Pacht der Theerschwelerei des Ritterguts Bolewice zu vergeben / 1846

Theerofen im Bolewicer Forst / Quelle: 3) Ausschnitt Messtischblatt und 4) als Beispiel die Zeichnung einer Köhlerei

Theerofen im Bolewicer Forst / Quelle: 3) Ausschnitt Messtischblatt und 4) als Beispiel die Zeichnung einer Köhlerei

„Die zu den Forsten des Ritterguts Bolewice, unweit Neustadt bei Pinne im Bucker Kreise, gehörige Theerschwelerei soll am 1sten December 1846 vormittags 10 Uhr in der Wohnung des Unterzeichneten auf 6 – 10 Jahre an den Meistbietenden verpachtet werden, wozu Pachtlustige mit dem Bemerken eingeladen werden, daß der Theerschweler freie Wohnung, 5 Morgen Acker, Wiesenwachs und Sommerweide für 2 Kühe und den nöthigen Bedarf von Raff- und Leseholz erhält.

Bolewice, den 9ten October 1946 – Seyler, Oberförster“

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Steckbrief des Carl Kuhn / 1871

Ausschnitt des Steckbriefes / Quelle sh. Fußnote

Ausschnitt des Steckbriefes / Quelle sh. Fußnote

„Der Baugefangene Carl Kuhn ist heute früh von hier (Festung Graudenz) entwichen.

Derselbe ist am 2. Januar 1844 zu Rakwitz, (Kreis Bomst in Posen) geboren, seine Eltern leben in Kostancia bei Kutna, 5 Fuß 4 Zoll 3 Strich groß, evangelisch, Haare dunkelblond, Augen grau, Nase und Mund gewöhnlich, Bart im Entstehen, Zähne defect, Kinn und Gesichtsbildung oval, Gesichtsfarbe blaß, Gestalt schlank, Sprache deutsch und polnisch, besondere Kennzeichen: der linke Arm tätowirt mit dem Fleischerwappen, Civilverhältniß Fleischer, Anzug Civilkleider, vermuthlich ein Paar Commißstiefel und ein blaugestreiftes Callicothemde.

Die Königlichen Behörden werden ersucht, auf den p. Kuhn zu vigilieren, ihn im Betretungsfalle zu arretieren und unter sicherem Geleit an die Kommandantur abzuliefern.

Festung Graudenz, den 17. Januar 1871 – Königliche Kommandantur“

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Die Wirtschaftsgebäude Fuchs in Rakwitz brennen nieder / 1899

Fuchs'es Garten in Rakwitz / Ausschnitte AK - Sammlung Wojtek Szkudlarski

Fuchs’es Garten in Rakwitz / Ausschnitte
AK – Sammlung Wojtek Szkudlarski

„Rakwitz, 21. April 1899 – Gestern abend gegen 8 Uhr brach hierselbst in den dem Ackerbürger und Bierhändler Rudolph Fuchs gehörigen Wirthschaftsgebäuden auf bis jetzt unaufgeklärte Weise Feuer aus, welches sich mit einer rapiden Geschwindigkeit über sämtliche Stallungen und Schuppen des Gehöfts verbreitete.

Die Thätigkeit der schnell herbeigeholten Feuerwerk mußte sich daher nur auf die Erhaltung der gefährdeten Nachbargebäude beschränken, was ja auch gelang.

Das Feuer griff so schnell um sich, daß das Vieh nur mit Mühe gerettet werden konnte. Eine Färse ist erstickt.

Zur Hilfeleistung sind einige Spritzen der Nachbargemeinden erschienen. Der reichliche Regen trug viel dazu bei, daß das Feuer nicht größere Dimensionen angenommen hatte. Es sind eine Menge Futtervorräthe, Wirthschaftsgeräte u.s.w. verbrannt.

Der Schaden ist durch Versicherung gedeckt.“

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Volkszählung am 1. Dezember 1875

Gemäß Verfügung der Herren Minister des Innern und für Handel, Gewerbe und öffentliche Arbeiten  wurde für den 1. Dezember 1875 eine Volkszählung mit gleichzeitiger gewerbestatistischer Aufnahme an die Königlichen Privinzial- und Bezirksverwaltungsbehörden gemäß den Beschlüssen des Bundesraths des Deutschen Reichs verfügt.

Zu diesem Zwecke wurden seitens des Königlich Statistischen Bureaus in Berlin annähernd 114.500 Fragebogen und Formulare in 21 Kisten an das Landratsamt in Buk versandt. Das die Kisten an die „Bahnstation Buk“ versandt wurden, und dadurch ab Bahnhof Neutomischel noch eine Um- bzw. Weiterverfügung notwendig geworden war, ist vermutlich auf Unkenntnis der Mitarbeiter im Königlich Statistischen Büro in Berlin über die geographischen und verkehrstechnischen Verhältnisse in den  ländlichen Gebieten zurückzuführen.

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Das Hotel Kutzner in Grätz brennt nieder / 1910

Das ehem. Hotel Kutzner und die Marktecke in Grodzisk heute / Aufn. GT

Das ehem. Hotel Kutzner und die Marktecke in Grodzisk heute / Aufn. GT

„Am Freitag (16.10.1910) nachmittag brach in Kutzners Hotel Feuer aus, das den Saalanbau, den Pferdestall und das Vorderhaus ergriff. Erst nachts zwei Uhr konnte die Feuerwehr abrücken.

