1776 die Konfirmierten zu Kirchplatz Boruy

Die Kirche noch ohne Turm – Postkartenausschnitt aus der Sammlung des Wojtek Szkudlarski

Die Konfirmation der Jugendlichen fand meist im Alter von 14 Jahren mit der Schulentlassung statt.

Mit der Konfirmation wurde der kirchliche Unterricht beendet und es wurde die Zustimmung zum christlichen Glauben und der Kirchenzugehörigkeit bestätigt. Mit der Konfirmation wurde die Teilnahme am Abendmahl zugelassen. Ebenfalls konnte die Konfirmierten nun als Taufpaten agieren.

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1865 Steinborner und Prüfer verlassen Milostowo in Richtung Australien

Blick in das Dorf Milostowo / Aufn PM

Im Jahr 1865 fiel das Osterfest auf Sonntag, den 16. April. Der 5te Sonntag nach Ostern war somit der 21. Mai 1865 – DD Cantate Rogate – und gleichzeitig der Tag der Trauung des Junggesellen August Wilhelm Steinborner mit der Jungfer Wilhelmine Caroline Prüfer in der lutherischen Kirche zu Birnbaum.

Im Eheeintrag wird August Wilhelm Steinborner als des weiland Gottlob Steinborners, gewesenen Eigenthümers in Milostowo nachgelassener ehelicher 3ter Sohn beschrieben. Sein Alter wurde mit 25 Jahren angegeben und seine Konfession als lutherisch.

Wilhelmine Caroline Prüfer war die eheliche älteste Tochter des August Prüfer, eines Einwohners in Milostowo. Ihr Alter zum Zeitpunkt der Eheschließung wurde mit 27 Jahren angegeben und sie war wie ihr Bräutigam lutherischen Glaubens.

Der Bräutigam war zum Zeitpunkt der Heirat volljährig; und die Eltern der Braut gaben ihre Einwilligung zur Eheschließung mündlich.

Der Pastor vermerkte „das junge Ehepaar reiste schon Tags darauf ab nach Australien, welches auch die Trauung möglichst beschleunigt werden musste“.

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1841, 1846, 1858, 1875 Nachkommen der Zeuschner Familie wandern nach Australien aus

„Hafenromantik“ früherer Zeit, die nur zu oft die Schicksale der Auswanderer verbarg – Bild: Maennel Archiv

Seitens der Nachkommen der Familie Andreas Zeuschner (ca. 1745-1839), eines Landwehrmannes, Schneiders und Eigentümers zu Albertoske und seiner Ehefrau Maria Elisabeth geborene Schlecht (ca. 1768-1826) erfolgten mehrere Übersiedelungen nach Australien.

In unserem Bericht vom März 2018 „1875 mit der „Lammershagen“ nach Wellington – die Familien Schaeler, Strauch und Timm“ haben wir von den nach Australien ausgewanderten Familien Schaeler, Strauch und Timm berichtet.

Als Ehefrauen waren seinerzeit die Zwillingsschwestern Bohr Anna Rosina Dorothea verheiratete Schaeler und Johanna Juliana Bohr verheiratete Strauch mit auf die Reise gegangen.

Die am 25. Mai 1844 in Deutsch Böhmisch geborenen Schwestern waren als Kinder des Johann Gottfried Bohr (ca. 1804-1874) und dessen Ehefrau Anna Rosina geborene Zeuschner (1806-1847) zur Welt gekommen. Anna Rosina geborene Zeuschner hatte im Dezember 1806 als Tochter der Eheleute Andreas Zeuschner und Maria Elisabeth geborene Schlecht das Licht der Welt erblickt.

