

 

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Geschichte aus einer Zustellungsurkunde des Jahres 1853

Die Original Urkunde aus dem Jahr 1853 / Privatbesitz

Die Original Urkunde aus dem Jahr 1853 / Privatbesitz

Seit 1793 sah die allgemeine Gerichtsordnung für die preußischen Staaten eine Zustellungsurkunde für Briefe amtlichen Inhalts vor. Die Gerichte erhielten für Ihre Akten, mit deren abgezeichneten Rücksendung  einen Nachweis der Ablieferung bzw. Mitteilung, dass eine Zustellung nicht möglich gewesen war.  Die Postboten waren für die korrekte Insinuation, also Zustellung, verantwortlich und quittierten dieses mit ihrer Unterschrift.

Diese Dokumente sind heute meist nicht mehr erhalten oder fristen ihre Existenz, wie viele andere Unterlagen auch, in Ordnern oder Schubladen von Sammlern. Vereinzelt findet jedoch auch eines wieder den Weg zurück an die Öffentlichkeit.  So auch das Post-Insinuations-Dokument zur Nro. 2802 aus dem Jahr 1853 des Königlichen Kreisgerichts zu Grätz.

Vollständig erhalten ist es nicht, der Seitenrand ist beschnitten, aber es beinhaltet doch Geschichte.

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Schöffengerichtssitzungen Januar – Juni 1905

Relief über dem Eingang des ehemaligen Amtsgerichtes - Justitia, die Personifikation der Gerechtigkeit; die Waage für die sorgfältige Abwägung der Sachlage, die Augenbinde für die Unparteilichkeit fehlt, das Richtschwert für die Durchsetzung mit der nötigen Härte - Bild: EA

Relief über dem Eingang des ehemaligen Amtsgerichtes – Justitia, die Personifikation der Gerechtigkeit; die Waage für die sorgfältige Abwägung der Sachlage, die Augenbinde für die Unparteilichkeit fehlt, das Richtschwert für die Durchsetzung mit der nötigen Härte – Bild: EA

Nachstehend sind die Verhandlungspunkte und Urteile der Schöffengerichtssitzungen vom Januar bis Juni 1905 wiedergegeben.

Entnommen wurde die Berichterstattung dem Neutomischler Kreisblatt des Jahres 1905.

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Ballon „Metzeler“ über Paprotsch / 1913

[12-10-13, VIIIe coupe Gordon-Bennett des sphériques] Hans Berliner sur Metzeler, Mann [co-pilote], Allemagne : [photographie de presse] / [Agence Rol] | Agence Rol. Agence photographique *

[12-10-13, VIIIe coupe Gordon-Bennett des sphériques] Hans Berliner sur Metzeler, Mann [co-pilote], Allemagne : [photographie de presse] / [Agence Rol] | Agence Rol. Agence photographique *

Am 13. August 1913 veröffentlichte das „Neutomischler Kreisblatt“ folgende Meldung:

„Der Ballon „Metzeler“ (Führer Ingenieur Berliner, Mitfahrer Mann) ist nach 18 stündiger Fahrtdauer in Sanniki bei Warschau glatt gelandet.

An der Grenze wurde der Ballon in halbstündigem Kreuzfeuer mit etwa 200 Schuß scharf beschossen.

Trotzdem blieben die Insassen unverletzt, wurden aber nach der Landung in Haft gehalten. Alle Gegenstände des Ballons wurden beschlagnahmt und zunächst jeder Verkehr mit der Außenwelt auf das strengste verboten.“ Weiterlesen…

Einbruch bei Alfred Markus in Neutomischel / 1913

Rechts das ehem. Zigarrengeschäft des Alfred Markus / Ansichtskarte Sammlung Wojtek Szkudlarski

Rechts das ehem. Zigarrengeschäft des Alfred Markus / Ansichtskarte Sammlung Wojtek Szkudlarski

„Ein dreister Einbruch wurde gestern abend (18. Dezember 1913) kurz nach 10 Uhr in der Bahnhofstraße verübt. Durch Einschlagen der großen Schaufensterscheibe des Alfred Markus’schen Zigarrengeschäfts wurden von dem Täter mehrere Kisten Zigarren entwendet. Trotzdem die Tat sofort bemerkt wurde, gelang es dem Einbrecher, unerkannt zu entkommen.

Der sofort benachrichtigte Gendarmeriewachtmeister Sprenger erschien mit seinem Polizeihund, und es gelang bald, den Täter in der Person des jugendlichen Arbeiters Otto Weimann aus Paprotsch zu ermitteln und festzunehmen.

Der Bruder des Täters brachte heute früh eine Kiste von den gestohlenen Zigarren wieder zurück, sodaß auch dadurch der Beweis erbracht worden ist, daß die Ermittelungen des Gendarmeriewachtmeisters und seines Hundes die richtigen waren.“

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In den Personenstandsunterlagen fand sich lediglich eine Eintragung: am 17. Juni 1910 wurde Ruth Markus als Tochter der Eheleute Alfred Markus, Kaufmann zu Neutomischel und dessen Ehefrau Rosa geb. Jacobsohn geboren.

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Quellen, soweit nicht direkt im Text oder in Bildbeschreibungen angegeben: Großpolnische digitale Bibliothek Poznan (http://www.wbc.poznan.pl/dlibra) – “Amtliches Kreis-Blatt für den Kreis Neutomischel” 1913-12-19; Personenstandsunterlagen  Staatsarchivs Poznan (http://szukajwarchiwach.pl/)
 

 

Raubmord im Wald von Posadowo – 1913

Die Chaussee von Pinne nach Neustadt, ca. 9 km, ein Fußweg von annähernd 2 Stunden / Messtischblätter http://mapy.amzp.pl/tk25.cgi?23,48,60,80

Die Chaussee von Pinne nach Neustadt, ca. 9 km, ein Fußweg von annähernd 2 Stunden / Messtischblätter http://mapy.amzp.pl/tk25.cgi?23,48,60,80

Nachfolgend die Berichterstattung aus dem Neutomischler Kreisblatt des Jahres 1913:

1913-08-22 „Am Mittwoch 20. August 1913 abend ist der 21 Jahre alte, unverheiratete Handlungsgehilfe Stephan Witkowski, als er von Pinne mit einer größeren Summe Geldes nach Neustadt b. P. heimkehrte, ermordet und der ganzen Barschaft beraubt worden.

Der Ermordete war der Sohn des Sattlermeisters W. Witkowski aus Samter und bei der polnischen Ein- und Verkaufsgesellschaft Rolnik in Neustadt b. P. angestellt.“

Stephan Witkowski – geboren 10. Juli 1893 zu Samter

Vater der Sattlermeister Wladislaus Witkowski, Mutter Antonie Witkowska geborene Knie Weiterlesen…

Schule II in Paprotsch – ca. 1806-1906

Stand hier die Schule II Paprotsch - auch die alte Schule genannt ? / Photo: MM

Stand hier die Schule II Paprotsch – auch die alte Schule genannt ? / Photo: MM

Nachfolgend geben wir die „Uebersicht über das Ergebnis der kreisärztlichen Besichtigung der  Gemeinde Schule II in Paprotsch, Schulgemeinde Paprotsch – Kreis Neutomischel vorgenommen durch Kreisarzt Dr. Buddee am 18. April 1902“ wieder.

Der von uns in der Karte eingezeichnete Standort des Schulhauses basiert lediglich auf unserer Vermutung, Karten mit eingezeichneter genauer Lage oder sogar Bilder dieser „altehrwürdigen“ Schule haben wir nicht gefunden.

Wann dieses Schulgebäude, im Jahr 1906 wurde es auf ein Alter von 100 Jahren geschätzt und noch genutzt, letztlich „verschwand“, abgetragen oder sogar eingestürzt, ist nicht bekannt.

Am Ende des seinerzeit von Dr. Buddee handschriftlich ausgefüllten Fragebogens, findet sich noch eine Erwiderung bzw. eine Rechtfertigung von diesem hinsichtlich der von ihm als Kreisarzt vorgenommenen Einschätzungen. Die erwähnte Verfügung welche hier beantwortet worden zu sein scheint war im Archivmaterial nicht vorhanden.

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Eröffnung des Gemeindehauses in Sontop – 1913

Das ehemalige Gemeindehaus / Aufn. PM

Das ehemalige Gemeindehaus / Aufn. PM

„Am Donnerstag (20.11.1913) feierte die Gemeinde Sontop das Fest der Eröffnung ihres Gemeindehauses, verbunden mit der Einführung der vom Vaterländischen Frauenverein in Neutomischel angestellten Landkrankenpflegerin.

Außer der zahlreich versammelten Gemeinde waren als Festteilnehmer erschienen die Herren Geheimrat von Daniels, Oekonomierat Schwartzkopff und Superintendent Reisel.

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Kurzmeldung – Unfallflucht 1913

Pferdegespann um 1920 / Bild: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Opalenicka_KD_1920_fot16.jpg?uselang=de

Pferdegespann um 1920 / Bild: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Opalenicka_KD_1920_fot16.jpg?uselang=de

„Ein bedauernswerter Fuhrunfall ereignete sich gestern abend auf der Grätzer Straße in der Nähe der Schule hinter dem Schützenhause.

Als Herr Geheimer Regierungsrat von Daniels mit seinem Jagdwagen von Rose nach Hause fuhr, kam dem Gefährt ein unbeleuchtetes Fuhrwerk entgegen. Die beiden Geschirre fuhren mit solcher Gewalt zusammen, daß die Deichsel des unbeleuchteten Wagens dem einen Pferde des landrätlichen Geschirres in die Brust gestoßen wurde, sodaß das wertvolle Tier auf der Stelle verendete.

Leider entkam der Besitzer des unbeleuchteten Fuhrwerks unerkannt. Glücklicherweise sind Personen bei dem Unfall nicht verletzt worden.

–  –  –

Dieser Vorfall möge allen Fuhrwerksbesitzern und Führern zur Warnung dienen. Die Fuhrwerke sind bei Dunkelheit hell zu beleuchten, es ist stets rechts zu fahren und links zu überholen, dann werden derartige Unfälle vermieden. Gegen diese Vorschriften wird in hiesiger Gegend oftmals verstoßen, und es ist erforderlich, daß von den Polizeiorganen mit aller Schärfe gegen Uebertretungen vorgegangen wird.“

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Quellen, soweit nicht direkt im Text oder in Bildbeschreibungen angegeben: Großpolnische digitale Bibliothek Poznan (http://www.wbc.poznan.pl/dlibra) – “Amtliches Kreis-Blatt für den Kreis Neutomischel” 1913-12-05

Flugverkehr über den Städten Neutomischel und Neustadt bei Pinne 1913

 "Rumplertaube" / Messtischblatt: http://amzpbig.com/maps/3563_Neustadt_1893.jpg und Zeichnung https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Rumber.jpg?uselang=de

„Rumplertaube“ / Messtischblatt: http://amzpbig.com/maps/3563_Neustadt_1893.jpg und Zeichnung https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Rumber.jpg?uselang=de

„Ein Flieger überflog am gestrigen Dienstag (12.08.1913) früh 1/2 6 Uhr, von Osten kommend, in der Nähe der Bahn mit der Flugrichtung nach Westen unsere Gegend.

Der Aeroplan kam jedenfalls wieder von Posen.

Auch heute morgen (13.08.1913) um 7 Uhr überflog ein solcher in entgegengesetzter Richtung unsern Ort (Neutomischel) in bedeutender Höhe.

Die Führer der Luftfahrzeuge scheinen die Bahnstrecke Posen – Berlin zu ihrer Orientierung gern zu benutzen, woraus es sich wohl erklären dürfte, daß wir so oft Flieger ihre Bahn ziehen sehen“

Während die „Neutomischler“ somit nur vom Flugverkehr Notiz nahmen hatten die „Neustädter“ Gelegenheit ein Flugzeug aus nächster Nähe bestaunen zu können

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Schöffengerichtssitzungen August – Dezember 1903

Relief über dem Eingang des ehemaligen Amtsgerichtes - Justitia, die Personifikation der Gerechtigkeit; die Waage für die sorgfältige Abwägung der Sachlage, die Augenbinde für die Unparteilichkeit fehlt, das Richtschwert für die Durchsetzung mit der nötigen Härte - Bild: EA

Relief über dem Eingang des ehemaligen Amtsgerichtes – Justitia, die Personifikation der Gerechtigkeit; die Waage für die sorgfältige Abwägung der Sachlage, die Augenbinde für die Unparteilichkeit fehlt, das Richtschwert für die Durchsetzung mit der nötigen Härte – Bild: EA

Nachstehend sind die Verhandlungspunkte und Urteile der Schöffengerichtssitzungen vom August bis Dezember 1903 wiedergegeben.

Entnommen wurde die Berichterstattung dem Neutomischler Kreisblatt des Jahres 1903.

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Dammbruch beim Blumer See / 1906

Ruchotscher Mühle / Ausschnitt Messtischblatt - Quelle http://mapy.amzp.pl/tk25.cgi?23,48,60,80

Ruchotscher Mühle / Ausschnitt Messtischblatt – Quelle http://mapy.amzp.pl/tk25.cgi?23,48,60,80

Zeitungsmeldung vom 19. Oktober 1906

Der bei der Ruchotscher Mühle belegene Blumer-See, welcher zur Besitzung des Grafen Schlieffen in Wioska gehört, droht infolge eines Dammbruches auszulaufen und hat die nach der alten Mühle zu belegenen Wiesen in weitem Umkreise überschwemmt.

Trotz angestrengter Arbeit ist es bisher nicht gelungen, den Durchbruch zu stopfen und ein weiteres Auslaufen zu verhindern.

Große Mengen Heu, welche auf den überschwemmten Wiesen standen, sind vernichtet.

Im Jahr 1880 hat sich übrigens schon einmal ein ähnlicher Durchbruch am Blumer-See ereignet.

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Quellen, soweit nicht direkt im Text oder in Bildbeschreibungen angegeben: Großpolnische digitale Bibliothek Poznan (http://www.wbc.poznan.pl/dlibra) – “Amtliches Kreis-Blatt für den Kreis Neutomischel”

Einweihung des evangelischen Gemeindehauses in Bentschen – 1913

Bentschen - die ehemalige evgl. Kirche und das Gemeindehaus / Abb. "Zbąszyń na dawnej pocztówce"

Bentschen – die ehemalige evgl. Kirche und das Gemeindehaus / Abb. „Zbąszyń na dawnej pocztówce“

Im Neutomischeler Kreisblatt vom 03. September 1913 erschien lediglich eine kurze Meldung: “

„Bentschen. Am Sonntag (31. August 1913) fand hier die feierliche Eröffnung des neuerbauten evangelischen Gemeindehauses statt.“

Etwas ausführlicher wurde über dieses Ereignis in der Zeitung „Ostdeutsche Warte – Nationale Tageszeitung für die Ostmark“ berichtet.

Leider haben wir die Ausgabe vom Dienstag, den 2. September 1913 nur gefaltet und gelocht gefunden; beides Lochung und Falzung gehen auch durch den nachfolgenden Artikel, von uns ergänzte Worte sind kursiv geschrieben.

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Dora Kolisch – geboren 1887 in Neutomischel

Bildnis eines Mädchens - Dora Kolisch 1932 / http://www.museum-goerlitz.de/der-berliner-skulpturenfund-entartete-kunst-im-bombenschutt/ Anfang dieses Jahres, 2016 hat das Kulturhistorische Museum Görlitz ergänzend zu der Ausstellung über den Berliner Skulpturenfund "Entartete Kunst" im Bombenschutt die eigenen Sammlungen aufgearbeitet. Auf Befehl der nationalsozialistischen Regierung waren 1937 auch in den damaligen Städtischen Kunstsammlungen Werke von Johannes Wüsten, Fritz Neumann-Hegenberg, Dora Kolisch und Willi Oltmanns beschlagnahmt worden. Historische Fotografien haben die Kunstwerke während der Sonderausstellung abgebildet.

Bildnis eines Mädchens – Dora Kolisch 1932 / http://www.museum-goerlitz.de/der-berliner-skulpturenfund-entartete-kunst-im-bombenschutt/ Anfang dieses Jahres, 2016 hat das Kulturhistorische Museum Görlitz ergänzend zu der Ausstellung über den Berliner Skulpturenfund „Entartete Kunst“ im Bombenschutt die eigenen Sammlungen aufgearbeitet. Auf Befehl der nationalsozialistischen Regierung waren 1937 auch in den damaligen Städtischen Kunstsammlungen Werke von Johannes Wüsten, Fritz Neumann-Hegenberg, Dora Kolisch und Willi Oltmanns beschlagnahmt worden. Historische Fotografien haben die Kunstwerke während der Sonderausstellung abgebildet.

Dora Kolisch, mit vollem Namen Selma Dorothea Elisabeth Kolisch, wurde am 25. September 1887 nachmittags um 12 1/4 Uhr in Neutomischel geboren. Ihre Eltern waren die Ludwig Robert Albrecht und Selma Emma Albertine geborene Weise Kolisch’schen Eheleute gewesen.

Ihr Vater, der in Neutomischel ansässige Amtsrichter, hatte ihre Geburt persönlich bei dem Standesbeamten angezeigt.

Über ihre ältere Schwester Selma Maria Henriette Catharina, geboren 1885 in Neutomischel, ist nichts weiteres bekannt.

Ihre jüngere Schwester Elisabeth Anna Bertha hingegen, hatte als Geburtsort schon Fraustadt, wohin der Amtsrichter abberufen worden, und  wohin dieser dann mit seiner Familie übersiedelt war. Elisabeth, geboren am 03. Februar 1889, hatte in der Zeit von  Oktober 1916 bis Juni 1919 ein Nadelarbeits- und Zeichenlehrerinnen Seminar an der Kunstakademie zu Breslau absolviert und war in den anschließenden Jahren als Zeichenlehrerin tätig gewesen.

Wann die Übersiedlung der Familie dann von Fraustadt nach Görlitz erfolgte ist nicht bekannt. Zum Jahr 1893 wird der  Königliche Amtsrichter  Ludwig Kolisch als ansässig in der Jakobstrasse 39 in Görlitz erwähnt. Die Anschrift in Görlitz wurde noch mehrmals gewechselt; 1896 war es die Jachmannstrasse; im Jahr 1901 findet sich im Adressbuch der Stadt, dass der nunmehrige Landgerichtsrath in der Blumenstr. 21 und ab dem 01.10.1901 im Mühlweg 11 ansässig gewesen war, ehe dann ein Umzug zum Konsulplatz No. 5 erfolgte.

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„Heirat nach America“ Reimann-Heller und Wohlgemuth – 1875

Die Aufgebotsunterlagen / Quelle: Staatsarchiv Poznan - http://szukajwarchiwach.pl/

Die Aufgebotsunterlagen /
Quelle: Staatsarchiv Poznan – http://szukajwarchiwach.pl/

Bridgeporter Zeitung

Deutsches Organ für Fairfield County

Jahrgang 3

Bridgeport, Conn.

Dienstag, den 12 Januar 1875

No. 5

Wie unsere Leser aus einem „Aufgebot“ des Grätzer Standesamt ersehen werden, wird Herr Arthur Napoleon Wohlgemuth Correspondert der „Bridgeporter Zeitung“ in kurzer Zeit sich verheirathen, wir wünschen Herrn Wohlgemuth ein glückliches Eheleben und hoffen ihn recht bald wieder mit seiner Gemahlin in unsrer Mitte zu sehen.

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Grabsteine Friedhof Boruy – Hoffmann und Haeusler 1867-1903

Die Erinnerungstafel an Wilhelm und Paul Hoffmann (lt. StA-Eintrag starb Paul am 29. Mai 1903) / Photo: Przemek Mierzejewski

Die Erinnerungstafel an Wilhelm und Paul Hoffmann (lt. StA-Eintrag starb Paul am 29. Mai 1903) / Photo: Przemek Mierzejewski

Hier ruhen in Gott meine vielgeliebten Gatten

Wilhelm Hoffmann – geb. d. 22. März 1867,  gest. d. 11 März 1900                                               
Paul Hoffmann -geb. d. 26. Juni 1875, gest. d. 28. M…
Ruhet sanft !
2. Makkabäer – Kapitel 12,45 –
Die, so im rechten Glauben sterben, haben Freude und Seligkeit zu hoffen
 

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Gebäude der Stadt – No. 47 von einer Schuhmacherwerkstatt zur Apotheke und den Apothekern der Stadt

Die No. 47 als rotes Gebäude links im Bild - Karte Sammlung Wojtek Szkudlarski

Die No. 47 als rotes Gebäude links im Bild – Karte Sammlung Wojtek Szkudlarski

Im Jahr 1836 gehörte das Hausgrundstück der No. 47 Am Neuen Markte Christian Scheibe. Als die Beschreibung der Provinzialfeuerversicherung erstellt wurde, wurde das Alter des Gebäudes mit „etwa 13 Jahre alt“ angegeben. Somit ist es auch ein Haus welches nach dem Stadtbrand im Jahr 1822 neu erbaut worden war.

Das Hauptgebäude hatte mit einer Länge von 56 Fuß zum Neuen Markt gestanden, hatte eine Tiefe von 35 Fuß und eine Höhe von 9 Fuß gehabt (ca. 17,00×11,00×2,70m), die „äußeren Wände waren von Ziegeln“ welche 1,5 Fuß stark mit Kalk verputzt gewesen waren. Das Haus war mit einem stehenden Dachstuhl gebaut worden; das Dach war mit Biberschwanzziegeln eingedeckt gewesen. Mit seinen Giebeln stieß das Gebäude direkt an das linke und rechte Nachbargebäude.

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Friedrich August Otto Kliche – geboren 29. Juli 1808

Evangel. Kirche in Rakwitz; erbaut 1662, Turm von 1781 - Zeitschrift für Bauwesen Jhrg. 70 /1920 - http://www.dbc.wroc.pl/dlibra

Evangel. Kirche in Rakwitz; erbaut 1662, Turm von 1781 – Zeitschrift für Bauwesen Jhrg. 70 /1920 – http://www.dbc.wroc.pl/dlibra

Am 27. September 1817 verordnete König Friedrich Wilhelm III., er hatte das landesherrliche Kirchenregiment in seiner Eigenschaft als summus episcopus inne, die Vereinigung der reformierten und lutherischen Gemeinden zu einer unierten Kirche in Preußen. Er führte eine neue Agende (Gottesdienstordnung) ein, und in den folgenden Jahren erfolgten Maßnahmen zur Umsetzung dieser, wozu auch gehörte, dass Geistliche einen „Unionrevers“ unterzeichnen mussten.

Einige Pastoren widersetzten sich den Anordnungen. Es bildete sich die „evangelische lutherische Kirche in Preußen“ aus dieser Bewegung heraus. Die „Altlutheraner„, wie man sie nannte, wurden jedoch als Aufrührer und Separatisten bezeichnet, Pastoren wurden suspendiert und verfolgt, es kam zu gewalttätigen Militäraktionen gegen Gläubige.

Durch die immer größer werdenden Bedrückungen begannen ab dem Jahr 1836 Auswanderungen unter den schwierigsten Bedingungen, denn zur Verhinderung dieser, erließ die Regierung fast nicht erfüllbare Vorschriften; angeführt sei hier „Um des Glaubens Willen nach Australien“.

Eben in jener Zeit des Umbruchs lebte Friedrich August Otto Kliche.

Der nachfolgende Bericht über sein Leben mag heute etwas theatralisch, etwas sehr prosaisch wirken, er zeigt aber auch die Zerrissenheit und die Schwierigkeiten im Leben mit welchen sich unsere Vorfahren auseinander zu setzen hatten.

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Die „alte“ evangelische Kirche zu Grätz ist baufällig / 1901

Postkartenausschnitt der "alten" ehemaligen evgl. Kirche zu Grätz, Photos wurden leider bis jetzt nicht gefunden

“ Postkartenausschnitt der „alten“ ehemaligen evgl. Kirche zu Grätz, Photos wurden leider bis jetzt nicht gefunden

Zeitungsmeldung vom 22. Februar 1901

„Die oberen Räume in der evangelischen Kirche wurden baupolizeilich gesperrt, weil die Tragfähigkeit der Säulen für eine größere Anzahl von Personen nicht mehr ausreicht.“

Zeitungsmeldung vom 15. Mai 1901

Grätz – In der hiesigen evangelischen Kirche wurden vor Kurzem die oberen Räume im Interesse der öffentlichen Sicherheit geschlossen. Da die Nothwendigkeit eines Neubaues damit dargethan war, beschloß der Kirchenrath einstimmig, die in der Mitte des Neuen Marktes stehende alte Kirche abzubrechen und auf derselben Stelle, die als günstigste anerkannt wurde, eine neue zu errichten.“

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Die Einweihung des Neubaues wurde für 30. Mai 1905 bekanntgegeben

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Quellen, soweit nicht direkt im Text oder in Bildbeschreibungen angegeben: Großpolnische digitale Bibliothek Poznan (http://www.wbc.poznan.pl/dlibra) – “Amtliches Kreis-Blatt für den Kreis Neutomischel” 1901

Unfall des Gottfried Roy, Neurose / 1904

Der ehemalige evangelische Friedhof zu Neu Rose - Photo:  Przemek Mierzejewski

Der ehemalige evangelische Friedhof zu Neu Rose – Photo: Przemek Mierzejewski

„Der Eigentümer Roy aus Rose war am gestrigen Donnerstag (15. Dezember 1904) mit seinem Gespann auf dem Neutomischeler Wochenmarkt; als er nach Hause zurückfahren wollte, verließ er auf dem Wege hinter Alttomischel einen Augenblick seinen Wagen; im Begriff wieder aufzusteigen, schlug sein Pferd aus und traf ihn so unglücklich am Kopfe, daß der Bedauernswerte sehr schwere Verletzungen davon trug. An seinem Auskommen wird gezweifelt.“

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Schüsse im Schützenhause beim Tanzvergnügen / 1899

Das ehemalige Schützenhaus, früher in Paprotsch gelegen, heute der Stadt Nowy Tomyśl zugehörig / Photo: GT

Das ehemalige Schützenhaus, früher in Paprotsch gelegen, heute der Stadt Nowy Tomyśl zugehörig / Photo: GT

Zeitungsmeldung vom 10. Oktober 1899 – „Am Jahrmarktstage fand im Schützenhause ein öffentlicher Tanz statt, an welchem sich auch das Schankmädchen des Schützenwirths betheiligte, trotzdem dies untersagt war.

Um seinem Befehle Achtung zu verschaffen, zog Herr Schulz einen mit Platzpatronen geladenen Revolver und wollte in die Luft schießen. Der Schuß traf aber das Mädchen neben dem Auge und brachte ihre eine Verletzung bei, welche glücklicherweise ohne nachtheilige Folgen sein wird.

Dem schußfertigen Herrn dürfte eine Belehrung über den Gebrauch der Schießwaffen dienlich sein.“

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Grabsteine Friedhof Boruy – Angehörige der Familie Schulz 1848-1917

Links oben und rechts die Inschrift und der Grabstein der Brüder Schulz, welche 1885 verstarben (die Tafeln mit den Lebensdaten fehlen); links unten der Stein der Beate Schulz, geborene Noak / Bilder: Przemek Mierzejewski + Gudrun Tabbert

Links oben und rechts die Inschrift und der Grabstein der Brüder Schulz, welche 1885 verstarben (die Tafeln mit den Lebensdaten fehlen); links unten der Stein der Beate Schulz, geborene Noak / Bilder: Przemek Mierzejewski + Gudrun Tabbert

Allhier ruhen im Herrn die beiden geliebten Söhnlein des
Eigenthümers Joh. Gottlieb Schulz und dessen
Ehefrau Beate geborene Noak
 
Hier ruht in Gott
meine liebe Mutter, Schwieger u Großmutter
Beate Schulz geb. Noak
* 8.2.1848   + 15.2.1917
 
 

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Feuer in Bukowiec – 1901

Bukowiec - Postkartenausschnitt Sammlung Wojtek Szkudlarski

Bukowiec – Postkartenausschnitt Sammlung Wojtek Szkudlarski

Neutomischel,  27. September 1901 – In Bukowiec brach gestern – 26. September 1901- vormittag bei dem Wirth Przybylski, während derselbe sich auf dem Jahrmarkt in Neutomischel befand, Feuer aus, welches zwei Scheunen und einen Stall einäscherte

Neutomischel, 01. Oktober 1901 – Am letzten Donnerstag gegen 12 Uhr Mittags sah der Eigenthümer Franz Koza in Bukowiec (nicht Przybylski, wie in voriger No. mitgetheilt. D. Red.) als er seine mit Stroh bedeckte Bohlenscheune betreten wollte, aus einem nahe an der Scheune lagernden Häufchen Stroh und Quecken Rauch und gleich darauf eine helle Flamme schlagen, welche er leicht auszutreten im Stande war, wenn er nur etwas Geistesgegenwart besessen hätte; aber vor Schreck rath- und fassungslos stand er still und mußte sehen wie die Flamme das Dach der Scheune ergriff, welche gänzlich und ein demselben gehöriger massiver Stall bis auf die Umfassungsmauern niederbrannte.

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Grabsteine Friedhof Boruy – Geborene Grieger 1860-1911

Bruchstück der Grabplatte geb. Grieger auf dem Friedhof Boruy / Aufnahme Przemek Mierzejewski

Bruchstück der Grabplatte geb. Grieger auf dem Friedhof Boruy / Aufnahme Przemek Mierzejewski

geb. Grieger

geb. 7. Dez 1860

gest. 14 Okt 1911

Der Familienname wurde je nach Hauländersiedlung als Grieger, Krieger und auch als Krueger, Krüger geschrieben.

Es könnte sich somit um die am 07. Dezember 1860 in Alt Szarke geborene  Johanna Ernestine Krueger handeln, deren Grabplatte, bzw. dessen Bruchstück, hier gefunden wurde.

Am 09. Februar 1883 schloss diese mit dem Wittwer Ludwig Carl Paelchen in Boruy die Ehe.

Ihre Eltern waren der Eigentümer Johann Samuel Krueger und dessen Ehefrau Johanna Juliana geb. Ullrich.

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Quellen soweit nicht direkt im Text oder in der Bildbeschreibung genannt: Personenstandsunterlagen  Staatsarchivs Poznan (http://szukajwarchiwach.pl/)

Grabsteine Friedhof Boruy – Die Schüler’s 1857-1934

Grabstein der Eheleute Schüler auf dem Friedhof Boruy / Aufnahme Przemek Mierzejewski

Grabstein der Eheleute Schüler auf dem Friedhof Boruy / Aufnahme Przemek Mierzejewski

Hier ruhen in Frieden die Eigentümer

Berta gb. Koch

geb. 27 Okt. 1871 Marianowo

gest. 29. Septbr. 1934 Dorf Boruy

Wilhelm Schüler

geb. 9. Juni 1857 Alt Scharke

gest. 14. Februar 1929 Dorf Boruy

Die Liebe höret nimmer auf

Das Paar schloss am 21. Juni 1894 beim Standesamt Belencin die Ehe. Berta Emilia Koch war die Tochter des Eigentümer und Gastwirths Ehepaar Traugott und Pauline geb. Dalchau Koch gewesen. Johann Wilhelm Schüler war als Sohn des Altsitzer Ehepaares Gottlieb und Louise geb. Ullrich in Alt Scharke geboren worden.

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Quellen soweit nicht direkt im Text oder in der Bildbeschreibung genannt: Personenstandsunterlagen  Staatsarchivs Poznan (http://szukajwarchiwach.pl/)

Grabsteine Friedhof Boruy – Traugott Gutsche 1830-1902

Grabstein des Traugott Gutsche auf dem Friedhof Boruy / Aufnahme Przemek Mierzejewski

Grabstein des Traugott Gutsche auf dem Friedhof Boruy / Aufnahme Przemek Mierzejewski

Hier ruht in Gott unser guter Vater der Ausgedinger

Johann Traugott Gutsche

geb. 11 Jun 1830 Deutsch Böhmisch

gestorben 10 November 1902 Dorf Boruy

jüngster Sohn von Samuel Gutsche und Maria Elisabeth Bartsch

er ehelichte am 07. November 1856 in Boruy / Aufgebot in Bentschen

die aus dem Rekliner Hauland gebürtige

Johanna Pauline Christine Wilhelmine geborene Müllrich

welche als verwittwete Lehmann in Boruy ansässig gewesen war

In der Welt habt ihr Angst; aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden.

