Antrag Militärangehörige für tot erklären zu lassen / 1823-1824

Gedenkkreuz

„Edictal-Citation

Auf den Antrag ihrer Verwandten werden nachstehende Militairpersonen, als:

  • der Mathias Gentz, aus Chwalim bey Unruhstadt, welcher der Angabe nach im Jahre 1807 zum Pohlnischen Militair eingezogen worden;
  • der Samuel Henkelmann, aus Glashütte bey Tirschtiegel, welcher im Jahre 1806 als Musquetier im Regiment Prinz Heinrich von Preußen die Schlacht bei Jena mitgemacht;
  • der Anton Kinfeld, aus Stalun bey Betsche, welcher im Jahre 1812 in der 2ten Compagnie und 10ten Pohlnischen Artillerie-Brigade den Feldzug mitgemacht, und von Danzig aus die letzte Nachricht von sich gegeben;
  • der Theodor Perkiewicz, aus Jablone bey Wollstein, welcher unter dem Rußischen Militair den Feldzug nach Frankreich mitgemacht, und, eingegangener Nachrichten zufolge, im Jahre 1814 im Nekar ertrunken ist;
  • der Carl Friedrich Schüler, aus Langendamm bey Pieritz gebürtig, und zuletzt in Tirschtiegel wohnhaft, welcher im Jahre 1807 zum Pohlnischen Militair ausgehoben worden;
  • der Samuel Simsch, aus Scharne bey Tirschtiegel, welcher im Regiment Prinz Heinrich von Preußen die Schlacht von Jena mitgemacht;
  • der Thomas Joseph Wurm, aus Rakwitz, welcher im Jahre 1807 zum 12ten Pohlnischen Linien-Infanterie-Regiment ausgehoben ist;
  • der Johann George Weber, aus Leczner Hauland, welcher als Musquetier im vormaligen v. Möllendorffschen Infanterie-Regiment gestanden, und mit diesem Regiment im Jahre 1805 nach Sachsen marschiert ist;

und welche alle seit der Zeit ihrer Entfernung keine Nachricht von sich gegeben haben, so wie deren etwaigen unbekannten Erben und Erbnehmer hiermit vorgeladen, sich vor, oder in dem am 5ten Juny 1824, Vormittags um 10 Uhr, vor dem Deputirten, Landgerichts-Assessor Jentsch, anberaumten Termin, bey dem unterzeichneten Gerichte zu melden und weitere Anweisung, nach dem Antrage ihrer Verwandten, für todt werden erklärt und ihr Vermögen den sich legitimirten nächsten Erben und Anverwandten wird ausgeantwortet werden.

Meseritz, den 26sten Juni 1823 – Königl. Preußisches Landgericht.“

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Quellen soweit nicht direkt im Text oder in der Bildbeschreibung genannt: Staats- gelehrte Zeitung des Hamburgischen unpartheyischen Correspondenten – Mittwoch, 03.12.1823 – Deutsche digitale Bibliothek