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Militärpflichtige und Invalidenprüfungsverfahren im Juni 1901

Der ehemalige Schwarze Adler / Ausschnitt aus AK Sammlung Wojtek Szkudlarski

“Im Jahr 1871 dehnten die Artikel 57 ff. der Reichsverfassung die in Preußen seit 1814 geltende allgemeine Wehrpflicht auf ganz Deutschland aus. So hatte nun „jeder Deutsche“ mit vollendetem 20. Lebensjahr 7 Jahre lang dem Heer oder der Marine anzugehören. Um im Allgemeinen wissenschaftliche und gewerbliche Ausbildung so wenig wie möglich durch die allgemeine Wehrpflicht zu stören, war es jedem jungen Mann überlassen, schon nach dem vollendeten 17. Lebensjahr, wenn er die nötige moralische und körperliche Qualifikation hatte, freiwillig in den Militärdienst einzutreten.  Alle Wehrpflichtigen waren, wenn sie nicht freiwillig in die preußische Armee eintraten, vom 1. Januar des Kalenderjahres an, in welchem sie das 20. Lebensjahr vollenden, der Aushebung unterworfen (militärpflichtig). Sie hatten sich zu diesem Zwecke bei den zuständigen Ersatzbehörden regelmäßig zu melden, bis über ihre militärische Verwendung entschieden wurde, jedoch höchstens zweimal jährlich” (2)

Am Freitag, den 24. Mai 1901 wurde im Amtlichen Teil des Kreisblattes von Neutomischel wie folgt bekannt gegeben:

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Scharfenort / Ostroróg – 1383 erstmalig erwähnt

Karte F. Handtke – 1862 – Provinz Posen

Scharfenort oder mit polnischem Namen Ostroróg soll 1383 urkundlich erstmals erwähnt worden sein.

1412 erhielt der Ort das Stadtrecht und 1546 wurden dem Ort unter Siegismund dem Alten einige der umliegenden Gehöfte und Weiler angeschlossen.

Seit 1436 war Ostroróg im Besitz der Adelsfamilie Ostroróg. Jakob Ostroróg nahm um das Jahr 1550 das Bekenntnis der böhmischen Brüder an.

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Neu Tomysl / Posener Str. 82 Karney und Krepl – ca. 1836 bis 1873

Ansicht der ehemaligen Posener Str., No. 82 müsste sich rechts als vorletztes Haus befunden haben / AK Ausschnitt Sammlung Kraft

Im Jahr 1836 standen auf dem Neu Tomysler Stadtgrundstück No. 82 das Wohnhaus und die Stallungen des Besitzers Friedrich Wilhelm Karney.

Das Wohnhaus wurde beschrieben als 38 Fuß lang, 22 ½ Fuß breit (ca. 11,00 x 6,90 m) und 6 ½ Fuß (ca. 1,98 m) hoch. Wie es in jenen frühen Jahren in der Stadt üblich gewesen war, hat es sich um einen Fachwerkbau, welcher mit Lehm beworfen worden war, gehandelt. Das Dach war mit gewöhnlichen Schindeln eingedeckt gewesen und wies einen Erker auf. Gegen die Wettereinflüsse waren beide Giebel mit Brettern verschlagen. Im Haus selbst haben sich 1 Flur, 3 Stuben, 1 Kammer und 1 Dachkammer befunden. Die Räumlichkeiten waren mit insgesamt 9 Türen ausgestattet gewesen. Licht kam in das Haus über 1 Fenster mit 3 und 5 Fenster mit 2 Flügeln. Zum Heizen konnten 2 vorhandene Öfen von Kacheln und 1 Ofen von Ziegeln genutzt werden.

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Grätz / Am Markt – Louis Krueger, Destillationsbetrieb und Hermann Fuss, Glasswaren/Glaserei

Das Bild links, ein Ausschnitt einer alten Ansichtskarte, zeigt als linkes Gebäude das des Louis Krueger und mittig das des M. Fuss Inh. Hermann Fuss, nicht leserlich ist die Beschriftung des rechten Gebäudes Jan Now…?; das rechte Bild zeigt die heutige Ansicht der Häuser

 

Gewerbetreibende aus dem Deutschen Reichs-Adressbuch; erschienen 1906 

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Wilanowo Dampfziegelei – Familie Quartiermeister aus Grätz – 1906-1920

Wilanowo w gm. Kamieniec – widok od północy/https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/2/28/Wilanowo_from_north.jpg / Urheber MOs810

Eines der zur heutigen Landgemeinde Kamieniec gehörenden Dörfer ist Wilanowo.