Johannes Evangelium 16, 33

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Quellen soweit nicht direkt im Text oder in der Bildbeschreibung genannt: Personenstandsunterlagen  Staatsarchivs Poznan (http://szukajwarchiwach.pl/)

Militärpflichtige und Invalidenprüfungsverfahren im Mai 1898

Das ehemalige Schützenhaus / Karte aus Sammlung Wojtek Szkudlarski

Das ehemalige Schützenhaus / Karte aus Sammlung Wojtek Szkudlarski

„Im Jahr 1871 dehnten die Artikel 57 ff. der Reichsverfassung die in Preußen seit 1814 geltende allgemeine Wehrpflicht auf ganz Deutschland aus. So hatte nun „jeder Deutsche“ mit vollendetem 20. Lebensjahr 7 Jahre lang dem Heer oder der Marine anzugehören. Um im Allgemeinen wissenschaftliche und gewerbliche Ausbildung so wenig wie möglich durch die allgemeine Wehrpflicht zu stören, war es jedem jungen Mann überlassen, schon nach dem vollendeten 17. Lebensjahr, wenn er die nötige moralische und körperliche Qualifikation hatte, freiwillig in den Militärdienst einzutreten.  Alle Wehrpflichtigen waren, wenn sie nicht freiwillig in die preußische Armee eintraten, vom 1. Januar des Kalenderjahres an, in welchem sie das 20. Lebensjahr vollenden, der Aushebung unterworfen (militärpflichtig). Sie hatten sich zu diesem Zwecke bei den zuständigen Ersatzbehörden regelmäßig zu melden, bis über ihre militärische Verwendung entschieden wurde, jedoch höchstens zweimal jährlich“ (2)

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Gebäude der Stadt – No. 27 und 28 – Drechsler- und Schmiedewerkstatt

Lageplan der Grundstücke, Zeichnung angefertigt nach der "Beschreibung von Gebäuden ..." / GT

Lageplan der Grundstücke, Zeichnung angefertigt nach der „Beschreibung von Gebäuden …“ / GT

In der Nord-Ost-Ecke des Neuen Marktes lag das ehemalige Stadtgrundstück No. 27. Dieses grenzte im Jahr 1836 nördlich an die noch „wüste Baustelle“ mit der Nummerierung No. 28 und südlich an die Hinterstraße.

Auf diesem Grundstück befand sich ein Wohnhaus, es war unter der No. 27 in den Akten der Provinzialfeuerversicherung beschrieben worden.

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Es war ein vollständig aus Holz errichtetes Gebäude gewesen, welches von außen mit Lehm angetragen worden war. Mit einer Größe von 34,5 Fuß in der Länge, 19 Fuß in der Breite und 8 Fuß in der Höhe (ca. 10,5×6,00×2,43m / ca. 63 qm Grundfläche) war es eines der kleinen, seinerzeit in der Stadt üblichen, Häuserbauten gewesen.

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F. Chichorski stirbt an den Folgen eines Streites / 1902

Duschnik, die Dorfstrasse - Postkartenausschnitt

Duschnik, die Dorfstrasse – Postkartenausschnitt

Der Arbeiter Lorenz Bartkowiak aus Duschnik, ein wegen Raubes bereits mit Zuchthaus bestrafter  Mensch, brachte im Verlaufe eines Ende Dezember zwischen ihm und dem Maurer Felix Cichorski ausgebrochenen Streites dem Cichorski eine Bißwunde an einem Finger bei.

Obwohl sich Cichorski sofort in ärztliche Behandlung begab, trat der Brand ein, und nunmehr ist Cichorski im hiesigen Johanniter Krankenhaus gestorben

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Standesamt Pinne 16. Januar 1902

Dem Unterzeichneten Standesbeamten geht heute von der Polizei Verwaltung hierselbst die schriftliche Mittheilung zu, daß der Arbeiter Felix Cichorski, wohnhaft zu Duschnik Krs. Samter, 55 Jahre alt, katholischer Religion, geboren zu Duschnik, Sohn der ledigen Arbeiterin Maria Cichorska, zuletzt verheiratet gewesen mit Maria geborene Dzianmska, Vater von 1 minderjährigem Kinde am achten (8.) Januar diese Jahres, nachmittags um vier Uhr zu Pinne im Johanniter  Krankenhause verstorben sei.

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Quellen, soweit nicht direkt im Text oder in Bildbeschreibungen angegeben: 1) Großpolnische digitale Bibliothek Poznan (http://www.wbc.poznan.pl/dlibra) – “Amtliches Kreis-Blatt für den Kreis Neutomischel” 1902-01-17; 2) Personenstandsunterlagen Staatsarchiv Poznan

Diamantene Hochzeit im Hause Böhm / 1902

Evgl. Kirche zu Neustadt Pinne (Ruine) - Aufn. Sep. 2009 GT

Evgl. Kirche zu Neustadt Pinne (Ruine) – Aufn. Sep. 2009 GT

Lewitz-Hauland 25. November 1902

Gestern (24.11.1902) beging das Ehepaar Karl Böhm und Wilhelmine, geb. Hahnfeld das seltene Fest der diamantenen Hochzeit.

Zahlreiche Verwandte feierten den Ehrentag des verhältnismäßig rüstigen Jubelpaares mit. Der Herr Regierungspräsident hatte im Namen Sr. Majestät des Kaisers dem Jubelpaar ein Geldgeschenk von 30 Mark bewilligt. Auch der evangel. Gemeinde-Kirchenrath hatte ein kleines Geldgeschenk gemacht.

Die feierliche Einsegnung des Jubelpaares fand in dessen Wohnung durch den Ortsgeistlichen statt. Wünschen wir den alten Leuten noch eine Reihe glücklicher und gesegneter Jahre !

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24 November 1842 Eintragung im Kirchenbuch der evangelischen Kirche zu  Neustadt bei Pinne:

Der Junggeselle Carl  Ludwig Böhm (21 J. geb. ca. 1821) aus Lewitz Hauland – mit der Jungfer Wilhelmine Hahnfeld (18 Jahre – geb. ca. 1824) aus Wengellen in der Kirche getraut

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Quellen, soweit nicht direkt im Text oder in Bildbeschreibungen angegeben: 1) Großpolnische digitale Bibliothek Poznan (http://www.wbc.poznan.pl/dlibra) – “Amtliches Kreis-Blatt für den Kreis Neutomischel” 1902-11-28; 2) Personenstandsunterlagen Staatsarchiv Poznan

Bedauernswerter Unfall des Kutschers Arlt / 1910

Blick vom Bahnhof kommend in die ehem. Bahnhofstraße / Kartenausschnitt Sammlung Wojtek Szkudlarski

Blick vom Bahnhof kommend in die ehem. Bahnhofstraße / Kartenausschnitt Sammlung Wojtek Szkudlarski

Ein bedauernswerter Unglückfall, dem ein blühendes Menschenleben zum Opfer gefallen ist, ereignet sich gestern abend auf der Bahnhofstraße in der Nähe der Landgrabenbrücke.

Der Kutscher Bernhard Arlt kam auf einem mit Bierfässern schwerbeladenen Wagen der Pflaum’schen Brauerei  in die Stadt gefahren. Kurz hinter der Brücke fiel der etwa 18 jährige nüchterne junge Mann vom Wagen herab und kam so unglücklich dabei zu Fall, daß ihm der schwere Wagen über Brust und Hals ging, so daß das Blut aus Mund und Nase floß und er wie leblos auf der Straße aufgefunden wurde. Sofort angestellte Wiederbelebungsversuche hatten leider keinen Erfolg. Der Schwerverletzte wurde in das hiesige Krankenhaus geschafft, jedoch konnte der Arzt nur noch den bereits eingetretenen Tod feststellen.

Wie sich der tragische Vorfall ereignete, dürfte mit Sicherheit nicht festzustellen sein, da Augenzeugen in der Nähe der Unfallstelle zurzeit nicht waren; es ist aber anzunehmen, daß die Pferde plötzlich scheu geworden sind, da sie in der Bahnhofstraße in flottem Trabe ohne Führer angehalten wurden.

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Kurzmeldung – Das Fuhrwerk des Eigentümers Kubsch ging durch … / 1911

... bogen nach der Bahnhofstraße in rasendem Tempo ab ... / Ansichtskarte Sammlung Wojtek Szkudlarski

… bogen nach der Bahnhofstraße in rasendem Tempo ab … / Ansichtskarte Sammlung Wojtek Szkudlarski

Als heute vormittag (21.04.1911) der Eigentümer Kubsch aus Altborui vor einem hiesigen Geschäft in der Goldstraße Kleie aufladen wollte, und er sich für einen Augenblick von dem Fuhrwerk entfernt hatte, gingen die beiden Pferde mit dem Wagen durch, bogen nach der Bahnhofstraße in rasendem Tempo ab und beschädigten dort eine Straßenlaterne und einige junge Bäume.

Erst vor dem Aron Markus’schen Hause fuhr ein Rad an einen dort stehenden stärkeren Baum an und der Wagen kam zum Stehen.Während ein Pferd dabei zu Fall kam und die Deichsel zerbrach, raste das andere, das sich beim Anprall losgerissen hatte, noch ein Stück weiter, blieb aber bald ebenfalls stehen.

Glücklicherweise ist keine Person bei dem Vorfall verletzt worden.

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Quellen, soweit nicht direkt im Text oder in Bildbeschreibungen angegeben: Großpolnische digitale Bibliothek Poznan (http://www.wbc.poznan.pl/dlibra) – “Amtliches Kreis-Blatt für den Kreis Neutomischel” 1911-04-21

 

Werth der Hand- und Spanndiensttage im Regierungsbezirk Posen / 1895

Leiterwagen jener Zeit - Aufn. GT

Leiterwagen jener Zeit –
Aufn. GT

Posen, 1. Februar 1895

Werth der Hand- und Spanndiensttage im Regierungsbezirk Posen

Auf Grund des § 3 Absatz 2 des Gesetzes vom 21. Juni 1875, betreffend die anderweite Regelung der Verpflichtung zur Leistung von Hand- und Spanndiensten für die Unterhaltung der Land- und Heerstraßen in der Provinz Posen ist nach Anhörung der Kreisvertretungen der Werth eines Hand- und Spanndiensttages im Regierungsbezirk Posen für das Jahr 1895 mit dem Hinzufügen, daß unter einem Handtage die Leistung eines gesunden erwachsenen Arbeiters und unter einem Spanntage die Leistung eines mit zwei gesunden Pferden nebst Kutscher zu stellenden Wagens zu verstehen ist, wie folgt festgesetzt worden:

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Kurzmeldung – Gewitterunfall / 30. April 1895

Die in den Jahren 1896/97 neu erbaute Schule von Kaponke (Postkartenausschnitt), das Gebäude wird noch heute als Schule genutzt

Die in den Jahren 1896/97 neu erbaute Schule von Kaponke (Postkartenausschnitt), das Gebäude wird noch heute als Schule genutzt

Das erste diesjährige Gewitter entlud sich ebenso früh als heftig hier und in der Umgegend. Namentlich hätte ein Blitzschlag, welcher das Schulhaus in Kaponke traf, recht verhängnißvoll werden können.

Nicht nur, daß der Blitz den Giebel des Hauses herunterschlug, durchfuhr er noch das Klassenzimmer, die Decke des letzteren mehrfach durchlöchernd.

Der Lehrer H., welcher mit seiner Schwester am geschlossenen Fenster der Giebelstube stand, wurde betäubt und theilweise gelähmt, so daß er sofort in ärztliche Behandlung genommen werden mußte, während sich die ebenfalls getroffene Schwester desselben bald erholte.

Wunderbarer- und glücklicherweise zündete der Blitz das fast hölzerne Gebäude nicht an.

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Um welche Angehörigen der Lehrerfamilie H. es sich gehandelt hat, konnte nicht zweifelsfrei in Erfahrung gebracht werden

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Quellen, soweit nicht direkt im Text oder in Bildbeschreibungen angegeben: Posener Tageblatt 1895-05-05 / Seite 3 – www.wbc.poznan.pl/libra
 

Untergang der „Elbe“ – Trauer in Buk / 1895

Karte des Unglücksortes / Quelle: Wikipedia - Von unbekannt - Die Gartenlaube 1895, Sammelband Nr. 8, S. 116, PD-alt-100, https://de.wikipedia.org/w/index.php?curid=2753770

Karte des Unglücksortes / Quelle: Wikipedia – Von unbekannt – Die Gartenlaube 1895, Sammelband Nr. 8, S. 116, PD-alt-100, https://de.wikipedia.org/w/index.php?curid=2753770

Untergang der „Elbe“ – Ein fürchterliches Unglück hat sich am 30.01.1895 früh auf der Nordsee ereignet. Der Passagierdampfer „Elbe“ ist gesunken. Mehr als dreihundert Personen haben dabei ihr Leben verloren.

„Auf den Straßen, in den Pferdebahnwagen, in den öffentlichen Lokalen – überall, wo sich Menschen zusammenfanden, beherrschte gestern das entsetzliche Unglück, das die „Elbe“ und mit ihr Hunderte von Familien betroffen hat, die Unterhaltung. Es schien, als hätte das Furchtbare, das so unerwartet die Gemüther in Schrecken versetzt, das Interesse an allem Anderen verdrängt, Hader und Zwiespalt gebannt und alles Mitleid und alle Theilnahme, deren das Menschenherz fähig ist, wachgerufen“

Die Trauer „zeigte sich auch in dem Bureau des Norddeutschen Lloyd Unter den Linden. Von den frühen Morgenstunden an war hier ein stetes Kommen und Gehen. Das große Schaufenster, in dem die Reliefkarten ausgestellt sind, welche über die Schiffsbewegung des Institutes Auskunft geben, war verhüllt, wie zum Zeichen der Trauer über das erschütternde, unsagbare Unglück.“

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08. April 1786 – 230 Jahre – Neu Tomysl – Nowy Tomyśl

Die heutige Stadtfahne - Aufn. PM

Die heutige Stadtfahne – Aufn. PM

Mit dem Bestätigungsbrief des Königs Stanislaus August von Polen vom

08. April 1786

wurde das Gesuch, eine Stadt zu gründen, genehmigt und freigegeben „eine Stadt mit Gräben, Dämmen, Gewässern, Vertheidigungswerken nach seinem Belieben zu umgeben und zu versehen, Bürger, Kaufleute und jeder Art Handwerker einzuführen, heranzuziehen, unterzubringen, Waaren jeder Art dorthin zu verfahren und zu verkaufen, welches also errichtete Städtchen für immerwährende Zeiten Neu-Tomysl heissen soll.“

In diesem Schreiben wird der zukünftigen Stadt das „teutonische Recht, welches das Magdeburgische heisst, nebst allen anderen Freiheiten und Vorzügen, deren die Kronstädte sich bedienen, allergnädigst verliehen, mit Aufhebung der polnischen und lithauischen Gesetze, welche dies teutonische, Magdeburger genannte, Recht antasten und verwirren könnten.

Glinau II – Unfall im Hause Lehrer Kintzel (1911)

Schule Glinau II (Foto PM 28-06-2010)

Schule Glinau II (Foto PM 28-06-2010)

Eine brave Tat vollbrachte am 20. d. Mts. (20.04.1911) das Söhnlein des Lehrers (Rudolph Otto Bruno) Kintzel aus Glinau. (Er war 1877 in Neustadt bei Pinne geboren worden und hatte im Jahr 1901 die 1883 in Neu Dombrowo geborene Ottilie Martha Werner geehelicht).

Während sich in Abwesenheit der Eltern die beiden ältesten Kinder (Bruno Alexander Gustav Heinrich, geboren 1902 und Frieda Auguste Alma, geboren 1903) auf dem Felde beschäftigten, spielten in der Nähe ihre kleineren Geschwister.

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Plötzlich fiel ihr 2 1/2 jähriges Brüderchen (Willi Hugo Rudolph, geboren im Oktober 1908) in einen sich in der Nähe befindlichen, über 1 1/2 Meter tiefen, fast bis oben gefüllten Teich.

Sein achtjähriger Bruder, der den Vorfall bemerkte, lief sofort herbei und sprang mutig und entschlossen in das tiefe Wasser, das über seinem Kopfe zusammen schlug. Beim Sprunge kam der Knabe noch zu Fall, und auch er galt für verloren. Es gelang ihm aber doch noch, sich mit Aufbietung aller seiner Kräfte aufzurichten. Er ergriff den auf dem Grunde liegenden Knaben und konnte sich mit ihm, aber nur mit großer Mühe und Not, nach dem Ufer retten.

Hier zog ihn die inzwischen herbeigeeilte Frau des Arbeiters Heinrich Werner vollends aus dem Wasser. Bei der Rettungsarbeit soll dem Knaben ein Schuh in dem schlammigen Boden des Teiches stecken geblieben sein. „Sag‘ an, war das nicht brav getan?“ Man denke sich die Freude der Eltern, als sie bei ihrer Heimkehr von der Heldentag ihres Aeltesten hörten. Eine Auszeichnung des Knaben wäre hier sehr am Platze.

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Ein weiterer Artikel in dieser Folge: „Glinau II – Lehrer Hoede (1905-1908)“ – veröffentlicht im Juni 2010

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Quellen, soweit nicht direkt im Text oder in Bildbeschreibungen angegeben: Großpolnische digitale Bibliothek Poznan (http://www.wbc.poznan.pl/dlibra) – “Amtliches Kreis-Blatt für den Kreis Neutomischel” 1911-04-25

Privatschule Frl. Marie Landmann in Neutomischel 1877-1881

Die frühere Bahnhofstrasse, rechts erkennbar die Buchstaben HO ..., dieses Gebäude war der Hopfenspeicher der Familie Landmann - Ansichtskarte Sammlung Wojtek Szkudlarski

Die frühere Bahnhofstrasse, rechts erkennbar die Buchstaben HO …, dieses Gebäude war der Hopfenspeicher der Familie Landmann – Ansichtskarte Sammlung Wojtek Szkudlarski

Im Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten von Franz Brümmer / 1913 in Leipzig erschienen, findet sich eine Kurzbiographie:

Landmann, Marie, geboren am 15. Februar 1850 in Berlin, siedelte 1863 mit ihren Eltern nach Neutomischel in der Provinz Posen über u. besuchte 1866-68 eine Pensionsanstalt in Grünberg (Schlesien), worauf sie 1868 ihr Lehrerinnenexamen ablegte. Sie unterrichtete zunächst durch eine Reihe von Jahren ihre jüngeren Schwestern, war später Vorsteherin einer kleinen Privatschule in Neutomischel u. ging, nachdem sie ihre Prüfung als Schulvorsteherin abgelegt, 1882 nach Breslau, wo sie seit dem März 1884 teils als Pensionsvorsteherin, teils als Schriftstellerin tätig war. Sie war Mitbegründerin des Breslauer Vereins „Frauenwohl“ (1891) und bis 1905 Schriftführerin desselben. Sie starb in Breslau am 30. September 1908. S: Novellen, 1882 – Die Zeitungsbraut (Dram. Scherz), 1896″

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Das Drahtgeflechtwerk eröffnet / 1900

Neutomischler Drahtgeflechtwerk und Matratzen-Fabrik - Neuer Markt 52 / Bildausschnitt Privatbesitz Maennel Archiv

Neutomischler Drahtgeflechtwerk und Matratzen-Fabrik – Neuer Markt 52 / Bildausschnitt Privatbesitz Maennel Archiv

Einen neuen Industriezweig hat hier Herr Kaufmann Alexander Maennel durch Aufstellung eines Webestuhls für Drahtgeflechte eingeführt.

Das Werk wird durch einen Petroleum Motor in Bewegung gesetzt und liefert ein tadelloses Geflecht, welches sich für hauswirthschaftliche Zwecke in steigendem Maße einführt und unentbehrlich macht.

Wünschen wir dem neuen Unternehmen besten Erfolg und weiteste Ausdehnung

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Quellen soweit nicht direkt im Text oder in den Bildbeschreibungen genannt: Großpolnische digitale Bibliothek Poznan (http://www.wbc.poznan.pl/dlibra) – “Amtliches Kreis-Blatt für den Kreis Neutomischel” 1900-06-19

Familie Hauch aus Albertoske – Grabstein auf dem Friedhof von Juliana

Versunkener Grabstein auf dem ehemaligen evgl. Friedhof Juliana / Aufn. PM

Versunkener Grabstein auf dem ehemaligen evgl. Friedhof Juliana / Aufn. PM

Recherchieren wir heute die Lebensdaten der einstigen Bewohner anhand von Kirchenbucheintragungen oder Standesamtsunterlagen, so waren die Menschen, deren Daten wir wieder zusammentragen, selbst oft des Lesens und Schreibens nicht kundig gewesen.

Persönliche Dokumente hatten nicht die Bedeutung wie in heutiger Zeit gehabt, hatte doch ein jeder Jeden gekannt und hatte doch der Pastor oder der Standesbeamte Dokumente, falls sie denn benötigt worden waren, ausstellen können.

Es scheint, dass Abweichungen von Tagen, ja sogar von Jahren bei den Lebensdaten keine große Bedeutung beigemessen worden waren.

Menschen lebten mit dem Geburtsdatum, welches ihre Eltern ihnen genannt hatten. Häufig waren ihnen weder Daten zu ihren Eltern bekannt, noch erinnerten sie sich an die ihrer Großeltern; hatten sie diese aufgrund der hohen Altersunterschiede oftmals weder kennengelernt, noch deren Namen jemals gehört; dieses noch weniger, wenn die Familien ihren Wohnort im Laufe der Jahre gewechselt hatten und Verbindungen, aus welchen Gründen auch immer, nicht aufrechterhalten worden waren.

Grabsteine wurden oft erst viele Jahre nach dem Tod der Bestatteten aufgestellt. Die darauf eingemeißelten Geburts- und Sterbedaten waren vermutlich aus der „Erinnerung“ an die noch bekannten mündlichen Überlieferungen angefertigt worden; waren dieses doch die Daten gewesen mit denen das Leben gelebt worden war.

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Der ehemalige evangelische Friedhof von Neutomischel

FSzoldrski“ … Desgleichen ertheile ich dem Städtchen einen Gottes-Acker, denen deutschen Leuten zum Begräbniss.“
Felix Szoldrski Dziedzic Miasta Nowego Tomisla / Felix Szoldrski, Erbherr der Stadt Neu Tomysl
geschrieben am 18 Februar 1788

„In allen Weltkulturen und durch die ganze Menschheitsgeschichte hinweg wurden
Friedhöfe, Gräber und ewigen Ruheorte mit außerordentlicher Pietät betrachtet und werden bis heute,
entsprechend ihrer jeweiligen Kultur-und Zivilisationszustands auf diese Weise behandelt.“
(Denkmalschutz für Friedhöfe. Die Anordnung des Episkopats – Kommission zur Kirchlichen Kunst 1987)

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Schöffengerichtssitzungen Mai – Juli 1903

Relief über dem Eingang des ehemaligen Amtsgerichtes - Justitia, die Personifikation der Gerechtigkeit; die Waage für die sorgfältige Abwägung der Sachlage, die Augenbinde für die Unparteilichkeit fehlt, das Richtschwert für die Durchsetzung mit der nötigen Härte - Bild: EA

Relief über dem Eingang des ehemaligen Amtsgerichtes – Justitia, die Personifikation der Gerechtigkeit; die Waage für die sorgfältige Abwägung der Sachlage, die Augenbinde für die Unparteilichkeit fehlt, das Richtschwert für die Durchsetzung mit der nötigen Härte – Bild: EA

Nachstehend sind die Verhandlungspunkte und Urteile der Schöffengerichtssitzungen vom Mai bis Juli 1903 wiedergegeben.

Entnommen wurde die Berichterstattung dem Neutomischler Kreisblatt des Jahres 1903.

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Diebstahl und Mord in Boruy 1908 – Der Prozess 1909 / Teil 2

Die alte Chaussee von Neu Tomysl nach Boruy - Karte: Wojtek Szkudlarski

Die alte Chaussee von Neu Tomysl nach Boruy – Karte: Wojtek Szkudlarski

Hier nun die Berichterstattung des vor dem Schwurgericht zu Meseritz geführten Prozesses:

1909-04-30 Meseritz (Schwurgericht)

Am Montag begann die Verhandlung gegen die Eigentümerfrau Minna Jaekel, geb. Rau, aus Neuborui, die beschuldigt war, der in einem einsamen Gehöfte wohnhaften unverehelichten Juliane Herkt am 17. November d. Js. 1908 etwa 40 Mark gestohlen zu haben.

Seit dem 24. Dez. 1908 befindet sich die Angeklagte in Untersuchungshaft, sie ist 31 Jahre alt, seit 8 Jahren verheiratet und Mutter eines 6 und eines 1 jährigen Kindes. Die sechsjährige Ella war als Zeugin anwesend. Die Angeklagte besitzt mit ihrem Manne eine 10 Morgen große Wirtschaft. Ihr Haus ist 350 m von dem der ermordeten Herkt entfernt. Die letztere wohnte in einem einzeln liegenden Gehöfte, sie wurde dort am 20. Dezember von dem Ausgedinger Bensch tot aufgefunden.

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Diebstahl und Mord in Boruy – 1908 / Teil 1

Landschaft bei Nowa Boruja - Bild EA

Landschaft bei Nowa Boruja – Bild EA

Unmittelbar vor Weihnachten des Jahres 1908 wurde die Leiche der Julie Herke/Juliane Herkt in Neu Borui in ihrer Wohnung entdeckt.

Die Ermittlungen ergaben, dass die Aufgefundene ermordet worden war.

Das Verbrechen wurde in Zusammenhang mit einem 4 Wochen zuvor erfolgten Diebstahl gebracht. Schnell geriet die in der Nachbarschaft wohnende Minna/Ida Jaekel geborene Rau in Verdacht, die Verbrechen verübt zu haben. Im April 1909 wurde gegen Sie vor dem Schwurgericht in Meseritz der Prozess wegen Mord und Diebstahl eröffnet.

Der Polizeihund „Prinz“, dessen Gangart dem Hundeführer die richtige Spur aufzeigte, eine gekaufte Stola, ein ahnungsloser Ehemann, Ungeziefer, Petroleum, eine glühende auf das Kleid der später Ermordeten geworfene Kohle, ein brennender Zigarrenstummel welcher ihr in die Tasche gesteckt wurde, dieses als gedachter Schabernack, Gedanken der Angeklagten an Selbstmord und Aussagen von Mitgefangenen, spielten bei den Ermittlungen eine Rolle und führten schließlich zu einem Geständnis.

Letztlich hatten die Geschworenen das Urteil gegen die Angeklagte zu fällen.

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Auf dem ehemaligen evangelischen Friedhof der Colonie Juliana / Julianka

Der ehemalige evangelische Friedhof Juliana - Aufn EA

Der ehemalige evangelische Friedhof Juliana – Aufn EA

Mitten im Wald, liegt der ehemalige evangelische Friedhof der Colonie Julianna. Auf diesem Friedhof wurden, wie heute wieder bekannt ist, auch Bewohner der umliegenden Gemeinden Albertoske und Cichagora beerdigt.

Durch die Arbeitsgruppe des “Zakład Poprawczy w Grodzisku Wlkp.” wurde unter der Leitung von Konrad Maciejaszek auf dem Areal ein tief im Erdreich eingesunkener Grabstein freigelegt und aufgerichtet.

In diesem Beitrag haben wir die Familiendaten der hier einst zur letzten Ruhe Bestatteten zusammengetragen.

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Polizei-Verordnung betreffend die Regelung des Wochen- und Jahrmarktverkehrs in der Stadt Neutomischel – 1909

Markttag in Neutomischel ca. 1900 - Quelle: Privatbesitz Fam. Goldmann

Markttag in Neutomischel ca. 1900 – Quelle: Privatbesitz Fam. Goldmann

Auf Grund der §§ 5 und 6 des Gesetzes über die Polizei-Verwaltung vom 11. März 1850 (Gesetz-Sammlung Seite 265) in Verbindung mit § 143 des Gesetzes über die allgemeine Landesverwaltung vom 30. Juli 1883 (Gesetz-Sammlung Seite 195) und der §§ 64 bis 71 der Reichsgewerbeordnung vom 1. Juli 1883 in der Fassung der Bekanntmachung vom 26. Juli 1900 (Reichs-Gesetz-Blatt Seite 871 ff.) wird im Einverständnis mit dem Magistrat zur Reglung des Wochen- und Jahrmarkt-Verkehrs für den Umfang des Stadtbezirks Neutomischel nachstehende Polizei-Verordnung über den Marktverkehr erlassen.

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Mord in Chmielinke – 1908

Der ehemalige Gasthof Schade in Chmielinke / Postkartenausschnitt Sammlung A. Kraft

Der ehemalige Gasthof Schade in Chmielinke / Postkartenausschnitt Sammlung A. Kraft

Am 29. December 1908 schrieb der Standesbeamte zu Neustadt bei Pinne unter dem Eintrag Nr. 233:

„Das Königliche Amtsgericht zu Pinne hat mitgeteilt, daß der Eigentümersohn Karl Helmchen, ledigen Standes, 23 Jahre, evangelischer Religion, wohnhaft zu Steinberg, geboren zu Steinberg, Sohn des verstorbenen und zuletzt in Steinberg wohnhaften Eigentümers Martin Helmchen und dessen in Steinberg wohnhaften Ehefrau Albertine geborene Schmidtchen wieder verehelichte Hanelt, zu Steinberg am sechsundzwanzigsten December 1908 vormittags um zwölfeinhalb Uhr verstorben sei.“

Leider verbirgt sich hinter einer amtlichen Eintragung in jenen Jahren immer ein Tod durch Unglücksfall oder, sogar noch schlimmer ein Tod durch Mord.

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Sontop als selbstständige Kirchengemeinde – 1904

Bauzeichnung zur Kirche in Sontop / Zentralblatt der Bauverwaltung

Bauzeichnung zur Kirche in Sontop / Zentralblatt der Bauverwaltung

„Reges kirchliches Leben hat in Sontop sich entwickelt. Seit dem 01. Oktober 1904 ist Sontop selbstständige Kirchengemeinde mit eigenem Gemeindekirchenrat und Gemeindevertretung geworden. Pfarramtlich ist die Gemeinde noch mit Neutomischel verbunden.

Zu der neuen Gemeinde gehören Sontop, Neurose, Rose Gut und Dorf Rose, Bukowiec, Glashütte, ein Teil von Cichagora und Paprotsch.

Der sehnliche Wunsch der Gemeinde geht nun dahin, ein eigenes Gotteshaus zu besitzen. Grund und Boden für Kirche und Pfarrhaus ist schon vorhanden, mitten im Dorf gelegen, zum größten Teil von Gemeindegliedern in Sontop geschenkt.

Reichliche Gaben an Geld sind auch schon geflossen. Gezeichnet sind von den Parochianen ca. 9.000 Mark, davon schon aufgebracht ca. 5.000 Mark. Dazu kommt eine Spende von Herrn v. Hardt-Wonsowo im Betrage von 3.000 Mark, fern vom Gustav-Adolfs-Verein 300 Mark (außer vielen herrlichen Geräten). Die Gemeinde hofft auf ein kaiserliches Gnadengeschenk von ca. 40-50.000 Mark. Die Kosten für Kirche und Pfarrhaus sind auf ca. 90.000 Mark veranschlagt.