Aber schon um drei Uhr ertönten erneut Alarmsignale, weil das Feuer wieder mit Macht hervorgebrochen war. Als die Wehr nach 24 ständigem Kampfe des Feuers nicht Herr werden konnte, mußten die Mauern des Hotels niedergerissen werden.

Bei den Löscharbeiten stürzten plötzlich Teile eines Schornsteins herunter. Die Trümmer trafen den Barbier Malyszczyk und verletzten ihn erheblich am Rücken.“

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Unfall mit dem Pferd des Heinrich Fenske / 1910

Der ehem. Neue Markt, Aus-/Einfahrt zur Dampfmühle Maennel war das gelbe Gebäude rechts / AK Sammlung Wojtek Szkudlarski

Der ehem. Neue Markt, Aus-/Einfahrt zur Dampfmühle Maennel war das gelbe Gebäude rechts / AK Sammlung Wojtek Szkudlarski

Am Sonnabend (09.04.1910) vormittag ging ein auf dem Hofe der Maennel’schen Dampfmühle stehendes Pferd des Eigentümers Heinrich Fenske aus Paprotsch durch und raste mit dem Wagen über den Neuen Markt hinweg.

Es zerbrach auf dem Viehmarkt ein Stück der dort stehenden Einzäunungen und stürmte wieder zurück.

Herr Kaufmann Fritz Lutz, der über den Neuen Markt fuhr, konnte sich mit knapper Not durch schnelles Abspringen vom Rade vor einem verhängnisvollen Zusammenstoß mit dem Durchgänger schützen. Das Fahrrad aber wurde überfahren und total zertrümmert.

Das Pferd kam infolge dieses Hindernisses zu Fall und schlug sich einige Zähne aus, sonst ist es aber ohne größeren Schaden davongekommen.

Wie wir hören, ist der Besitzer des Pferdes nicht gegen Haftpflicht versichert und muß für den entstandenen Schaden selbst aufkommen.

 * * *

Quellen soweit nicht direkt im Text oder in der Bildbeschreibung genannt: Großpolnische digitale Bibliothek Poznan (http://www.wbc.poznan.pl/dlibra) – “Amtliches Kreis-Blatt für den Kreis Neutomischel” 1910

Ermordung der Augusta Bormas / 1902

Neustadt b.P. - die ehemalige Pinner Str. / AK Sammlung Wojtek Szkudlarski

Neustadt b.P. – die ehemalige Pinner Str. / AK Sammlung Wojtek Szkudlarski

Auf Mitteilung der Polizeiverwaltung zu Neustadt bei Pinne wurde am 08. Februar 1902 unter der No. 29 eingetragen, dass die Kaufmannswittwe Augusta Bormas geborene Krain in ihrer Wohnung tot aufgefunden worden war.

Das Alter der Augusta Bormas war zum Zeitpunkt Ihres Todes mit 69 Jahren angegeben worden. Sie war aus Posen gebürtig und dem mosaischen Glauben angehörig gewesen. Gemäß dem Eintrag war sie die Tochter unbekannter Eltern.

Augusta Bormas geborene Krain hatte als die Wittwe des Kaufmanns Gustav Bormas, eines in Neustadt bei Pinne ansässig gewesenen Kaufmanns, in der Stadt gelebt.

Ihr gewaltsamer Tod war nach den angestellten Ermittlungen am 04. Februar 1902 gegen 09:00 Uhr am Abend eingetreten.

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Der Tod des Johann Polomka / 1900

Kościół pw. św. Wawrzyńca w Łomnicy - Kirche St. Lawrence in Lomnica / Aufn. PM

Kościół pw. św. Wawrzyńca w Łomnicy – Kirche St. Lawrence in Lomnica / Aufn. PM

„Infolge eines Messerstichs hat am Sonnabend früh der 20 jährige Knecht Johann Palomka aus Glinau den Tod gefunden. Er hatte von seinem Brotherrn den Auftrag, dessen Tochter zum Tanz nach Scherlanke zu führen.

Das hatte den Unwillen des 18 jähren Eigenthümersohns Paul Pflaum aus Glinau erregt, so daß es im Tanzlokale zu Reibereien kam.

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Sturz mit Todesfolge der Juliane Fürstenau / 1900

Blick in die heutige Ogrodowa, die einstige Gartenstraße / Aufn. PM

Blick in die heutige Ogrodowa, die einstige Gartenstraße / Aufn. PM

Unter dem Standesamtseintrag Nr. 28 vom 24. Februar 1900 in Neutomischel findet sich, dass der Maurer Paul Redlich aus Neutomischel den Tod der unverehelichten Arbeiterin Juliane Fürstenau anzeigt.

Es wurde eingetragen, dass sie im Alter von 68 Jahren verstorben und dass sie die Tochter unbekannter Eltern gewesen sei.

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Unfalltod des Johann Gottlieb Zithier 1898

Ehemaliger Gasthof Friedenberger zu Boruy / Postkartenausschnitt  Sammlung Wojtek Szkudlarski

Ehemaliger Gasthof Friedenberger zu Boruy / Postkartenausschnitt Sammlung Wojtek Szkudlarski

In Kirchplatz Borui wurde gestern 14. November 1898 beim Bedienen einer Dreschmaschine in der Scheune des Gastwirts Emil Friedenberger der Arbeiter Johann Gottlieb Zithier an der Schürze von der Maschine erfaßt und mit dem Körper hineingezogen.

Er erlitt so schwere Verletzungen, daß der Tod erfolgte.

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