Der Ort liegt annähernd 15 km südöstlich von Grodzisk Wielkopolski. Zu Fuß ist die Strecke in ca. 4 Stunden zu bewältigen, mit dem Fahrrad wäre man in einer knappen Stunde vor Ort.

Wilanowo ist wie viele andere Dörfer unspektakulär.

In der Vergangenheit jedoch, auch wenn nur wenige Hinweise gefunden wurden, muss es für Grodzisk bzw. Grätz von großer Bedeutung gewesen sein.

Wir haben nicht ermitteln können, wer vor 1906 der Besitzer der Dampfziegelei G.m.b.H. Wilanowo gewesen war, aber ab 1906 befand diese sich als Dampfziegelei Wilanowo M. Quartiermeister im Besitz des Moritz Moses Quartiermeister, welcher sie bis ca. 1919/1920 betrieben hat.

Viele in jenen Jahren entstandener Gebäude der Stadt Grätz und deren Umgebung wurden vermutlich aus in Wilanowo hergestellten Mauersteinen errichtet und mit aus Wilanowo stammenden Dachziegeln eingedeckt.

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Alt Tomysl / Der schwere Kampf um die Scholle und engere Heimat – Nach dem 1sten Weltkrieg / erster Abschnitt

J. Franz von Poncet 1799-1891 / gemalt 1887 / Herkunft/Rechte: Niederlausitzer Heidemuseum, Kreismuseum des Landkreises Spree-Neiße im Spremberger Schloss, – Dietmar Fuhrmann – https://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/3.0/de/ – https://nat.museum-digital.de/index.php?t=objekt&oges=58223

Die Besitzung Alt Tomysl, einst 45.000 Morgen groß, abzüglich der 32.000 Morgen, welche an die Gemeinden und weiteren 2.400 Morgen welche bei der Regulierung an Bauern abgetreten worden waren und letztlich abzüglich des von dem letzten Verkäufer zurückbehaltenen Vorwerks Roza, bestand noch aus 3.400 Morgen Ackerland und Wiesen und 5.300 Morgen Forstals Johann Franz Heinrich von Poncet-Satigny die Herrschaft im Jahr 1843 erwarb.

Johann Franz Heinrich von Poncet, 1799 in Hoyerswerda geboren, war verehelicht gewesen mit Sophie Auguste Bigon von Czydzachowska (wechselnde Schreibweisen des Geburtsnamens), welche 1837 in Insterburg geboren worden war.

Zur Welt kamen als Kinder des Paares 1838 Franz August Clemens, 1839 Hans Franz, 1840 Franz Heinrich, 1842 Franz Günther, ca 1844 Augusta Elisabeth, 1845 Franz August Max, 1847 Margarethe Bertha Amalie Hedwig und 1850 Richard Franz August.

Johann Franz Heinrich von Poncet und seine Brüder Carl Franz (1797-1890) und Julius Eduard (1802-1883) galten seit dem Jahr 1837 als Besitzer der  1766/1767 gegründeten Glashütte Friedrichshain im Süden der Niederlausitz.

Seine Erinnerungen an die Geschehnisse in Alt Tomysl und dessen Umgebung schrieb Herr Max von Poncet, geboren 1873 und ein Enkel des Johann Franz Heinrich von Poncet, als letzter Besitzer der Herrschaft, gegen das Vergessen für seine Kinder und Nachkommen nieder.

Der Text wurde ohne Änderungen übernommen.

Unser besonderer Dank geht an Herrn Nicolai von Poncet; er gestattet uns die Veröffentlichung.

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Gestaltet von: Piotr Mierzejewski