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Goldene Hochzeit in Zinskowo – 1924

Im Nachlass meiner, im 100. Lebensjahr verstorbenen, Großtante fand ich vor einiger Zeit ein altes Postkartenfoto. Genau 40 festlich gekleidete Menschen blicken ernst in die Kamera. Auf der Rückseite ist handschriftlich zu lesen:

Zum Andenken an deine Großeltern, 17. Juni 1924.

Von der Tante selbst stammt der Zusatz: Goldene Hochzeit, war in meiner Geburtsheimat in Friedenwalde, Provinz Posen, nach dem 1. Weltkrieg polnisch.

Dieses Bild machte mir bewusst, dass ich eigentlich nichts über meine Vorfahren aus Neutomischel und die Geschichte ihrer Siedlungsorte wusste. Und damit begann für mich und meinen Mann die Ahnenforschung im Tomischler Hauland.

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Gebäude der Stadt – No. 74 – Eine Bäckerei in der Posener Strasse

Blick vom Alten Markt in die Posener Strasse, rechts an das Gebäude des "Schwarzen Adlers" schließt sich das Gebäude der No. 74 an / Karte: Wojtek Szkudlarski

Blick vom Alten Markt in die Posener Strasse, rechts an das Gebäude des „Schwarzen Adlers“ schließt sich das Gebäude der No. 74 an / Karte: Wojtek Szkudlarski

Manche Häuser haben erst eine Geschichte durch das wechselvolle Leben Ihrer Bewohner. Eines dieser Häuser ist das mit der alten Hausgrundstücksnummer 74 in Nowy Tomyśl. Heute ist es unscheinbar, der eigentliche Baustil nicht mehr erkennbar und es ist arg „in die Jahre gekommen“.

Und doch es scheint als ob die wechselvolle Geschichte der Bewohner dieses Hauses sich wiederspiegelt im Aussehen des Gebäudes.

Wir bedanken uns ganz besonders bei Tracy Walters; sie öffnete ihr Familien-Fotoalbum für uns.

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Ein Selbstmord – 1795 – 30. Junius

Blick vom ehem. evgl. Friedhof Rakwitz Richtung Kirche (rechts im Hintergrund), nicht bekannt ist, wo Tote, welche nicht, nach damaliger Auffassung, auf dem eigentlichen Friedhof beerdigt werden durften, begraben wurden / Bild: PM

Blick vom ehem. evgl. Friedhof Rakwitz Richtung Kirche (rechts im Hintergrund), nicht bekannt ist, wo Tote, welche nicht, nach damaliger Auffassung, auf dem eigentlichen Friedhof beerdigt werden durften, begraben wurden / Bild: PM

Vor Anbruch des Tages wurde zwar minus honeste (kein ehrenvolles, kein ehrbares) und außerhalb dem gewöhnlichen Begräbnisplaze, doch unter dem Schuze des weisern und menschlichern Geseze Sr. Königl. Majestät von Preußen, nunmehr auch unsers Allergnädigsten Herrn durch auswärtige Tagelöhner und nicht wie sonst durch den Abdecker, beerdigt der hiesige Bürger und Schwazfärber Andreas Gralow, welcher am 28. desselben Monats vormittags um 10 Uhr in seiner Färbermangel sich selbst an einem Strick erhängt hatte.

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Der ehemalige Friedhof von Albertowske / Albertowsko

Die Naturlandschaft Albertowsko / Aufn. PM

Die Naturlandschaft Albertowsko / Aufn. PM

Es ist nichts genaues über die Entstehung des Ortes Albertowske bekannt. Vermutet wird, dass die ersten „Hauländer“, wie auch in der umliegenden Region, um 1750 hier die Erlaubnis erhielten sich anzusiedeln.

Albertowsko, früher Albertowske oder Albertoske, stellt bzw. stellte eine Streusiedlung dar. Die Höfe liegen wie willkürlich verteilt in der Region und die Ansiedlung verfügt über keinen zentralen Ortskern.

Felder und Wiesen, die sich abwechseln mit Sanddünen und großen Heidekrautflächen und alle umgeben von Wald, gestalten das Gesamtbild der außerordentlich schönen Naturlandschaft der Region.

Am Weg linker Hand den Sandhügel hinauf liegt der alte evangelische Friedhof / Aufn. GT

Am Weg linker Hand den Sandhügel hinauf liegt der alte evangelische Friedhof / Aufn. GT

Wanderer können inmitten dem Wald auf einer Anhöhe den Friedhof der evangelischen Bewohner von Albertowske finden. Hier umgibt den Besucher dann absolute Stille, einzig durch Vogelgezwitscher und ab und an einem rascheln im Unterholz wird diese unterbrochen. Hier kann man in sich gehen und „seiner“ Verstorbenen gedenken, gleich ob sie hier oder anderswo zur letzten Ruhe bestattet wurden.

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Erbbescheinigungsantrag für Nachkommen der Familien Seide/Peter – 1890

In der Geschichte des Haulandes „verlieren“ sich oft Familien. Trotz intensivster Suche finden sich in vielen Fällen keinerlei Hinweise mehr auf sie. Sind alle Angehörigen verstorben ? fehlen lediglich die Eintragungen in den Personenstandsunterlagen ? gab es nur weibliche Nachfahren, die durch Heirat den Familiennamen nicht weiterführten ?, oder sind Familienmitglieder einfach „nur“ abgewandert ? wenn ja, wohin ?

In einigen Fällen hilft dann nur noch der Zufall um die Spuren weiter verfolgen zu können, so auch im Fall der Familienmitglieder Peter.

Am 11. Januar 1890 erschienen vor dem in Neutomischel wohnhaften Notar im Bezirke des Königlichen Oberlandesgerichts zu Posen, Herrn Adalbert Bartecki, die Louise Ernestine Jäger geborene Peter und deren Ehemann. Sie beantragten die Ausstellung einer Erbbescheinigung; hierzu erklärten sie wie folgt:

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Kurzmitteilung – Das Wetter vom 05. Dezember 1913

Boruy_Kornblumen-1Als eine Abnormität der Jahreszeit wird uns mitgeteilt, daß auf dem Acker des Eigentümers Karl Welke in Alt Borui Kornblumen blühen.

Die lang anhaltende milde Witterung in diesem Herbste hat schon manche Naturseltenheit hervorgebracht.

Quellen, soweit nicht direkt im Text oder in Bildbeschreibungen angegeben: Großpolnische digitale Bibliothek Poznan (http://www.wbc.poznan.pl/dlibra) – “Amtliches Kreis-Blatt für den Kreis Neutomischel” 1913/12/05; Collage: Kartenausschnitt (http://mapy.amzp.pl/tk25.cgi?23,48,60,80); Grusskartenausschnitt; Kopie der Zeitungsmeldung

 

Gebäude der Stadt – No. 15 – Familie Pietsch / anfänglich Schneiderwerkstatt und später Kupferschmiede bis 1870

Direkter Blick auf das ehemalige Hausgrundstück No. 15 in Neu Tomysl / Aufn. PM

Direkter Blick auf das ehemalige Hausgrundstück No. 15 in Neu Tomysl / Aufn. PM

Am 13. August 1778 wurde durch Graf Feliks Szołdrski den Hauländergemeinden das Kirchenprivilegium zum Bau einer evangelischen Kirche nebst eines Pfarr- und Schulhauses und die Anlage eines Kirchenplatzes auf dem „Platz bey Pietschen Nachbar in der Glinauschen Gemeinde“ erteilt.

Letztlich ist es natürlich nur Annahme, dass dieser Nachbar Pietsch, tatsächlich derjenige war, dessen Familie wir in den Kirchenbuchaufzeichnungen folgten, es spricht jedoch vieles dafür.

Zu finden sind die George Friedrich und Anna geborene Nerling(in) Pietsch‚en Eheleute. Beide waren rückgerechnet aus Altersangaben in ihren Sterbeeinträgen um 1725/1726 geboren worden. Zu wann sie sich in Glinau ansiedelten oder auch woher sie kamen ist nicht bekannt.

Erwähnt wurden sie als Nachbarn aus der Glinauschen Gemeinde. George Friedrich Pietsch war Schneidermeister und späterer Kirchenvorsteher. Verstorben sind sie, so die Toteneintragungen im Kirchenbuch, in den Jahren 1797 und 1799 „allhier“, welches gleichzusetzen ist mit der in den Jahren 1786-1788 gegründeten Stadt Neutomischel.

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Das Kirchhofgespenst zu Grzebienisko/Kammthal – Sagen und Märchen

Grzebienisko/Kammthal - Bild Katze: Brehms Tierleben - Seite 442 - www.BioLib.de - ttp://caliban.mpipz.mpg.de/brehm/band1/high/IMG_6595.html u. Karte: http://mapy.amzp.pl/tk25.cgi?23,48,60,80 hier 3565
Grzebienisko/Kammthal – Bild Katze: Brehms Tierleben – Seite 442 – www.BioLib.de – ttp://caliban.mpipz.mpg.de/brehm/band1/high/IMG_6595.html u. Karte: http://mapy.amzp.pl/tk25.cgi?23,48,60,80 hier 3565

In Grzebienisko / Kammthal lebte einst ein Mädchen, welches sich durch besondere Furchtlosigkeit auszeichnete.

Wenn sie im Winter eine Spinnstube besuchte, ging sie, um sich den Weg abzukürzen, stets hin und zurück, auch in dunkler Nacht, über den Kirchhofe. Die Leute warnten sie häufig davor, weil auf dem Kirchhofe ein Gespenst umging, das denen, die es antraf, Schaden zufügte. Als sie nun wieder einmal in einer hellen Mondnacht trotz der Warnungen über den Kirchhofe ging, sah sie auf einem Grabstein, an welchem sie vorübergehen musste, eine weiße Gestalt sitzen.

Trotzdem ging sie furchtlos weiter. Als sie aber zu dem Grabstein kam, erhob sich das Gespenst und wollte sie ergreifen. Doch die Jungfrau wehrte sich und versetzte ihm mit der Kunkel einen Schlag auf den Kopf. Das Gespenst tat darauf einen lauten Schrei und verschwand, worauf das Mädchen ungehindert seinen Wege fortsetzte.

Seitdem ließ sich das Gespenst nicht mehr sehen, wohl aber zeigt sich auf dem Kirchhofe ein weißes Kätzchen, das auch bei Tage gewöhnlich auf dem Grabe liegt, an welchem das Mädchen mit dem Gespenst zusammengetroffen war.

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Quelle: Aus dem Posener Land – Dritter Jahrgang 1908 – Erstes April Heft – veröffentlicht über die Großpolnische Digitale Bibliothek: http://www.wbc.poznan.pl/dlibra

Verzeichnis der bei dem königlichen Land und Stadtgericht zu Grätz in dem Jahre 1837 eingeleiteten Criminal Untersuchungen

Schwarzer Zweispitz für Zivilbeamte, Post- oder Forstbeamte, mit preußischer Kokarde. Auf den Wappenknopf ist der preußische Adler unter einer Krone dargestellt - Bild: Museum Weißenfels - Schloss Neu-Augustusburg http://www.museum-digital.de/san/index.php?t=objekt&oges=11369

Schwarzer Zweispitz für Zivilbeamte, Post- oder Forstbeamte, mit preußischer Kokarde. Auf den Wappenknopf ist der preußische Adler unter einer Krone dargestellt – Bild:
Museum Weißenfels – Schloss Neu-Augustusburg
http://www.museum-digital.de/san/index.php?t=objekt&oges=11369

Nachstehend geben wir das Verzeichnis der im Jahr 1837 durchgeführten Untersuchungen und Verurteilungen bei dem Königlichen Stadtgericht in Grätz wieder.

Wir wissen keine Einzelheiten über die Vergehen der Genannten; von keiner der Gerichtsakten war zum Zeitpunkt dieses Beitrages ein Aufbewahrungsort bekannt.

Einerseits erfolgten „völlige“ und „vorläufige“ Freisprüche, andererseits wurden Gefängnis- und Zuchthausstrafen verhängt. Ebenfalls sind Urteile zur Züchtigung mit Peitschenhieben und Stockschlägen, zum Teil in großer Zahl, gesprochen worden; selten findet sich, dass diese in mäßiger Form ausgeführt werden sollten.

Neben den genannten Strafen kam es bei Männern zum Verlust des Rechts die National Kokarde u. ä. Abzeichen zu tragen; erstere symbolisierte als äußeres Kennzeichen die „herzerhebende allgemeine Aeußerung treuer Vaterlandsliebe„, welche dem Verurteilten durch die begangene Straftat abgesprochen wurde.

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Die evangelische Filialkirche Alt Jastrzemske / 1816

Jastremske, links im Hintergrund, die alte, aber bereits ausgebaute, ehem. evgl. Kirche / Postkartenausschnitt

Jastremske, links im Hintergrund, die alte, aber bereits ausgebaute, ehem. evgl. Kirche / Postkartenausschnitt

In Jastremske, der Filialgemeinde Bentschens, wurden in den ersten Jahren als Rectoren und Lehrer Kandidaten der Theologie eingestellt. In ihren Anstellungsverträgen wurde festgeschrieben, dass sie Sonn- und Festtags zu predigen hatten. Der Prediger aus Bentschen vollzog im Ort selbst nur alle 4 Wochen den Gottesdienst und das Heilige Abendmahl .

Einer dieser Rektoren war Johann Gottlieb Schubert. Er wurde von Superintendent Knispel im Jahr 1816 beschrieben als „… ein gutmütiger, ordentlicher und fleißiger Mann, welcher bei seinen mittelmäßigen Kenntnißen und Kanzelgaben, dennoch mühsam ist, sich nüzlich und brauchbar seinen Zuhörern zu machen. Seit 24 Jahren arbeitet derselbe in der Schule (ca. 1773 geboren, ab ca. 1792 für 18 Jahre tätig in Neu Brück, zu 1810 nach Jastremske), und es wäre demselben eine kleine Predigerstelle zu wünschen, oder Verbeßerung seiner Einkünfte; da derselbe, bei einer zahlreichen Familie, ohne anderweitige Unterstüzzung sehr kümmerlich leben muß; und nach Anschaffung nöthiger Hülfsmittel zur Vermehrung seiner Kentniße, nicht denken kann.“ Rektor Schubert wurde in der Chronik anlässlich des 100 jährigen Bestehens der evgl. Kirche zu Friedenhorst nochmals erwähnt; dort heisst es, dass er nicht als Pastor in Friedenhorst berufen worden war, sondern eine Anstellung als Rektor in Brätz angenommen habe.

Nachstehend werden hier die vorgeschriebenen Fragen und Antworten der Indagenda, letztere wie sie Superintendent Knispel verfasste, über das Kirchensystem der Evangelischen Parochie Bentschen / hier die Filialkirche Jastremske, vom 18ten May 1816 wiedergegeben.

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Die evangelische Parochie Bentschen/Zbąszyń im Jahr 1816

Panorama Ansicht Bentschen - im Hintergrund die alte ehemalige evgl. Kirche / Postkartenausschnitt

Panorama Ansicht Bentschen – im Hintergrund die alte ehemalige evgl. Kirche / Postkartenausschnitt

Beantwortung der in der Indagenda vorgeschriebenen Fragen, über das Kirchensystem der Evangelischen Parochie Bentschen, den 14ten May 1816

Diese Ausarbeitung wurde von dem Superintendenten Knispel, er war auch Pastor in Boruy gewesen, handschriftlich erstellt. Die Schreibweise jener Zeit wurde weitesgehenst, soweit noch entzifferbar, übernommen. Eingefügt wurden lediglich einige Erklärungen

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Allerseelen – November 2015

Das Gedenkkreuz auf dem Areal des ehemaligen evgl. Friedhofes Sekowo/Friedenwalde stellvertretend für Alle - Aufn. PM

Das Gedenkkreuz auf dem Areal des ehemaligen evgl. Friedhofes Sekowo/Friedenwalde stellvertretend für Alle – Aufn. PM

Auch in diesem Jahr haben sich wieder Einwohner Nowy Tomysl’s und den die Stadt umgebenden Gemeinden an den früheren Friedhofsarealen zusammengefunden und der einstigen Bewohner gleich welcher Nationalität und welchen Glaubens gedacht.

Begraebnisplaetze, heutige und ehemalige in Nowy Tomysl - Aufn. PM

Begraebnisplaetze, heutige und ehemalige in Nowy Tomysl – Aufn. PM

Ein Moment der Besinnung, ein Gebet, das Entzünden von Seelen-Lichtern für die hier zur Ruhe gebetteten – stellvertretend für Viele, auch für die Menschen, die nur in Gedanken dabei sein konnten.

Vielen Dank !  

Renovierung der einstigen evangelischen Kirche in Neustadt bei Pinne – 1908

Der Kirchturm mit dem eingestürtzten Kirchenschiff / Aufn. PM

Der Kirchturm mit dem eingestürtzten Kirchenschiff / Aufn. PM

Kaum jemand erinnert sich an die großen Mühen unter denen der Kirchenbau einst finanziert und errichtet wurde.

Es sind auch nur noch wenige, die der Ruine einen Besuch abstatten um dort einen Moment in sich zu gehen und der Vorfahren, die hier einst getauft wurden, die Ehe schlossen oder denen eine Andacht zu ihrem Tod gewidmet worden war, zu gedenken.

Heute finden sich schon lange keine gemalten Glasfenster mehr im einstigen Kirchengebäude der evangelischen Gemeinde zu Neustadt bei Pinne. Das Kirchenschiff ist eingestürzt und eine Ruine. Einzig aufrecht steht noch der Kirchturm. Auf seinem Kuppeldach dreht sich nach wie vor die 1797 anlässlich seiner Errichtung und Einweihung aufgesetzte Fahne im Wind.

Schwärme von Tauben umkreisen das Gebäude und nisten im Kirchturm; sie sind heute die letzten „Kirchgänger“.

Trotz aller Trostlosigkeit, die die Vergänglichkeit symbolisiert – und uns vor Augen führt – die Reste strahlen auch heute noch eine besondere Atmosphäre aus; etwas Heiliges ist zu spüren geblieben.

Im Jahr 1908 hatte die Gemeinde voller Zuversicht in die Zukunft geblickt und ihr Gotteshaus renoviert:

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Der ehemalige evangelische Friedhof in Kopanke / Kopanki – 2015

Blick auf die noch erhaltenen Grabsteine; links im Hintergrund das Gedenkkreuz, welches Familie Krok in diesem Jahr zur Erinnerung an Ihre Vorfahren aufgestellt hat

Blick auf die noch erhaltenen Grabsteine; links im Hintergrund das Gedenkkreuz, welches Familie Krok in diesem Jahr zur Erinnerung an Ihre Vorfahren aufgestellt hat

Durch Herrn Krzysztof Karolczak bekamen wir die Bilder dieses Beitrages übersandt.

Herr Krzysztof Karolczak hat sie im September dieses Jahres bei einem seiner Besuche auf dem Gelände des ehemaligen Friedhofes in Kopanki / Kopanke aufgenommen. Er versucht mit seinen Bildern die „besondere Atmosphäre“ dieses Platzes einzufangen.

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Gebäude der Stadt – No. 52 u. 53 Besitzerin bis 1845 Wittwe Anna Rosina Maennel geb. Kannewischer

Blick auf die Häuser, ehemalig Neuer Markt No. 52 und Goldstr. No. 53 - Aufn. PM

Blick auf die Häuser, ehemalig Neuer Markt No. 52 und Goldstr. No. 53 – Aufn. PM

Auf dem Hausgrundstück No. 52, früher am ehemaligen Neuen Markt gelegen, stand, so die Gebäudebeschreibung der Provinzial Feuerversicherung aus dem Jahr 1836, ein Wohnhaus mit vier Nebengebäuden.

Das Wohnhaus selbst war aus Ziegeln errichtet und mit Kalk verputzt gewesen. 68 Fuß lang, 36 breit und 10 hoch (ca. 20,70×11,00×3,00m), wobei selbst die Giebel als aus Ziegel gemauert beschrieben worden waren und nicht wie sonst üblich aus Holz oder Fachwerk. Auf dem stehendem doppelten Dachstuhl war das Dach selbst mit Biberschwanzziegeln eingedeckt gewesen.

Im Inneren hatten sich 1 Flur von dem die 3 Stuben, 1 Küchenstube und 1 Kammer zu erreichen gewesen waren, befunden. Darüber hinaus hatten die Bewohner weiterhin noch über 1 Laden, 1 Vorratskammer und 1 Keller verfügt. Beheizt wurde das Gebäude über 2 „Ofen von Kacheln“ und „1 Ofen von Ziegeln“.

Das Gebäude wurde 1836 als im besten Zustande beschrieben und hatte mit dem angegebenen Alter von nur 13 Jahren noch keine Reparatur nötig gehabt. Mit diesem Alter war es wiederum eines der Gebäude, welches nach dem „großen Brand“ im Jahr 1822 am südlichen Neuen Mark in Neu Tomysl errichtet worden waren.

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„Mehr Licht“ – ein beschlossene Sache, das Gaswerk in Neutomischel wird gebaut / 1903

Laterne vor dem ehemaligen Kreishaus / Postkartenausschnitt

Laterne vor dem ehemaligen Kreishaus / Postkartenausschnitt

„Die Errichtung einer städtischen Gasanstalt ist von der Stadtvertretung beschlossen und mit der Bauausführung die Firma Carl Franke in Bremen beauftragt worden.

Als Preis der Gesammtanlage, in welcher eine Wohnung für den Gasmeister, Bureau- und Arbeitsräume, Wasch- und Baderaum für die Angestellten mit vorgesehen sind, einschließlich aller Apparate, Rohrleitungen, Kandelaber, Straßenarbeiten etc. etc. sind 84.000 Mk. veranschlagt, da aber der Platz hierbei nicht mit inbegriffen ist und auch mancherlei unvorhergesehene Ausgaben entstehen können, so ist mit einem Anlage-Kapital von 100.000 Mk. zu rechnen.

Als Bauplatz ist ein Terrain von Herrn Carl Eduard Goldmann hinter dessen Grundstück am Neuen Markte erworben worden. Mit dem Bau soll bald begonnen und derselbe so gefördert werden, daß bei Beginn des Herbstgeschäftes Straßen und Häuser sich wieder in ordnungsmäßigem Zustande befinden und spätestens Anfang Oktober das Werk in Betrieb gesetzt werden kann.

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Von Hufen, Mohnklößen und anderem Glück

Arlt-0Es war am 8. August im Jahr 1926 in Sękowo. Einem idyllisch gelegenen Dorf im Posener Land zwischen Nowy Tomyśl und Jastrzębsko Stare, angrenzend an den Lomnitzer Forst mit seinen Nadelwäldern, Sümpfen und Seen. Es war ein heißer Tag mitten in der Getreideernte. Wie in jedem Sommer waren auch die Weißstörche wieder da; die Bauern waren auf den Feldern, der Vater Heinrich und der Knecht Stanislaw ebenso. Ein Erntewagen war umgefallen, das kam schon mal vor, wenn der Wagen zu voll beladen oder der Boden zu bucklig war, und sie hatten wieder einmal Mühe, die Mähe zu bergen. Trotzdem war es ein guter Tag für den Landwirt. Und es war auch ein besonderer Tag im Leben von Heinrich und seiner Frau Martha.

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Trigometrische Vermessungspunkte

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lfd. No. Feldmark, auf welcher der Markstein errichtet ist Nähere Beschreibung der Oertlichkeit, auf welcher der Markstein steht Name des Eigenthümers, auf dessen Grundstück der Markstein steht
1 Albertoske Am Wege, nördlich des Gehöfts des Gemeindevorstehers Ewald Rosenau Rosenau, Gottlieb Ewald, Albertoske
2 Albertoske Am Grenzwege zwischen Neu Borui und Albertoske Damsch Heinrich in Albertoske
3 Alttomischel Im Walde, östlich des Vorwerks Mischke v. Poncet Franz, Rittergutsbesitzer Alttomischel und Miterben
4 Alttomischel Links der Chaussee nach Bolewitz. In der Nähe der Grenze mit Scherlanke v. Poncet Franz, Rittergutsbesitzer Alttomischel und Miterben
5 Alttomischel Links vom Wege von Alttomischel nach dem Vorerk Bobrowke v. Poncet Franz, Rittergutsbesitzer Alttomischel und Miterben
6 Alttomischel Rechts des Weges von Alttomischel nach Witomischel Kaminski Stanislaus, Alttomischel
7 Alttomischel Schornstein der Brennerei des Gutes Alttomischel v. Poncet Franz, Rittergutsbesitzer Alttomischel und Miterben
8 Scherlanke Links der Chaussee nach Bolewitz v. Poncet Franz, Rittergutsbesitzer Alttomischel und Miterben
9 Blake Nördlich des Weges von Blake nach Schleife Ulbrich Henr. Geb. Appelt Ww. Blake
10 Buchwerder Forst Westlich der Försterei Theerofen, rechts des Wege nach Bentschen Königl. Preuß Staat, Forstverw.
11 Buchwerder Forst Rechts des Weges von Bolewitz nach Bentschen. Nördlich d. Försterei Lehmkuhl Königl. Preuß Staat, Forstverw.
12 Bolewitz In der Nähe der Gemarkung Wytomischel Königl. Preuß Staat, Forstverw.
13 Bollwitz Brennereischornstein der Kgl. Domäne Bollwitz Kgl. Preuß. Staat Domänenverw.
14 Bollwitz Links des Weges von Bolewitz nach Wytomischel Kgl. Preuß. Staat Domänenverw.
15 Brodki Gut Südwestlich von Brodki am Wege nach Brody links Pflug Emil Rittergutsbesitzer Brody
16 Brody Gut Rechts am Wege von Brody nach Chraplewo Pflug Emil Rittergutsbesitzer Brody
17 Brody Gut Westlich des Vorwerks Marszewo, links des Weges von Trzionka nach Brody Pflug Emil Rittergutsbesitzer Brody
18 Brody Gemeinde Turm der Kapelle zu Brody Katholische Kirchengemeinde Brody
19 Brody Gemeinde Links am Wege von Brody nach Turowo Pawlik Andreas Brody
20 Bukowiec Gemeinde Turm der katholischen Kirche zu Bukowiec Kath. Kirchengemeinde zu Bukowiec
21 Chmielinko Rechts des Weges von Chmielinko nach Neustadt b. P. Kinzel Wilhelm Chmielinko
22 Chmielinko Rechts des Weges von Chmielinko nach Rose Klemt August Conradin Chmielinko
23 Chraplewo Gut Schornstein der Brennerei des Gutes Chraplewo v. Hardt Fried. Wilh. Majoratsb. Wonsowo
24 Chraplewo Gut Links des Weges von Chraplewo nach Chmielinko und Pakoslaw v. Hardt Fried. Wilh. Majoratsb. Wonsowo
25 Chraplewo Neufeld Nördlich des Wilhelm Hirt’schen Gehöfts Hirth Wilh. Eigenthümer in Neufeld
26 Cichagora Am Ziegenkruge, westlich des Begräbnisplates Strauch Dienegott in Cichagora
27 Cichagora Oestlich des Dienegott Müller’schen Gehöfts Müller Dienegott in Cichagora
28 Cichagora Südlich der Eisenbahn, im Walde, Enklave zu Bukowiec Gut Beyme Rittergutsbesitzer Eichenhorst
29 Gronsko Nördlich der Grenze mit Bolewitz, südöstlich des Waldes der Herrschaft Neustadt b. P. 1. Starak Franz, 2. v. Lacki Wladislaus auf Posadowo
30 Gronsko An der Grenze mit Krummwalde Mancza Johann in Gronsko
31 Gronsko Gut Rechts am Wege von Gronsko nach Komorowo Graf Stef. V. Korzbock Lacki Lipnica
32 Glupon Rechts der Kleinbahn nach Michorzewo nach Trzionka v. Hardt Wilh. Majoratsb. i. Wonsowo
33 Glupon Südlich d. Gemarkung Chraplewo. Auf d. Grenze zwischen d. Gute u. d. Gem. Kalek Andreas Glupon
34 Jastrzembnik Rechts des Weges von Jastrzembnik nach Opalenitza, in der Nähe der Gemarkung Lenkerhauland Thüm Julius in Jastrzembnik
35 Jastrzembnik Nordwestlich des Dorfes, auf der Grenze mit dem Gutsbezirk Pasiciel Anastasia Ww Jastrzembnik
36 Jastrzembnik In der Näche der Gemerkungen Neu-Dombrowo und Michorzewko Beyme Rittergutsbesitzer Eichenhorst
37 Jastrzembnik Westlich der Försterei Jastrzembnik I Beyme Rittergutsbesitzer Eichenhorst
38 Jastrzembnik Schornstein der Brennerei von Jastrzembnik Gut Beyme Rittergutsbesitzer Eichenhorst
39 Komorowo Gut Rechts des Weges von Komorowo Gut nach Grudno und Krummwalde Graf Stef. v. Korzbock Lacki Lipnica
40 Komorowo Hauland Links des Weges von Komorowo Hld. Nach Schleife in der Nähe der Gemarkung Schleife Kranich Johann Heinrich in Komorowo Haul.
41 Konin Gemeinde Oestlich des Dorfes, in der Nähe der Grnze mit dem Gutsbezirk Kandulski Nicolaus Konin
42 Konin Gut Schornstein der Brennerei vom Gute Konin v. Lacki Stanislaus Pakoslaw
43 Konkolewo In der Näche der Gemarkung Albertoske Handelsm . ?idad Konkolewo Bauunternehmer in Posen
44 Konkolewo Turm der evangelischen Kirche in Konkolewo Evang. Kirchengemeinde Konkolewo
45 Krystianowo Links am Wege von Turkowo nach Michorzewo Kortus Mathias in Krystianowo
46 Kuschlin Turm der evangelischen Kirche in Kuschlin Evang. Kirchengemeinde Kuschlin
47 Linde Gut Schornstein der Brennerei vom Gute Linde Köppen Franz Rent. Z. Charlottenburg
48 Linde Gut Links des Weges von Linde nach Milostowo hinter dem Kruge Köppen Franz Rent. Z. Charlottenburg
49 Linde Gut Rechts d. Weges v. Algier nach Milostowo i. d. Nähe der Gemarkung Milostowo Köppen Franz Rent. Z. Charlottenburg
50 Michorzewo Gut Auf dem Begräbnißplatze des Gutes Michorzewo v. Szczaniecki Thad. Auf Michorzewo
51 Neustadt (cfr. Nr. 31 u 39) Auf dem Weinberge der Herrschaft Neustadt Graf Stef. V. Korzbock Lacki Lipnica
52 Neustadt (cfr. Nr. 31 u 39) Turm der Kreuzkirche an der Chausse nach Pinne Kath. Kirchengem. In Neustadt b. P.
53 Neustadt (cfr. Nr. 31 u 39) Turm der evangelischen Kirche Evang. Kircheng. In Neustadt b. P.
54 Neutomischel Turm der evangelischen Kirche in Neutomischel Evang. Kircheng. In Neutomischel
55 Pakoslaw Gut Links an der Chaussee von Pakoslaw nach Neustadt v. Lacki Stanislaus Rittergb. a. Pakoslaw
56 Pakoslaw Gut Links am Wege von Pakoslaw nach Brody v. Lacki Stanislaus Rittergb. a. Pakoslaw
57 Pakoslaw Gut Links am Wege von Pakoslaw nach der Försterei Podlesie v. Lacki Stanislaus Rittergb. a. Pakoslaw
58 Pariczewo u. Pawlowko Gtsbz. Konin Nordöstlich des Vorwerks Pariczewo, in der Nähe der Gemarkung Konin Gut v. Lacki Stanislaus Rittergb. a. Pakoslaw
59 Porazyn Nordwestlich des Dorfes in der Nähe der Gemerkung Porazyn Gut Buda Stephan Porazyn
60 Posadowo Höster Schloßthurm Graf v. Lacki Wlad. auf Posadowo
61 Rose Gut Südlich des Dorfes, rechts des Weges von Rose nach Bukowiec Schwartzkopff Kurt Rose
62 Sontop Im Walde in der Nähe der Gemarkung Neurose Schwartzkopff Kurt Rose
63 Sontop Im Walde rechts des Weges von Sontop nach der Haltestelle Sontop Schwartzkopff Kurt Rose
64 Sontop Rechts des Weges von Sontop nach Rose, auf den Roserstücken Fenske, Gustav Heinrich in Sontop
65 Steinhorst Schornstein der Brennerei vom Gute Steinhorst v. Sulerzyski Ritterg. In Steinhorst
66 Steinhorst Nördlich des Dorfes in der Nähe der Gemerkung Lubocz Kreis Birnbaum v. Sulerzyski Ritterg. In Steinhorst
67 Wonsowo Gut Ziegelei Schronstein v. Hardt Fried. Wilh. Rittergb. auf Wonsowo
68 Wonsowo Gut Thurm des Schlosses (Helmstangen) v. Hardt Fried. Wilh. Rittergb. auf Wonsowo
69 Wonsowo Gut Südwestlich des Vorwerks Wonsowo v. Hardt Fried. Wilh. Rittergb. auf Wonsowo
70 Wonsowo In der Nähe der Gemerkung Dombrowo, südöstlich der Försterei Löchel Johann Karl Wonsowo
71 Wengielno Im Walde rechts des Weges von Blake nach Sempolno Mühle Graf Stef. V. Korzbock Lacki Lipnica
72 Wytomischel Thurm der katholischen Kirche in Wytomischel Kath. Kirchengem. in Wytomischel
73 Zembowo Nordwestlich des Dorfes an der Grenze mit Tarnowce Hauland Jarnot Joseph in Zembowo
74 Zembowo Gut Südwestlich von Zembowko an der Grenze mit dem Gemeindebezirk Zembowo Frau v. Lacka. Emilie geb. Gräfin Mielzyska auf Pakoslaw
75 Zembowo Gut Am Wege von Komorowo Hld. Nach Zembowko Frau v. Lacka. Emilie geb. Gräfin Mielzyska auf Pakoslaw
76 Zembowo Gut Schornstein der Brennerei vom Gute Zembowo Frau v. Lacka. Emilie geb. Gräfin Mielzyska auf Pakoslaw
77 Zembowo Gut Nordöstlich des Forfes in der Nähe von Wymyslanke Frau v. Lacka. Emilie geb. Gräfin Mielzyska auf Pakoslaw
78 Zgierzynka Nördlich des Dorfes Zarna Peter in Zgierzynka
79 Zgierzynka An der Chaussee von Neustadt b. P. nach Pinne Pawlak Mathias Zgierzynka
80 Zgierzynka Rechts am Wege von Zgierzynka nach Turowo Probstei der Pfarrkiche zu Brody
81 Zinskowo Zwischen der Eisenbahn und dem Gastwirth Schulz’schen Gehöft Seide Reinhold in Zinskowo

Brandstiftung aus Eifersucht … ? / Brody 1900

Brody / Ansichtkarte aus der Sammlung des Wojtek Szkudlarski

Brody / Ansichtkarte aus der Sammlung des Wojtek Szkudlarski

War es Eifersucht, war es ein anderes Motiv welches den Zimmermann und Wirthssohn Martin Osinski aus Brody, einen bisher unbescholtenen Menschen, wegen des ruchlosen Verbrechens der vorsätzlichen Brandstiftung am Freitag (16. März 1900) auf die Anklagebank des Posener Schwurgerichts führte ?

