Verzeichnis der bei dem königlichen Land und Stadtgericht zu Grätz in dem Jahre 1838 eingeleiteten Criminal Untersuchungen

Stadtansicht Grätz – im Vordergrund der alte Stadtpark, im Hintergrund die alte evgl. Kirche / AK-Ausschnitt Sammlung Kraft

Nachstehend geben wir das Verzeichnis der im Jahr 1838 durchgeführten Untersuchungen und Verurteilungen bei dem Königlichen Stadtgericht in Grätz wieder.

Wir wissen keine Einzelheiten über die Vergehen der Genannten; von keiner der Gerichtsakten war zum Zeitpunkt dieses Beitrages ein Aufbewahrungsort bekannt.

Einerseits erfolgten “völlige” und “vorläufige” Freisprüche, andererseits wurden Gefängnis- und Zuchthausstrafen verhängt. Ebenfalls sind Urteile zur Züchtigung mit Peitschenhieben und Stockschlägen, zum Teil in großer Zahl, gesprochen worden; selten findet sich, dass diese in mäßiger Form ausgeführt werden sollten.

Neben den genannten Strafen kam es bei Männern zum Verlust des Rechts die National Kokarde u. ä. Abzeichen zu tragen; erstere symbolisierte als äußeres Kennzeichen die “herzerhebende allgemeine Aeußerung treuer Vaterlandsliebe“, welche dem Verurteilten durch die begangene Straftat abgesprochen wurde.

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1875 mit der „Lammershagen“ nach Wellington – die Familien Schaeler, Strauch und Timm

Familien Schaeler, Strauch und Timm – 1875 Auswanderung / Bilder: Brad Schealer

Wanderungsbewegungen hat es in der Geschichte immer gegeben. So sind letztlich auch die deutschsprachigen Siedler, die „Hauländer“, in das Gebiet von Tomysl gelangt.

Größtenteils ist bis heute nicht bekannt woher diese Kolonisten kamen oder auch nicht wohin, wenn sie nicht vor Ort blieben, abwanderten.

Durch das Interesse der Nachkommen, welche über alle Welt verstreut sind und durch die Möglichkeiten, die das Internet bietet, kann ab und an der Weg, den die Vorfahren beschritten haben nachvollzogen werden.

Special thanks goes to this place at Brad Schealer in the far away Australia. It was he, who traced the way of his ancestors from the settlement „Deutsch Böhmisch“ in the year 1875 via Hamburg to Wellington.

Ein besonderer Dank geht an dieser Stelle an Brad Schealer im weit entfernten Australien. Er war es, der den Weg seiner Vorfahren aus der Ansiedlung Deutsch Böhmisch im Jahre 1875 über Hamburg nach Wellington nachvollzog.

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Einbruch und Diebstahl bei den Gebrüdern Gobion zu Rakwitz – Nacht vom 26. zum 27. April 1827

Rakwitz – Ostseite Marktplatz (Ausschnitt AK Sammlung Wojciech Szkudlarski)

Der Oesterreichische Beobachter vom Montag, den 24. Juli 1825 brachte nachstehende Meldung:

„Kürzlich wurde ein sehr bedeutender Diebstahl von Blutigeln bei einem gewissen Godion in Paris begangen, der diesen Gewerbszweig im Großen betreibt.

Sein Hauptbehälter ist dicht bei Perpignan. Sieben bis acht junge Diebe, welche glücklich entdeckt wurden, und wovon fünf schon verhaftet sind, hatten mehrere Streifereien dahin gemacht und die Quantitäten dieser Thiere, welche es ihnen auf jeder Reise glückte zu rauben, zu sehr niedrigem Preise verkauft. Man sagt, daß sie Käufer gehabt, die für 10 bis 12 Franken an sich brachten, was zwei bis dreihundert werth war.“

Dieses war allerdings nicht der einzige Verlust, den die Godion’s aus Paris zu verzeichnen hatten.

Nicht einmal 2 Jahre später waren diese nach Rakwitz in der Provinz Posen gereist und machten dort in bedeutsamer Weise auf sich aufmerksam.

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Itzig Lamm 1820-1900 – Gemeinnützige Stiftung und Errichtung der jüdischen Leichenhalle zu Grätz

Gedenkstein auf dem Gelände des ehem. jüdischen Friedhofes; die alte Jüdische Begräbnishalle

In der Zeitschrift des Centralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens „Im deutschen Reich“, erschienen in Berlin im October 1900 / No. 10. fand sich ein Nachruf, der einmal mehr aufzeigt, dass einstige Bewohner „ihre“ Geburtsstadt nicht vergessen und mit großzügigen Spenden bedacht hatten; sie selbst aber längst in keiner Geschichtsschreibung mehr erwähnt werden.

In der Stadt Grätz gab es seit dem 17. Jahrhundert den „neuen“ jüdischen Friedhof, nachdem der einstige „alte“ Friedhof, er befand sich in der Nähe des Bernhardinerklosters bei der Ul. Bukowska, wegen Überfüllung geschlossen worden war. Dieser „neue“ Friedhof lag an der Ul. Żwirki i Wigury. Heute erinnert nur ein Gedenkstein noch an ihn.

