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M. Bormas & Co. – ca. 1860 – Gründer aus Neustadt bei Pinne

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Klosterstr in Berlin mit Parochialkirche – Eduard Gärtner, 1828 / Quelle: Wikipedia.de

In diesem Beitrag fassen wir einige Notizen zu der Familie Bormas (Bormass) – Joachim (Jochim) zusammen.

Moses Bormass und seine Ehefrau Betty geborene Joachim lebten zumindest bis 1844 in Neustadt bei Pinne.

In der Beilage zum Königlich Preußischen Staats-Anzeiger vom 30. August 1866 fand sich nachstehende Veröffentlichung:

„Handelsregister des Königlichen Stadtgerichts zu Berlin

Unter Nr. 324 unseres Gesellschafts-Registers, woselbst die hiesige Handlung, Firma: M. Bormas u. Co.und als deren Inhaber die Kaufleute Moses Bormas und Jacob Hamburger vermerkt stehen, ist zufolge heutiger Verfügung eingetragen:

Der Kaufmann Moses Bormas ist durch seinen am 8. Februar 1866 erfolgten Tod aus der Handelsgesellschaft ausgeschieden.

Am 8. Februar 1866 ist dessen Wittwe, Bertha Bormas, geb. Joachim als Gesellschafterin eingetreten.

Am 9. März 1866 ist die Handelsgesellschaft durch den Tod der Wittwe Bormas, Bertha geb. Joachim, aufgelöst und setzt der frühere Gesellschafter Kaufmann Jacob Hamburger das Handelsgeschäft unter unveränderter Firma fort. Vergleiche Nr. 4678 des Firmen Register.

Unter Nr. 4678 des Firmen-Registers ist heut der Kaufmann Jacob Hamburger zu Berlin als Inhaber der Handlung, Firma M. Bormas u. Co. (jetziges Geschäftslokal: Heiligegeiststr. Nr. 43)  eingetragen.“

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Die Firma Bormas war als Cattun-Manufaktur-Geschäft eingetragen. Cattun Manufakturen waren Fabriken, welche sich mit der Herstellung und der Bearbeitung, sowie der Vermarktung von unifarbenen oder bedruckten Baumwollstoffen, dem Cattun beschäftigen. Ob die Firma Bormas dieses in jenen Jahren in Eigenregie tat oder ob sie lediglich mit diesen handelten, ist nicht bekannt.

Bei Einsicht im Berliner Adressbuch des Jahres 1863 ist zu finden, dass die Anschrift des Unternehmens dort noch Klosterstr. 50.51 lautete.

Jacob Hamburger, geboren ca. 1818, war gebürtig aus Tirschtiegel und verehelicht mit Sophie geborene Bormass, geboren ca. 1827 zu Neustadt bei Pinne, eine Tochter der Eheleute Moses Bormass und dessen Ehefrau Betty (Bertha) geborene Joachim; er war somit der Schwiegersohn.

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Wieder ist es eine Handels-Register Anzeige des Königlichen Stadtgerichts zu Berlin, veröffentlicht am 01. Juni 1876 in der Berliner Börsen-Zeitung, welche weitere Einzelheiten liefert:

„Handels-Register des Königlichen Stadtgerichts zu Berlin. – Zufolge Verfügung vom 23. Mai 1876 sind am selbigen Tage folgende Eintragungen erfolgt:

In unser Firmenregister, woselbst unter No. 4678 die hiesige Handlung in Firma: M. Bormas u. Co. vermerkt steht, ist eingetragen:

Der Kaufmann Hugo Hamburger ist in das Handelsgeschäft des Kaufmanns Jacob Hamburger als Handelsgesellschafter eingetreten und die nunmehr unter der Firma M. Bormas u. Co. weiter bestehende Handelsgesellschaft unter No. 5737 des Gesellschafts-Registers eingetragen.

Die Gesellschafter der hierselbst unter der Firma: M. Bormas u. Co. am 15. Mai 1876 begründeten Handelsgesellschaft sind die Kaufleute: Jacob Hamburger, Hugo Hamburger, beide zu Berlin. —„

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Hugo, eigentlich Heymann Hamburger, geboren 1848 zu Tirschtiegel, war der Sohn des Jacob Hamburger und seiner Ehefrau Sophie, geborene Bormass und ein Enkel der Firmen Gründer Bormass.

Jacob Hamburger verstarb im Oktober 1886 zu Berlin, seine Wittwe Frau Kaufmann Sophie Hamburger, geborene Bormass, zu Berlin ist per 20. Oktober 1886 als Handelsgesellschafterin in das Unternehmen eingetreten.

Hugo Hamburger, er war zu diesem Zeitpunkt 34 Jahre alt, ist 1882 als Kaufmann aus der Gesellschaft ausgeschieden. In die Firma M. Bormas & Co. trat am 6. Juli 1882 Isidor Hamburger, der jüngere Bruder, 32 Jahre alt, ein.

Ab wann genau die Firma M. Bormas u. Co. in der Spandauerstr. 18 ansässig geworden ist, ist nicht bekannt. Im Jahr 1888 waren hier die Inhaber I. Hamburger jun. u. Ww. S. Hamburger.

Im Juni 1890 verstarb der ledige Kaufmann Isidor Hamburger zu Berlin, geboren im Jahr 1850, war er nur 40 Jahre alt geworden. Seine Mutter Sophie Hamburger, geborene Bormass verstarb im Dezember 1895.

Das Unternehmen M. Bormas & Co. wurde im Adressbuch Berlins im Jahr 1889 letztmalig erwähnt.

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Quellen soweit nicht direkt im Text oder in der Bildbeschreibung genannt: Personenstandsunterlagen: Staatsarchiv Poznan (http://szukajwarchiwach.pl/ [2]); Ancestry. com; Zeitungsbericht/-inserate in Deutsche digitale Bibliothek; Bild: Wikipedia.de – unverändert/unbearbeitet; Adressbücher digitale Landesbibliothek Berlin (digital.zlb.de)