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Vertrag des Ernst W. Weidmann zum I. ordentlichen Lehrer an der Schule in Neu Tomysl / 1863 und der des Hugo Schwaebe zum II. ordentlichen Lehrer / 1866

Die Südseite des ehemaligen "Alten Marktes" mit der Stadtschule / Ansichtkarte aus der Sammlung des Wojtek Szkudlarski

Die Südseite des ehemaligen „Alten Marktes“ mit der Stadtschule / Ansichtkarte aus der Sammlung des Wojtek Szkudlarski

Es ist wenig über die frühen Jahre der Stadtschule Neutomischel’s bekannt. Im Jahr 1877 wurde von einem häufigen Lehrerwechsel geschrieben. Es hieß, das dieser eine Folge von mangelhafter Besoldung gewesen sein soll. Der Unterricht soll daraus resultierend gelitten haben.

Nicht jede Familie hatte den Unterricht, der an der Stadtschule für Ihre Kinder erteilt worden war, für ausreichend gehalten; ihre Kinder hatten eine der weiteren in der Stadt seinerzeit existierenden Lehreinrichtungen besucht.

Zum Beispiel bestand 1867, das Gründungsjahr ist nicht bekannt, neben der evgl. Stadtschule noch eine Privatschule des Herrn Gossow; und  ungefähr um 1868 hatte Marie Landmann ihre Lehrtätigkeit als Privalehrerin in der Stadt aufgenommen. Weiterhin wurden einige Kinder deren Eltern Inhaber eines Erlaubnisscheines, ausgestellt von der Königlichen Regierung zu Posen, gewesen waren, von diesen selbst unterrichtet und hatten keine öffentliche oder private Schule besucht.

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Berichterstattungen zu den Morden an dem Schuhmacher Myszkowski und dem Forsteleven Rau / 1904-1905

"In Erinnerung ..."               / Bild EA

„In Erinnerung …“ / Bild EA

War im „Interesse der öffentlichen Sicherheit“ eine baldige Aufklärung der Mordfälle als „wünschenswert“ angesehen worden, so zogen sich die Ermittlungen dennoch in die Länge.

Im Fall des Ermordeten Schuhmachermeisters Myszkowski hatte Mitte November 1904 noch eine weitere Verhaftung, als die schon Beschriebenen, stattgefunden. Den Zeitungsberichten folgend, kann hier aber angenommen werden, dass der Verdacht auch gegen diesen Inhaftierten nicht aufrecht erhalten worden war. Was aber letztlich wirklich aus den jeweils Verdächtigten in den Orten Fraustadt, Samter, Xions und letztlich aus Stenschewo wurde, ist nicht bekannt; zu keiner der in den Zeitungsartikeln erwähnten Personen wurden weitere Berichte gefunden.

Im Fall des zweiten Opfers, des Ermordeten Forsteleven Rau, war man kaum vorangekommen. Die anfänglich ausgeschriebene Belohnung von 300 Mark wurde zum Jahreswechsel 1904/1905 auf 1000 Mark erhöht. Es galt das Bestreben den Täter unbedingt zu ergreifen.

Es wurde mit diesen beiden Morden ein weiteres, ein drittes Opfer in Zusammenhang gebracht; das des im Schmiegeler Forst erschossen aufgefundenen Försters Kowalleck.

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Ein weiterer Mord – der Forsteleve Rau aus Bolewitz wird erschossen aufgefunden / 1904

Es war eine Belohnung für Ermittelung des Täters ausgesetzt worden / Veröffentl. im Kreis-Blatt

Es war eine Belohnung für Ermittelung des Täters ausgesetzt worden / Veröffentl. im Kreis-Blatt

Während die Ermittlungen hinsichtlich des Raubmordes an dem Schuhmachermeister Myszkowski aus Brody in vollem Gange waren, ereignete sich ein weiterer Mord.

Am 12. Oktober 1904 wurde der Forsteleve Hermann Rau gebürtig aus Luben Hauland im Königlichen Forst Buchwerder erschossen aufgefunden. Im Gegensatz zu ersterem Mord, bei welchem dem Opfer ein namhafter Betrag Bargeld entwendet worden war, und man von dem Motiv eines Raubmordes ausgegangen war, befanden sich in diesem zweiten Fall die Wertgegenstände des Ermordeten noch in dessen Besitz.

Innerhalb kürzester Zeit wurde nunmehr das „Interesse der öffentlichen Sicherheit“ und eine baldige Aufklärung beider Fälle als „wünschenswert“ angesehen.

Nachfolgend die Berichtserstattung zu diesem zweiten Mordfall:

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Der Mord an dem Schuhmachermeister Myszkowski aus Brody – 1904 – Erste Ermittelungen

Die kath. Kirche in Brody - Ansichtskarte Sammlung Wojtek Szkudlarski

Die kath. Kirche in Brody – Ansichtskarte Sammlung Wojtek Szkudlarski

Das Neutomischler Kreisblatt vom 04. Oktober 1904 berichtete wie folgt:

Raubmord.

Die schreckliche Kunde von einem bei Pakoslaw verübten Raubmord durcheilte gestern (03.10.1904) unsere Stadt. Leider bestätigt sich dieses Gerücht von der schauerlichen Untat voll und ganz.

Es wird uns darüber folgendes berichtet: Der Schuhmachermeister Micszikowski aus Brody wurde am Sonnabend abend von Arbeitern auf dem Wege von Brody nach Pakoslaw dicht hinter dem neuen Schulhaus von Pakoslaw mit durchschnittenem Halse aufgefunden. Der Meister hatte am Tage bei seinen Kunden Geld eingezogen und soll wohl über 100 Mark bei sich gehabt haben. Bei dem Ermordeten fehlt das Geld.

Er hinterläßt eine Frau und 4 kleine unversorgte Kinder.

Von dem ruchlosen Mordgesellen fehlt bis jetzt jede Spur.“

Der Fundort des Toten wurde seitens de Königlichen Distriktamtes zu Neustadt bei Pinne mit „zu Pakoslaw im Graben neben dem Kleinbahndamm“ angegeben. Als Todeszeitpunkt galt der „01. October 1904 nachmittags zwischen zehn und elf Uhr“.

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Schöffengerichtssitzung vom 14. Dezember 1904

Relief über dem Eingang des ehemaligen Amtsgerichtes - Justitia, die Personifikation der Gerechtigkeit; die Waage für die sorgfältige Abwägung der Sachlage, die Augenbinde für die Unparteilichkeit fehlt, das Richtschwert für die Durchsetzung mit der nötigen Härte - Bild: EA

Relief über dem Eingang des ehemaligen Amtsgerichtes – Justitia, die Personifikation der Gerechtigkeit; die Waage für die sorgfältige Abwägung der Sachlage, die Augenbinde für die Unparteilichkeit fehlt, das Richtschwert für die Durchsetzung mit der nötigen Härte – Bild: EA

Vorsitzender Herr Amtsgerichtsrat von Grabski, Amtsanwalt Herr Sekretär Großkopf, Schöffen waren die Herren Bäckermeister Liepelt-Neutomischel und Eigentümer Steinke aus Bukowiec.

Verhandelt wurden folgende Fälle:

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Kurzmeldung – Einbruch in die Gastwirtschaft Fenske / 1903

Bahnhof Sontop und Gasthof Fenske - Postkartenausschnitte

Bahnhof Sontop und Gasthof Fenske – Postkartenausschnitte

„Einbrecher statteten in der Nacht von Montag zu Dienstag (29./30.12.1902) um ½ 2 Uhr beim dem Gastwirth Fenske am Bahnhof Sontop ihren Besuch ab, wobei sie mit großer Frechheit vorgingen.

Herr Fenske kam grade hinzu, als zwei Personen, von denen die eine einen hellen Ueberzieher, langen schwarzen Schlips und weißes Chemisette trug und in den dreißiger Jahren sein konnte, durch das Fenster entweichen wollten. Ohne sich stören zu lassen und unter dem Schutze von zwei Aufpassern nahmen sie Cigarren und Spirituosen im Werthe von etwa 30 Mark mit und verschwanden in dem nahe gelegenen Wald.“

›ο‹

„Wir erhalten darüber nachfolgenden Bericht: Die Diebe, die vor einiger Zeit die Gastwirthe unserer Gegend heimsuchten, haben nun auch dem Gastwirth Fenske in Cichagora (Bahnhof Sontop), einen Besuch abgestattet.

In der Nacht vom 29. zum 30. Dezember stieg ein Dieb ins Gastzimmer, nachdem er vorher ein Fenster zertrümmert hatte. Zwei andere Personen standen Schmiere und nahmen dem Einbrecher die Beute durchs Fenster ab. Der Besitzer, der durch den Lärm erwacht war, gab einen Schuß durchs Fenster ab, um die Diebe zu verscheuchen.

Als er dann vom nahen Bahnhof Hilfe wollte, schlugen die Diebe noch ein Fenster ein und verschwanden im nahen Walde.“

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Quellen, soweit nicht direkt im Text oder in Bildbeschreibungen angegeben: Großpolnische digitale Bibliothek Poznan (http://www.wbc.poznan.pl/dlibra) – “Amtliches Kreis-Blatt für den Kreis Neutomischel” 1903-01-03

Schöffengerichtssitzung vom 23. November 1904

Relief über dem Eingang des ehemaligen Amtsgerichtes - Justitia, die Personifikation der Gerechtigkeit; die Waage für die sorgfältige Abwägung der Sachlage, die Augenbinde für die Unparteilichkeit fehlt, das Richtschwert für die Durchsetzung mit der nötigen Härte - Bild: EA

Relief über dem Eingang des ehemaligen Amtsgerichtes – Justitia, die Personifikation der Gerechtigkeit; die Waage für die sorgfältige Abwägung der Sachlage, die Augenbinde für die Unparteilichkeit fehlt, das Richtschwert für die Durchsetzung mit der nötigen Härte – Bild: EA

Vorsitzender Herr Amtsgerichtsrat v. Grabski, Amtsanwalt Herr Bürgermeister Witte, Schöffen waren die Herren Kurz-Paprotsch und Sperling-Neuborui.

Verhandelt wurden folgende Fälle:

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Gottlob Schmidt – geboren 1775

Im Kreisblatt Neutomischel erschien am 19.04.1911 ein sehr interessanter Artikel über einen aufgefundenen Geburtsschein. Heute sind die frühen Aufzeichnungen der evangelischen Parochie Bentschen nicht mehr einsehbar; sodass hier wieder ein kleines Stück Geschichte überliefert und ergänzt wurde.

♦ ♦ ♦

„Eine alte Urkunde aus dem Jahre 1792 ist in der Lade der Samter’schen Müller-Innung vorgefunden worden. Sie stellt einen Geburtsschein dar und ist von den Schulzen und Schöffen zu Paprotsch-Hauland hiesigen Kreises ausgefertigt, ist auf Büttenpapier kalligraphisch mit vielen Schnörkeln geschrieben und hat folgenden Wortlaut:“ . . .

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Lebensweise der Landleute – Hauländer – Spinnrockenstuben – Spuk- und Geistergeschichten / ca. 1847-1857

"Das festliche Jahr" - Eine Spinnstube - Bild: https://de.wikipedia.org/wiki/Spinnstube

„Das festliche Jahr“ – Eine Spinnstube – Bild: https://de.wikipedia.org/wiki/Spinnstube

In diesem Beitrag ist die Beschreibung des Lebens der Landleute – Hauländer durch B. Roy aus seinem Buch „Kind, Jüngling, Mann“ – Erstveröffentlichung im Jahr 1895 – wiedergegeben.

B. Roy selbst stammte aus einer Familie, in der beide Elternteile berufstätig waren. Sein Vater war Schuster und seine Mutter die Hebamme in und um Neu Tomysl; er beschrieb seine Mutter als „Haupternährerin“ der Familie. Wir haben seine Beschreibung ihrer Tätigkeit im Artikel „Die Hebamme von Neutomischel – um 1830“ im Mai 2012 veröffentlicht.

War in dem Beitrag über die Arbeit seiner Mutter noch von „armen Häuslern und Tagelöhnern“ geschrieben worden, davon, dass sie bei ihrer Anwesenheit zu einer anstehenden Geburt mit „so gut wie keiner Verpflegung“ oft auf die Niederkunft, wenn sie zu früh gerufen worden war, vor Ort blieb, und darüber, dass seine Mutter „immer witzig sagte; „nicht weniger als Alles fehle“ und „wo der Hunger Schildwacht stände“, so beschrieb er nun in diesem Kapitel ein Leben im Überfluss.

Der Autor Johann Carl Berthold Roy war am 23. August 1840 geboren worden. Er verließ 1857 die Stadt Neu Tomysl um in Posen in den Heeresdienst einzutreten.

Sein Bericht wurde weitestgehend nach dem von ihm erlebten Ereignissen als Kind bzw. Jugendlicher aus der Erinnerung, sein Buch erschien 1895, geschrieben. Die ein oder andere Aussage entsprach nicht ganz oder auch überhaupt nicht den tatsächlichen Lebensumständen, dennoch: auch diese Aufzeichnungen enthalten einen und sind ein Teil der Geschichte.

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Eingemeindung des Grundstücks Glinau No. 234 mit Hindernissen – 1888

Amtsstempel des Magistrat zu Neutomischel

Amtsstempel des Magistrat zu Neutomischel

Im Jahr 1885 beschlossen die Herren Stadtverordneten , Jacob Cohn, Wilhelm Lutz, Berthold Männel, Adolph Männel, Gustav Toeffling und Ernst Tepper unter dem Vorsitzenden Herrn Bürgermeister Witte die „Inkommunalisierung mehrerer Grundstücke von Glinau in den Stadtbezirk Neutomischel.“ Im Februar des Jahres 1886 war seitens der Kreisvertretung anerkannt worden, dass zur „Vereinigung derselben ein im öffentlichen Interesse nothwendiges Bedürfniß vorliegen würde“, sodass dieser Beschluß begonnen worden war umgesetzt zu werden.

Wir hatten in unserem Beitrag Erben der Eleonore Arlt, verw. Wandel, geb. Miegel – 1888, sie war die letzte eingetragene Besitzerin des Grundstücks Glinau 240 gewesen, schon einmal ausgeführt, dass das Einverständnis eines jeden Eigentümers der Grundstücke vorliegen musste um letztlich die Umwidmung zu vollziehen.

Ein weiteres Grundstück, welches zur Eingemeindung vorgesehen war, war das mit der Bezeichnung Glinau No. 234. Auch bei diesem war die ein oder andere Schwierigkeit zu überwinden.

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Willibald Alexander Eduard Drescher, geb. 1861 in Neu Tomysl

"Hafenromantik" früherer Zeit, die nur zu oft die Schicksale der Auswanderer verbarg - Bild: Maennel Archiv

„Hafenromantik“ früherer Zeit, die nur zu oft die Schicksale der Auswanderer verbarg – Bild: Maennel Archiv

In der Veröffentlichung „History of Rochester and Monroe County – New York“ aus dem Jahr 1908 findet sich eine Kurzbiographie über William A. E. Drescher.

Zum Zeitpunkt des Druckes dieses Buches war er im Bereich der Geschäftsführung der Fa. Bausch & Lomp Optical Company in Rochester, New York tätig. Dieses Unternehmen gilt noch heute weltweit als größter Anbieter von  Augengesundheitsprodukten wie z. B. Kontaktlinsen.

Es wurde geschrieben, dass William A. E. Drescher in Neutomischel in der Provinz Posen am 08. November 1861 geboren wurde. Seine Eltern wurden als Theodore und Helena Drescher geborene Matzner benannt.

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Attentat auf den Schauspieler A. Paul – 1885

Albert Paul (von Jan Vilímek, 1890) - Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Albert_Paul

Albert Paul (von Jan Vilímek, 1890) – Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Albert_Paul

„Berliner Blättern wird aus Posen, 10. d. (10.März 1885) geschrieben:

Heute früh 4 Uhr wurde zwischen Station Neutomischel und Eichenhorst der Märkisch Posener Eisenbahn auf den Schauspieler A. Paul vom „Thalia Theater“ in Hamburg (früher vom „Residenztheater“ in Berlin) im Koupee des von Berlin kommenden Kurierzuges ein Attentat verübt, dessen Zusammenhang bis jetzt noch in Dunkel gehüllt ist.

Im Halbschlaf gewahrte Hr. Paul, der im Koupee zweiter Klasse allein fuhr, während der Fahrt, daß die Thür des Koupee’s geöffnet wurde, worauf ihm bald ein Schuß in’s Gesicht gefeuert wurde. Das Opfer des Attentates hatte noch so viel Besinnung, an der Nothleine zu ziehen, worauf der Zug sofort zum stehen gebracht wurde. Paul wurde von dem Fahrpersonal, über und über mit Blut bedeckt, vorgefunden, während von dem Attentäter keine Spur vorhanden war.

Der Ueberfallene wurde mit demselben Zuge nach Posen gebracht, wo die ihn behandelnden Aerzte seinen Zustand für lebensgefährlich erachten. Die Kriminalpolizei ist in vollster Thätigkeit, um das über diesem Attentat lagernde Dunkel zu klären. Paul war für ein Gastspiel beim Deutschen Theater in Moskau engagirt.“

Quelle: Liechtensteiner Volksblatt – Obligatorische Organ für alle Publikationen – Vaduz, Freitag, den 28. März 1885 – Liechtensteinische Landesbibliothek – http://www.eliechtensteinensia.li/Zeitungen/

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Funde bei Ausschachtarbeiten in Buk 1906 -Kurzmeldung

Buk -  im linken Bild liegt im oberen Bildrand (Westen) das Zentrum der Stadt; die Posenener Straße /  Poznanska verband den Marktplatz mit  dem in der Zeitungsmeldung als Neumarkte /  Pl. Reszki bezeichneten Platz auf dem "in der Gegend" des Spitalgrundstückes die Ausschachtarbeiten vorgenommen worden waren; das Bild wurde vermutlich vom Turm der seinerzeit auf dem Platz stehenden evgl. Kirche aufgenommen; die rechte Aufnahme zeigt das noch heute existierende  ehemalige Spitalgebäude, welches zu Wohnzwecken genutzt wird (3)

Buk – im linken Bild liegt im oberen Bildrand (Westen) das Zentrum der Stadt; die Posenener Straße / Poznanska verband den Marktplatz mit dem in der Zeitungsmeldung als Neumarkte / Pl. Reszki bezeichneten Platz auf dem „in der Gegend“ des Spitalgrundstückes die Ausschachtarbeiten vorgenommen worden waren; das Bild wurde vermutlich vom Turm der seinerzeit auf dem Platz stehenden evgl. Kirche aufgenommen; die rechte Aufnahme zeigt das noch heute existierende ehemalige Spitalgebäude, welches zu Wohnzwecken genutzt wird (3)

„Beim Ausschachten gelegentlich der hier vorzunehmenden Kanalisationsarbeiten wurde heute Vormittag (24.08.1906) am Neumarkte in der Gegend des Spitalgrundstücks und der alten katholischen Schule in nur geringer Tiefe eine größere Anzahl Menschenschädel und Knochen gefunden. Sie waren zum Teil noch gut erhalten. Die meisten zerfielen indessen schon bei loser Berührung.

1. kościół cmentarny św. Krzyża z XVIII w. / Kirche des Heiligen Kreuzes in Buk (1760);  2. Synaga / Synagoge - ursprünglich aus dem Jahr 1893, der heutige Bau ist aus dem Jahr 1909; 3. Pomnik Bohaterow Bukowskich / Heldendenkmal des Bukovské; 4. Szpital Świętego Ducha  / Hospital "Heiliger Geist" - errichtet um 1600 als Stiftung des Stanisław Reszka (1544–1570); eine Sanierung erfolgte im 19. Jhdt.; 5. d. Palac Biskupi / Bischofspalast; 6. d. Ratusz / Rathaus (1897); 7. kościół parafialny św. Stanisława Biskupa / Kirche des hl. Stanislaus; 8. Pomnik Harcerzy; Z. - ul. Zenktelera - Quelle: (2)

1. kościół cmentarny św. Krzyża z XVIII w. / Kirche des Heiligen Kreuzes in Buk (1760);
2. Synaga / Synagoge – ursprünglich aus dem Jahr 1893, der heutige Bau ist aus dem Jahr 1909; 3. Pomnik Bohaterow Bukowskich / Heldendenkmal des Bukovské; 4. Szpital Świętego Ducha / Hospital „Heiliger Geist“ – errichtet um 1600 als Stiftung des Stanisław Reszka (1544–1570); eine Sanierung erfolgte im 19. Jhdt.; 5. d. Palac Biskupi / Bischofspalast; 6. d. Ratusz / Rathaus (1897); 7. kościół parafialny św. Stanisława Biskupa / Kirche des hl. Stanislaus; 8. Pomnik Harcerzy; Z. – ul. Zenktelera – Quelle: (2)

Die Knochen wurden in zwei großen Särgen gesammelt und auf dem katholischen Friedhofe beigesetzt.

Allem Anschein nach ist der gegenwärtige Neumarkt an seiner Südseite in früherer Zeit eine Begräbnisstätte gewesen; denn auf der Stelle, auf welcher heute das Spital steht, stand damals eine katholische Kirche, die „Heilige Geist Kirche“ genannt (geschichtliche Einzelheiten zu dieser wurden nicht gefunden)“.

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Buk ist eine sehr alte Stadt. Eine erste Erwähnung, so historische Publikationen, findet sich in einem Dokument aus dem Jahr 1257; zu diesem Zeitpunkt bestand bereits das Recht der Abgabenerhebung.

Im Jahr 1289 erhielt die Ansiedlung durch Przemysl II (ab 1295 Przemyslaw, König von Polen). das Stadtrecht verliehen. Buk entwickelte sich zu einem der bedeutendsten Orte der Region. Späterhin gehörte die Stadt der Diözese von Posen/Poznan mit Residenzsitz des Bischofs.

Durch Kriege (13. u. 17. Jhdt.), durch Brände und Seuchen, wie z. B. der Pest verlor Buk letztlich seine Bedeutung.

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Quellen: (1) Zeitungsmeldung: Amtliches Kreisblatt und Anzeiger des Kreises Grätz v. 24.08.1906 – verwahrt im Muzeum Ziemi Grodziskiej, (2) Stadtplan: Słownik krajoznawczy Wielkopolski; (3) Bildzusammenstellung: links: Webseite der Stadt Buk http://www.buk.gmina.pl/; Wappen und Aufnahme/n rechts: PM/GT

 

Hopfenbau und Hopfenhandel in Neutomischel 1898/99

Humulus Lupulus - Hopfen / Bild: https://de.wikipedia.org/wiki/Echter_Hopfen#/media/File: Illustration_Humulus_lupulus0.jpg

Humulus Lupulus – Hopfen / Bild: https://de.wikipedia.org/wiki/Echter_Hopfen#/media/File: Illustration_Humulus_lupulus0.jpg

In den Jahren 1898/99 wurde die Hopfenproduktion in Deutschland auf annähernd 500.000 Zentner eingeschätzt; die der Welternte lag bei ca. 1.000.000 Zentner.

Bei einer in jenen Jahren normal verlaufenden Hopfenernte im Anbaugebiet Neutomischels betrug die Produktionsmenge ca. 20.000 Zentner; wenn durch Witterungseinflüsse und Schädlingsbefall eine Ernte quantitativ schlecht ausfiel waren es sogar nur lediglich 4.500 Zentner.

Nur quantitativ schlecht, bedeutete nicht gleichzeitig auch qualitativ schlecht. In der Hopfensaison 1898/1899, so ist dem Beitrag des Heinrich Wittkowsky zu entnehmen, war zwar nur eine geringe Ernte von ca. 4.500 Zentner eingebracht worden, diese war jedoch qualitativ die Beste der vergangenen 10 Jahre (1888-1898).

Die exzellente Qualität hat aber letztlich nicht verhindern können, dass es durch die

  • nicht richtige Einschätzung des Marktes bzw. der Marktsituation,
  • Fehl- bzw. Nichtinformationen zu Hopfenernten aus den großen Anbaugebieten Bayern und Böhmens und dem eigenen Anbaugebiet und
  • durch eine zentral gesteuerte Informationszentrale in Posen, welche den Hopfenmarkt verfolgen und einschätzen und die Produzenten hätte entsprechend informieren sollen, die mit den örtlichen Gegebenheiten des Anbaugebietes von Neutomischel wohl aber nicht vertraut gewesen war, und dieses somit nicht korrekt erledigte

zu unbefriedigenden bzw. sogar als schlecht zu bezeichnenden Verkaufserlösen gekommen war.

Gesagt werden kann jedoch, dass den Anbauern und Händlern die Risiken des Hopfenanbaus, als auch die des Hopfenverkaufs bzw. die dessen Einkaufes bekannt waren, denn Hopfen gehörte und gehört noch heute langjährig betrachtet zu den am weitesten preisschwankenden Gütern.

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Bericht über den Kirchturmbrand in Neutomischel am 20. Dezember 1916

Die ehem. evgl. Kirche mit ihrem "schlanken" Kirchturm, dem damaligen Wahrzeichen der Stadt - AK aus der Sammlung des Wojtek Szkudlarski

Die ehem. evgl. Kirche mit ihrem „schlanken“ Kirchturm, dem damaligen Wahrzeichen der Stadt – AK aus der Sammlung des Wojtek Szkudlarski

Im Januar 2011 haben wir den Kurzbericht aus dem März 1917 des Karl Eduard Goldmann über den Kirchturmbrand unter dem Titel: „1916 der Kirchturm der evgl Kirche zu Neutomischel ist abgebrannt“ veröffentlicht.

Jetzt fand sich die Berichterstattung aus dem Kreisblatt Neutomischel, welche die Ereignisse dieses Abends bzw. dieser Nacht im Detail schilderte.

Das Richtfest des „so schnell wie möglich“ wieder aufgebauten Kirchturmes wurde 1923 gefeiert. Weiterlesen…

Die Herrschaft Brody – Emil Paul von Pflug / 1899 und 1901

Brody, das ehemalige Schloss der Familie Pflug, erbaut 1892 - Postkartenausschnitt Sammlung A. Kraft

Brody, das ehemalige Schloss der Familie Pflug, erbaut 1892 – Postkartenausschnitt Sammlung A. Kraft

Im Jahr 1899 war die „Herrschaft Brody 25 Jahre im Besitz der Familie des Emil Paul von Pflug; sie war am 25. Mär 1874 in seine Hände aus dem Besitz derer von Oppen übergegangen. Als Kaufpreis hatte Pflug, so die Daten aus den gefundenen Quellen, 1.150.000 Mark inclusive der angefallenen Stempelgebühren investiert; d. h. der Morgen war mit 191 2/3 Mark bewertet worden.

Als Vorbesitzer und Verkäufer galt George von Oppen, geb. 1845, ein Kgl. Preußischer Oberst und Kommandeur. Seine Ehefrau Maria geb. Allendorf, geb. 1844, war im Oktober 1873 in Brody kurz nach der Geburt der gemeinsamen Tochter Maria im September, verstorben. Von Oppen selbst soll das Anwesen im Jahr 1859 für lediglich 80 Mark pro Morgen aus dem Besitz der polnischen Adelsfamilie Szaniecki angekauft haben.

Der Name A. von Oppen fand sich auch auf dem im Jahr 1895 enthüllten Kreiskriegerdenkmal in Neu Tomysl unter den Gefallenen der Jahre 1870/1871. Vermutlich hat es sich bei dem in der Inschrift Genannten um Adolf von Oppen gehandelt, einem Bruder des damaligen Besitzers der Herrschaft Brody, welcher 1849 in Politzig geboren worden und 1870 in Straßburg gefallen war.

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Gebäude der Stadt – No. 51 – Hotel Toeffling 1852-1903 / Teil 2

Rechts die Villa, links daneben das Hotel; der Schornstein gehörte zur Dampfmühle Maennel, im Hintergrund der ehemalige Kirchturm - Postkartenausschnitt aus der Sammlung des Wojtek Szkudlarski

Rechts die Villa, links daneben das Hotel; der Schornstein gehörte zur Dampfmühle Maennel, im Hintergrund der ehemalige Kirchturm – Postkartenausschnitt aus der Sammlung des Wojtek Szkudlarski

Dieser Beitrag schliesst an die Veröffentlichung Häuser der Stadt – No. 51 – Fleischhauerei und Beherbergungsbetrieb Toeffling 1795-1852 / Teil 1 an.

Zum Zeitpunkt des Todes des Vaters, dem Fleischhauer, Gastwirth und Hopfenanbauer und -händler Johann Carl Friedrich Toeffling im April 1852 lebten noch die 3 jüngsten, zwei Mädchen und der einzige Sohn, seiner Kinder aus 1ster Ehe im elterlichen Haushalt.

