Glinau II – Unfall im Hause Lehrer Kintzel (1911)

Schule Glinau II (Foto PM 28-06-2010)

Schule Glinau II (Foto PM 28-06-2010)

Eine brave Tat vollbrachte am 20. d. Mts. (20.04.1911) das Söhnlein des Lehrers (Rudolph Otto Bruno) Kintzel aus Glinau. (Er war 1877 in Neustadt bei Pinne geboren worden und hatte im Jahr 1901 die 1883 in Neu Dombrowo geborene Ottilie Martha Werner geehelicht).

Während sich in Abwesenheit der Eltern die beiden ältesten Kinder (Bruno Alexander Gustav Heinrich, geboren 1902 und Frieda Auguste Alma, geboren 1903) auf dem Felde beschäftigten, spielten in der Nähe ihre kleineren Geschwister.

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Plötzlich fiel ihr 2 1/2 jähriges Brüderchen (Willi Hugo Rudolph, geboren im Oktober 1908) in einen sich in der Nähe befindlichen, über 1 1/2 Meter tiefen, fast bis oben gefüllten Teich.

Sein achtjähriger Bruder, der den Vorfall bemerkte, lief sofort herbei und sprang mutig und entschlossen in das tiefe Wasser, das über seinem Kopfe zusammen schlug. Beim Sprunge kam der Knabe noch zu Fall, und auch er galt für verloren. Es gelang ihm aber doch noch, sich mit Aufbietung aller seiner Kräfte aufzurichten. Er ergriff den auf dem Grunde liegenden Knaben und konnte sich mit ihm, aber nur mit großer Mühe und Not, nach dem Ufer retten.

Hier zog ihn die inzwischen herbeigeeilte Frau des Arbeiters Heinrich Werner vollends aus dem Wasser. Bei der Rettungsarbeit soll dem Knaben ein Schuh in dem schlammigen Boden des Teiches stecken geblieben sein. “Sag’ an, war das nicht brav getan?” Man denke sich die Freude der Eltern, als sie bei ihrer Heimkehr von der Heldentag ihres Aeltesten hörten. Eine Auszeichnung des Knaben wäre hier sehr am Platze.

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Ein weiterer Artikel in dieser Folge: “Glinau II – Lehrer Hoede (1905-1908)” – veröffentlicht im Juni 2010

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Quellen, soweit nicht direkt im Text oder in Bildbeschreibungen angegeben: Großpolnische digitale Bibliothek Poznan (http://www.wbc.poznan.pl/dlibra) – “Amtliches Kreis-Blatt für den Kreis Neutomischel” 1911-04-25