Der sentimentale Besuch in Nowy Tomyśl/Neutomischel – Der Artikel in “Unser Tag fur Tag” 15-06-2010

In der Neutomischler Lokalzeitung  “Nasz Dzień po dniu ” erschien am 15-06-2010 der Artikel, der den Besuch  einiger Vorkriegsbewohnern von Neutomischel beschreibt.


Zwischen dem 3. und 8. Juni 2010 war Nowy Tomyśl/Neutomischel Ziel eines Ausfluges von Vorkriegsbewohnern des Nowotomyski/Neutomischler Kreises. Die Gäste leben heute in verschiedenen Städten in Deutschland. Die ungewöhnlichen Gäste wollten Plätze ihrer Kindheit und aus ihren Erinnerungen besuchen. Gleichzeitig wollten sie sich ansehen, welche Veränderungen im Laufe den letzen zig Jahren stattgefunden haben.

Erinnerungsfoto vor dem Neutomischler Guinness Korb

Herr Dieter Maennel überreicht dem Bürgermeister eine Bearbeitung über die 62-jährige Geschichte der Drahtfabrik seiner Vorfahren

Am Morgen des 3. Juni 2010 um 9:00 Uhr machten sich 22 Personen über Hannover auf den Weg nach Nowy Tomyśl/Neutomischel; sie trafen am selben Tage gegen 19:00 ein.
Am Freitag morgen begrüsste die Besucher der Bürgermeister Herr Henryk Helwing gemeinsam mit seinen Mitarbeiterinen – der Leiterin der Entwicklungs- und Promotionsabteilung Frau Ewelina Szofer-Pajchrowska und Frau Milena Leszczynska.

An diesem Tag hatte sich der Gruppe auch Herr Otto Jachode, der im Sommer in Grunda wohnt, angeschlossen; er wurde vor dem Krieg in Węgielnia [Waldtal] geboren. Als Organisator und Reiseleiter der Gruppe galt Herr Charles Bleeker-Kohlsaat, er spricht vorzüglich polnisch. Als freiwillige Dolmetscher kamen Einwohner der jungen Generation aus Nowy Tomyśl/Neutomischel zur Unterstützung – Frau Iwona Sołtysiak, Herr Wojciech Szkudlarski und Herr Przemysław Mierzejewski.

Der Bürgermeister selbst übernahm die Stadtführung durch das heutige Nowy Tomysl und leitete die Gruppe auf dem Weidenweg; dabei erzählte er den  Gästen die Vorzüge der Stadt. Das 2-stündige Begrüßungstreffen endete mit der Vorführung des deutschsprachigen Promotionfilms der Stadt bei Kaffee, Tee und Kuchen im Saal des Kulturhauses von Neutomischel (Nowotomyski Dom Kultury).

Im weiteren Ausflugprogramm der Besucher waren ein Treffen in Chmielinko [Steinberg], der Besuch auf dem Ferienhof des Herrn Tadeusz Osyra in Nowa Boruja [Neu Borui] – Herr Osyra führt das ethnographische Wandermuseum namens „ Museum am Weg“, ein Ausflug nach Poznań [Posen], der Besuch in Schokoladenfabrik „Hildebrand“ in Opalenica [Opalenitza] und dann noch ein Besuch der Stadt Grodzisk [Grätz]. Am Abend streiften die Gäste dann noch durch Nowy Tomyśl [Neutomischel] und suchten nach Plätzen, die ihnen aus Kinderjahren noch in Erinnerung waren.

Am Montagabend fand das Abschiedstreffen im Restaurant „Sandra“ statt (die Gäste kannten die Lokalität noch unter dem Namen „Zum schwarzen Adler“ oder auch “Zum goldenen Adler). Jeder Gast erhielt einen Abzug des Erinnerungsfotos, welches vor dem größten Weidenkorb der Welt, er findet sich im Guiness Buch der Rekorde, aufgenommen worden war mit einer handschriftlichen Widmung des Bürgermeisters und eine Kopie CD des Promotionsfilm der Stadt als Andenken Ihres Besuches übergeben.

Ein ungewöhnlicher Moment. Der Ur-Ur-Enkel Dieter Maennel im Jahre 2010 neben dem seinem Ur-Ur-Großvater im Jahre 1824 gewidmeten Taufbecken

Erwähnenswert ist, dass unter den Gästen Herr Dieter Maennel war. Sein Vater war der Besitzer der ehemaligen Drahtfabrik am Niepodległości Platz 2 [Neuen Markt 2] gewesen. Der Name Maennel war in Nowy Tomyśl [Neutomischel] seit Anfang des 19. Jahrhunderts bekannt. Zum Gedenken an Carl Maennel wurde das Weihbecken, welches heute in der Kirche Herz Jesu am Chopina Platz [am Alten Markt] zu finden ist gestiftet, dieser Carl Maennel war der Ur- Ur- Großvater Nowy Tomyśl [Neutomischel] des Besuchers Herrn Dieter Maennel.

Über die Geschichte des Nowotomyskie [Neutomischler] Taufbeckens haben wir in unserer Zeitung, Ausgabe Nummer 29 vom 15 Juli 2008, geschrieben [siehe auch]. Herr Dieter Maennel übergab in die Hände des Bürgermeister eine Ausarbeitung  der 62-jährigen Geschichte der Drahtfabrik seiner Vorfahren. Diese geschichtliche Darstellung ist nunmehr in der Stadt- und Kreisbibliothek zu finden.