Durch die Eheschließungen der älteren anderen Kinder, fünf Mädchen, waren zahlreiche Verbindungen zu in jener Zeit teils einflussreichen Familien in der Stadt und deren Umgebung geschlossen worden.

Mit diesem Beitrag folgen wir jedoch lediglich den Familienangehörigen, welche mit der direkten weiteren Entwicklung des „Hotel Toeffling“ in Verbindung gebracht werden konnten.

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Raub in der Kirche zu Tuchorze – Kurzmeldung November 1903

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„Ein äußerst frecher Diebstahl wurde in der Nacht vom 16. zum 17. d. Mts. (16./17.11.1903) in der Kirche zu Tuchorze verübt. Entwendet wurden Leuchter, ein Kruzifix von Silber, einige Becken und endlich auch aus dem Tabernakel das Liborium (Speisekelch); auch ein kleines Gefäß, in dem die hl. Oele aufbewahrt werden, wurde nicht geschont. Der der Kirche zugefügte Schaden bemißt sich auf nahezu 400 Mk.“

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Quelle: Großpolnische digitale Bibliothek Poznan (http://www.wbc.poznan.pl/dlibra) – Amtliches Kreis-Blatt für den Kreis Neutomischel 1903-11-24

Schöffengerichtssitzung vom 9. November 1904

Relief über dem Eingang des ehemaligen Amtsgerichtes - Justitia, die Personifikation der Gerechtigkeit; die Waage für die sorgfältige Abwägung der Sachlage, die Augenbinde für die Unparteilichkeit fehlt, das Richtschwert für die Durchsetzung mit der nötigen Härte - Bild: EA

Relief über dem Eingang des ehemaligen Amtsgerichtes – Justitia, die Personifikation der Gerechtigkeit; die Waage für die sorgfältige Abwägung der Sachlage, die Augenbinde für die Unparteilichkeit fehlt, das Richtschwert für die Durchsetzung mit der nötigen Härte – Bild: EA

Vorsitzender Herr Amtsgerichtsrat v. Grabski, Amtsanwalt Herr Bürgermeister Witte, Schöffen waren die Herren Aug. Roy-Paprotsch und Saegner-Sempolno.

Verhandelt wurden folgende Fälle:

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Gebäude der Stadt – Die Gerberei Fischer auf dem Hausgrundstück No. 45 – ab ca. 1822 in Neu Tomysl

Das Haus der "alten" Hausno. 45 (links), es ist 1938 der neu angelegten Straße gewichen / Foto: http://mojemiasto.oledry.pl/

Das Haus der „alten“ Hausno. 45 (links), es ist 1938 der neu angelegten Straße gewichen / Foto: http://mojemiasto.oledry.pl/

In unserem Artikel über die Loh-Gerberei der Familie Kuttner, welche auf das Hausgrundstück No. 44 ab dem Jahr 1860 ansässig geworden war, hatten wir auch schon kurz die Familie Fischer erwähnt:

„Am 18. September 1858 verstarb der in Neu Tomysl ansässig gewesene Bürger und Gerbermeister Johann Gottlieb Fischer im Alter von ca. 64 Jahren. Er hinterließ seine Ehefrau Johanna Rosina Hudzinski (es finden sich zu ihrem Geburtsnamen verschiedenste Schreibweisen, u. a. Chodzinski) und vermutlich 8 , der 10, der Familie zugeordneten Kinder. Die Familie war auf dem Hausgrundstück Neu Tomysl No. 45 ansässig gewesen.

Die Wittwe Fischer hat nach dem Tod ihres Mannes den Gerbereibetrieb, ohne das Wohnhaus, dessen Besitzerin sie noch mindestens bis zum Jahr 1864 war, an den Gerbermeister Julius Kuttner und dessen Ehefrau Rosette Jacobsohn veräussert.“

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Gebäude der Stadt – Eine Loh-Gerberei zieht auf das Hausgrundstück No. 44 / 1860

Die süd-westliche Ecke des ehem. Neuen Marktes, die alten Gerbereigrundstücke befanden sich hinter den Bäumen / Karte aus der Sammlung des Wojtek Szkudlarski

Die süd-westliche Ecke des ehem. Neuen Marktes, die alten Gerbereigrundstücke befanden sich hinter den Bäumen / Karte aus der Sammlung des Wojtek Szkudlarski

Die Gerber unterschieden sich nach dem von ihnen gebräuchlichen Gerbverfahren. Eine Gruppe bildeten dabei die Lohgerber, auch Lauer, Loher oder Rotgerber genannt. Ihr Handwerk und auch die Berufsbezeichnung sind längt in Vergessenheit geraten.

Lohgerber gerbten die großen und schweren Tierhäute, wie z. B. Rinderhäute, zu strapazierfähigem Leder. Dieses wurde für Sättel und Zaumzeug und Sohl- und Schuhleder genutzt.

Zunächst wurden die rohen Häute in fließendem Wasser gespült, bevor sie auf dem Schabebaum mit dem Scherdegen von Fleisch- und Fettresten befreit wurden. Anschließend erfolgte das sogenannte Äschern mit Kalk in Gruben. Durch diese Prozedur lösten sich die Haare vom Balg und durch eine weitere Schabung konnten diese dann entfernt werden. Im Anschluss wurden die Häute, zusammen mit einer Lohe aus Eichen- oder Fichtenrinde, welche sehr gerbstoffreich sind, und Galläpfeln, diese enthalten Gallusgerbsäure, zur Gerbung in eine Lohgrube gebracht. Die Rinden wurden anfangs noch per Hand, später über Wasserkraft, angetriebene so genannte Lohmühlen, zerkleinert.

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Die „Städter“ – Eigentümer in der Stadt Neu Tomysl aus den Jahren 1836 und 1864

Neu Tomysl - Stadtplan 1836, erstellt nach den “Akta miasta Nowy Tomyśl“ [Stadtakten von Nowy Tomyśl „Beschreibung sämtlicher Gebäude in der Stadt Neutomischel“ Quelle: Staatsarchiv Poznań http: //szukajwarchiwach.pl/53/4385/0/1.1/2)

Neu Tomysl – Stadtplan 1836, erstellt nach den “Akta miasta Nowy Tomyśl“ [Stadtakten von Nowy Tomyśl „Beschreibung sämtlicher Gebäude in der Stadt Neutomischel“ Quelle: Staatsarchiv Poznań http: //szukajwarchiwach.pl/53/4385/0/1.1/2)

Panorama Ansicht von Neutomischel / Ansichtskarte aus der Sammlung des Wojtek Szkudlarski

Panorama Ansicht von Neutomischel / Ansichtskarte aus der Sammlung des Wojtek Szkudlarski

Die Grundsteuer ist eine Steuer auf das Eigentum an Grundstücken und deren Bebauung; steuerpflichtig ist der Grundstückseigentümer. 1864  wurde für die Grundsteuer-Veranlagung – Regierungsbezirk Posen – Kreis Buk – ein Namensverzeichniß sämmtlicher Grundbesitzer im Gemeindebezirk Neutomysl Stadt angefertigt (sh. Einträge in schwarzer Schrift). „Die Richtigkeit der vorliegenden Nachweisung wird hiermit unter dem Beifügen bescheinigt, daß die in selbiger enthaltenen Angaben nach bestem Wissen und Gewissen gemacht worden sind – Neutomischel 30. Mai 1864 – Der Magistrat – Fischer – Bürgermstr.“

Wir haben dieses Namensverzeichnis der Grundbesitzer der Stadt Neu Tomysl des Jahres 1864 ergänzt – um die Daten der genannten Eigentümer aus der Gebäudebeschreibung-Aufstellung der Provinzial Feuerversicherung aus dem Jahr 1836 (sh. Einträge in blauer Schrift) und um die Daten, die aus den Kirchenbuch-Aufzeichnungen der in Frage kommenden Jahre zu entnehmen waren (sh. Einträge in grauer Schrift)

Auch wir haben die Angaben nach bestem Wissen eingefügt, Fehler können wir jedoch nicht ausschließen, da gerade in jenen frühen Zeiten, die Vornamen in jeder Generation und in jeder Familie weitergegeben wurden, sodass sich zahlreiche Träger gleichen Namens finden. Bitte lassen Sie uns wissen, wenn eine Berichtigung notwendig ist.

Einige geschichtliche Berichte zu Bewohnern des ein oder anderen Hauses bzw. Anwesens haben wir schon veröffentlicht, dieses haben wir vermerkt, vieles ist aber noch offen; wir würden uns für Ihre Übersendung von überlieferten Erzählungen und auch Bildern, welche dann veröffentlicht werden dürfen, sehr freuen.

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Trickbetrug in Neutomischel – Kurzmeldung vom 23.05.1911

Blick in die Goldstraße, rechts war u. a. auch das Geschäft des Sattlermstr. Knoll - Ansichtskarte aus der Sammlung des Wojtek Szkudlarski

Blick in die Goldstraße, rechts war u. a. auch das Geschäft des Sattlermstr. Knoll – Ansichtskarte aus der Sammlung des Wojtek Szkudlarski

Einem Schwindler zum Opfer gefallen sind zwei hiesige Geschäftsleute.

Bei dem Maschinenfabrikaten Herrn Herm. Richter (ehemals in der Neustädter Straße) erschien am Donnerstag (18.03.1911) ein Landwirt, angeblich aus Konkolewo, um eine Maschine zu kaufen. Da dieselbe gerade nicht auf Lager war, versprach der Reflektant, in einigen Tagen wieder zu kommen. Er erschien aber schon bald darauf mit dem Vorwande, er wolle auf dem Markte ein Pferd von dem Gemeindevorsteher Schubert aus Friedenhorst kaufen und ihm fehlten noch 11 Taler zu dem Kaufgelde, um welchen Betrag er Herrn Richter bat. Mit Rücksicht auf das in Aussicht gestellte Geschäft und da der fremde Mann vorgab, ein Bruder des Fleischermeisters Adam in Konkolewo zu sein, erhielt er die erbetene Geldsumme. Nachdem sich der Fremde entfernt hatte, stiegen dem Geprellten doch wohl Bedenken auf, und er zog Erkundigungen bei dem angeblichen Pferdeverkäufer in Friedenhorst ein, doch hatte dieser weder ein Pferd verkauft noch mit einem Manne verhandelt. –

Bei dem Sattlermeister Herrn Knoll (ehemals in der Goldstraße) erschwindelte er sich ebenfalls ein Zigarrenetui und ein Paar Schuhe und bestellte außerdem noch ein Pferdekummet. Er wollte tags darauf mit dem Pferde kommen und dann alles zusammen begleichen. Er kam aber nicht, sondern schrieb diesem Geschäftsmann am Sonnabend aus Bentschen eine Karte, welche mit der Unterschrift Karl König versehen war, und in welcher er den Verkäufer bat, ihm das bestellte Kummet nach Bornsteins Hotel daselbst zu senden. Nachfragen in dem bezeichneten Gasthof hatten leider keinen Erfolg. Hoffentlich gelingt es dennoch der Polizei, des Schwindlers habhaft zu werden.

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Quelle: Großpolnische digitale Bibliothek Poznan (http://www.wbc.poznan.pl/dlibra) – Amtliches Kreis-Blatt für den Kreis Neutomischel 1911-05-23

Unfall auf dem Neuen Markt – Kurzmeldung vom 15.05.1903

Das Haus der Familie Goldmann am ehemaligen Neuen Markt mit der mit einem eisernen Gitterzaun versehenen Einfahrt / ca. erbaut 1902 - Photo: Privatbesitz der Familie Goldmann

Das Haus der Familie Goldmann am ehemaligen Neuen Markt mit der mit einem eisernen Gitterzaun versehenen Einfahrt / ca. erbaut 1902 – Photo: Privatbesitz der Familie Goldmann

„Gestern (14.05.1903) vormittag gingen auf dem Neuen Markt die Pferde des Eigentümers Heinrich Mader aus Chmielinko mit einem mit Stroh beladenen Wagen durch und warfen das Gefährt des Eigentümers Schulz aus Wengielno um. Schulz, der auf seinem Wagen saß, wurde heruntergeschleudert, ohne indessen erheblichen Schaden zu nehmen. Die Pferde rannten, nachdem sie noch einige Wagen und einen Baum beschädigt hatten, gegen den eisernen Gitterzaun des Herrn Goldmann. Glücklicherweise sind die in der Nähe befindlichen Personen vor größerem Unheil bewahrt geblieben“

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Quelle: Großpolnische digitale Bibliothek Poznan (http://www.wbc.poznan.pl/dlibra) – Amtliches Kreis-Blatt für den Kreis Neutomischel 1903-05-15

Schöffengerichtssitzung vom 5. Oktober 1904

Relief über dem Eingang des ehemaligen Amtsgerichtes - Justitia, die Personifikation der Gerechtigkeit; die Waage für die sorgfältige Abwägung der Sachlage, die Augenbinde für die Unparteilichkeit fehlt, das Richtschwert für die Durchsetzung mit der nötigen Härte - Bild: EA

Relief über dem Eingang des ehemaligen Amtsgerichtes – Justitia, die Personifikation der Gerechtigkeit; die Waage für die sorgfältige Abwägung der Sachlage, die Augenbinde für die Unparteilichkeit fehlt, das Richtschwert für die Durchsetzung mit der nötigen Härte – Bild: EA

Vorsitzender Herr Amtsgerichtsrat v. Grabski, Amtsanwalt Herr Bürgermeister Witte; Schöffen waren die Herren Gebauer und Reschke aus Scharke.

Verhandelt wurden folgende Fälle

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Schöffengerichtssitzung vom 21. September 1904

Relief über dem Eingang des ehemaligen Amtsgerichtes - Justitia, die Personifikation der Gerechtigkeit; die Waage für die sorgfältige Abwägung der Sachlage, die Augenbinde für die Unparteilichkeit fehlt, das Richtschwert für die Durchsetzung mit der nötigen Härte - Bild: EA

Relief über dem Eingang des ehemaligen Amtsgerichtes – Justitia, die Personifikation der Gerechtigkeit; die Waage für die sorgfältige Abwägung der Sachlage, die Augenbinde für die Unparteilichkeit fehlt, das Richtschwert für die Durchsetzung mit der nötigen Härte – Bild: EA

Vorsitzender Herr Amtsgerichtsrat v. Grabski, Amtsanwalt Herr Bürgermeister Witte, Schöffen waren die Herren Besitzer Steinke aus Bukowiece und Förster in Konkolewo

Verhandelt wurden folgende Fälle:

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1902 Die Entwicklung der Stadt, 25jähriges Dienstjubiläum des Bürgermeisters Witte, der Turn- und Sportplatz wird zum Witteplatz

Der "Witteplatz" - Im Hintergrund das Denkmal aus Sandstein, welches der Bildhauer Kurz anlässlich des 25jährigen Dienstjubiläums des Bürgermeister Witte angefertigt hatte / Ansichtskarte aus der Sammlung des Wojtek Szkudlarski

Der „Witteplatz“ – Im Hintergrund das Denkmal aus Sandstein, welches der Bildhauer Kurz anlässlich des 25jährigen Dienstjubiläums des Bürgermeister Witte angefertigt hatte / Ansichtskarte aus der Sammlung des Wojtek Szkudlarski

Im Jahr 1902, so ist dem Artikel zu entnehmen, stand Neutomischel in der Bürgerschaft im Ruf ein „zurückgebliebenes“ kleines Städtchen zu sein. Amerikanische Städte, Städte in Westfalen und der Rheinprovinz hatten die Klein-Stadt Neutomischel in der Entwicklung längstens abgehängt. Um eine bessere Bildung vermittelt zu bekommen war Neutomischel ungeeignet, Bewohner die dieses für ihre Kinder wollten, mussten den Ort verlassen, wirtschaftlicher Fortschritte war zum Stillstand gekommen. Einzigst hatten sich die Steuer-Abgaben an Gemeinde und Staat erhöht. Der Verfasser baute einzigst auf die „Intelligenz des Kaufmanns“ um das Tief bzw. den Stillstand der Wirtschaft zu einem neuen Aufschwung zu verhelfen.

Die dargestellte Zunahme der Bevölkerung um 540 Bewohner in den Jahren von 1877 bis 1902 lässt Neutomischel leider auch in keinem anderen Bild als dem einer Kleinstadt erscheinen.

Die in dem Artikel erwähnten Gebäude hat es und gibt es noch heute zum größten Teil in Neutomischel / Nowy Tomysl, wenn heute auch anderen Zwecken dienend. Nicht erwähnt wurden die zur Verfügung gestellten Landes- und Kreismittel , Zuschüsse von sonstigen Einrichtungen wie z. B. kirchlichen Einrichtungen und letztlich die vielen aus Privathand stammenden Spenden und Gelder, ohne die eine Realisierung niemals zustande gekommen wäre.

Letztlich kommt es jedoch auf die Betrachtungsweise an.

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Ein Turn- und Spielplatz für Neutomischel / Einweihung 1898

Handzeichnung, gefertigt bzgl. des Grundstückankaufes - Quelle: Staatsarchiv Posen - Stadtakten 4385-0016

Handzeichnung, gefertigt bzgl. des Grundstückankaufes – Quelle: Staatsarchiv Posen – Stadtakten 4385-0016

Bürgermeister Witte war der Begründer der Idee und letztlich der Initiator des Projektes einen „Turn- und Spielplatz“ in Neutomischel einzurichten.

Zur Umsetzung initiierte er Sammlungen von freiwilligen Beiträgen der Einwohner. Die Spendensumme ermöglichte den Ankauf eines Areals auf dem dieser „Turn- und Spielplatz“ eingerichtet wurde.

Unter dem 25. Oktober 1897 wurde seitens des Herrn Witte, Bürgermeister der Stadt Neutomischel und der Familie Alexander Maennel der Kaufvertrag für einen Teil des Grundstücks Glinau No. 309 abgeschlossen, sodass die Idee in die Realität begonnen werden konnte umzusetzen.

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Immobilien, Mieten, Vermieten, Pachten u. Zwangsversteigerung – 1902

Immobilienanzeigen aus dem Jahr 1902

Immobilienanzeigen aus dem Jahr 1902

Nachfolgend finden sich die im Neutomischeler Kreisblatt des Jahres 1902 veröffentlichten Anzeigen mit welchen Verpachtungen, Verkäufe und An- und Vermietungen sowie letztlich auch Zwangsversteigerungen inseriert wurden.

Die Zusammenstellung der Inserate basiert darauf, dass Grundstücke, Anwesen und Wohnungen oder Etwas direkt mit diesen in Verbindung stehendes, wie z. B. eine Wiese oder eine Ernte, angeboten wurde.

Ausdrücklich weisen wir darauf hin, dass auch wenn es ein Inserat z. B. zu einer Zwangsversteigerung gegeben hat, diese nicht unbedingt durchgeführt wurde, genau so wenig, wie ein beabsichtigter Verkauf einer Wirtschaft auch zu diesem geführt haben muss.

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Vor 111 Jahren – Einweihung des ehemaligen evangelischen Pfarrhauses zu Kirchplatz Boruy / 1904

Früher und Heute - Bild: Zusammenstellung Postkartenausschnitt und Foto PM

Früher und Heute – Bild: Zusammenstellung Postkartenausschnitt und Foto PM

1904 schrieb Pastor Wilhelm Bochat in der Kirchenchronik von Boruy: „Das alte Pfarrhaus, ein Fachwerkbau, welches über 150 Jahre den hiesigen Pfarrern als Heim gedient und bedeutende Reparaturkosten verschlungen hatte, mußte allmählig dem Neubau Platz machen, weil viele Bestandteile desselben so morsch geworden waren, daß es gefährlich war, darin zu wohnen.“

Ein Beispiel zu den erwähnten bedeutenden Reparaturkosten ist eine kurze Notiz aus der Anfangszeit des 7ten Pfarrers in Boruy Wilhelm Bochat. Er hatte sein Amt im April 1885 nach einer Vakanz, welche durch das Ausscheiden seines Vorgänger Pastor Johann Ernst Schulze im September 1883 eingetreten war, aufgenommen. Er schrieb: Während der Vakanz war das Pfarrhaus wenig gelüftet worden, und hatte der Schwamm infolge dessen die meisten Dielen zerfressen und auch anderes Holzwerk morsch gemacht, so daß im Jahre 1887 ein umfangreicher Reparaturbau des Pfarrhauses notwendig war, der 1.455 Mark gekostet hat, wovon der Fiscus als Patron 970 Mark gezahlt hat und 272 Mark mußte die Gemeinde für die Hand- und Spanndienst aufbringen.“

Weiter ist dann in dem Eintrag des Jahres 1904 zu lesen:

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Kurzmeldung – Totale Sonnenfinsternis 30. August 1905

Sonnenfinsternis 1905 - Bild: http://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Solar_eclipse_of_ 1905_August_30?uselang=de#/media/File:Enrique_Simonet_-_Eclipse_-_ 1905.JPG

Sonnenfinsternis 1905 – Bild: http://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Solar_eclipse_of_ 1905_August_30?uselang=de#/media/File:Enrique_Simonet_-_Eclipse_-_ 1905.JPG

Das Neutomischeler Kreisblatt berichtete zu diesem Ereignis:

29. August 1905 Dienstag
Am Mittwoch, den 30. August 1905, bietet sich, falls nicht etwa der Himmel mit Wolken bedeckt ist, die Gelegenheit, eine Sonnenfinsternis zu sehen.
Wer Interesse an diesem Schauspiel hat, der versehe sich vorher mit einem bunten Glase, durch das er ohne Gefahr für seine Augen die Sonne zu betrachten imstande ist. Optische Hilfsmittel, Fernglas oder Opernglas, sind nicht nötig, man sieht die Sonne ganz gut so; wer sie aber verwenden will, muß natürlich auf den Schutz seiner Augen um so mehr bedacht sein. Man erblickt dann, wie um 1 Uhr 9 Minuten mittags am rechten Sonnenrande eine schwarze Scheibe von nur wenig größerem Durchmesser als das Tagesgestirn sich vor dieses zu schieben beginnt und immer mehr von ihm verdeckt wird. Reichlich eine Stunde später ist etwa noch der dritte Teil der Sonnenscheibe in Sichelgestalt, dem abnehmenden Monde vergleichbar, sichtbar. Dann zieht die schwarze Scheibe wieder ab und verläßt die Sonne um 3 Uhr 23 Minuten links am unteren Rande.
1905-09-01 Freitag
Die Sonnenfinsternis am vergangenen Mittwoch war des regnerischen Wetters wegen nur zeitweise zu beobachten. Die Finsternis begann kurz nach 1 Uhr mittags, erreichte ihre höchste Entwicklungsstufe um 2 1/4 Uhr und endigte gegen 3 1/2 Uhr.

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Quellen:
Text: Großpolnische digitale Bibliothek Poznan (http://www.wbc.poznan.pl/dlibra) – Amtliches Kreis-Blatt für den Kreis Neutomischel 1905-08-29/1905-09-01 – Bild:http://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Solar_eclipse_of_1905_August_30?uselang=de#/media/File:Enrique_Simonet_-_Eclipse_-_1905.JPG

Das neue Gebäude der Landwirtschaftlichen Winterschule in der Stadt Neutomischel – 1912 mit Rückblick auf die Anfänge

Die neue "Landwirtschaftliche Schule" - Bild aus dem Originalartikel

Die neue „Landwirtschaftliche Schule“ – Bild aus dem Originalartikel

Das durch Postkarten bekannte Gebäude der Landwirtschaftlichen Schule wurde am 05.11.1912 eingeweiht. Anlässlich der Einweihung dieses „neuen“ Schulhauses wurde ein kurzer  Rückblick in die Anfänge der Einrichtung einer Winterschule in der Stadt Neutomischel im „Landwirtschaftlichen Centralblatt für die Provinz Posen“ – Sonderabdruck der No. 37 des Jahrganges 1913 veröffentlicht, der nachtstehend zu finden ist.

Eingefügt wurde die Schülerliste der 16 Schüler welche als Erste die Winterschule in der Stadt Neutomischel besuchten.

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„Glühkörperexport-Gesellschaft, Gesellschaft mit beschränkter Haftung“ – 1904 bis 1905

Ansicht der ersten Glühstrumpffabrik 1904/1905 in der ehemaligen Bahnhofstraße in Neutomischel - Ansichtskarte aus der Sammlung A. Kraft

Ansicht der ersten Glühstrumpffabrik 1904/1905 in der ehemaligen Bahnhofstraße in Neutomischel – Ansichtskarte aus der Sammlung A. Kraft

Am 02. Mai 1904 wurde in Neutomischel die „Glühkörperexport-Gesellschaft, Gesellschaft mit beschränkter Haftung und mit dem Sitze in Neutomischel“ in das Handelsregister B unter Nr. 1 eingetragen.

Der Gesellschaftervertrag war per 13. April 1904 festgestellt worden.

Der Zweck, der mit einem Stammkapital von 58.000 Mark ausgestatteten Firma, war die Herstellung und Verwertung von Gasglühkörpern und anderen in diese Branche fallenden Artikeln, sowie die Erwerbung, bzw. Pachtung von Ländereien zu diesem Zwecke.

Als Gesellschafter trat der Kaufmann Karl Wagner aus Berlin auf.

Karl Wagner stellte für das Stammkapital einen Wechsel über 4.000 Mark; ebenso die für mit einem Wert von weiteren 8.000 Mark geschätzten Unterlagen für die Errichtung, den Betrieb und die Gründung der Gesellschaft sowie die Finanzierungspläne, zur Verfügung.

Die Kaufleute Gustav Skaruppe aus Berlin, Waldemar Paech und der Freiherr Felix von Steinaecker letztere aus Neutomischel, wie es hieß, waren als Geschäftsführer bestellt worden.

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Gebäude der Stadt – No. 51 – Fleischhauerei und Beherbergungsbetrieb Toeffling 1795-1852 / Teil 1

Der südliche ehemalige Neue Markt, links das Anwesen Maennel, mittig das Toeffling Hotel (hier schon nicht mehr als einstöckiger Bau), rechts das in den Ursprüngen dem Carl Lemberg gehörende Anwesen - Bild: Maennel Archiv

Der südliche ehemalige Neue Markt, links das Anwesen Maennel, mittig das Toeffling Hotel (hier schon nicht mehr als einstöckiger Bau), rechts das in den Ursprüngen dem Carl Lemberg gehörende Anwesen – Bild: Maennel Archiv

Angehörige der Familie Toeffling waren die Gründer des „Toeffling – Hotel“ am Neuen Markt in Neutomischel. In diesem Beitrag haben wir einmal versucht, trotz der wenigen erhaltenen Unterlagen jener Zeit, die Geschichte des Hotels und der Toeffling Familie aufzuzeigen.

In Neu Tomysl wurde erstmalig im Jahr 1795 bei seiner Eheschließung mit der Maria Elisabeth Drescher, einer Bürger und Tuchmachertochter, der als in der Stadt ansässige Bürger und Fleischhauermeister Johann Christian Toeffling im Kirchenbuch erwähnt. Das Alter des Bräutigams wurde mit 29 und das der Braut mit 20 Jahren (ca.*1766/ *1775) angegeben. Johann Christian Toeffling verstarb im Jahr 1845, seine Ehefrau Maria Elisabeth geborene Drescher im Jahr 1839.

Johann Christian Toeffling, seine Ehefrau und deren Familien gehörten also nicht zu den als „Hauländer“ bekannten Bewohnern der Gegend, sondern sind den „Städtern“, den Zugewanderten nach der Stadtprivilegiumsverleihung im Jahre 1788, zuzuordnen. Als erster erwähnter Wohnsitz wurde im Jahr 1836 das Haus No. 3 als Eigentum des Christian Teffling in den Akten der Provinzial-Feuerversicherungsunterlagen erwähnt. Dieses war zum Zeitpunkt der Erstellung der Unterlagen ca. 50 Jahre alt; ob es durch einen Angehörigen der Familie Toeffling erbaut worden war ist nicht erwähnt. Mit dem Jahr 1856 findet sich ein anderer Besitzer.

Es wird angenommen, dass Johann Christian ein Sohn des im Jahr 1793 in Grätz ansässig gewesenen Siegmund Tefling, 58 Jahre (ca. *1735) und dessen Ehefrau Anna Dorothea, 49 Jahre (ca. *1744) war. Diese Annahme beruht darauf, dass sich im Kirchenbuch Neu Tomysl’s im April des Jahres 1796 die Eintragung findet, dass der Meister, Bürger und Fleischhauer Siegmund Toeffling im Alter von 62 Jahren und 4 Monaten verstarb. Weiterhin ehelichte im Jahr 1798 die 56 jährige Wittwe Anna Dorothea Toeffling, leider ist kein Geburtsname genannt, den 65 jährigen, als Nachbar aus Paprotsch benannten, Christoph Rausch.

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Zugentgleisung in Bentschen / Zbąszyń – 1915

Eisenbahnunfall in Bentschen - Bild veröffentl. im Buch "Zbąszyń - na dawnej pocztówce" Seite 118 / Abb. 114

Eisenbahnunfall in Bentschen – Bild veröffentl. im Buch „Zbąszyń – na dawnej pocztówce“ Seite 118 / Abb. 114

Entgleisung eines Militärurlauberzuges so lautete die Überschrift einer Kurzmeldung im Kreisblatt Neutomischel vom 29.12.1915 . Weiter hiess es:

„Amtlich wird gemeldet: Am Dienstag 28.12.1915 morgens 3 Uhr 40  entgleiste ein von Berlin kommender Militärurlauberzug bei der Durchfahrt auf Bahnhof Bentschen. Von den Urlaubern und dem Begleitpersonal sind 18 Personen tot und 47 verwundet. Der Sachschaden ist bedeutend“

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Gebäude der Stadt – No. 42 – Schneiderei, Spinnerei – heute die Tourist-Information

Die Tourist-Information in Nowy Tomyśl - Foto: PM

Die Tourist-Information in Nowy Tomyśl – Foto: PM

Die Tourist-Information der Stadt Nowy Tomyśl ist am Plac Niepodległości zu finden.

In ihr erhalten Besucher alle Informationen für Ihren Aufenthalt in der Stadt und deren Umgebung. Man findet bei ihr z. B. Prospekte mit Tipps zu den unterschiedlichsten Ausflugszielen und Sehenswürdigkeiten, sowie auch Karten für Wander- und Fahrradtouren in mehreren Sprachen. Und der Ein oder Andere ersteht hier ein Souvenir, dass ihn auch später noch an seinen Aufenthalt erinnert.

Die Geschichte des Grundstücks No. 42 ist jedoch eine viel ältere, in der Planung der Stadtgründung begann diese ungefähr im Jahr 1810 ….

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Und es wurde Licht in den Straßen Europas … in Neutomischel im Jahr 1903

1903 erstrahlte in Neutomischel erstmalig die Gasbeleuchtung in den Straßen - Bild: Postkartenausschnitte

1903 erstrahlte in Neutomischel erstmalig die Gasbeleuchtung in den Straßen – Bild: Postkartenausschnitte

1814 in London wurde das Verfahren der Gasgewinnung aus Steinkohle erfunden und die erste Gaslicht Straßenbeleuchtung eingerichtet,
1817 folgte Paris mit der Beleuchtung seiner Straßen
1818 Brüssel und Wien
1825 Hamburg
1826 Berlin
1827 Dresden
1846 Nürnberg
1848 Augsburg
1854 Lübeck
1903 erstrahlten auch in Neutomischel erstmals die Kandelaber

Das Kreisblatt Neutomischel berichtete über dieses Ereignis am 18. September 1903:

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Mord in Wengielno – 1903

Gasthof Sägner in Wengielno - Quelle: Bild: Postkartenausschnitt, Karte: http://mapy.amzp.pl/tk25.cgi?23,48,60,80

Gasthof Sägner in Wengielno – Quelle: Bild: Postkartenausschnitt, Karte: http://mapy.amzp.pl/tk25.cgi?23,48,60,80

Wengielno, in einigen Aufzeichnungen auch Wegielno und Wengellen, heißt heute Węgielnia. Früher wie heute war und ist es ein Dorf welches von Wäldern umgeben ist.

