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Schöffengerichtssitzung vom 23. November 1904

Relief über dem Eingang des ehemaligen Amtsgerichtes - Justitia, die Personifikation der Gerechtigkeit; die Waage für die sorgfältige Abwägung der Sachlage, die Augenbinde für die Unparteilichkeit fehlt, das Richtschwert für die Durchsetzung mit der nötigen Härte - Bild: EA [1]

Relief über dem Eingang des ehemaligen Amtsgerichtes – Justitia, die Personifikation der Gerechtigkeit; die Waage für die sorgfältige Abwägung der Sachlage, die Augenbinde für die Unparteilichkeit fehlt, das Richtschwert für die Durchsetzung mit der nötigen Härte – Bild: EA

Vorsitzender Herr Amtsgerichtsrat v. Grabski, Amtsanwalt Herr Bürgermeister Witte, Schöffen waren die Herren Kurz-Paprotsch und Sperling-Neuborui.

Verhandelt wurden folgende Fälle:


1. Die Arbeiter Johann Lodigga und Nowak aus Witomischel waren beschuldigt, den Fleischer Bruno Otto ebenda mit Steinen beworfen zu haben. In Ermangelung von Beweisen wurden sie beide freigesprochen. Ein dritter Mitbeschuldigter wird vom Militärgericht abgeurteilt werden.

2. Der Korbmacher August Seide hierselbst (Neutomischel) war der polizeilichen Aufforderung, sich eine Wohnung zu verschaffen, nicht nachgekommen und deshalb angeklagt. Die Sache wurde vertagt.

3. In der Privatklagesache des Handelsmannes Lischinski gegen den Privatförster Pausch zu Rose wegen Beleidigung übernahm der letztere vergleichsweise die Kosten.

4. Die Privatklage des Eigentümers Gustav Redlich gegen den Eigentümer Rudolf Kuschitzki aus Cichagora wurde dahin erledigt, daß letzterer wegen Beleidigung eine Geldstrafe in Höhe von 15 Mark erhielt.

5. Die beiden letzten Privatklagen Blachowiak gegen Weimann und Stanislaus Kucz gegen Agnes Nigga wegen Beleidigung wurden durch Vergleich erledigt, indem die Angeklagten die Kosten übernahmen.

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Quelle: Großpolnische digitale Bibliothek Poznan (http://www.wbc.poznan.pl/dlibra) – Amtliches Kreis-Blatt für den Kreis Neutomischel 1904-11-23