Vergessen sind längst die hier einst zur letzten Ruhe Bestatteten; selbst an die Prominenten unter ihnen wie z. B. dem Rabbiner Eliyahu Guttmacher (+1874), einst ein Pionier der Idee der jüdischen Kolonisierung Palästinas oder auch Moses Marcus Mosse (+1865), einem Arzt, der sich im März/April 1848 öffentlich und uneingeschränkt mit den Zielen der polnischen Nationalbewegung identifiziert hatte und dessen Söhne in späteren Jahren soziale Einrichtungen in der Stadt etablierten, sind dem Vergessen anheimgefallen.

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Die Kutzner-Stiftung – 1872 – Die Stadt Neu Tomysl erbt ein Vermögen

Auch August Kutzner war einst Besitzer des Gasthofes an der Ecke Alter Markt/Posener Strasse (Ausschnitt AK Sammlung Wojciech Szkudlarski)

Die deputierten Gerichtspersonen in Bromberg hatten sich am 7 Juli des Jahres 1872 in die Wohnung der Wittwe Rechtsanwalt Froehner, Anna Mathilda geb. Kutzner, zwecks Aufnahme ihres Testamentes begeben.

Seitens der Beamten wurde ihr die vollständige Dispositionsfähigkeit zuerkannt.

Frau Rechtsanwalt Froehner erklärte, dass es ihr freier und ernster Wille sei, ihr Testament zu errichten. Gleichzeitig gab sie zu Protokoll, dass sie hinsichtlich der Disposition über ihr Vermögen durch Nichts eingeschränkt sei.

Es wurde festgehalten, dass sie weder Eltern noch Kinder habe.

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Familie Saulsohn aus Buk – um das Jahr 1850

Todesanzeige aus dem Jahre 1904 . Berliner Tageblatt und Handels-Zeitung

Es sind die Zufallsfunde, welche ab und an etwas über die ein oder andere Familiengeschichte preisgeben. Dieses ist häufig zwar nur wenig und oft auch nur oberflächlich, aber so doch zumindest wird der Weg aufzeigt, den die Familie und deren Angehörige beschritten hatten.

So auch im Falle der Familie Saulsohn, welche seinerzeit in Buk ansässig gewesen war, ehe eine Übersiedlung nach Berlin stattgefunden hatte.

Es war die Todesanzeige der am 01. Oktober 1904 in Berlin verstorbenen Pauline Saulsohn geborene Schaul welche die Aufmerksamkeit erregte und als Ausgangspunkt für weitere Recherchen diente.

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Der letzte Wille der Amanda Schiller – 1873-1900

Das Gelände des städtischen Krankenhauses heute – Postkartenausschnitt

Am 19. Dezember 1900 zeigte die Diakonissin, Schwester Emilia Fenrich, den Tod der Dienstmagd Amanda Schiller an. Diese war ledigen Standes und evangelischer Religion gewesen.

Die nur 27 jährige Amanda Schiller, war am 18. Dezember 1900 nachmittags um 11 Uhr im städtischen Krankenhaus zu Neutomischel verstorben.

Nachstehende Verhandlung des Königlichen Amtsgerichts wurde im städtischen Krankenhause zu Neutomischel am 07. Dezember 1900 abgehalten. Gegenwärtig waren der Amtgerichtsrath v. Grabski als Richter und der Gerichtsassistent Klumbies als Gerichtsschreiber

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Gewalt in Pinne – Dezember 1897

Pinne / Pniewy – kath. Kirche – Postkartenausschnitt Sammlung Kraft

Die begreifliche Aufregung, die die Einwohner der Stadt Pinne infolge der Demolierung des evangelischen Kirchhofs, die zuerst als ein Racheakt für die Ausweisung ausländischer „Missionare“ ausgelegt wurde, ergriffen hat, erhält immer neue Nahrung und beginnt auch in weiteren Kreis gerechte Entrüstung hervorzurufen.

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Bau einer neuen Kirche zu Bentschen/Zbąszyń – Teil 1, die Jahre 1901-1904

Die alte evangelische Kirche zu Bentschen, geplant und erbaut 1783-1785 - Bild: (1)

Die alte evangelische Kirche zu Bentschen, geplant und erbaut 1783-1785 – Bild: (1)

Mit einer kleinen Zeitungsmeldung vom 26. März 1901 wurde den Lesern des Neutomischeler Kreisblattes die Entwicklung zum Stand des Baues einer neuen evangelischen Kirche in Bentschen mitgeteilt:

„Große Freude hat hier die Nachricht hervorgerufen, daß durch die Gnade Sr. Majestät des Kaisers zum Bau der hiesigen evangelischen Kirche die Summe von 60.000 Mark bewilligt worden ist. Man hofft, daß nunmehr der Kirchenbau gesichert ist, umsomehr als die Baupläne zu demselben bereits vorliegen. Dem Vernehmen nach soll die Kirche vollständig runde Form und eine Kuppel erhalten, ähnlich wie die Dreifaltigkeitskirche in Berlin. Auch steht zu erwarten, daß der Gustav-Adolf-Verein unsere arme evangelische Gemeinde dem Kirchenbau durch Gewährung einer größeren Beihilfe unterstützen wird.“

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Gestaltet von: Piotr Mierzejewski