Die Einwohnerzahl betrug um 1900 knapp 300 und verteilte sich auf 43 Anwesen.

Und doch, auch in einem solchen kleinen Ort geschah das Verbrechen eines Mordes.

Im Kreisblatt Neutomischel findet sich unter dem 29.12.1903 die kurze Mitteilung, dass: „Der Eigentümer Menke aus Wengielno, welcher im Verdacht stand, den Eigentümer Sperling daselbst ermordet zu haben und dieserhalb in Haft genommen worden war, vor einigen Tagen wieder aus dem Gefängnis entlassen worden ist.“

Beim Zurückblättern in den Zeitungen finden sich hinsichtlich der Tat und der Tathergänge nachfolgende Berichterstattungen, welche schildern, wie der Eigentümer Menke unter Verdacht geriet die Tat begangen zu haben:

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Einrichtung und Verpachtung der Stadtwaage – 1846

Rathaus bzw. Communalgefängnis der Stadtcommune - 1864 / Bild: Stadtbibliothek Nowy Tomysl - Hier könnte auch die Stadtwaage untergebracht gewesen sein

Rathaus bzw. Communalgefängnis der Stadtcommune – 1864 / Bild: Stadtbibliothek Nowy Tomysl – Hier könnte auch die Stadtwaage untergebracht gewesen sein

Handelsgüter, hier sei nur der Hopfen als Beispiel angeführt, wurden nach Gewicht an- und verkauft. Zu diesem Zwecke musste die Ware verwogen werden. Noch im August des Jahres 1846 wurde dieses in Neu Tomysl auf privaten Waagen bei einigen Einwohnern erledigt.

Im August des genannten Jahres war es aber auch gewesen, dass gemäß hoher Verfügung der Hochwohllöblichen Regierung zu Posen, Abteilung des Innern mit der Verfügung 2915/7 46 I die Erlaubnis erteilt worden war in Neu Tomysl zugunsten der Stadtkämmereikasse eine öffentliche Stadtwaage nebst Gewichten anzuschaffen, diese einzurichten und den Betrieb derselben zu verpachten.

Mit Erteilung der Erlaubnis hatte die Stadtkämmerei alles Notwendige in die Wege geleitet. Ferner wurden im September 1846 die Vorbereitungen zur Verpachtung mittels einer Versteigerung zugunsten des Meistbietenden getroffen.

Als Versteigerungstermin war dann der 02. September 1846 am Vormittag um 9 Uhr im Magistratsbureau durch den damaligen Bürgermeister Katerla und die Stadträte Tepper, Kutzner, Kaulfuss und Stein angesetzt gewesen. Die Einladung an Pachtlustige war mittels öffentlichen Aushang in 2-facher Ausfertigung erfolgt; eine Zeitung hatte es in jenen Jahren noch nicht in der Stadt gegeben.

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Schöffengerichtssitzung vom 17. August 1904

Relief über dem Eingang des ehemaligen Amtsgerichtes - Justitia, die Personifikation der Gerechtigkeit; die Waage für die sorgfältige Abwägung der Sachlage, die Augenbinde für die Unparteilichkeit fehlt, das Richtschwert für die Durchsetzung mit der nötigen Härte - Bild: EA

Relief über dem Eingang des ehemaligen Amtsgerichtes – Justitia, die Personifikation der Gerechtigkeit; die Waage für die sorgfältige Abwägung der Sachlage, die Augenbinde für die Unparteilichkeit fehlt, das Richtschwert für die Durchsetzung mit der nötigen Härte – Bild: EA

Vorsitzender Herr Amtsgerichtsrat v. Grabski, Amtsanwalt Herr Polizeirat Roll; Schöffen waren die Herren Teophil Morzynski von hier und August Roy-Paprotsch.

Verhandelt wurden folgende Fälle:

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Schlechte Erträge mit dem Handel der Hopfenernte des Jahres 1870 – die Hopfenhändler Friedlaender

links oben: Hopfenverladung in Neu Tomysl links unten: Hopfenmarkt in Nürnberg rechts: Angebot des H. Friedlaender aus dem Jahr 1870

links oben: Hopfenverladung in Neu Tomysl
links unten: Hopfenmarkt in Nürnberg
rechts: Angebot des H. Friedlaender aus dem Jahr 1870

Dieser Artikel gibt einen kleinen Einblick zum Hopfenhandel des Jahres 1870. Die Qualität war unbefriedigend, ob es die erwähnten schlechten Wetterverhältnisse oder die Ausbeutung des Bodens gewesen waren, die dazu geführt hatten, ist heute, 145 Jahre später, nicht mehr zu sagen. Letzlich war aber noch 1 1/2- 2 Jahre nach der Ernte Hopfen aus dem Jahr 1870 zu beziehen.

Einen besonderen Einblick liefert ein Angebot des Hopfenhändlers Friedlaender an die Fa. Rosenfeld & Comp. in Nürnberg. Er versandte dieses per Faltbrief am 23. November 1870 aus Neutomischel. Den Abstempelungen des Briefes folgend lag dieses bereits am Folgetag, dem 24. November 1870 beim Empfänger vor.

Der Original Angebotsbrief wird im Maennel Archiv verwahrt und wurde uns in Kopie für die Veröffentlichung zur Verfügung gestellt. Hier nochmalsVielen Dank !

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Weihnachtsfeier in der Schule von Bolewitz – 1901

Das neue Kath. Schulhaus in Bolewitz - Postkartenausschnitt Sammlung Wojtek Szkudlarski

Das neue Kath. Schulhaus in Bolewitz – Postkartenausschnitt Sammlung Wojtek Szkudlarski

Einen Weihnachtsbaum in Wohnhäusern aufzustellen, so heißt es, beruht auf einen uralten heidnischen Brauch in den verschiedensten Kulturen. Er war ursprünglich das Symbol für das unaufhörliche Walten der Gottheit in der scheinbar toten winterlichen Natur, indem die trotz Schnee und Eis immergrüne Tanne, die Hoffnung auf das junge Grün des kommenden Frühling symbolisierte.

„O Tannenbaum, o Tannenbaum, dein Kleid will mir was lehren:
die Hoffnung und Beständigkeit gibt Trost und Kraft zu jeder Zeit!
O Tannenbaum, Tannenbaum, dein Kleid will mir was lehren.“ *

Nachstehender Artikel aus dem Jahr 1901 erinnert daran, dass dieser Brauch auch um 1891 in Bolewitz Einzug gehalten hatte.

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Weihnachten naht ! – eine „praktische“ Geschenkempfehlung aus dem Jahr 1904

Werbeplakat (um 1900) - Bild: http://de.wikipedia.org/wiki/Maggi

Werbeplakat (um 1900) – Bild: http://de.wikipedia.org/wiki/Maggi

Weihnachten naht !

Viel heimliches Schaffen beginnt, und die Mutter hustet vernehmlich, bevor sie in das Zimmer tritt, in dem die Töchter emsig arbeiten. Diese alte schöne Sitte des Beschenkens ist uns verblieben und wird für alle Zeiten bleiben ! Der Vater aber hält sich mehr an’s Praktische und grübelt darüber.

Vielleicht können wir ihm helfen.

Als praktische Weihnachtsgeschenke sehr zu empfehlen ! so die Firma Otto Thomas Nachf., Inh. Friedr. Pfeffer in Neutomischel - Anzeige im Kreisblatt Neutomischel 1904

Als praktische Weihnachtsgeschenke sehr zu empfehlen ! so die Firma Otto Thomas Nachf., Inh. Friedr. Pfeffer in Neutomischel – Anzeige im Kreisblatt Neutomischel 1904

Will er etwas wirklich Willkommenes schenken, von dem alle Familienglieder profitieren, so verehre er seiner Frau eine Kollektion Maggi-Erzeugnisse ! Die Beschenkte wird unfehlbar gleich in den Festtagen mit deren Verwendung beginnen, weil Maggi’s bekannte Würze alle Suppen, Saucen, Gemüse usw. wesentlich verfeinert und viel Arbeit erspart. Letzteres gilt auch von Maggi’s Bouillon-Kapseln, die nur mit kochendem Wasser überbrüht, in einer Minute eine ausgezeichnete Fleisch- oder extrastarke Kraftbrühe geben. Kurzum, ein Sortiment der Maggi-Erzeugnisse wird Freude machen.

Fröhliches Fest !

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Quelle: Großpolnische digitale Bibliothek Poznan (http://www.wbc.poznan.pl/dlibra) – Amtliches Kreis-Blatt für den Kreis Neutomischel 1904-12-13

Unfall im Vorwerk Bobrowke – 1905

Zeitungsmeldung zum Unfall - Quelle: (1) + (2)

Zeitungsmeldung zum Unfall – Quelle: (1) + (2)

Im Kreisblatt Neutomischel wurde über den schweren Unfall mit Todesfolge des Zimmermanns Johann Wilhelm Ferdinand Wandke berichtet.

Auch in der Eintragung No. 52 (3) in den Standesamtseintragung vom 01. April des Jahres 1905 der Stadt Neutomischel ist dieser Unfall vermerkt.

„Zufolge Mitteilung des Königlichen Distrikts-Amtes zu Neutomischel vom 30. März 1905 / No. 1122/05 ist heute eingetragen worden, daß der Zimmermann Johann Wilhelm Ferdinand Wandke, verheiratet mit der in Alttomischel wohnhaften Berta geborenen Arlt, 43 Jahre alt, evangelischer Religion wohnhaft in Alttomischel, geboren zu Glinau, Sohn des verstorbenen Eigentümers Gottfried Wandke und seiner verstorbenen Ehefrau Rosina geborene Seifert, zuletzt wohnhaft in Glinau, in Bobrowke Vorwerk unter dem zusammengebrochenen Wohnhause des Gutsbesitzers Schwartzkopff aus Rose, am dreißigsten Maerz des Jahres tausendneunhundertfünf, vormittags um elf einhalb Uhr verstorben ist.

Ueber den Todesfall hat eine amtliche Ermittelung stattgefunden.“

Johann Wilhelm Ferdinand Wandke hinterließ, soweit dieses in den Standesamtsunterlagen nachvollzogen werden konnte neben seiner Ehefrau Berta Mathilde geborene Arlt auch die Kinder Otto Richard – geb. 1890, Amalie Anna – geb. 1892, Wilhelm Ferdinand – geb. 1893, Mathilde Bertha – geb. 1895, Paul Hermann – geb 1898, Gustav Richard – geb. 1900 und Wanda Martha – geb. 1903.

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Quellen:

  • (1) Kartenausschnitt: http://mapy.amzp.pl/tk25_list.cgi?show=3662;sort=w –
  • (2) Zeitungsmeldung: Wielkopolska Biblioteka Cyfrowa http://www.wbc.poznan.pl/dlibra – Kreisblatt Neutomischel 04.04.1905
  • (3) Archiwa Panstwowe – Staatsarchiv Posen – http://szukajwarchiwach.pl/53/1913/0/4/152/skan/full/SE3XC0671cdSVJQP1TFdSw

Schöffengerichtssitzung vom 27. Juli 1904

Relief über dem Eingang des ehemaligen Amtsgerichtes - Justitia, die Personifikation der Gerechtigkeit; die Waage für die sorgfältige Abwägung der Sachlage, die Augenbinde für die Unparteilichkeit fehlt, das Richtschwert für die Durchsetzung mit der nötigen Härte - Bild: EA

Relief über dem Eingang des ehemaligen Amtsgerichtes – Justitia, die Personifikation der Gerechtigkeit; die Waage für die sorgfältige Abwägung der Sachlage, die Augenbinde für die Unparteilichkeit fehlt, das Richtschwert für die Durchsetzung mit der nötigen Härte – Bild: EA

Vorsitzender Herr Amtsrichter Dr. Brasack, Amtsanwalt Herr Polizeirat Roll, Schöffen waren die Herrn Eigentümer Roy-Glinau und Segner-Sempolno.

Verhandelt wurden folgende Fälle:

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Mord in der Sylvesternacht – Pinne 1902

Pinne / Pniewy - Marktplatz - Postkartenausschnitt

Pinne / Pniewy – Marktplatz – Postkartenausschnitt

Im Standesamtsregister der Stadt Pinne (Pniewy)  des Jahres 1902 unter No. 2 vom 3. Januar findet sich eine Eintragung, über einen Überfall in Pinne in der Neujahrsnacht mit Todesfolge  (die kursiv eingesetzten Daten wurden ergänzt).

„Dem unterzeichneten Kantorbeamten geht heute von der Polizei Verwaltung der Stadt Pinne die schriftliche Mittheilung zu, daß …

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Brotbacken in Glinau – um 1940

Alter Backofen in Glinau - Bild: 1940 aufgenommen von Hr. Gerhard Jaenicke

Alter Backofen in Glinau – Bild: 1940 aufgenommen von Hr. Gerhard Jaenicke

Durch Herrn Arno Kraft, Berlin wurde zur Veröffentlichung nachstehender Beitrag mit Bildern über das Brotbacken auf den Bauernhöfen des Haulandes übersandt:

„Auf den Bauernhöfen in der Umgebung von Neutomischel (im Westen der ehemaligen Provinz Posen) wurde bis zur Vertreibung im Winter 1945 für den eigenen Bedarf Brot und Kuchen selbst gebacken. Jede Bauernfamilie hatte einen eigenen Backofen, der in der Nähe vom Wohnhaus stand. Meistens wurde alle zwei Wochen Brot gebacken und oft dabei auch Kuchen, wenn ein Festtag in der Familie bevorstand. Zur Erntezeit wurde auch für die Erntehelfer stets Kuchen dabei mitgebacken.

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Schöffengerichtssitzung vom 15. Juni 1904

Relief über dem Eingang des ehemaligen Amtsgerichtes - Justitia, die Personifikation der Gerechtigkeit; die Waage für die sorgfältige Abwägung der Sachlage, die Augenbinde für die Unparteilichkeit fehlt, das Richtschwert für die Durchsetzung mit der nötigen Härte - Bild: EA

Relief über dem Eingang des ehemaligen Amtsgerichtes – Justitia, die Personifikation der Gerechtigkeit; die Waage für die sorgfältige Abwägung der Sachlage, die Augenbinde für die Unparteilichkeit fehlt, das Richtschwert für die Durchsetzung mit der nötigen Härte – Bild: EA

Vorsitzender Herr Amtsgerichtsrat v. Grabski, Amtsanwalt Herr Bürgermeister Witte, Schöffen waren die Herren Schneidemühlenbesitzer Reschke-Scharke und Eigentümer Förster-Konkolewo.

Verhandelt wurden folgende Fälle:

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Das „Drama von Dakowy Mokre“ – Ereignisse, Ermittlungen und das Urteil – 1913/1914

Blick auf Dakowy Mokre (2)

Blick auf Dakowy Mokre – Bild: EA

Im Neutomischler Kreisblatt wurde es als „Drama von Dakowy Mokre“ überschrieben, im Berliner Tageblatt war es eine Schreckenstat. Graf Mielzynski  hatte im Dezember 1913 seine Frau Felicie geborene Gräfin von Potok-Potocka und deren Neffen den Grafen Alfred Mianczynski  erschossen.

Mathias Graf-Comte Mielzynski-Brudzewo  war am 13.10.1869 in Köbnitz / Chobienice unter dem Namen Maciej Ignacy Przecław Mielżyński geboren worden.  Zu seiner Person findet sich, dass er den Gymnasial Abschluss hatte, als Kunstmaler galt obwohl er ein begonnenes Kunststudium abgebrochen haben soll, Rittergutbesitzer und Offizier gewesen war und sich als polnischer Publizist im politisch literarischen Bereich betätigt hatte.

Bei den Reichstagswahlen des Deutschen Kaiserreiches im Jahr 1903 war Graf Mielzynski über die Polnische Liste für den Landkreis Samter-Birnbaum als Vertreter der polnischen Fraktion in den Deutschen Reichstag gewählt worden. Durch seine Tat legte er dieses Mandat allerdings mit Beginn des Januar 1914 nieder.

Während des  Dritten oberschlesischen Aufstandes im Jahr 1921 wird ihm die bedeutende Rolle des Anführers, er hatte in jener Zeit das Pseudonym „Nowina Doliwa“ angenommen, zugeschrieben.

Er starb am 09. Januar 1944 in Wien.

Über das Privat- und Seelenleben, des Grafen Mielzynski wurde in den Berichterstattungen geschrieben; es sind Erwähnungen zu finden wie: „… er sich einen Lungenschuss  beibrachte, als sich seiner Eheschließung mit der Gräfin Potocka Hindernisse in den Weg stellten“, es zu einer „Versöhnung“ gekommen war, und auch, dass die „Familienverhältnisse angespannt“ waren.

In der Kreiszeitung Neutomischel, dem Berliner Tageblatt, selbst in dem „The West Australian“  und anderen Blättern, wurde zum Teil ausführlich über die Ermittlungen, die Gerichtsverhandlung und letztlich das Urteil berichtet; nachstehend einige Artikel bzw. Auszüge aus diesen:

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Ein Kreisständehaus für Neutomischel – das heutige Stadtamt / 1900-bis heute – Teil 3

 

Das ehemalige Kreishaus, links im Bild die Remise - AK aus der Sammlung Wojtek Szkudlarski

Das ehemalige Kreishaus, links im Bild die Remise – AK aus der Sammlung Wojtek Szkudlarski

„Se Excellenz, der Herr Oberpräsident und der Herr Regierungspräsident werden am Montag, den 12. d. M. (12.11.1900) unserer Stadt einen Besuch abstatten und bei der Gelegenheit der Einweihung des Kreishauses beiwohnen. Unsere Mitbürger wollen durch Beflaggung der Häuser zum freundlichen Empfang beitragen und der Ehrung der hohen Herrn öffentlich Ausdruck geben.“  so die Mitteilung und Aufforderung an die Bewohner der Stadt Neutomischel über die Kreiszeitung vom 06. Nov. 1900.

Der Besuch verlief jedoch nicht wie geplant. Das Kreisblatt vom 13. November berichtete wie folgt:

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Allerseelen – 02. November 2014

Am Areal des ehemaligen jüdischen Friedhofes - Bild: S. Konieczny

Am Areal des ehemaligen jüdischen Friedhofes – Bild: S. Konieczny

Am Gedenkstein auf dem Gelände des ehemaligen evangelischen Friedhofes - Bild S. Konieczny

Am Gedenkstein auf dem Gelände des ehemaligen evangelischen Friedhofes – Bild S. Konieczny

In Nowy Tomysl  ist der 02. November, der Gedenktag Allerseelen,  auch der Tag an dem seit vielen Jahren in der Stadt und im die sie umgebenen Hauland der früheren Bewohner gleich welcher Nationalität und welchen Glaubens gedacht wird.

Auch in diesem Jahr trafen sich wieder heutige Einwohner um stellvertretend für viele einen kurzen Moment der Besinnung zu begehen. Unter anderem wurde an dem Areal des ehemaligen jüdischen und evangelischen Friedhofes der Stadt mit einem Gebet und der symbolischen Entzündung einer Kerze der Verstorbenen gedacht.

Vielen Dank für diese Geste !

Kurzmeldung – Feuer in Bentschen – Zbąszyń / 1906 und 1907

Zwei Brände in Bentschen - Zbąszyń 1906/1907 - Bildzusammenschnitt aus dem Buch "Zbąszyń (Bentschen) na dawnych pocztówkach (1895-1945)"

Zwei Brände in Bentschen – Zbąszyń 1906/1907 – Bildzusammenschnitt aus dem Buch „Zbąszyń (Bentschen) na dawnych pocztówkach (1895-1945)“

Im Buch „Zbąszyń (Bentschen) na dawnych pocztówkach (1895-1945)“ wurde unter anderem eine Postkarte der Feuerwehr und von zwei Bränden abgedruckt. Im Kreisblatt Neutomischel waren hierzu die Meldungen wie folgt:

  • 1906-10-16 Die Bierbrauerei „Obraschlößchen“  (Inh. Hermann Lankisch)  brannte in der Nacht vom Sonntag zum Montag fast vollständig nieder

dieser Brand, so der Kartenaufdruck wurde als „Mittelfeuer“ eingestuft.

  • 1907-06-14 In der Nacht vom 10. zum 11. Juni brach hier (Bentschen) in dem in der Breiten-Straße belegenen Pritzel’schen Grundstück Feuer aus, das die sämtlichen Baulichkeiten in Asche legte. Auch zwei Pferde des Leinenhändlers Krause fanden den Flammentod

Hingegen das Feuer bei  Prietzel als „Großfeuer“ galt.

Weitere Einzelheiten sind leider bis zur Veröffentlichung dieses Beitrages nicht bekannt bzw. gefunden worden.

Quelle:

  • „Zbąszyń (Bentschen) na dawnych pocztówkach (1895-1945)“- Autoren Halina Ciszewska und Jan Ciszewski  / 2010, Zusammenschnitt der Abb. 140,224,270
  • Kreisblatt Neutomischel aus den Jahren 1906/1907

Immobilien, Mieten, Vermieten, Pachten u. Zwangsversteigerung – 1901

Immobilienanzeigen aus dem Jahr 1901

Immobilienanzeigen aus dem Jahr 1901

Nachfolgend finden sich die im Neutomischeler Kreisblatt des Jahres 1901 veröffentlichten Anzeigen mit welchen Verpachtungen, Verkäufe und An- und Vermietungen sowie letztlich auch Zwangsversteigerungen inseriert wurden.

Die Zusammenstellung der Inserate basiert darauf, dass Grundstücke, Anwesen und Wohnungen oder Etwas direkt mit diesen in Verbindung stehendes, wie z. B. eine Wiese oder eine Ernte, angeboten wurde.

Ausdrücklich weisen wir darauf hin, dass auch wenn es ein Inserat z. B. zu einer Zwangsversteigerung gegeben hat, diese nicht unbedingt durchgeführt wurde, genau so wenig, wie ein beabsichtigter Verkauf einer Wirtschaft auch zu diesem geführt haben muss.

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Ein Kreisständehaus für Neutomischel … / 1899-1900 Teil 2

Der "thurmartige Abschluss des Treppenhauses" über dem ehemaligen Haupteingang des Kreisständehauses - Bild: GT

Der „thurmartige Abschluss des Treppenhauses“ über dem ehemaligen Haupteingang des Kreisständehauses – Bild: GT

Die schon im ersten Teil erwähnte zurückhaltende Berichterstattung zum Bau des Kreisständehauses in Neutomischel setzte sich fort.

Zum 01. April 1899, erschien im Kreisblatt die Mitteilung, dass ein „Amtshaus mit Bureaus und Wohnungen“ errichtet werden solle. Die ehemals in der Gemeinde Glinau direkt an der Stadtgrenze belegenen Grundstücke 664-665/336, waren mit Blatt 315 ins Grundbuch aufgenommen worden. Nach §16 der Gesetzgebung vom 25. August 1876 musste die Errichtung eines neuen Hauses bekannt gemacht werden, da dieses als neue Ansiedlung galt; Einsprüche gegen dieses Vorhaben konnten mit einer Frist von 21 Tagen erhoben werden.

Heute kann man annehmen, das obwohl hierzu keine Unterlagen gefunden wurden, dass keine Einwendungen gegen die Errichtung erfolgten – das Kreishaus wurde gebaut.

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Die Schlossmauern wurden gesprengt … – 1900

links: heute noch zu besichtigender Turm der alten Befestigungsanlage - Bild: EA; rechts oben: Schloss und alte Befestigungslagen um 1840 - Bild: Bildband "Zbąszyń na dawnej pocztowce" (Bentschen in alten Postkarten) - Autor: Krzysztof Rzepa / 2012; rechts unten: Alte Ziegelei - Bild: http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Old_brick_factory_Zbaszyn.JPG#mediaviewer/File:Old_brick_factory_Zbaszyn.JPG

links: heute noch zu besichtigender Turm der alten Befestigungsanlage – Bild: EA; rechts oben: Schloss und alte Befestigungslagen um 1840 – Bild: Bildband „Zbąszyń na dawnej pocztowce“ (Bentschen in alten Postkarten) – Autor: Krzysztof Rzepa / 2012; rechts unten: Alte Ziegelei – Bild: http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Old_brick_factory_Zbaszyn.JPG#mediaviewer/File:Old_brick_factory_Zbaszyn.JPG

Die Geschichte der Ansiedlung Bentschen, Zbąszyń, reicht in etwa in das Jahr 1231 zurück. Historiker nehmen an, dass dieser schon in der 2ten Hälfte des 13. Jahrhunderts das Stadtrecht verliehen wurde. Bentschen war in seiner wechselvollen Geschichte immer Sitz von Fürsten und Königen. Im Jahr 1613 wurde unter den damaligen Besitzern der Familie Ciświcki der Burgbau beendet.

Diese Befestigungsanlagen waren für die „Ewigkeit“ geplant und errichtet worden.

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Ein Kreisständehaus für Neutomischel … / 1898 Teil 1

"Stadtwappen" - Gustav Knoblauch (1833-1916) Tuschezeichnung auf Transparent - Entwurf - Quelle: Architekturmuseum der Technischen Universität Berlin in der Universitätsbibliothek, Inv. Nr. GK423,027

„Stadtwappen“ – Gustav Knoblauch (1833-1916) Tuschezeichnung auf Transparent – Entwurf – Quelle: Architekturmuseum der Technischen Universität Berlin in der Universitätsbibliothek, Inv. Nr. GK423,027

Im Jahr 1898 erschienen im Kreisblatt vereinzelte Berichte, die beim ersten Lesen nichts miteinander zu tun zu haben scheinen.

Erst im Oktober des Jahres 1900 fügen sich die einzelnen Meldungen zu einem Ganzen.

Entgegen anderen in der Stadt Neutomischel errichteten Bauten, wurde die Berichterstattung über die Pläne und Auftragsvergabe betreffend dem Kreisständehaus sehr zurückhaltend geführt.

Leider fanden sich bis zur Veröffentlichung dieser Zusammenstellung der Meldungen, auch keine weiteren Unterlagen im Staatsarchiv Poznan.

Das ehemalige Kreisständehaus ist heute eines der wichtigsten Gebäude in der Stadt Nowy Tomysl. Seit  1976 ist unter der Adresse ul. Poznańska 33 das Stadtamt ansässig.

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Grabsteinfund – Johannes Seidel, evgl. luth. Pastor in Neutomischel von 1885-1917

HIER  RUHT  IN  GOTT  DER  EV.  LUTH.  PASTOR  -  JOHANNES  SEIDEL - 25. JAN .... - Bild: PM

HIER RUHT IN GOTT DER EV. LUTH. PASTOR – JOHANNES SEIDEL – 25. JAN …. – Bild: PM

Der alte evangelische Friedhof in der Stadt Nowy Tomysl ist schon lange nicht mehr existent.  An seiner Stelle erinnert, der hier einst zur ewigen Ruhe Beerdigten, ein Gedenkstein.

Für die Verwendung von alten Grabsteinen, zu ihnen gehörten auch die der alten Friedhöfe der Stadt, gab und  gibt es kaum eine würdige Verwendung. Der einst die Ewigkeit symbolisierende Grabstein, der das Refugium des Toten und dessen Andenken darstellte, hat zum Ablauf der Totenruhe oder der Auflösung eines Friedhofes ausgedient.

Oft geraten die schönen Grabsteine in die Steinmühle und finden Verwendung als Schotter im Straßenbau, in der Anlage von Plätzen in Parkanlagen oder sogar als Uferbefestigung an Flüssen.

Aber gerade im Hinblick auf die sich verändernden Zeiten , ist dieses Verfahren ein kulturgeschichtliches Versäumnis.

Es sind die Funde aus der Vergangenheit, die nicht vergessen werden sollten, denn aus ihnen lebt der Gedanke an das „Wir“ in einem gemeinsamen Europa ohne Krieg.

Sie als Leser unserer Seite bitten wir uns zu schreiben, welches Ihre Vorschläge zur Verwendung alter Grabsteinfunde wären – vielleicht ein Lapidarium ? vielleicht eine Art Weg der Erinnerung ? oder … ?  bitte schreiben Sie uns, vielleicht ist es möglich Ihre Idee umzusetzen.

Vielen Dank !

Gudrun.Tabbert@hauland.de          Przemek.Mierzejewski@oledry.pl

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Das neue Amtsgericht in Grätz, Provinz Posen – 1904/1905

Das ehemalige Amtsgerichtsgebäude um 1905/1906 - Abb. 1

Das ehemalige Amtsgerichtsgebäude um 1905/1906 – Abb. 1

Die früheren Geschäftsräume des Amtsgerichts, welche in dem Rathause in Grätz untergebracht waren, genügten den wachsenden Ansprüchen in keiner Weise mehr.

Für den notwendigen Neubau stellte die Stadt Grätz unentgeltlich einen Bauplatz zur Verfügung, der bereits eine Anzahl öffentlicher Gebäude, wie Kirche, Schule und Kreisständehaus trug und mit dem vorhandenen, dem Justizfiskus gehörigen Gefängnisgebäude in Verbindung gebracht werden konnte.

Das Gebäude ist, wie der Lageplan erkennen läßt (Abb.2), an einer Straßenecke der Promenade errichtet; zwischen den Gefängnisgrundstück und dem Amtsgerichtsgebäude liegen Beamtengärten und das Wohnhaus für den zweiten Richter.

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Immobilien, Mieten, Vermieten, Pachten u. Zwangsversteigerung – 1900

Zeitungsanzeigen des Jahres 1900 - Quelle: Kreisblatt Neutomischel

Zeitungsanzeigen des Jahres 1900 – Quelle: Kreisblatt Neutomischel

Nachfolgend finden sich die im Neutomischeler Kreisblatt des Jahres 1900 veröffentlichten Anzeigen mit welchen Verpachtungen, Verkäufe und An- und Vermietungen sowie letztlich auch Zwangsversteigerungen inseriert wurden.

Die Zusammenstellung der Inserate basiert darauf, dass Grundstücke, Anwesen und Wohnungen oder Etwas direkt mit diesen in Verbindung stehendes, wie z. B. eine Wiese oder eine Ernte, angeboten wurde.

Ausdrücklich weisen wir darauf hin, dass auch wenn es ein Inserat z. B. zu einer Zwangsversteigerung gegeben hat, diese nicht unbedingt durchgeführt wurde, genau so wenig, wie ein beabsichtigter Verkauf einer Wirtschaft auch zu diesem geführt haben muss.

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Die Spende zum Turmbau der Kirche in Boruy – 1896

Die Brauerei E. Haase in Breslau - Quelle (2)

Die Brauerei E. Haase in Breslau – Quelle (2)

Der Turmbau der Kirche zu Boruy, so wurde es der Kirchenchronik entnommen , wurde realisiert durch eine Schenkung in den Jahren 1896-1898 in Höhe von 12.000 Mark seitens des Brauereibesitzers George Haase aus Breslau. Dieser erfüllte mit dieser Schenkung einen Wunsch seines Vaters.

Dieser Wunsch wurde, so ist es in der Festurkunde  anlässlich der Grundsteinlegung am 22. Mai 1900 festgehalten worden, damit erklärt, dass dem Vater (Eduard) Kirchplatz und Umgegend  stets gefallen hat.“

Im Artikel  Ein Kirchplatz für deutsche Siedler ist eine dazu abweichende Information zu finden, die Aussage darin ist:  „Der Bau erfolgte mit Hilfe einer Spende des kinderlosen Brauereibesitzers Georg Haase aus Breslau, die erst 1898 genehmigt wurde und 9500 M betrug.“

Im Kreis-Blatt Neutomischel vom 28.12.1900 wiederum wurde die Kirche am 1. Juni 1771 eingeweiht, welches abweichend von den Chronikdaten, die den Bau in die Jahre 1776/1777 datierten, ist. Desweiteren heißt es in der Berichterstattung zur Turmeinweihung, dass „Herr Haase, der Besitzer der bekannten Brauerei in Breslau, der Kirchgemeinde Kirchplatz, woselbst er öfter und gern geweilt, zum Baue eines Kirchthurmes 10.000 Mark geschenkt hatte.“

Wir sind diesen Aussagen einmal nachgegangen  …

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Aus der Kirchenchronik von Hammer Boruy: Der Turmbau – 1900

 

114 Jahre Kirchturm Boruy - erbaut im Jahr 1900 - EA

114 Jahre Kirchturm Boruy – erbaut im Jahr 1900 – EA

„Kirchenturmbau und Glockengeläute

Wenn die Eingepfarrten die Kirche mit einem Turme versehen, oder wenigstens ein vollständiges Glockengeläute anschaffen wollten, so hätte ich diesem löblichen Verhalten nichts entgegenzusetzen.

Die Kirche kann dazu jedoch aus ihrem Vermögen nur hergeben, was ihr, nachdem die nächsten und eigensten Verbindlichkeiten erfüllt sind, als entbehrlich übrig bleiben möchte.

Nach Maßgabe des von der Königl. Regierung festgestellten Etats, und einem darauf begründeten Überschlage, halte ich etwa 200 Thlr. aus dem damaligen Kirchenvermögen entbehrlich, und willige daher als Patron darein, dass für den Fall, dass die Ausführung eines Turmes, oder doch eines Glockengeläutes, durch die Beiträge der Eingepfarrten oder auf andere Weise zustande zu bringen möglich gemacht werden sollte, dazu Zweihundert Thaler aus dem Kirchenvermögen als Beihilfe entnommen werden möchte.“

So steht es im Patronat Consens für die Einpfarrung des Dorfes Boruy; geschrieben in Berlin den 16. Jun 1835. Diese Summe deckte die Kosten für einen Turmbau aber auch in jener Zeit bei weitem nicht.

An eine „schnelle“ Realisierung war somit nicht zu denken. Das Projekt wurde also aufgeschoben aber stetig weiter verfolgt und nie aufgegeben.

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Kirchenvisitation in Neu Tomysl – 1860

Der ehemalige "Alte Markt" mit Kirche und davor abgestellten Fuhrwerken - AK aus Sammlung des Wojtek Szkudlarski

Die ehemalige evangelische Kirche – AK aus Sammlung des Wojtek Szkudlarski

Nachfolgend ist der offizielle Kirchenvisitationsbericht der evangelischen Kirche zu Neu Tomysl vom Juni 1860 zu finden.

Offiziell deshalb, weil sich in den Archivunterlagen ein weiterer handschriftlicher Bericht des Superintendenten Kühn findet, der an das Königlich Hochwürdigste Konsistorium in Posen adressiert worden war. Darin finden sich sehr kritische Anmerkungen zu der Gemeinde Neu Tomysl und deren Pastor Lange, wie zum Beispiel: „… so Manche (Kirchenbesucher) erst nach der Liturgie in der Kirche erscheinen …, … fand die Prüfung der letzten Confirmaten und Katechumen statt, unter mäßiger Theilnahme älterer Gemeindeglieder …, der Herr Pastor Lange (in Neu Tomysl im Amt von 1842-1865), ein sehr nüchterner durchaus streng erfüllter Mann … liegt theils in seinen beschränkten Geistesgaben, im Mangel an der rechten Vorbildung, die er sehr spät und unter den ärmlichsten, düstersten Verhältnissen genossen hat …“. Über die Predigt, welche anlässlich der Kirchenvisitation seitens des Pastor Lange gehalten wurde, findet sich die Beurteilung dieser als nichtsonderlich in die Tiefen christlicher Klarheit eingedrungen, dürfte über doch mehr biblischen Glauben und frömmeren Sinne beinhaltet haben.“

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Weltreisende mit der Tonne – 1910

Weltreise in einer Tonne um die Welt, Quelle: http://texashistory.unt.edu/ark:/67531/metapth67429/m1/5/zoom

Weltreise in einer Tonne um die Welt, Quelle: http://texashistory.unt.edu/ark:/67531/metapth67429/m1/5/zoom

Im Juni 1910 passierten die aus Venedig stammenden reisenden Teilnehmer einer Wette – eine Tonne musste einmal um die Welt gerollt werden – die Gegend von Tirschtiegel über Chelmno bei Pinne auf dem Weg nach Posen.

Über das Ereignis, es hatte weltweite Beachtung gefunden, wurde in internationalen Zeitungen berichtet. Dieser Berichterstattung schloss sich auch das Kreis-Blatt für den Kreis Neutomischel mit einer Meldung in seiner Ausgabe vom 21.06.1910 an.

Die im Artikel erwähnten „photographischen Aufnahmen“ wurden nicht gefunden.

Die Unternehmung wurde 4 Jahre nach diesen Berichterstattungen durch den Ausbruch des I. Weltkrieges eingeholt. Es war leider nicht in Erfahrung zu bringen, wo sich zu diesem Zeitpunkt die Teilnehmer befanden noch was aus Ihnen wurde.

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Auf den Spuren meiner Vorfahren – 2014

1906 im April - Hochzeit in Kopanke von Anna geborene Hauf und Gustav Krok - Foto: Privatbesitz

1906 im April – Hochzeit in Kopanke von Anna geborene Hauf und Gustav Krok – Foto: Privatbesitz

In diesem Jahr sind wir, das bin ich Andreas Krok und meine Frau Christine, nach Kopanki gereist, ein erstes Mal vom 01.06. bis 03.06.2014 und ein weiterer Besuch fand vom 29.07. bis 30.07.2014 statt.

Schon als Kind hörte ich gerne zu, wenn mein Vater und mein Großvater von „zu Hause“ erzählten. Das „zu Hause“ welches sie meinten, nur knapp 250 Kilometer von Berlin entfernt, hieß Kopanke und war ein Dorf in der ehemaligen Provinz Posen. Heute heißt dieser Ort Kopanki und liegt im Verwaltungsbezirk der Gmina Opalenica im Powiat Nowy Tomyśl in Polen.

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„Beim Ziegenkrug hinterm Berg ….“ – 1906

Die Anhöhe hinter dem ehemaligen Gasthof "Ziegenkrug" - EA 05/2011

Die Anhöhe hinter dem ehemaligen Gasthof „Ziegenkrug“ – EA 05/2011

Der  „Ziegenkrug“ war ein Gasthof, gelegen an der Kreuzung, von welcher z.B. der Weg nach Boruy, Bukowiec und Paprotsch abzweigte und es auch nach Albertoske führte. Direkt hinter der Wirtschaft erhob sich eine Anhöhe. In früherer Zeit soll dieser „Berg“ die Grenze der drei Herrschaften Tomysl im Norden, Grätz im Osten und Bentschen im Westen markiert haben. Später wurde auf ihr der Friedhof der Gemeinde Cicha Gora angelegt.

Das Schauerballade „Beim Ziegenkrug hinterm Berg …“, handelte von dem gruseligen Mord des Otto Hoffmann an seiner schwangeren Geliebten Martha Weber; sie beruhte auf einer wahren Begebenheit, welche sich im Jahr 1906 abspielte. In Zeitungsartikeln des Neutomischler Kreisblattes  wurde ausführlich über den Mord, die Verhandlung und das verhängte Todesurteil berichtet.

Bei der Hausarbeit, beim Hopfenpflücken oder auch beim Federschleißen wurde die Moritat mit ihrer einfachen Melodie oft gesungen. Die Weitergabe des Textes erfolgte nur durch mündliche Überlieferung. Im Jahr 1984 schrieb Frau Anni Schiller geborene Hirt diesen, soweit sie ihn noch in Erinnerung hatte, auf; Herr Ernst Müller ergänzte diesen dann vor annähernd 25 Jahren um die ihm in Erinnerung gebliebene Melodie.

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Vor 100 Jahren – Der 1. Weltkrieg – Ausbruch zum 01. August 1914

Es wird der fast zwanzig Millionen Menschen, gleich welcher Nationalität, gleich welchen Glaubens und gleich welcher Herkunft, die in diesem Krieg ihr Leben verloren, gedacht. Dieser Krieg, der Europa in einem nie zuvor stattgefundenen Ausmaße zerstörte, veränderte die Welt !

Es wird der fast zwanzig Millionen Menschen, gleich welcher Nationalität, gleich welchen Glaubens und gleich welcher Herkunft, die in diesem Krieg ihr Leben verloren, gedacht. Dieser Krieg, der Europa in einem nie zuvor stattgefundenen Ausmaße zerstörte, veränderte die Welt !

Schöffengerichtssitzung vom 1. Juni 1904

Relief über dem Eingang des ehemaligen Amtsgerichtes - Justitia, die Personifikation der Gerechtigkeit; die Waage für die sorgfältige Abwägung der Sachlage, die Augenbinde für die Unparteilichkeit fehlt, das Richtschwert für die Durchsetzung mit der nötigen Härte - Bild: EA

Relief über dem Eingang des ehemaligen Amtsgerichtes – Justitia, die Personifikation der Gerechtigkeit; die Waage für die sorgfältige Abwägung der Sachlage, die Augenbinde für die Unparteilichkeit fehlt, das Richtschwert für die Durchsetzung mit der nötigen Härte – Bild: EA

Vorsitzender Herr Amtsgerichtsrat v. Grabski, Amtsanwalt Herr Bürgermeister Witte, Schöffen waren die Herrn Eigentümer Steinke-Bukowiec und Bäckermeister Liepelt-hier (Neutomischel).

Verhandelt wurden folgende Fälle:

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Schwüle und Gewitter in und um Neutomischel / Sommer 1911

Der Weg des Gewitters - Quelle Karte: http://mapy.amzp.pl/tk25.cgi?23,48,60,80, Bild der Dampfmühle Schmidt:http://www.zeno.org, bearbeitet

Der Weg des Gewitters – Quelle Karte: http://mapy.amzp.pl/tk25.cgi?23,48,60,80, Bild der Dampfmühle Schmidt:http://www.zeno.org, bearbeitet

Endlich ist nun der heißersehnte, schon wochenlang ausgebliebene Regen eingetreten. Am Sonntag nachmittag gegen 6 Uhr entluden sich hintereinander mehrere starke, anhaltende Gewitter, welche bis Montag früh dauerten und uns einen ausgiebigen Regen brachten, der von dem günstigsten Einfluß auf unsere ausgedörrten Gärten, Felder und Wiesen sein wird. Leider haben die Gewitter auch vielfach Schaden angerichtet.

Während des ersten Gewitters schlug ein Blitz in das Wohnhaus und die Dampfmühle des Herrn Richard Schmidt hierselbst (Neutomischel) ein, ohne zu zünden. Ein kleines Türmchen auf dem Dache wurde heruntergeschlagen und die elektrischen Lichtanlagen sowie die Telephonanlage beschädigt.

In der Nähe von Kuschlin gingen am Sonntag abend 3 Strohschober infolge Blitzschlages in Flammen auf.

In Neurose schlug der Blitz am Montag früh in einen Baum auf dem Grundstück des Eigentümers Fleischer daselbst. Von hier sprang der elektrische Funke in das alte Wohnhaus über und zündete, sodaß dieses sowie ein Stall eingeäschert wurden. Das neuerbaute Wohnhaus, das demnächst bezogen werden sollte blieb vom Feuer verschont.

Leider war die Abkühlung, die uns die Gewitter brachten, nur von geringer Dauer, denn schon Montag vormittag herrschte wieder bedeutende Schwüle. Die Hundstage (Redewendung für die heißen Tage im Sommer vom 23. Juli bis 23. August), die am Sonntag begonnen haben, scheinen ihrem Ruf, die heißesten Tage des Jahres zu sein, Ehre machen zu wollen.

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Quelle: Großpolnische digitale Bibliothek Poznan (http://www.wbc.poznan.pl/dlibra) – Amtliches Kreis-Blatt für den Kreis Neutomischel Jahrgang 1911/07/25  

Immobilien, Mieten, Vermieten, Pachten u. Zwangsversteigerung – 1899

Vermietung Otto Toeffling

Vermietung Otto Toeffling

Nachfolgend finden sich die im Neutomischeler Kreisblatt des Jahres 1899 veröffentlichten Anzeigen mit welchen Verpachtungen, Verkäufe und An- und Vermietungen sowie letztlich auch Zwangsversteigerungen inseriert wurden.

Die Zusammenstellung der Inserate basiert darauf, dass Grundstücke, Anwesen und Wohnungen oder Etwas direkt mit diesen in Verbindung stehendes, wie z. B. eine Wiese oder eine Ernte, angeboten wurde.

Ausdrücklich weisen wir darauf hin, dass auch wenn es ein Inserat z. B. zu einer Zwangsversteigerung gegeben hat, diese nicht unbedingt durchgeführt wurde, genau so wenig, wie ein beabsichtigter Verkauf einer Wirtschaft auch zu diesem geführt haben muss.

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Schöffengerichtssitzung vom 18. Mai 1904

Relief über dem Eingang des ehemaligen Amtsgerichtes - Justitia, die Personifikation der Gerechtigkeit; die Waage für die sorgfältige Abwägung der Sachlage, die Augenbinde für die Unparteilichkeit fehlt, das Richtschwert für die Durchsetzung mit der nötigen Härte - Bild: EA

Relief über dem Eingang des ehemaligen Amtsgerichtes – Justitia, die Personifikation der Gerechtigkeit; die Waage für die sorgfältige Abwägung der Sachlage, die Augenbinde für die Unparteilichkeit fehlt, das Richtschwert für die Durchsetzung mit der nötigen Härte – Bild: EA

Im April und auch im Beginn des Mai 1904 finden sich keine Zeitungsprotokolle über Schöffengerichtssitzungen. Es ist nicht bekannt ob solche nicht abgehalten wurden, oder ob nur nicht über diese berichtet wurde. Mit der Sitzung vom 18. Mai 1904 setzen wir unsere Veröffentlichungen fort.

Vorsitzender Herr Amtsgerichtsrat von Grabski, Amtsanwalt Herr Polizeirat Roll; Schöffen waren die Herren Eigentümer Sperling-Neuborui und Kurz-Paprotsch.

Verhandelt wurden folgende Fälle

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Die Schützengilde zu Grätz – Rückblick auf das Privilegium des Jahres 1666

Die erste Seite des Privilegiums aus dem Jahr 1646 - Ausgestellt im Muzeum Ziemi Grodziskiej

Die erste Seite des Privilegiums aus dem Jahr 1646 – Ausgestellt im Muzeum Ziemi Grodziskiej

In den „Historischen Monatsblättern für die Provinz Posen“ – Ausgabe XVI. Jahrgang Nr. 6 – Juni 1915, zu lesen über die Großpolnische Digitale Bibliothek http://www.wbc.poznan.pl/dlibra  veröffentlichte R. Prümers nachstehenden Beitrag über die Schützengilde zu Grätz.

Die von ihm angegebenen Quellen sind nicht mehr in vollem Umfange nachprüfbar. Im Muzeum Ziemi Grodziskiej wird jedoch ein Privilegium verwahrt, dass bereits im Jahr 1646 erteilt wurde.

Die Bilder dieses Beträges wurden in vorerwähnten Museum aufgenommen und es wurde uns erlaubt diese zur Veröffentlichung zu verwenden.

An dieser Stelle nochmals Vielen Dank für die Unterstützung !

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Grundsteinlegung der evangelischen Kirche zu Opalenitza – 1899

 Die ehemalige evangelische Kirche - heute: Kościół św. Józefa. Opalenica, ul. Powstańców Wielkopolskich / Bild: http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Kosciol_Jozefa-Opalenica-1.JPG?uselang=de

Die ehemalige evangelische Kirche – heute: Kościół św. Józefa. Opalenica, ul. Powstańców Wielkopolskich / Bild: http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Kosciol_Jozefa-Opalenica-1.JPG?uselang=de

Gestern Vormittag am 23. Juli 1899 fand hier in Opalenitza die feierliche Grundsteinlegung für die neu zu erbauende evangelische Kirche statt.

Die Feier, welche dem „Pos. Tgbl.“ zufolge einen rein kirchlichen Charakter trug, wurde durch einen kurzen Gottesdienst im Beetsaal im Pfarrhause eingeleitet Von dem Beetsaal aus ging die Gemeinde in geschlossener Ordnung nach dem festlich geschmückten Bauplatz, wo nach Gesang und Festpredigt der Ortsgeistliche Herr Pfarrer Ernst Oelze die von dem Grundstein aufzunehmende Urkunde verlas.

Alsdann folgten die üblichen 3 Hammerschläge seitens des Pfarrers, der Kirchenältesten und der beim Bau betheiligten Personen. Das Projekt der Kirche, wird von dem Wirklichen Geheimen Regierungs- und Baurath Herrn von Tiedemann* aus Charlottenburg entworfen, die Ausführung des Baues ist Herrn Maurer- und Zimmermeister Walther Dolscius aus Grätz, dem Erbauer unseres neuen Rathhauses, übertragen worden.

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Vor 100 Jahren – Meldung im Kreis Blatt für Neutomischel zugleich Neutomischeler Hopfenzeitung am 01. Juli 1914

Das Attentat von Sarajevo fand am 28. Juni 1914 statt, es schloss sich ein Monat mit Verhandlungen und Drohungen an, welchen letztlich im Juli 1914 die Mobilmachungen und Kriegserklärungen folgten. Dieser Krieg, der I. Weltkrieg, kostete annähernd fast zwanzig Millionen Menschen das Leben. - Ausschnitte aus dem Kreis Blatt für den Kreis Neutomischel zugleich Neutomischeler Hopfenzeitung - Mittwoch, den 1. Juli 1914 - Quelle: http://www.wbc.poznan.pl/dlibra

Das Attentat von Sarajevo fand am 28. Juni 1914 statt, es schloss sich ein Monat mit Verhandlungen und Drohungen an, welchen letztlich im Juli 1914 die Mobilmachungen und Kriegserklärungen folgten. Dieser Krieg, der I. Weltkrieg, kostete annähernd fast zwanzig Millionen Menschen das Leben. – Ausschnitte aus dem Kreis Blatt für den Kreis Neutomischel zugleich Neutomischeler Hopfenzeitung – Mittwoch, den 1. Juli 1914 – Quelle: http://www.wbc.poznan.pl/dlibra

Schöffengerichtssitzung vom 23. März 1904

Relief über dem Eingang des ehemaligen Amtsgerichtes - Justitia, die Personifikation der Gerechtigkeit; die Waage für die sorgfältige Abwägung der Sachlage, die Augenbinde für die Unparteilichkeit fehlt, das Richtschwert für die Durchsetzung mit der nötigen Härte - Bild: EA

Relief über dem Eingang des ehemaligen Amtsgerichtes – Justitia, die Personifikation der Gerechtigkeit; die Waage für die sorgfältige Abwägung der Sachlage, die Augenbinde für die Unparteilichkeit fehlt, das Richtschwert für die Durchsetzung mit der nötigen Härte – Bild: EA

Vorsitzender Herr Amtsgerichtsrat von Grabski, Amtsanwalt Herr Bürgermeister Witte, Schöffen waren die Herren Eigentümer Steinke aus Bukowiec und Eigentümer Förster aus Albertoske.

Verhandelt wurden folgende Fälle

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Ein Schauspiel – ein Doppeldecker überfliegt Neutomischel / 1913

Doppeldecker - Quelle: http://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Biplanes?uselang=de#mediaviewer/File:Flugpost_1.jpg

Doppeldecker – Quelle: http://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Biplanes?uselang=de#mediaviewer/File:Flugpost_1.jpg

Freitag nachmittag (04.07.1913) kurz vor 6 Uhr gab es für alt und jung ein gleich interessantes Ereignis: ein Zweidecker kam in 500 bis 600 Meter Lufthöhe – genau läßt sich die Höhe ja schwer schätzen – in majestätischem Fluge über Neutomischel heran.

Die Einwohnerschaft wurde auf ein heftiges Surren aufmerksam. Das Gesurre kam immer näher und wurde immer vernehmlicher.

Man schaute ganz unwillkürlich in die Luft und erblickte einen Zweidecker, der von Osten heran schwebte. Selbstredend hat das für die Mehrzahl unserer Einwohner vollständig neue Schauspiel viele Hunderte aufmerksam gemacht, man bewaffnete sich in aller Eile mit Fernrohren und Opernguckern, aber die Entfernung war doch so groß, daß man von den Fliegern selbst nichts erkennen konnte.

Es dürfte sich um einen Militärdoppeldecker der Fliegerstation Posen gehandelt haben, der leider beim Landen einen schweren Unfall erlitt. Es wird nämlich gemeldet: Der abends gegen 1/2 8 Uhr aus Posen kommende Mars-Doppeldecker „Dresden IV“, der der Leutnant Böder von der Fliegerabteilung in Posen steuerte und in dem Leutnant Krey vom 14. Art.-Reg. in Thorn als Begleiter saß, wurde, als er auf dem Kunersdorfer Exerzierplatz landen wollte, durch einen Windsturz gegen einen Baum geschleudert. Das Flugzeug überschlug sich. Leutnant Böder stürzte zu Boden und wurde mit einer Gehirnerschütterung in das Garnisonslazarett gebracht. Leutnant Krey blieb unverletzt.

Quelle: Großpolnische digitale Bibliothek Poznan (http://www.wbc.poznan.pl/dlibra) – Amtliches Kreis-Blatt für den Kreis Neutomischel 1913/07 No. 54

Immobilien, Mieten, Vermieten, Pachten u. Zwangsversteigerung – 1898

Wohnungsangebot W. Schmidt

Wohnungsangebot W. Schmidt

Nachfolgend finden sich die im Neutomischeler Kreisblatt des Jahres 1898 veröffentlichten Anzeigen mit welchen Verpachtungen, Verkäufe und An- und Vermietungen sowie letztlich auch Zwangsversteigerungen inseriert wurden.

Die Zusammenstellung der Inserate basiert darauf, dass Grundstücke, Anwesen und Wohnungen oder Etwas direkt mit diesen in Verbindung stehendes, wie z. B. eine Wiese oder eine Ernte, angeboten wurde.

Ausdrücklich weisen wir darauf hin, dass auch wenn es ein Inserat z. B. zu einer Zwangsversteigerung gegeben hat, diese nicht unbedingt durchgeführt wurde, genau so wenig, wie ein beabsichtigter Verkauf einer Wirtschaft auch zu diesem geführt haben muss.

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Kirchweihe in Friedenhorst – Dezember 1914

Die neue Kirche, im Hintergrund erkennbar das alte Gotteshaus - Ausschnitt aus AK aus der Sammlung A. Kraft

Die neue Kirche, im Hintergrund erkennbar das alte Gotteshaus – Ausschnitt aus AK aus der Sammlung A. Kraft

Mit dem Jahr 1914 hatte der I. Weltkrieg begonnen. An allen Fronten wurde gekämpft. In vielen Familien wurde um die im „Felde“ stehenden Soldaten gebangt. In der ein oder anderen Familie herrschte aber auch bereits Trauer um die Angehörigen, die ihr Leben für die „vaterländische Pflicht“ hingegeben hatten.

Und eben in jener Zeit, am 15. Dezember 1914, kurz vor dem Weihnachtsfest, wurde die neue evangelische Kirche zu Friedenhorst – Jastrzębsko Stare eingeweiht.

Im „Kreisblatt“ wurde wie folgt berichtet:

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Grundsteinlegung der neuen Kirche Friedenhorst – 1913

Friedenhorst (9-10-2009 Foto:PM)

Friedenhorst (9-10-2009 Foto:PM)

Schon 2011 veröffentlichten wir eine Zeitungsmeldung über die Grundsteinlegung der neuen Kirche zu Friedenhorst im Jahr 1913. Dieser Meldung können wir nun ergänzend die Berichterstattung aus dem Amtlichen Kreis-Blatt für den Kreis Neutomischel hinzufügen. Über das Ereignis wurde wie folgt berichtet:

Friedenhorst. Die hiesige Kirchengemeinde feierte am Himmelfahrtstage (01.Mai 1913), nachmittags 3 Uhr das Fest der Grundsteinlegung ihrer neuen Kirche.

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Feuer in Sontop – 1913

Sontop - Dorfplan - 1941

Sontop – Dorfplan – 1941

Am Mittwoch (18. Juni 1913) schwebte unser Ort in großer Gefahr.

Gegen 4 Uhr nachmittags brach aus bisher unaufgeklärter Ursache in dem Wohnhause des Halbhäuslers Rothe und Sowinski Feuer aus, welches, da in der Rothe’schen Wohnung niemand zu Hause war, zunächst nicht bemerkt wurde, und als die Nachbarn es sahen, bereits solchen Umfang angenommen hatte, daß es nicht mehr zu ersticken war.

Bald stand nicht nur dieses Haus, sondern auch das angrenzende Wohnhaus des Eigentümers Sender in Flammen.

Zwar traten in kurzer Zeit die beiden Spritzen von Sontop in Tätigkeit, denen die Spritzen der benachbarten Ortschaften zu Hilfe eilten, aber die aus Bohlen erbauten Häuser waren nicht zur retten. Von den in den Häusern befindlichen Sachen konnte leider wenig gerettet werden.

Sehr erschwert wurde das Löschwerk durch die Zinkbedachung der Häuser, welche das Wasser der Spritzen nicht an den Feuerherd kommen ließ.

Aber wenigstens gelang es den vereinten Bemühungen der Löschmannschaften, die benachbarten Gebäude zu schützen, so daß das verheerende Element nicht weitergreifen konnte. Ein Glück war es, daß völlige Windstille herrschte, sonst wären die Folgen unübersehbar geworden.

Quelle: Großpolnische digitale Bibliothek Poznan (http://www.wbc.poznan.pl/dlibra) – Amtliches Kreis-Blatt für den Kreis Neutomischel 1913/06 No. 49

Schöffengerichtssitzung vom 9. März 1904

Relief über dem Eingang des ehemaligen Amtsgerichtes - Justitia, die Personifikation der Gerechtigkeit; die Waage für die sorgfältige Abwägung der Sachlage, die Augenbinde für die Unparteilichkeit fehlt, das Richtschwert für die Durchsetzung mit der nötigen Härte - Bild: EA

Relief über dem Eingang des ehemaligen Amtsgerichtes – Justitia, die Personifikation der Gerechtigkeit; die Waage für die sorgfältige Abwägung der Sachlage, die Augenbinde für die Unparteilichkeit fehlt, das Richtschwert für die Durchsetzung mit der nötigen Härte – Bild: EA

Vorsitzender Herr Amtsgerichtsrat v. Grabski, Amtsanwalt Herr Bürgermeister Witte; Schöffen waren die Herren Besitzer Kurz-Paprotsch und Bäckermeister Lipelt-Neutomischel.

Verhandelt wurden folgende Fälle:

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Gebäude der Stadt No. 88 – „Der prächtige Holländer“

Alte Ansichtskarte mit einem "Galerie-Holländer", so könnte es auch in Neutomischel ausgesehen haben - Quelle: http://www.wbc.poznan.pl - Moje wiatraki – wirtualne muzeum, Creator:  Szkopek, Wiesław

Alte Ansichtskarte mit einem „Galerie-Holländer“, so könnte es auch in Neutomischel ausgesehen haben – Quelle: http://www.wbc.poznan.pl – Moje wiatraki – wirtualne muzeum, Creator: Szkopek, Wiesław

Neu Tomysl war eine Stadt der Windmühlen. Das Gebiet der noch jungen Ansiedlung  umfasste zu Beginn lediglich die Straßenzüge Posener Straße, den Alten Markt oder Kirchring wie er wohl in früherer Zeit auch genannt wurde und in alten Unterlagen vereinzelt zu lesen ist, die Hauptstraße, sie wurde später zur Goldstraße und als letztgenannten den Neuen Markt. Aber auf diesem doch kleinen Gebiet fanden sich bereits in den Gebäudebeschreibungen aus dem Jahr 1836 sieben Windmühlen.

Und die Stadt wuchs. Im Jahr 1844 wurde an der Hinterstraße, vermutlich zu dieser Zeit nicht viel mehr als ein Feldweg, das Haus der Familie Stellmacher gebaut. Dieses stand „ganz frei“, nur gegenüber einem  Holzhaus, welches im hinteren Grundstücksteil  eines Anwesens der Posener Straße gestanden hatte. Hinterstraße war in jener frühen Zeit als Beschreibung der Lage des Weges, also hinter den Hauptstraßenzügen liegend, und noch nicht als eigener Straßenname, anzusehen. In alten Unterlagen findet sich auch die Lage bezeichnend: Weg an den Großen Gärten.

Vorgenanntes Gebäude war das Erste welches in diesem Bereich errichtet worden war, die Bebauung schritt aber weiter voran und eine der nachfolgend errichteten Gebäude betraf auch eine weitere Windmühle für die Stadt.

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Die ersten Anordnungen zur Hebung der hygienischen Zustände in Neutomischel – 1904

Der östliche Teil der Hinterstraße - Bild: Maennel Archiv

Der östliche Teil der Hinterstraße – Bild: Maennel Archiv

In Neutomischel hatte von Oktober 1903 bis in den Februar 1904 hinein eine Ortsbesichtigung in Bezug auf die hygienischen Zustände in der Stadt und deren Umgebung, durch den damaligen Kreisarzt Dr. Buddee stattgefunden. Diesen Bericht haben wir in den Beiträgen

wiedergegeben.

Hatte Dr. Buddee seinerzeit zwar geschrieben, dass Neutomischel sich vor vielen anderen Städten durch Ordnung und Sauberkeit auszeichnete, so wurden dennoch einige gravierende Übelstände festgestellt.

Dr. Buddee beließ es allerdings auch nicht bei der Feststellung, sondern er drängte in einem Schreiben vom März 1904, welches er an den Landrat von Daniels sandte, auf deren Beseitigung. In seinen „Vorschlägen“ finden sich zum Teil für die Verursacher kostspielige Umbauten, er droht sogar Bestrafung an.

Nachfolgend finden Sie die Transkription seines Schreibens zur Abstellung der Mißstände.

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Aus der Kirchenchronik von Hammer Boruy: Einpfarrung von Dorf Boruy zur Kirche von Hammer Boruy – 1835

 

Dorf Boruy wird nach Hammer Boruy eingepfarrt

Dorf Boruy wird nach Hammer Boruy eingepfarrt

„Einpfarr-Urkunde für Dorf-Boruy ist in den Akten im Kirchen-Archiv“ , so begann Pastor Rohrmann 1840 seine Ausführungen in der Kirchenchronik von Hammer Boruy. Anschließend fuhr er fort mit den Worten „Seit dem Jahre 1835 sind auch die evangelischen Einwohner des Dorfes Boruy zur Parochie Hammer-Boruy eingepfarrt. Die Einpfarrungs-Urkunde lautet so:

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Gebäude der Stadt – No. 85 – Wohnhaus, Betsaal, Kirche und eine Windmühle – Teil 2

Bockwindmühlen im Tomischler Hauland - Fotoaufn. Enderich, in Privatbesitz

Bockwindmühlen im Tomischler Hauland – Fotoaufn. Enderich, in Privatbesitz

In Teil 1 unseres Artikels zur Gebäude No. 85 haben wir  ja bereits geschrieben, dass unter Nummer 85 “ … in den alten Aufzeichnungen aus dem Jahr 1836 bereits die Bockwindmühle des Johann Wilhelm Stahn erwähnt“ wurde, wobei die Bezeichnung „Hinterstraße“ nicht  vorkommt.

Errichtet „von Fachwerk aus kiefernen Balken von 6 Zoll stark, auswendig mit Brettern und auf der Wetterseite noch außerdem mit Schindeln verschlagen“ war diese Mühle 18,5 Fuß lang, 17 Fuß breit (ca. 5,7×5,4m) und mit ihren 2 Etagen 26 Fuß (ca. 8,3m)hoch. Der Zustand war gut; der Läuferstein mit eisernem Reifen wurde „alle Jahre“ repariert. Als einzige Standorteingrenzung findet sich bei diesem Gebäude, dass sie „von der nächsten Mühle 11 1/2 Ruthen entfernt“ stand. Ihr Alter wurde mit 45 Jahren angegeben. Die Mühle war also um 1791 gebaut worden. Altersangaben von Windmühlen sagen allerdings nichts darüber aus, dass sie immer ein und derselben Standort gehabt haben.

Dieser Teil befasst sich nun etwas genauer mit der Bockwindmühle des Johann Wilhelm Stahn, da diese den ein oder anderen Anlass zu Spekulationen liefert bzw. auch schon lieferte.

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Schöffengerichtssitzung vom 10. Februar 1904

Relief über dem Eingang des ehemaligen Amtsgerichtes - Justitia, die Personifikation der Gerechtigkeit; die Waage für die sorgfältige Abwägung der Sachlage, die Augenbinde für die Unparteilichkeit fehlt, das Richtschwert für die Durchsetzung mit der nötigen Härte - Bild: EA

Relief über dem Eingang des ehemaligen Amtsgerichtes – Justitia, die Personifikation der Gerechtigkeit; die Waage für die sorgfältige Abwägung der Sachlage, die Augenbinde für die Unparteilichkeit fehlt, das Richtschwert für die Durchsetzung mit der nötigen Härte – Bild: EA

Vorsitzender Herr Amtsgerichtsrat v. Grabski, Amtsanwalt Herr Bürgermeister Witte; Schöffen waren die Herren Eigentümer Sägner-Sempolno und Eigentümer Roy– Glinau

Verhandelt wurden folgende Fälle:

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Aus der Kirchenchronik von Hammer Boruy: Einweihung der Kirche 1777 und Einpfarrung der Gemeinde Cichagora 1817

Cichagora wird nach Hammer Boruy eingepfarrt - Karte: http://mapy.amzp.pl, Postkarte: A. Kraft

Cichagora wird nach Hammer Boruy eingepfarrt – Karte: http://mapy.amzp.pl, Postkarte: A. Kraft

Im Jahr 1840 begann Pastor Robert Adolph Rohrmann eine Kirchenchronik für das Kirchspiel. Er bereitete in dieser die Anfänge mit einigen kurzen Beiträgen auf.

Sehr interessant ist z. B. der Punkt, dass die evangelische Gemeinde Chichagora ab dem Jahr 1775 zur evangelischen Kirche in Grätz gehörte und erst mit dem Jahr 1819 die offizielle Einpfarrung nach Hammer Boruy erfolgte.

Nachfolgend die Ausführungen des Pastor Rohrmann, die er zur Einweihung der Kirche und der ersten und ältesten Zugehörigkeit der Gemeinden verfasste.

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Gebäude der Stadt – No. 85 – Wohnhaus, Betsaal, Kirche und eine Windmühle – Teil 1

Um 1895 - links die Luth. Kirche - rechts das ehemalige Pfarrhaus, das letzte Haus der Familie Stellmacher

Um 1895 – links die Luth. Kirche – rechts das ehemalige Pfarrhaus, das letzte Haus der Familie Stellmacher / Bild: Privatbesitz D. Maennel

Für einen zeitlichen Überblick wurden Daten aus dem von Otto Schilter verfassten Artikel über die evangelisch lutherische Gemeinde  , welche aber ergänzt wurden, genutzt :

  • 1835 etablierte sich die Evangelisch-Lutherische Kirche in Breslau
  • 1838 trotz Verbotes schlossen sich auch in Neutomischel  die Gläubigen zusammen und organisierten erste, wenn auch heimliche Zusammenkünfte
  • 1841 wanderte der Theologe Fritsche mit seinen Anhängern nach Australien aus
  • 1841-1843 Pastor Wagner hielt heimliche Gottesdienste im Privathaus Maennel ab
  • 1843 Einreichung von Zeichnungen zum Bau eines Bethauses für die Alt-Lutheraner über den Landrat Szubert aus Buk auf Antrag des Johann Tepper, Bäckermeister zu Neu Tomysl, dieser Antrag wurde seitens der königlichen Regierung Abteilung des Innern, Posen im August 1843 abgelehnt, im selben Jahr im September wurde der nochmals eingereichte Antrag auch vom Ministerium für geistliche Angelegenheiten wiederum negativ beschieden, im Oktober 1843 wurde ein dritter Antrag direkt an den König gerichtet, über dessen Ausgang ist jedoch nichts bekannt. (Original im Archiv des Geheimen Preußischen Kulturbesitzes, Berlin, Signatur I HA, Rep. 89, Nr. 22010)
  • 1843-1846 die Gemeinde wurde betreut von Pastor Oster aus Posen
  • 1845 die Evangelisch Lutherische Glaubensgemeinschaft wurde endgültig legalisiert, die kirchlichen Handlungen, die bis zu diesem Jahr im „Untergrund“ vorgenommen wurden, konnten nun ohne Verfolgungen offen durchgeführt werden

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Ostern – 2014

2014 - Frohe Ostern ! - Wesołych Świąt !

2014 – Frohe Ostern ! – Wesołych Świąt !

Immobilien, Mieten, Vermieten, Pachten u. Zwangsversteigerung – 1897

Verkaufs-, Verpachtungsangebot der Windmühle Gewiss zu Jablone

Verkaufs-, Verpachtungsangebot der Windmühle Gewiss zu Jablone

Nachfolgend finden sich die im Neutomischeler Kreisblatt des Jahres 1897 veröffentlichten Anzeigen mit welchen Verpachtungen, Verkäufe und An- und Vermietungen sowie letztlich auch Zwangsversteigerungen inseriert wurden.

Die Zusammenstellung der Inserate basiert darauf, dass Grundstücke, Anwesen und Wohnungen oder Etwas direkt mit diesen in Verbindung stehendes, wie z. B. eine Wiese oder eine Ernte, angeboten wurde.

Ausdrücklich weisen wir darauf hin, dass auch wenn es ein Inserat z. B. zu einer Zwangsversteigerung gegeben hat, diese nicht unbedingt durchgeführt wurde, genau so wenig, wie ein beabsichtigter Verkauf einer Wirtschaft auch zu diesem geführt haben muss.

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Die Pferde gingen durch – 1905

Der Unfallort - die Gaslaterne vor der Weinert'schen Villa / Postkartenausschnitt u Eigenaufn.

Der Unfallort – die Gaslaterne vor der Weinert’schen Villa / Postkartenausschnitt u Eigenaufn.

Gestern (18. Mai 1905) vormittag während des Wochenmarktes wurden die Pferde des Eigentümers Giering aus Sontop auf dem Neuen Markte scheu und rasten, trotzdem sie abgesträngt waren, mit dem Wagen derartig gegen die vor Weinert’schen Villa stehende Gaslaterne, daß dieselbe umgeworfen und zertrümmert wurde. Auch die Deichsel des Wagens wurde zerbrochen.

Darauf wurden die Pferde von dem Eigentümer Albert Lischinski-Neurose ergriffen, sonst hätte vielleicht größeres Unglück geschehen können.

Der Besitzer des Fuhrwerks ist bei der Stuttgarter Gesellschaft versichert, die den Schaden zu tragen hat.

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  • Quellen: Großpolnische digitale Bibliothek Poznan (http://www.wbc.poznan.pl/dlibra) – Amtliches Kreis-Blatt für den Kreis Neutomischel 1905/05 No. 40

Pastor Knispel – 1. Pastor zu Hammer Boruy – um 1777

Die Kirche zu Boruja Kościelna - Kirche des Heiligen Adalbert - Eigenaufn. 2007

Die Kirche zu Boruja Kościelna – Kirche des Heiligen Adalbert – Eigenaufn. 2007

Zur Kirche Hammer Boruy später auch Kirchplatz Boruy genannt, findet sich in „Geschichte der evangelischen Parochien in der Provinz Posen“ (1), Verfasser Albert Werner aus dem Jahre 1904 folgendes:

„Die Stiftung des Kirchspiels Hammer Boruy ist erfolgt auf Grund der Erektionsurkunde vom 3. November 1775, welche am 15. Januar 1776 von dem Provinzial-Konsistorium zu Lissa bestätigt wurde. Vor diesen Jahren hatten die Evangelischen Augsburgischer Konfession in der Herrschaft Hammer nur ein Schulhause, in dem ein Lehrer die Predigt kraft des der Gemeinde erteilten Privilegs von 1705 verlas; einigemale im Jahre besucht sie der Prediger Krone aus Züllichau, um das heilige Abendmahl zu spenden, die kirchlichen Akte verrichteten bald der katholische Probst in Bentschen, bald die evangelischen Pfarrer in Wollstein, Chlastawe und Kranz. Zu einem eigenen Pfarrsystem verhalf diesen Evangelischen vornehmlich der evangelische-reformierte Besitzer der Hammerschen Güter Ludwig von Mielecki, indem er nicht nur Grund Boden und einen Teil des Bauholzes zu einer Kirche und einem Pfarrhause nebst einer Summe von 100 Dukaten schenkte, sondern auch die Erlaubnis zum Bau des Gotteshauses auswirkte. Die Kirche wurde am 1. Juni 1777 durch den Pastor Nikisch aus Wollstein feierlich geweiht; sie ist bis jetzt (1904) erhalten. “

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Tod durch Blitzschlag – 1897

Kreis-Blatt für den Kreis Neutomischel zugleich Neutomischeler Hopfenzeitung  No. 43 Dienstag, den 1. Juni 1897

Kreis-Blatt für den Kreis Neutomischel zugleich Neutomischeler Hopfenzeitung
No. 43 Dienstag, den 1. Juni 1897

Während eines kurzen aber heftigen Gewitters am Freitag (28. Mai 1897) vormittag befanden sich der dreizehnjährige Knabe Gustav Liedke (Anm.: Der in Zinskowo tot aufgefundene Junge war Oswald August Otto Liedke, 13 Jahre; Sohn des Johann Gustav Carl Liedke und seiner Ehefrau Emilia Anna Florentina geborene Thomas.) und der Knabe Bresch aus Zinskowo auf dem Heimwege von der Schule, als ein Blitzstrahl niederging und beide zur Erde fielen.

Liedke war sofort todt, während sich der andere Knabe von der Betäubung erholte und in einiger Verwirrung zu Hause ankam, ohne von dem Schicksal seines Mitschülers Kenntniß zu haben.

Am Nachmittage wurde der Verunglückte aufgefunden und von den verzweifelten Eltern in Empfang genommen. Über die Verletzungen des Knaben entnehmen wir dem „Pos. Tagebl.“ folgenden eingehend abgefaßten Bericht: In dem Filzhut war – wahrscheinlich an der Stelle, wo sich der Blitz den Weg zum Körper des Knaben gebahnt hat – eine handgroße unregelmäßige Öffnung eingerissen. Die Kleider waren nicht verbrannt oder geschwärzt. Dagegen zeigt sich auf dem Kopfe des Knaben, rechts oberhalb des Ohres eine Stelle von der Größe eines Fünfmarkstückes, woselbst die Haare halb abgesengt waren. Am linken Schlüsselbein entsprang ein etwa zwei Zentimeter breiter blauroth gefärbter nach unten zu schmäler werdender Streifen von etwa 15 Zentimeter Länge, an dessen unteren Ende zwei sich kreuzende blaue Streifen zu sehen waren. Auch die Beinkleider des Knaben, den man auf dem Gesichte liegend vorfand und der jedenfalls durch den Blitzschlag sofort getödtet ist, waren an der Hinterseite total zerrissen.

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  • Quellen:
  • Großpolnische digitale Bibliothek Poznan (http://www.wbc.poznan.pl/dlibra) – Amtliches Kreis-Blatt für den Kreis Neutomischel 1897/06 No. 43
  • Staatsarchiv Poznan (http://szukajwarchiwach.pl/) – Standesamtseintragung des Todes No. 98/1897

Die Hauländer – nicht jeder war ihnen freundlich gesinnt – 1798

Unruhstadt - Markt mit Rathaus, Quelle: http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Coat_of_Arms_of_the_Polish-Lithuanian_Commonwealth.svg

Unruhstadt – Markt mit Rathaus, Quelle: http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Coat_of_Arms_of_the_Polish-Lithuanian_Commonwealth.svg

Dieser hier veröffentlichte Aufsatz des Justizkommisssarius Stenger aus Unruhstadt  wurde im Jahr 1798 von diesem verfasst und publiziert.

Der Leser mag sich selbst ein Bild über die Ausführungen machen. Dieses unter dem Aspekt der ungeordneten Rechtslage jener Zeit, der Jahre von Beginn bis Ende 1700, und dem immer wiederkehrenden Versuch freie Bauern in die Abhängigkeit der Obrigkeit zu pressen; und vor allem mit dem Wissen über Hauländer, welches in zahlreichen unserer Beiträge schon zusammen getragen wurde.

Als zeitlichen Rahmen schieben wir hier nochmals ein, dass die Hauländer um 1700 nachweislich im Tomischler Hauland siedelten,  vermutet wird ein noch weiter zurückliegender Ansiedlungszeitraum, jedoch sind dazu noch nicht alle Quellen endgültig ausgewertet. Die Teilungen Polens (1772,1793,1795) die eine Zugehörigkeit zu Preußen brachten, waren noch in weiter Ferne.

Die Ansiedlung hatte auf Grundlage vertraglicher Vereinbarungen, den sogenannten Privilegien,  stattgefunden, die in jener Zeit für beide Parteien, zwischen denen Sie geschlossen wurde, als akzeptabel angesehen worden sein müssen.

Ganz grob umrissen war einem Hauländer wichtig:

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Lehrer an der Schule in Albertoske – aus der Schulchronik von 1890

Bilder aus Albertoske, die ehemaligen Schulhäuser werden heute als Wohngebäude genutzt

Bilder aus Albertoske, die ehemaligen Schulhäuser werden heute als Wohngebäude genutzt

Es ist der 12. oder 13. Band, genau ist es durch eine Ausstreichung nicht mehr zu erkennen, einer Chronik der Schule I. in Albertoske, der im Muzeum Ziemi Grodziskiej verwahrt wird und aus welcher diese Teilabschrift, der einige Ergänzungen hinzugefügt wurden, stammt. Ob die vorangegangenen Bände sich wirklich ebenfalls mit der Chronik oder etwaig anderen Belangen befasst haben weiß heute niemand mehr. Nach derzeitigem Wissensstand ist weder ein Aufbewahrungsort weiterer Hefte, noch ob diese überhaupt erhalten sind, bekannt.

B. Krause, er wirkte in der Zeit von 1889-1892 als Lehrer in Albertoske, versuchte jedoch auf den ersten Seiten dieses Buches etwas über seine Vorgänger in dieser Stellung aufzuzeichnen. Zu wann genau eine Schule eingerichtet worden war, konnte schon er nicht mehr in Erfahrung bringen, aber es war wohl lange vor dem Jahr 1890.

Wenn es auch nur wenig ist, das er notierte, so ist es doch mehr als nichts und in Verbindung mit einigen Funden aus den Kirchenbüchern ergibt sich zumindest für einige Jahre ein Bild über die Lehrer in Albertoske. Nichts allerdings wurde über den Lehrer B. Krause selbst gefunden. Über Zuschriften zur Vervollständigung dieses Artikels würden wir uns sehr freuen !

Die Chronik beginnt mit der Eintragung:

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Der Buker Kreis im Jahresbericht 1834 / Teil 3

Der Kreis Buk - Kartenausschnitt (1)

Der Kreis Buk – Kartenausschnitt (1)

In diesem 3. und letzten Teil des Jahresberichtes des Kreises Buk für das Jahr 1834 berichtet Landrat Schubert über die Administration und die Polizei- und Kommunalverwaltung, darüber, dass nur 3 Gendarmen im Kreis tätig sind, über das Rechtswesen , darüber, dass noch immer Kinder ohne Aufsicht allein zuhause gelassen werden, wenn ihre Eltern arbeiten, die Instandhaltung der Wege und deren Bepflanzung , die dürftige Besoldung von Bürgermeistern und Kämmerern, desweiteren darüber, dass noch nicht überall Steinpflaster verlegt wurde – Neu Tomysl gehörte auch zu den Säumigen, über das Militär und die Wehrpflichtigen, über die Abgaben und letztlich noch über zu wenig Personal bzw. zu viel Arbeit in der Verwaltung.

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Der Buker Kreis im Jahresbericht 1834 / Teil 2

Der Kreis Buk - Kartenausschnitt (1)

Der Kreis Buk – Kartenausschnitt (1)

In diesem 2. Teil seines Jahresberichtes für das Jahr 1834 beschreibt Landrat Schubert die Körperlichen und Geistigen Verhältnisse im Kreis Buk. Er wechselt nachdem er den gesundheitlichen Aspekt der Einwohner abgehandelt hatte direkt zum Rindvieh über, um dann aber wieder auf die Glaubensangehörigkeit zurückzukommen. Ebenso führt er die Themen der Einwohnerzahl unter Berücksichtigung der verbesserten Verwaltung, Geburten in Verbindung mit der seinerzeit sehr hohen Kindersterblichkeit, das Vorhandensein von Ärzten, Apothekern und Hebammen, die Durchführung von Impfungen an. Ausführlich geht er auf die Schulen im Kreis ein, deren Neubau, ihrer geplanten Errichtung und ihrer Finanzierung um dann bei dem Thema Lehrer und die Anpflanzung von Obstbäumen anzuschneiden, ehe er über Kirchen, deren Zustände und Klöster berichtet.

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Der Buker Kreis im Jahresbericht 1834 / Teil 1

 

Der Kreis Buk - Kartenausschnitt (1)

Der Kreis Buk – Kartenausschnitt (1)

Der Jahresbericht, gesplittet in die Teile 1 bis 3 betreffen die Gegebenheiten des Buker Kreises zum Jahr 1834. Im 1. Teil sind die Industriellen Verhältnisse mit den Kapiteln A) Agricultur und B) Handel & Gewerbe übernommen worden.

Berichtet wurde seitens der Buker Landrates Schubert an den Königlich Preußischen Ober-Präsidenten der Provinz Posen, Ritter des Rothen Adler Ordens II. Klasse mit Eichenlaub Herrn Flottwell – Hochwohlgeboren in Posen.

53 Jahre später, im Jahr 1887, wurde Nowy Tomysl nachdem Buk diese Funktion abgesprochen worden war, selbst Kreisstadt. Im Jahr 1834 jedoch, war Nowy Tomysl ein unbedeutender Ort unter vielen anderen Ansiedlungen im Verwaltungsbezirk.

Der Landrat Schubert leitete seine Ausführungen im Jahr 1835 ein mit den Worten: „Euer Hochwohlgeboren beehre ich mich den verlangten Jahresbericht ganz gehorsamst zu erstatten:

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Unwetter über Buk und Umgegend – 1802

Blitze am Himmel - Bild: http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Longhorndave_-_Lightning_%28by%29.jpg?uselang=de

Blitze am Himmel – Bild: http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Longhorndave_-_Lightning_%28by%29.jpg?uselang=de

In der Nacht vom 12ten auf den 13ten August 1802 traf ein sehr heftiges fürchterliches Gewitter die Gegend von Buk. Ausser den ununterbrochenen Blizzen, die ein beständiges Feuer bildeten und die ganze Gegend in Schrekken sezten, war das Gewitter mit einem ungewöhnlich schreklichen Hagelwetter begleitet. Der Hagel fiel in der Grösse eines Tauben-Eies und stärker herab, ja man fand sogar Stükken von Eis in der Grösse einer geballten Mannhand. Fast alle Fenster wurden zerschmettert und die Dächer durchgehends beschädigt. Alles noch auf dem Felde befindliche Getreide an Winterung, so wie die ganze Sommerung wurde theils durch den Hagel selbst, theils durch die grosse Masse Wasser, welche zugleich herabfiel, total verheert und weggetrieben. Die Felder der Stadt Buk, so wie die zum Domainenamte gleiches Namens gehörigen Vorwerker Grosdorff, Pawlowko und Zegowo haben einen äusserst beträchtlichen Schaden erlietten, und in dem leztern Orte wurde auch noch durch den Windsturm die Scheune des dortigen Krügers umgeworfen, so dass dieser arme Mann von seiner ganzen Erndte wenig oder gar nichts gerettet hat.

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  • Quelle:Südpreussische Monatschrift – Erster Band drittes Stück – Jahrgang 1802 August – Digitale Bibliothek Poznan (www.wbc.poznan.pl)

Schöffengerichtssitzung vom 20. Januar 1904

Relief über dem Eingang des ehemaligen Amtsgerichtes - Justitia, die Personifikation der Gerechtigkeit; die Waage für die sorgfältige Abwägung der Sachlage, die Augenbinde für die Unparteilichkeit fehlt, das Richtschwert für die Durchsetzung mit der nötigen Härte - Bild: EA

Relief über dem Eingang des ehemaligen Amtsgerichtes – Justitia, die Personifikation der Gerechtigkeit; die Waage für die sorgfältige Abwägung der Sachlage, die Augenbinde für die Unparteilichkeit fehlt, das Richtschwert für die Durchsetzung mit der nötigen Härte – Bild: EA

Den Vorsitz führte Herr Amtsgerichtsrat v. Grabski, als Amtsanwalt fungierte Herr Bürgermeister Witte, die beisitzenden Schöffen waren die Herren Eigentümer und Ortsschulze Gebauer-Scherlanke und Eigentümer Ferdinand Heinrich-Sontop.

Verhandelt wurden folgende Fälle:

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Schöffengerichtssitzung vom 13. Januar 1904

Relief über dem Eingang des ehemaligen Amtsgerichtes - Justitia, die Personifikation der Gerechtigkeit; die Waage für die sorgfältige Abwägung der Sachlage, die Augenbinde für die Unparteilichkeit fehlt, das Richtschwert für die Durchsetzung mit der nötigen Härte - Bild: EA

Relief über dem Eingang des ehemaligen Amtsgerichtes – Justitia, die Personifikation der Gerechtigkeit; die Waage für die sorgfältige Abwägung der Sachlage, die Augenbinde für die Unparteilichkeit fehlt, das Richtschwert für die Durchsetzung mit der nötigen Härte – Bild: EA

Den Vorsitz führte Herr Amtsgerichtsrat v. Grabski, als Amtsanwalt fungierte Herr Bürgermeister Witte, die beisitzenden Schöffen waren die Herren Eigentümer Reschke-Scharke und Förster-Konkolewo.

Verhandelt wurden folgende Fälle:

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Nachtwächter – Anstellungsvertrag aus dem Jahr 1835

Nowy Tomysl bei Nacht - Aufn. PM

Es ist dunkel in Neutomischel – Aufn. PM

Im Jahr 1835 bildete die Posener Straße, der Alte Markt, dann als Verbindung zum Neuen Markt die Goldstraße das komplette Straßennetz der Stadt Neu Tomysl. Es war allerdings sehr dunkel in der Stadt, Straßenbeleuchtung gab es in jenen frühen Jahren noch keine, und in den umliegenden Hauländereien sah es wohl nicht anders aus.

Die Bewohner der Stadt und des Umlandes mussten um 22:00 Uhr, zu Beginn der von Amtswegen angeordneten Sperrstunde, „die Bürgersteige“, soweit es sie schon gab, „hochklappen und die Häuser reinholen“. Niemand hatte nach dieser Stunde mehr etwas in den Straßen zu suchen.

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Bolewitz brennt ! – 1904

Ausschnitt aus der Kreiskarte Neutomischel - Quelle: http://www.wbc.poznan.pl/dlibra

Ausschnitt aus der Kreiskarte Neutomischel – Quelle: http://www.wbc.poznan.pl/dlibra

Von einem furchtbaren Brandunglück wurde unser Nachbarort Bolewitz (Bolewice) schwer heimgesucht. Am vergangenem Mittwoch (07 September 1904) nachmittag gegen 2 Uhr brach daselbst eine verheerende Feuersbrunst aus, die sich durch den um diese Zeit herrschenden starken Wind rasch auf die zum größten Teil mit Stroh gedeckten Häuser ausdehnte, so daß bis gegen abend trotz energischer Bekämpfung des Elements durch die zahlreich anwesenden, von nah und fern zur Rettung herbeigeeilten Mannschaften die Gebäulichkeiten von 74 Wirtschaften mit sämtlichen Erntevorräten eingeäschert wurden; davon sind 69 nicht versichert.

Das Mobiliar konnte teilweise gerettet werden, ebenso sämtliche Pferde und Kühe. Die Schweine sowie das Kleinvieh sind jedoch meistenteils ein Opfer des verheerenden Elements geworden. Leider ist auch bei dem Rettungswerk der 64 jährige Hausmann Anton Jarnott verbrannt. Man fand seine verkohlte Leiche unter den Trümmern. Auch ein anderer Mann erlitt so schwere Brandwunden, daß er ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen mußte.

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Schöffengerichtssitzung vom 25. November 1903

Relief über dem Eingang des ehemaligen Amtsgerichtes - Justitia, die Personifikation der Gerechtigkeit; die Waage für die sorgfältige Abwägung der Sachlage, die Augenbinde für die Unparteilichkeit fehlt, das Richtschwert für die Durchsetzung mit der nötigen Härte - Bild: EA

Relief über dem Eingang des ehemaligen Amtsgerichtes – Justitia, die Personifikation der Gerechtigkeit; die Waage für die sorgfältige Abwägung der Sachlage, die Augenbinde für die Unparteilichkeit fehlt, das Richtschwert für die Durchsetzung mit der nötigen Härte – Bild: EA

Den Vorsitz dieser Sitzung führte Herr Amtsgerichtsrat v. Grabski, als Amtsanwalt fungierte Herr Bürgermeister Witte, die beisitzenden Schöffen waren die Herren Bäckermeister Liepelt aus Neutomischel und der Eigentümer August Roy aus Paprotsch

Verhandelt wurden folgende Fälle:

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Schöffengerichtssitzung vom 16. Dezember 1903

Relief über dem Eingang des ehemaligen Amtsgerichtes - Justitia, die Personifikation der Gerechtigkeit; die Waage für die sorgfältige Abwägung der Sachlage, die Augenbinde für die Unparteilichkeit fehlt, das Richtschwert für die Durchsetzung mit der nötigen Härte - Bild: EA

Relief über dem Eingang des ehemaligen Amtsgerichtes – Justitia, die Personifikation der Gerechtigkeit; die Waage für die sorgfältige Abwägung der Sachlage, die Augenbinde für die Unparteilichkeit fehlt, das Richtschwert für die Durchsetzung mit der nötigen Härte – Bild: EA

In loser Folge werden wir die im Kreisblatt veröffentlichten Protokolle der Schöffengerichtssitzungen, welche im Gerichtsgebäude zu Neutomischel verhandelt wurden,  bringen. Über die Verhandlungen im Einzelnen sind zur Zeit keine Akten in Archiven gefunden worden. Aus den Kurzbeschreibungen der geführten Prozesse und auch der verhängten Urteile, ist zu erkennen, dass neben den Anklagen der Behörden der Stadt, der Gemeinden und des Landes, viele der Streitigkeiten sich mit Familien- und Nachbarschaftangelegenheiten sowie aber auch dem „Gehorsam“ von angestellten Dienstleuten gegenüber Ihren „Dienstherren“ befassten. Klagen wegen Beleidigungen waren zahlreich zu finden und auch vor Denunziationen untereinander scheute man vielfach nicht zurück.

* * *

Den Vorsitz führte Herr Amtsgerichtsrat v. Grabski, als Amtsanwalt fungierte Herr Bürgermeister Witte, die beisitzenden Schöffen waren die Herren Eigentümer und Ortsschulze Gebauer aus Scherlanke und Eigentümer Sägner aus Sempolno.

Verhandelt wurden folgende Fälle:

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Der Tod des Gottfried Meißner – aus der Chronik im Sterbebuch der evgl. Kirchengemeinde Rakwitz 1758

Ausschnitt aus der im Kirchenbuch überlieferten Chronik - Quelle: http://szukajwarchiwach.pl/53/3843/0/-/2/str/1/16/15#tabSkany

Ausschnitt aus der im Kirchenbuch überlieferten Chronik – Quelle: http://szukajwarchiwach.pl/53/3843/0/-/2/str/1/16/15#tabSkany

Gottfried Meißner  war zum Beginn des Jahres 1758, nachdem das gegen ihn wegen Gotteslästerung verhängte Todesurteil durch Begnadigung aufgehoben worden war, aus der Stadt Rakwitz ausgewiesen worden.

Pfarrer Krumbholz hatte seine ersten Aufzeichnungen beendet mit den Worten: “ Die ihm Umfange, nach erhaltener Lebens-Schenckung, merklich gewesene Lebens-Beßerung dieses Mannes dauerte nicht lange. Er fieng bald wieder an, sich zu betrinken und unordentlich zu leben.“

Letztlich wurde Gottfried Meißner aber für ein Verbrechen hingerichtet, dass er nicht begangen hatte . . .

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Das Schwesternhaus in Wonsowo – 1904

Das Schwesternhaus in Wonsowo - Ansichtskarte aus der Sammlung des A. Kraft

Das Schwesternhaus in Wonsowo – Ansichtskarte aus der Sammlung des A. Kraft

Mit der Veröffentlichung des Artikels „Weihnachtsbescheerung der Gutsleute in Wonsowo “ aus dem Jahr 1898 hatten wir schon etwas für die Lebensumstände in Wonsowo veröffentlicht. Ein weiterer Artikel, der die Wohltätigkeit der Herrschaft unterstreicht ist der nachfolgende über die Einweihung eines Pflegeheims für Sieche und Kranke. Desweiteren war in selben Gebäude ein Kindergarten oder behalten wir besser den Ausdruck eine „Kleinkinderbewahranstalt“ bei, der als „Erziehungsanstalt zur Treue gegen die Eltern, Lehrer und die Gutsherrschaft und in allererster Linie gegen Gott“ angesehen wurde, für noch nicht schulpflichtige Kinder, eingerichtet worden.

Wiederum ist aber auch hierzu die Frage zu stellen, ob diese Einrichtung die Menschen nicht noch tiefer in die Abhängigkeit des Arbeitgebers brachten? Außer Frage steht, dass es für die Arbeiter jener Zeit eine soziale und humanitäre Einrichtung darstellte. Nicht geschrieben wurde, wie hoch die Kosten der Nutzung derselben war und wie diese verrechnet wurden.

Einerseits gewann der Gutsbetrieb die vormals im Haushalt tätigen Frauen als weitere für die Unterhaltung des Anwesens so wichtige Arbeitskräfte, da die Pflege von Angehörigen, sowie auch die Beaufsichtigung der Kinder in die Hände Dritter abgegeben werden konnten; andererseits, wieviel blieb nach Abzug der Kosten an Einkommen in den Familien?  Verblieb überhaupt ein Bareinkommen ? Oder hatten die Familien zwar ein Auskommen, konnten aber keine Ersparnisse erwirtschaften um aus dem Kreislauf der Abhängigkeit ihrer Herrschaft auszubrechen ?

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„Ein nichtswürdiges Bubenstück“ wird mit 3 Jahren Zuchthaus bestraft – 1900

Dampflok auf der Strecke Zbąszyń - Jastrzębsko Stare / Eigenaufn.

Dampflok auf der Strecke Zbąszyń – Jastrzębsko Stare / Eigenaufn.

„Ein nichtswürdiges Bubenstück ist auf der Bahnstecke Friedenhorst-Neutomischel in der Nacht zum 22. August 1900  verübt worden. Auf das Geleise war vor der Ankunft des Zuges ein mehr als ein Centner schwerer Stein gewälzt, und zwar an der Stelle, an welcher sich die beiden Nachtschnellzüge kreuzen, Glücklicherweise hat die Maschine den Stein heruntergestoßen. Als Thäter wurden drei Knechte aus Paprotsch ermittelt und gestern (29.08.1900) durch Herr Gendarm Gutsche zur Vernehmung abgeführt.“

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